The Boy: Kritik zum Heimkinostart des Puppen-Horrorfilms

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Szenenbild aus The Boy

Zombies sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bieten dem hiesigen Kinogänger wohl kaum noch Gruselpotenzial. Das hat auch The-Walking-Dead-Star Lauren Cohan erkannt und schlüpft im Puppenhorror The Boy in die Rolle von Greta, die ein ganz besonderes Kind babysitten darf: Der achtjährige Brahms ist jedoch kein wirkliches Kind, sondern eine Porzellanpuppe. Das Heelshire-Ehepaar ist nicht über den Tod seines Sohnes hinweg gekommen und befindet sich seit Jahren in Trauer. Sie hinterlassen Greta eine Liste mit strengen Regeln, an die sie sich während ihres Aufenthalts halten soll. Was sich zunächst nach einem leichten Job anhört, entpuppt (haha) sich schnell zu einem äußerst unangenehmen Unterfangen.

Mehr Kopfkino als echter Horror

Wie in den meisten guten Horrorfilmen findet der Grusel auch bei The Boy mehr im Kopf statt. Das mag zum einen natürlich durch gutes Storytelling und den Aufbau der Atmosphäre begründet, auf der anderen Seite aber auch bis zu einem gewissen Grad auf die 12er-Freigabe durch die FSK zurückzuführen zu sein. Wirklich grausame Schocker oder gar Gewaltszenen sucht man hier also vergeblich. Da der Film aber ohnehin nur einen sehr überschaubaren Cast hat, wären Slasher-Elemente hier auch eher fehl am Platz.

Der Grusel entsteht in erster Linie durch die Puppe und dessen unerklärliches Verhalten. Anfangs versucht Greta noch, Brahms Bewegungen und Geräusche durch seltsame Zufälle und Begebenheiten alter, englischer Landhäuser zu erklären, aber irgendwann zweifelt sie an ihrem Verstand. Die Brahms-Puppe scheint nämlich lebendig zu sein. Als der Lebensmittellieferant Malcom (gespielt von Rupert Evans) Greta nach und nach aus der Vergangenheit der Heelshire-Familie erzählt, beginnt der Horror für die junge Amerikanerin erst richtig.

The Boy macht wenig falsch, aber auch nichts besonders gut

In vielerlei Hinsicht scheint The Boy ein guter Film zu sein, das Potenzial dazu ist auf jeden Fall vorhanden. Da sich Regisseur William Brent Bell (Wer - Das Biest in Dir, Devil Inside - Keine Seele ist sicher) aber stark an klassischen Elementen orientiert hat, fehlt The Boy leider eine gewisse Frische, die dem Film gut getan hätte. Vielleicht wäre eine höhere Altersfreigabe doch angebracht gewesen, denn so begrenzt sich der Film auf eine handvoll Jumpscares, statt eine packende Atmosphäre und tolle Charaktere zu erschaffen.

Die Veröffentlichung

Als erstes ist natürlich positiv zu erwähnen, dass die Blu-Ray wie für Capelight üblich mit einem FSK-freien Wendecover daher kommt. Die Disc bietet noch ein Making of als Bonus-Feature. Neben dem Blick hinter die Kulissen gibt es hier noch ein paar kurze Interviews mit den Hauptdarstellern zu sehen.

The Boy wird auch als Mediabook erscheinen, welches darüber hinaus auch noch ein 24-seitiges Booklet so wie eine DVD-Fassung des Films bietet. Weiterhin wird ein exklusives Steelbook bei Media Markt erhältlich sein. Alle Fassungen beinhalten sowohl eine deutsche als auch eine englische Tonspur, die beide im speziellen Dolby Atmos-Verfahren abgemischt wurden. Untertitel liegen jedoch leider nur auf Deutsch vor.

In aller Kürze

Irgendwie schafft The Boy es, eigentlich nicht wirklich falsch zu machen, in Summe aber doch nicht überzeugen zu können. Für Fans von Puppen- und/oder Landhaushorror aber vielleicht trotzdem einen Blick wert.

The Boy erscheint am 23. Juni als DVD 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook, SteelBook, als Amaray-DVD und Blu-Ray:

Trailer THE BOY (Deutsch) // Ab 18.02.16 nur im Kino

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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