Passengers

Originaltitel: 
Passengers
Land: 
USA
Laufzeit: 
116 min
Regie: 
Morten Tyldum
Drehbuch: 
Jon Spaihts
Darsteller: 
Chris Pratt, Jennifer Lawrence, Michael Sheen, Laurence Fishburne
Budget: 
110 Millionen Dollar
FSK: 
ab 12 Jahren
Kinostart: 
05.01.2017

Aurora Dunn (Jennifer Lawrence) und Jim Preston (Chris Pratt) sind zwei Passagiere an Bord des luxuriösen Kolonie-Raumschiffes Avalon, welches sich mit 5.259 Personen auf einer 120-Jahre-langen Reise zu einem anderen Planeten befindet. Doch die Schlafkammern, in denen sie liegen, wecken sie auf unerklärliche Weise viel zu früh auf – 90 Jahre ehe sie ihr Ziel erreicht haben werden. Während Jim und Aurora versuchen, hinter das Geheimnis dieser Fehlfunktion zu kommen, fühlen sie sich mehr und mehr zueinander hingezogen. Doch dann werden sie von dem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Raumschiffs bedroht und entdecken den wahren Grund, warum sie aufgewacht sind.

Das Drehbuch von Jon Spaihts (Originalfassung von Prometheus) drehte seit vielen Jahren seine Runden durch Hollywood und wurde bereits 2007 auf der sogenannten "Blacklist' geführt, eine jährliche Auflistung der besten Drehbücher, die auf Grünes Licht warten. Erst Ende 2014 sicherte sich Sony die Rechte und brachte das Projekt auf Kurs. Als Regisseur wurde der Norweger Morten Tyldum engagiert, zu dessen bekanntesten Arbeiten der Film The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben gehört.


Kritik

von Sebastian Lorenz

Chris Pratt und Jennifer Lawrence sind zwei von über 5.000 Passagieren an Bord des luxuriösen Kolonie-Raumschiffes Avalon, welches sich auf einer 120-jährigen Reise zu einem anderen Planeten befindet. Sie erwachen 90 Jahre zu früh aus ihrem Kälteschlaf, haben das Schiff für sich allein und verlieben sich ineinander, doch mit dem Schiff stimmt etwas nicht. Sie müssen zusammenarbeiten, um zu überleben und erfahren auch den wahren Grund, warum sie so früh aufgewacht sind.

Darum geht es in Passengers allerdings nicht.

Bei Passengers krankt es an zwei Fronten. Da wäre zum einen die Art und Weise, wie der Film vermarktet wurde: die Trailer und offizielle Inhaltsangabe preisen ein actiongeladenes Science-Fiction-Abenteuer mit einem Geheimnis an und verzerren obendrein die Prämisse. Allein durch die Tagline "Es gibt einen Grund, warum sie aufgewacht ist" werden Erwartungen aufgebaut, die der Film gar nicht erfüllen kann.

Dabei haben die Verantwortlichen es vermutlich nur gut gemeint und wollten eine wichtige Wendung zurückhalten, um das Publikum schließlich zu überraschen. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen geheimhalten und eine falsche Fährte legen.

Im Fall von Passengers wird schon die Prämisse zu einem Spoiler, denn der "Twist" ist wohl der wichtigste Grundstein für die Handlung und kommt bereits in den ersten zwanzig Minuten zum Tragen. Und damit wird es schwierig, überhaupt über die Ausgangssituation zu sprechen, ohne zuviel zu verraten.

Nun könnte man über diesen Punkt hinweg sehen, wenn der Film dann wenigstens durch eine spannende Geschichte entschädigt. Doch hier liegt jedoch das zweite Problem, denn das macht er nicht.

Die Handlung wird völlig risikofrei und durch vorhersehbare Muster abgearbeitet. Selbst ein moralisches Dilemma (welche sich aus der geheimgehaltenen Prämisse ergibt), wird nur oberflächlich behandelt und schließlich zügig abgehakt. Dabei hat der Film durchaus Potenzial, welches leider nur an der Oberfläche angekratzt wird.

Chris Pratt und Jennifer Lawrence, die derzeit wohl bestbezahlten und gefragtesten Schauspieler in Hollywood, machen das Beste aus dem ihnen zur Verfügung stehenden Material. Vor allem Pratt ist einfach ein sympathischer Kerl, seine Figur lässt hier aber passenden Scharfsinn oder Zynismus vermissen. An Jennifer Lawrence scheiden sich die Geister. Wer ihre Darbietung grundsätzlich nicht so toll findet, wird auch nach Passengers kein Fan werden.

Auf der positiven Seite sind das Produktionsdesign und der Soundtrack zu erwähnen. Der Film sieht toll aus, die Spezialeffekte sind erstklassig, die musikalische Untermalung von Thomas Newman ist stimmig.

Fazit

Passengers ist eine Frage der Herangehensweise. Wer sich durch Trailer und Inhaltsangabe bereits eine Erwartungshaltung aufgebaut hat und ein episches Science-Fiction-Abenteuer erwartet, sollte sich dieser lieber entledigen und könnte sich passabel unterhalten fühlen.

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