The Walking Dead

The Walking Dead: Lauren Cohan kehrt für die 9. Staffel zurück

Lauren Cohan tritt auch in der 9. Staffel von The Walking Dead wieder als Maggie Greene auf. Das gab die Schauspielerin auf der CinemaCon in Las Vegas bekannt, wo sie ihren neuen Film Mile 22 zusammen mit dem Darsteller Mark Wahlberg bewarb. Ihre Serien-Co-Stars Andrew Lincoln und Norman Reedus hatten bereits schon eine ganze Weile zuvor für eine neue Staffel unterschrieben, Cohans Zusage verzögerte sich allerdings noch wegen Vertragsverhandlungen hinaus. 

Cohan wurde weiterhin für den ABC-Pilotfilm Whisky Cavalier besetzt, was an einer weiteren Teilnahme bei der AMC-Serie zweifeln ließ. In Whisky Cavalier geht es um ein Spionage-Team, das die Welt retten soll. Ob aus dem Pilotfilm letztendlich eine Serie entsteht und wann die Dreharbeiten dafür genau beginnen sollen, ist allerdings zur Zeit noch ungewiss.

Auch wie es genau für Maggie in The Walking Dead weitergehen wird, konnte oder wollte Cohan auf der CinemaCon natürlich nicht verraten. Sie versprach aber, dass die Geschichte der Figur noch nicht auserzählt ist und dass es sich lohnen wird.

The Walking Dead: Schwächstes Staffelfinale seit Staffel 1

Am Abwärtstrend der Quoten von The Walking Dead konnte auch das Finale der 8. Staffel nichts ändern. Die Folge "Wrath" konnte mit 7,9 Millionen gerade einmal die Einschaltquoten des Finales von Staffel 1 übertreffen. Die erreichte damals Zuschauerzahlen von 6 Millionen. Damit ist die Episode das zweitschwächste Staffelfinale der Serie.

Wie Variety berichtet, konnten die Quoten im Vergleich zur Vorwoche aber immerhin um 18 Prozent gesteigert werden. Und trotzdem verlor The Walking Dead insgesamt 30 Prozent seiner Zuschauer im Vergleich zum Finale der 7. Staffel.

Die Fanbasis bleibt aber dennoch nicht die kleinste. Für die 9. Staffel versprechen die neue Showrunnerin Angela Kang und der ehemalige Showrunner Scott M. Gimple eine ganz neue Serie. Mit der soll der Abwärtstrend dann wieder umgedreht werden.

"Sie hat eine eigene Vision, die sie voranbringt. Sie stellt Aspekte in den Mittelpunkt, die wir vorher nicht gesehen haben. Angela Kang arbeitet bereits seit der zweiten Staffel an der Serie, kennt sie also in- und auswendig."

Es bleibt abzuwarten, welche Änderungen Kang in die Serie bringen wird und ob sie ausreichend sind, um die angesprungenen Fans wieder zurück zu The Walking Dead zu bringen. 

Unsere Kritik des aktuellen Staffelfinales gibt es übrigens hier.

The Walking Dead: Showrunner über das Finale von Staffel 8 und die Auswirkungen

SPOILER

Die 8. Staffel von The Walking Dead ist offiziell vorbei, der Krieg mit den Saviorn ist gewonnen und nun soll eine neue Epoche in der Welt eingeläutet werden. Das Staffelfinale brachte dabei einige Entwicklungen mit sich, über die sich diskutieren läßt. Dazu dürfte vor allem Ricks Entscheidung gehören, Negan am Ende leben zu lassen.

Auch Showrunner Scott Gimple ging in einem Interview mit TVLine auf diese Entwicklung ein und erklärte, wie Rick zu dieser Entscheidung gekommen ist, und ob diese von ihm langfristig geplant war.

"Ich glaube nicht, das Rick es geplant hat. Ich denke nicht, dass er es wollte. Aber genau in dem Moment wurde ihm bewusst, dass er es machen musste, nachdem er zuvor so viele Grenzen überschritten hatte. Endlich wurde ihm klar, was sein Sohn ihm sagen wollte und er stimmte ihm zu, dass es eine große Geste brauchte, um die Sache wirklich zu beenden."

Die Macher haben auch mit dem Gedanken gespielt, Negan abtreten zu lassen. Am Ende wollte Gimple aber hier nicht von der Comicvorlage abweichen.

"Während eines Arcs spielen wir mit verschiedenen Versionen. Aber ehrlich gesagt, wusste ich schnell, dass ich den Comics treu bleiben wollte. Ich mochte die Aussage der Comicszene und ich wollte versuchen, dieser gerecht zu werden und sie sogar noch größer zu machen."

Neben Rick bietet das Staffelfinale auch für Maggie eine größere Entwicklung. Auch hier machte der Showrunner noch einmal deutlich, was die Figur zu ihrer Entscheidung getrieben hat.

"Was Maggie Daryl und Jesus gegenüber deutlich macht ist 'Hilltop wird aufblühen ... Ich werde den Ort anführen und ihn voranbringen. Danach habe ich aber noch einen Punkt auf meiner To-Do-Liste, und der hat mit Negan zu tun.' Das ist das Wichtigste für sie. Es geht nicht darum, Rick anzugreifen oder irgendetwas in dieser Richtung. Es dreht sich alles um Negan.

Allerdings sollte man sich auch keine falschen Vorstellungen machen. Niemand wird Maggie aufhalten können und genau darin liegt die Gefahr und ein potenzieller Konflikt."

Vor dem Hintergrund von Maggies Entwicklung stellt sich natürlich die Frage, was mit Lauren Cohans Vertrag ist. Bisher konnte sich die Darstellerin mit den Verantwortlichen der Serie nicht auf eine Verlängerung einigen. Hier gab Gimple aber Entwarnung.

"Wir sind noch in Gesprächen und werden den Leuten schon bald mitteilen, wie es weiter geht. Aber offensichtlich werden wir etwas machen. Ansonsten wäre die Szene eine schwierige Angelegenheit."

Auch wenn Scott Gimple in der 9. Staffel nicht mehr als Showrunner aktiv ist, sondern die Aufsicht über das gesamte Walking-Dead-Franchise übernimmt, ist er in die Entwicklung der Geschichte immer noch involviert, wobei er sich von der Richtung, die man in der neuen Staffel einschlagen möchte, sehr begeistert zeigt.

"Ich glaub, was so spannend an der nächsten Staffel ist, ist das Ausmaß der Handlung. Die Geschichte entwickelt sich im großen Maße weiter. Anhand der Entwicklungen im Staffelfinale gibt es nun einen anderen Ehrgeiz, es ist ein größeres Ziel, das sie nun verfolgen. Es geht nicht mehr nur um das tägliche Überleben, das sie mittlerweile gemeistert haben. Es geht darum, was man damit macht. Sie wollen nun die Zivilisation zurückholen."

Wie genau die Überlebenden rund um Rick dies anstellen, erfahren die Zuschauer wohl im Herbst. Traditionell feiert die neue Staffel von The Walking Dead im Oktober Premiere.

Unsere Kritik zum Staffelfinale gibt es hier.

The Walking Dead: Kritik zum Finale der 8. Staffel

SPOILER

Mit “Wrath” endet nicht nur die 8. Staffel von The Walking Dead, es soll auch ein entscheidender Wendepunkt für die komplette bisherige Serie sein. So wurde es die letzten Wochen zumindest groß beworben. Das Finale macht allerdings wenig Hoffnung.

Ding-Dong, die Hexe ist … immer.noch.nicht.tot.

Negan lebt. Rick lebt. Eigentlich leben fast alle Charaktere mit Namen noch. Nicht, dass ich unbedingt Blut und Leichen sehen muss, aber für diverse ins Nichts laufende Handlungsstränge wäre ein wirklich abschließender “Deckel-drauf-Moment” nötig gewesen.

Für die, die schon gar nicht mehr die Muse haben, die Serie selbst anzusehen und dafür nur noch Kritiken lesen - das Geschehen der Episode ist beinahe lächerlich einfach: Negan versorgt Rick mit falschem Angriffsplan. Rick rechnet mit Falschheit. Negan rechnet damit, dass Rick mit Falschheit rechnet. Spielt ihm neuen falschen Angriffsplan zu. Rick hört auf zu denken und begibt sich mit all seinen wichtigsten Leuten auf einen netten Spaziergang über weites, offenes Feld. Sehr praktisch fürs Filmteam, eher blöd in Zombie-Apokalypse-Kriegszeiten.

Natürlich werden sie von Saviorn umzingelt. Negan schwingt große Rede. Rick schwingt große Rede. Damit die Lösung dieses Problems nicht komplett unvorbereitet kommt, wird auffallend oft Eugenes Gesicht in Großaufnahme gezeigt. Und natürlich: Er hat die Munitionsproduktion manipuliert. Sie feuern zurück und verletzen alle Savior, inklusive Negan. Weil niemand mit alter Munition feuert. Und niemand vorher irgendwas überprüft hat. Negan greift voller Urvertrauen zum Test ja auch die bereits vorbereitete Pistole von Eugene.

Wie praktisch … für die Serienmacher.

Alles für Carl

Akustische Gitarrenmusik und gesäuseltes Voiceover machen eine Episode nicht gleich tiefgängig. Ricks Erinnerung an Spaziergänge mit seinem Sohn vor der Apokalypse ist zwar ein atmosphärischer Einstieg, fällt aber ohne Unterfütterung mit Inhalt schnell in sich zusammen.

Über zwei Staffeln ist Rick zerfressen mit Hass und Mordgelüsten gegenüber Negan. Ist permanent anderer Ansicht als sein Sohn, setzt sich über alles hinweg. Nichts kann ihn abbringen. Aber auf einmal passt ein plötzlicher Sinneswandel eben besser ins Finale. Hinführung und Aufbau braucht es nicht.

Kampf Mann gegen Mann, Negan gegen Rick, hatten wir ja schon diverse Male. Jetzt siegt Rick, stößt Negan mit einer Glasscherbe in den Hals. Doch sterben darf Negan nicht. Man braucht ihn. Für eine bessere Welt. Als Symbol. Weil foltern und in einem Gefängnis verrotten lassen besser ist. Für eine schöne Welt. Und auch überhaupt nicht gefährlich, weil Negan ja gezeigt, hat wie gut er in Gefangenschaft bleiben kann und offen für Veränderung ist. Was soll schon schief gehen. Wird sicherlich schön.

Wir haben doch keine Zeit

Seit mindestens zwei Staffeln schlurft The Walking Dead vor sich hin. Endlose, sinnlose Szenen aneinandergereiht. Gewalt folgt Gegengewalt. Man dreht sich wieder und wieder, kommt nicht vom Fleck. Irgendwie haben die Serienmacher dabei dann auch völlig vergessen, manche Wendungen plausibel einzuleiten.

Dass Oceanside sehr praktisch total rechtzeitig am Hilltop auftaucht, um mit spektakulären Brandbomben die Savior in die Flucht zu schlagen, ist eine Sache. Oceanside wurde mehr als ausführlich immer wieder aufgegriffen, um dann schlicht mit ein paar Sekunden Aktion im Finale gerechtfertigt zu werden.

Hätte man in den vorherigen Folgen nicht alleine von Oceanside die nötigen Minuten abzwacken können, um Maggies dramatische Veränderung andeuten zu können?

Nun wird sie als Antreiberin eines neuen großen Übels angekündigt. Sie ist überhaupt nicht damit zufrieden, dass Rick Negan am Leben gelassen hat. Der Moment der Wut und Verzweiflung auf dem Schlachtfeld ist dabei einer der Höhepunkte - nach den vielen Szenen mit Maggie als ruhige, entschlossene Anführerin des Hilltops bricht es hier aus ihr raus. Stark.

Doch was sollte das Schattenkabinett am Ende? Maggie als Big-Boss im großen Ledersessel redet aggressiv davon, dass man Rick und Michonne zeigen müsse, was sie davon haben. Das klingt nach mehr als nur eine leichte Drohung. Und ausgerechnet Jesus und Daryl stimmen ihr zu? Geht es gleich mit perfiden Bürgerkrieg weiter? Warum eigentlich “und Michonne auch”? Das hat ja noch weniger Sinn innerhalb des bisherigen Geschehens. Gerade weil die Beziehung zwischen ihr und Rick so wenig überzeugend gezeigt wurde.

Friede, Freude, Eierkuchen

Die Schlacht Rick gegen Negan ist vorbei. Auf einmal entdecken alle ihre Leidenschaft fürs Gärtnern. Sonnig, weich gezeichnet, alle lächeln sich wissend zu, helfen sich gegenseitig. Der Traum vom harmonischen Zusammenleben danach scheint sich beeindruckend (aka unglaubwürdig) schnell zu verwirklichen.

Weil Negan ja der einzige Gestörte ist und alle gezwungen waren, lauter Grausamkeiten mitzumachen. Die große Rede von Rick hat dann aber überzeugt - lieb haben ist angesagt!

Carol reitet mit Ezekiel, Jerry und Henry in den Sonnenuntergang ‘gen Kingdom. Morgan zieht es alleine los, gibt aber netterweise auf dem Weg Jadis auf dem Schrottplatz noch eben Bescheid, dass sie sich gerne Ricks Gemeinschaft anschließen kann. Das freut sie, alleine sein ist doch blöd und man möge sie jetzt lieber Anne nennen.Einzig die riesig werdende Zombieherde sieht ungemütlich aus. Aber gemeinsam wird man auch das schaffen.

So ganz schlüssig ist in dem Zusammenhang dann nicht, warum ausgerechnet Dwight das Glücksbärchi-Land vorenthalten wird. Zwar darf er weiter leben, bekommt von Daryl aber sehr deutlich gemacht, dass er sich weit, weit zu entfernen habe und niemals zurückkommen darf. Aber nun gut, Dwight will eh seine Frau finden. Vielleicht trifft er ja unterwegs Morgan. Und an seiner Stelle wäre ich auch lieber weit, weit weg von dem noch lebenden Negan.

Fazit

Hat überhaupt noch irgendwer Lust auf The Walking Dead? Damit meine ich noch nicht einmal nur die Zuschauer - da ist es auch an sinkender Quote abzulesen. Von den Make-Up-Künstlern und einzelnen Ausnahmen abgesehen: Haben die Serienmacher und Darsteller noch Bock zu arbeiten?

Das Finale ist nach zwei Staffeln Hinhalten und ewigen im Kreis drehen das unbefriedigende Ende von zwei lieblosen, unsinnigen Staffeln. Und noch nicht einmal jetzt ist wirklich alles erledigt. Negan lebt. Rick lebt. Der Hass lebt weiter, hat nur etwas Regenbogen-Glitter-Zuckerguss bekommen.

Noch besteht allerdings Hoffnung, dass mit dem Showrunner-Wechsel von Scott Gimpel zu Angela Kang die Serie auch inhaltlich neuen Schwung bekommt.

The Walking Dead 8x16 "Rick heals Negan's wounds" Season 8 Episode 16 HD "Worth" Season Finale

The Walking Dead: Showrunner versprechen "eine völlig neue Serie" für Staffel 9

Die 8. Staffel von The Walking Dead hat auch kurz vor ihrem Ende nach wie vor mit dem Problem sinkender Einschaltquoten zu kämpfen. Von den 11,4 Millionen Zuschauern zum Staffelauftakt sind nun nur noch rund 6,6 Millionen übrig. Dementsprechend denken AMC und der aktuelle Showrunner Scott M. Gimple für die kommende 9. Staffel um.

In einem Interview mit der Website EW verspricht Gimple, dass die Fans mit der 9. Staffel von The Walking Dead eine völlig andere Serie zu sehen bekommen werden. Er selbst wird dann übrigens nicht mehr als Showrunner für die Serie tätig sein und seinen Posten an Angela Kang abgeben.

"Die Serie wird nächstes Jahr so ziemlich eine völlig neue Serie werden, mit einer neuen und größeren Erzählstruktur. Darüber habe ich mich sogar schon gefreut, als wir mit Staffel 8 angefangen haben. Es gab ein bestimmtes Ziel, auf das wir abgezielt haben und dem wir mit dem Abschluss der 8. Staffel immer näher kommen. Für uns alle war das in gewisser Weise eine Art Abschlusszeremonie."

Wie genau diese Änderungen aussehen werden, bleibt natürlich abzuwarten und auch, ob Gimple seine großen Ankündigungen für Staffel 9 einhalten kann. Die wird im Herbst 2018 beziehungsweise im Frühjahr 2019 laufen. Bis dahin können sich die Fans aber erst einmal auf das Finale der 8. Staffel am kommenden Montag freuen.

The Walking Dead 8x16 Super Trailer Season 8 Episode 16 Promo/Preview HD Season Finale "wrath"

Neuer Charakter aus Overkill's The Walking Dead vorgestellt

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Overkill's The Walking Dead Trailer Still

Ende letzten Jahres enthüllte das Entwicklerstudio Overkill einen Charakter für ihren kommenden Koop-Shooter Overkill's The Walking Dead. Seit gestern ist dieser Charakter namens Aidan nicht mehr allein. Ihm zur Seite steht eine ehemalige Krankenschwester namens Maya.

Im Trailer ist zu sehen, wie Maya mit einem der ersten Opfer zu tun hatte. Anschließend kämpft sie mit einem jungen Arzt gegen die anstürmenden Zombiehorden. Schließlich muss sie eine schwere Entscheidung fällen. Eingerahmt werden diese kurzen Szenen davon, wie sich Maya, wohl nach den Ereignissen, die Hände wäscht und sich dabei im Spiegel betrachtet.

Bisher waren nur die Charakter-Trailer zu sehen. Es soll aber möglichst bald auch Gameplay zu sehen geben, wie Produzent Sean Gascon gegenüber dem Videospielmagazin Inside Xbox angekündigt hat.

Erstmals zu sehen ist die Benutzung einer Pistole. Im ersten Trailer trat der Charakter Aidan noch mit einem Baseballschläger gegen die Untoten an. Laut Ankündigung soll es in Overkill's The Walking Dead darum gehen, zusammen mit anderen Überlebenden verschiedene Missionen zu erfüllen, beispielsweise Vorräte zu sammeln oder Überlebende zu retten.

Das Spiel soll im Herbst 2018 für die PlayStation 4, den PC und die Xbox One erscheinen.

OVERKILL's The Walking Dead - Maya Trailer

Worth : Kritik zu The Walking Dead 8.15

SPOILER

Die achte Staffel von The Walking Dead neigt sich langsam dem Ende zu. Kurz vor dem großen Finale räumt Negan erst einmal in den eigenen Reihen auf.

Into the Woods

Sowohl der Handlungsstrang rund um Oceanside als auch Aaron waren schon unabhängig voneinander eher lieblos und bislang relativ unbedeutend nachgegangen worden. Beide kombiniert lassen die Fragezeichen eher größer werden.

Aaron ist dem Oceanside-Trupp in den Wald gefolgt und hat als Plan weiterhin fest im Kopf, sie vom Kampf gegen Negan zu überzeugen, obwohl er nicht die besten Argumente und Mittel dafür hat. Zwar wird er nicht getötet, doch lassen ihn die Oceansider alleine im Wald abseits ihres Dorfes zurück.

Nun war Aaron für Alexandria ja durchaus öfter auf Außenmission unterwegs, um weitere Überlebende und Vorräte zu finden. Er dürfte also prinzipiell über zumindest Basiswissen bezüglich Wildnisleben und Zombieschutz verfügen. Dass das Finden von Wasser etwa entscheidend ist - und in einem feuchten Laubwald nun auch nicht unbedingt eine unlösbare Aufgabe. Sollte man meinen.

Kurz: Warum auch immer, aber Aaron verharrt, wird immer schwächer und richtet nach einem rutschigen Zombiekampf auf matschigen Waldboden eine verzweifelte Rede an die Bewohner von Oceanside: “Ihr versteckt euch wegen der Saviors. Sie haben euch verletzt und verletzen euch auch so weiterhin - wenn ihr nicht die einzig richtige Sache tut - kämpft!”

Natürlich riecht alles danach, dass die Oceanside-Girls als Überraschungstrupp beim finalen Kampf Rick und den Hilltoppern den Arsch retten werden. Aber hätte man das nicht eleganter hinführen können?

Mission: Redundant

Rosita und Daryl begeben sich abermals selbständig auf eigene Mission. Sie wollen Eugene entführen. Auf die Weise verlieren die Saviors ihren Munitions-Macher und die Hilltopper gewinnen einen genialen Geist. Meint Rosita.

So ganz klar ist nun nicht, warum Eugene all diesen Aufwand tatsächlich wert sein sollte. Natürlich ist Munition ein hohes Gut. Aber ansonsten hielten sich Eugenes praktikablen Einfälle in arg überschaubaren Rahmen, und er hat definitiv mehr Probleme bereitet als der Gemeinschaft genutzt.

Wäre da noch irgendeine Art von Sympathie füreinander, könnte man es als Rettungsaktion verstehen. Ist es aber definitiv nicht, wie in den kurzen Gesprächsschnipseln deutlich wird.

Eugene spricht frei davon, dass es ihn vor allem ums Überleben geht - wie auch immer. Und Rosita ist von Eugene angekotzt. Auch wortwörtlich. In einem Moment sieht Eugene seine Chance und steckt sich zwei Finger in den Hals als Ablenkung, um fliehen zu können.

Nun wurden in The Walking Dead Rosita und Daryl stets als gute Jäger und Fährtenleser dargestellt. Dass ausgerechnet Eugene also schnell fliehen und sich unerkannt ausgerechnet in der Asche aus verbrannten Körpern überzeugend verstecken kann, überzeugt nun nicht so wirklich. War der komplette Ausflug wirklich nötig? Vielleicht bekommen wir im Finale ja noch eine vernünftige Erklärung.Auch das abermalige Zeigen von Eugene in seiner Munitions-Fabrik und der Umgang mit seinen Arbeitern wirkt eher wie eine Wiederholung ohne erkennbaren Mehrwert.

Dass Gabriel wieder der Überzeugung ist, ein schwacher Feigling zu sein, von Gott getestet zu werden - also wieder auf Anfang, der alte Gabriel: Das war bereits als solches in den vergangenen Episoden angedeutet und ersichtlich. Zum einen ist hier noch offen, wozu Gabriel tatsächlich der Serie noch dient, und ob das komplette Einstampfen der kurzzeitigen Charakterentwicklung wirklich nötig war.

Noch haben wir die neue Munition von Eugenes Produktion nicht im Einsatz gesehen - vielleicht birgt auch gerade diese im Finale noch eine Überraschung.

Letzte Worte

Auch wenn der Großteil der Episode im Sanctuary und rund um die Savior spielt, so gehört der Einstieg doch ganz Rick und dem Hilltop. Es wirkt schon beinahe harmonisch, wie im rötlichen Abendlicht das Anwesen wieder hergerichtet und sich auch auf folgende Angriffe vorbereitet wird.

Rick sitzt auf der Veranda und liest endlich seinen Abschiedsbrief von Carl. Im späteren Verlauf sieht man auch Michonne, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Sinne von Carl die Worte seines Briefes auch an Negan zu übermitteln.

Natürlich unterscheiden sich beide Briefe im Stil. An Negan richtet sich Carl direkter - auch mit der Frage, ob er wirklich das sei, was er immer sein wollte. Für seinen Vater hat er sentimentale Erinnerungen an seine Kindheit vor der Apokalypse. An Pizza-Abende am Freitag, Kindergeburtstage, und wie sicher er sich an der Hand seines Vaters immer fühlte.

Unterm Strich ist der Appell an beide aber derselbe und deutlich: Es ist noch nicht zu spät für einen Neuanfang. Beide könnten den Kampf beenden. Den Leuten eine Perspektive bieten, friedliches Zusammenleben, eine bessere Welt.

Doch ähnlich wie vorab Carls Worte nicht bei seinem Vater ankamen, ist auch Negan nicht beeindruckt - er macht Michonne deutlich, dass er die komplette Vernichtung von Ricks Gruppe in Angriff nimmt.

Bin da, wer noch?

Es ist allerhand los im Sanctuary. Viele Vermisste oder Totgeglaubte sind zurück. Allen voran Negan. Also Negan-Negan. Nicht Simon, der neue Negan, oder einer der vielen anderen. Immerhin sind ja alle Negan.

Und der von Jeffrey Dean Morgan brillant gespielte Negan ist bester Dinge. Man merkt, dass er endlich wieder Oberwasser hat. So spielt er die komplette Folge über mit seinen Leuten. Der Stress und die Angst ist dabei einigen deutlich anzusehen. Zu Recht.

Dem Zuschauer ist natürlich bekannt, dass Negan von Simons Verrat und dem Gemetzel der Gruppe auf Jadis Schrottplatz weiß. Inwieweit er aber tatsächlich über Dwight informiert ist, bleibt erst einmal offen.

Und auch mit Simon lässt sich Negan Zeit. Im Rahmen ihrer Gespräche kommt noch ans Licht, dass Negan Simon schon früh durchaus für einen Psychopathen hielt. Spätestens nachdem er sämtliche männliche Bewohner - von Säugling bis zum Greis - einer Gruppe umbrachte. Noch bevor Negan zu den Saviorn kam. Freilich denkt man sofort an Oceanside.

Irgendwann lässt Negan die Scharade und erledigt Simon schließlich in einem Faustkampf von Mann zu Mann. Simon fristet sein Dasein nun als Zombie am Schutzzaun der Sanctuary.

Cleverer Schachzug

Da tut Gregory einmal direkt das, was man ihm gesagt hat. Und die Serienmacher zeigen es auch noch ohne große Umwege. Das konnte ja nur schief gehen.

Negan stellt sich clever an. Laut und überzeugend verkündet er seinen Angriffsplan auf Hilltop. Aufgrund von Simons Fehlverhalten bleibt ihm leider keine andere Möglichkeit: Alle Mitglieder der Truppe rund um Rick müssen sterben, auch wenn das gegen die Grundsätze der Saviors geht.

Dwight ist bester Absicht und zeichnet unter höchster Gefahr einen Lageplan nebst konkreten Angaben für die Hilltopper. Er selbst kann es nicht übermitteln und schickt Gregory mit den Informationen los. Dass Gregory überhaupt noch lebt. Eigentlich hätte er schon zigfach von irgendwem getötet werden müssen. Oder auch aus Unfähigkeit in der Wildnis sterben. Aber nein, er wieselt sich weiter durch.

Und damit schnappt die Falle zu: All das war von Negan genau so geplant. Die mysteriöse Anhalterin war tatsächlich Laura, die ihm natürlich sofort alles über Dwight erzählt hat. Was auch immer genau Negan nun mit Dwight vor hat - es ist sicherlich nicht angenehm. Den schnellen Tod gönnt er dem Verräter nicht.

Aktuell sieht es so aus, als geht Negan mit deutlichen Vorteilen ins große Finale.

Fazit

Die Folge passt zur restlichen Staffel. An vielen Stellen fragt man sich, welchen Mehrwert das für die Geschichte, Charakterentwicklung oder auch nur Unterhaltung des Zuschauers hat. Dennoch hat sie ihre Momente, in diesem Fall vor allem durch Jeffrey Dean Morgan als Negan.

Nun ist das große Aufstellen sämtlicher Figuren aber hoffentlich vorbei und der sich ziehende Plot rund um die Saviors kann im Finale nächste Woche endlich beendet werden. Wie auch immer.

The Walking Dead 8x16 Super Trailer Season 8 Episode 16 Promo/Preview HD Season Finale "wrath"

Ich sterbe nicht: Kritik zu The Walking Dead 8.14

SPOILER

Während der Originaltitel der aktuellen Episode von The Walking Dead mit “Still Gotta Mean Something” noch Bezug auf eine Aussage Carls und dessen Wunsch nach einer besseren Welt nimmt, hält man es im Deutschen simpler: “Ich sterbe nicht” - und trifft damit ein Problem der neueren Staffeln unpoetisch auf den Punkt.

Der ewige Kreis

Keine Frage, auch diese Episode hat ihre Momente und kann zwischenzeitlich unterhalten. Doch dreht man sich mit der Handlung und den Hauptcharakteren weiterhin im Kreis. Niemand stirbt, niemand entwickelt sich bedeutend weiter, niemand hat eine große Eingebung, und alles zieht sich weiter wie sehr schaler Kaugummi.

Immerhin kann man Morgan seine Verzweiflung ob der Feststellung, dass er nie stirbt, aber immer anderen dabei zusehen beziehungsweise selbst töten muss und alles nur schlimmer und schlimmer wird, verstehen.

So ist auch der “große” Cliffhanger bezüglich Tara in Wirklichkeit gar keiner: Natürlich hat sie überlebt, da Dwight sie mit einem sauberen Pfeil angeschossen hat. Das große Fragezeichen nach dem Angriff der Survivor auf Hilltop bleibt: Wieso sind mit Zombieschmodder beschmierte Waffen auf einmal ein Problem?

In der Serie kam es zigfach vor, dass offene Wunden in direkten Kontakt mit Zombiegedärm kamen, ohne dass sich je einer infizierte. Auch waren diverse Waffen in der Vergangenheit sicherlich nicht steril, ehe sie jemanden verletzten. Zumindest ein kleiner Hinweis innerhalb der Seriengeschichte wäre da schon sinnvoll gewesen. Nun wirkt es arg aufgedrückt und deplatziert, dass sich so einfach und schnell quicklebendige Hilltopper in Zombies verwandeln konnten.

Nicht, dass man Tara groß hinterher weinen würde - aber im Vergleich zu den Opfern aus der hinteren Reihe wäre sie immerhin ein etwas präsenterer Charakter gewesen, den es getroffen hätte.

Glück muss man haben

Nach dem Wirbel im Hilltop ist der kleine Henry verschwunden. Carol hat schon so eine Ahnung, was mit dem wohl passiert ist und ist nicht sonderlich erpicht darauf, auf die Suche zu gehen. Was Ezekiel nicht unbedingt erschreckt, aber immerhin arg irritiert - was ist aus der starken, mutigen Kämpferin geworden?

Schließlich begibt sie sich doch auf in die Wälder, allerdings um ein Auge auf Morgan zu haben. Dieser befindet sich nach wie vor voll im Massenmörder-Rache-Modus. Zwar kann man ein Auge nach Henry offen halten, aber eigentlich geht es darum, die Savior zur Strecke zu bringen.

Carol muss irgendwann einsehen, dass sie Morgan ziehen lassen muss. Allerdings entwickelt sie dann doch den Wunsch, Henry zu finden - und wenn es nur eine Zombieversion ist.

Doch ach, es kommt anders. Denkt dran: Niemand stirbt. Was für ein Glück, dass Carol gerade in dem Moment auftaucht, wo es für den Jungen so richtig eng wird. Im letzten Moment erledigt Carol eine kleine Gruppe Zombies und schließt Henry überglücklich in die Arme. Alles hat auf einmal wieder einen Sinn. Ezekiel hatte recht. Konfetti. Für das Drehbuch kann der Darsteller nichts, aber ja - Henry nervt. Sehr. Dem Jungschauspieler wünsche ich alles Gute, für Henry wäre mir ein Zombiekinddasein allerdings deutlich lieber.

Ignorieren hat schon immer geholfen

Dass Rick der Tod seines Sohnes zu schaffen macht, ist klar. Schön wäre jedoch, wenn man dies irgendwie ernsthaft erkennen würde. Seine Wut und Verzweiflung wirkt nicht anders als bereits zuvor. Er hat Carls Brief an Negan gelesen, möchte wissen was, er Michonne schrieb - aber seinen eigenen liest er nicht. Weil .. .weil. Dass er definitiv nicht so handelt, wie es sich Carl gewünscht hat, dürfte eh klar sein.

Während man Michonne die Trauer und Verzweiflung durchaus ansieht, fehlt bei der Darstellung der Partnerschaft von Michonne und Rick weiterhin jede Chemie. Es hilft auch nicht, dass diese jenseits der extra geschriebenen Paar-Momente komplett ignoriert wird. Keine kleinen Gesten, kurze Worte der Zuneigung oder Ähnliches. So ist es beinahe jedes Mal aufs Neue eine Überraschung, wenn sich beide küssen - auch, weil es sehr gezwungen wirkt.

Anstatt also sich etwas mit seiner Trauer zu beschäftigen oder sich auch nur um die Restrukturierung seiner Gruppe zu kümmern, zieht Rick los auf die Suche nach den Saviorn und Negan. Natürlich um Rache zu nehmen und es diesmal wirklich endgültig final richtig zu beenden.

Zum Glück trifft er unterwegs Morgan, der immerhin ähnliche Vorstellungen hat. Nicht lang, und sie finden die aus dem Hilltop getürmten Savior. Oder eher: Diese finden Rick und Morgan. Eine Fesselszene mit herannahender Zombiehorde brauchte die Episode noch dringend. Im Chaos bleibt Morgan und Rick genug Zeit, die zerstrittenen Savior  - von denen einige gar keine mehr sein wollen - weiter zu entzweien und sich befreien zu lassen.

Nachdem die Zombiegefahr weitestgehend gebannt ist, richten sich Rick und Morgan wortlos gegen die Savior und metzeln sie nieder. Obwohl Rick vorher einigen davon nicht nur Verschonung, sondern gar Aufnahme in seine Gruppe versprochen hat. Spätestens jetzt ist klar: Rick hat kaum noch Skrupel und es ist nicht absehbar, ob überhaupt noch irgendwer mit Blick auf die Zukunft für eine bessere Welt kämpft.

Negan Houdini

Die schönsten Szenen der Folge gingen abermals an Jadis. Jedoch muss man viel “irgendwie hat das funktioniert” hinnehmen.

Man sieht, wie sie mit großer Schauspielkunst und schneller Denke das Gemetzel der Simon-Savior als einzige ihrer Gruppe überleben konnte. Aber wie konnte sie Negan nach dessen Kampf mit Rick in ihr Auto bekommen? Ist sie Rick gefolgt - und auch hier wäre die Frage: Wie?

Ähnlich wie zu den Anfangszeiten von The Walking Dead sind das Fragen, die man sich amüsiert stellen kann, solange die Geschichte an sich funktioniert. Und das tut sie bei Jadis. Abermals ist es äußerst wirkungsvoll, dass sie sehr wenig spricht und die Szenen vor allem durch ihr starkes Schauspiel getragen werden.

So sieht man auch, dass Jadis nicht im Müll der Halde lebt. Von innen sieht ihr Container nach sehr moderner, stylisher Minimalistenwohnung aus. Sorgsam packt sie einen Koffer und verabschiedet sich. Es ist klar: Sie wartet auf etwas.

Die Zwischenzeit nutzt sie, um etwas mit Negan zu spielen. Diesen hat sie der Einfachheit halber auf ein Rollbrett gefesselt. Zwar droht sie mit Lucille, aber schlägt nicht selbst zu. Zum Einschüchtern holt sie eines ihrer bekannten Zombie-Konstrukte. Allerdings ist in der Zusammenstellung auch unklar, ob der mit einem Bettgestell verbundene Zombie dem an ein Brett gefesselten Negan überhaupt gefährlich werden könnte.

Natürlich merkt auch Negan, wie gebrochen Jadis ist - und redet ihr zu. Auf seine ganz eigene Negan-Art wirkt er damit schon beinahe sympathisch und erzählt auch zumindest ein wenig was über sich. Ob die Geschichte rund um die Namensgebung von Lucille wirklich stimmt, sei dahingestellt. Aber abnehmen konnte man es ihm.

Zudem hat Negan magische Fähigkeiten. Anders ist es nicht zu erklären, dass er im Bruchteil eines Augenblicks in seinem vollgefesselten Zustand aus einem geschlossenen Koffer, der in etwas Entfernung stand, Bilder und weitere Gegenstände entwenden konnte. Es sind die letzten Dinge, die Jadis geblieben sind und mit denen er sie zu manipulieren versucht. Und ja, innerhalb der Episode wirkt es eher so, als habe man eine entscheidende Szene verpasst.

Erstaunlich ist, wie gefasst Negan die große Überraschung aufnimmt: Jadis hat nicht nur zufällig auf einen Hubschrauber gewartet, sondern wusste recht genau, wann dieser auftauchen wird. Allerdings wird Jadis nicht wie erwartet abgeholt, sondern der Hubschrauber dreht wieder ab.

Die Verzweiflung ist ihr anzusehen. Und wieder einmal gelingt es Negan, lebend aus der Sache zu entkommen. Weder tötet Jadis ihn noch hat er Ambitionen ihr etwas anzutun. Beide sind sich einig: Menschen sind eine Ressource.

So zieht Negan abermals von dannen und reitet / fährt in den Sonnenuntergang. Auf seinem Weg zurück zur Sanctuary sammelt er noch zufällig jemanden auf - dem Zuschauer wird jedoch noch vorenthalten, um wen es sich handelt. Im Netz kursieren einige Theorien, bis hin, dass es Carl sein könnte. Naheliegender wäre jedoch Laura - eine der höheren Savior, die weiß, dass Dwight der Maulwurf ist und auf Seite von Rick steht.

Fazit

Stirb endlich - sowohl auf einzelne Charaktere als auch den kompletten Kriegs-Handlungsstrang bezogen. Die Geschichte dreht sich im Kreis und zieht sich unnötig. Zwar gelingen durchaus einzelne gute Momente, die können jedoch nicht die komplette Episode tragen. Ein klarer Schnitt und Neuanfang ist dringend nötig.

Kritik zu The Walking Dead 8.13: Do Not Send Us Astray

SPOILER

In dieser Woche ist es nun so weit. Knappe acht Staffeln lang ist niemand auf die Idee gekommen, Waffen mit Zombieblut zu präparieren - mit “Do Not Send Us Astray” zeigt The Walking Dead jetzt, zu welchen Strohhalmen Drehbuchautoren greifen, um diese Idee möglichst effektvoll in Szene in zu setzen.

Da ist der nun. Der geplante, große Angriff auf Hilltop. Das bekannte Spielchen Gut gegen Böse. Und bereits mit dem Geplänkel vor dem eigentlichen Angriff zeigt The Walking Dead, warum sich Fans der Serie seit Längerem schwer damit tun, dieselbe Begeisterung zu empfinden, die zum letzten Mal im Finale von Staffel 6 aufkam. Maggie präsentiert sich hier als “Die Witwe”, die sich über Walkie Talkie Trashtalk mit Simon liefert. Grimmig wie ein Preisboxer spricht sie ihre Drohungen aus, während sie vermutlich eher daran zu knabbern hat, dass sie es nicht mit Negan zu tun bekommt. Dementsprechend verärgert ist Simon, schließlich ist er nur die zweite Wahl. In seinem Ärger übersieht er auch, dass er mit den Saviorn in eine Falle tappt.

Heller Kerzenschein auf Torte

Denn wer in aller Welt begreift nicht sofort, dass Daryl lediglich der Lockvogel war, der die Savior in ihr Verderben rennen lassen soll? Blindlings laufen Simon und seine Männer durch das geöffnete Tor und werden von einem Schulbus aufgehalten. Wow. Damit konnte man nun wirklich nicht rechnen …

Die folgenden Kampfszenen zeigen, wie unausgegoren die Drehbücher geworden sind. Sämtliche Darsteller laufen routiniert, aber lustlos durchs Szenenbild, feuern ihre Waffen ab und stellen letztendlich fest, dass Simon nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Sich in voller Schusslinie vor das Haus zu stellen, weiteren Trashtalk zu betreiben und als Sahnehäubchen auch noch das klischeebeladene Pfeifen hören zu lassen, nur um dann die volle Breitseite aus den Fenstern zu kassieren - großartig. Schlechter geht es fast nicht. Aber auch nur fast.

Tobin beißt morgen nicht mehr kraftvoll zu

Die Drehbuchautoren haben nämlich beschlossen, der Einfachheit halber, einen Großteil der Bewohner einen gemeinsamen Schlafplatz zu beschaffen. So haben die Neu-Zombies nicht allzu viel zu tun, als sich die Trepper herunter kullern zu lassen und herzhaft zuzubeißen. Immerhin ist damit der Plan mit den präparierten Waffen aufgegangen. Jeder, der mit so einer Waffe verletzt wurde, wird nach einer übersichtlichen Inkubationszeit zum Zombie. Um das Ganze dramaturgisch noch zu unterstreichen, ist auch Tobin hiervon ein Opfer. Beinah im Kampf getötet, bekommt er noch genügend Zeit, um seine gescheiterte Beziehung mit Carol zu besprechen, bevor sie diejenige ist, die Zombie-Tobin letztendlich tötet. Wenn die Hauptfiguren für das Staffelfinale aufgehoben werden müssen, müssen in den Folgen auf dem Weg dorthin eben die Nebenfiguren dran glauben. Und so sorgt auch Zombie-Tobin mit seiner “Ich schleich mich von hinten an, um kräftig zuzubeißen”-Tour eher für ungewollte Lacher.

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Henry in The Walking Dead

Das Sahnehäubchen für daneben gegangene Handlungsbögen ist jedoch die Geschichte um Henry. Der Junge ist von Rache zerfressen, schmollt wie ein Kleinkind darüber, dass man ihn nicht den Kampf ziehen lässt und beschließt, einen auf ganzen Kerl zu machen. Mit einer Waffe, die ihn vermutlich rückwärts nach hinten weg pusten würde, wenn er sie tatsächlich abfeuert, macht er sich auf zu den Gefangenen. Praktischerweise ist der Schlüssel zum Tor offensichtlich nicht wirklich gut versteckt, denn Henry scheint keine Schwierigkeiten damit gehabt zu haben, diesen zu finden. So steht der kleine Rachegeist bei den Gefangenen, und letztendlich stellt sich heraus, dass eine Befragung keine so gute Idee war. Ist ja nicht so, dass er die Frage, wer seinen Bruder getötet hat, nicht auch durch den Stacheldraht hätte stellen können.

Und Rick? Der läuft auf Autopilot. Auf eine Art ist es sympathisch zu sehen, dass er den Tod seines Sohnes noch betrauert und nun grundsätzlich erst einmal nur funktioniert. Allerdings bleibt zu erwarten, ob er den Autopiloten bis zum Staffelfinale ausgeschaltet hat - damit es nicht wieder beim erfolglosen Versuch zu bleiben, Negan zu töten.

Fazit

In einer Szene ist eine groß eingeblendete Standuhr zu sehen. Ja, die Zeit für The Walking Dead tickt. Denn “Do Not Send Us Astray” ist die viertletzte Folge der aktuellen Staffel 8. So bleibt nicht mehr viel Zeit, um aus der Serie noch wahre Perlen herauszuholen und die Fans vor weiteren Enttäuschungen zu bewahren. Denn der Kampf in Hilltop war vorhersehbar und mit Löchern in der Handlung gestraft. Für Spannung sorgt lediglich die Frage, ob Tara auch mit einer präparierten Waffe getroffen wurde - und ob dies zufriedenstellend bis zum Finale beantwortet werden kann.

Wir alle sind Negan: Kritik zu The Walking Dead 8.12

SPOILER

Einen großen Schlüsselmoment gibt es in "The Key" zwar nicht, dennoch treibt die aktuelle Episode das eher vor sich hin schlurfende The Walking Dead etwas voran. Das Hilltop erreicht ein überraschendes Hilfsangebot - und bei den Survivorn besteht eine Chance auf Änderung im Machtgefüge der Gruppe.

Ein fragwürdiger Plan

Abermals knüpft die Handlung nahtlos an die vergangene Folge an. Warum für den Einstieg extreme Nahaufnahmen von Negans und Simons Gesichtern gezeigt wurden, erschließt sich hierbei jedoch nicht so ganz, auch wenn die beiden im Fokus der Episode stehen.

Noch ist nicht so recht klar, ob Negans Plan tatsächlich funktionieren kann. Die Hilltopper sollen nicht getötet, sondern mit Zombiegedärm beschmierten Waffen verletzt und so infiziert werden. Aber sollte es dafür nicht vorab in der Serie Hinweise gegeben haben? Immerhin kommen auch Verwundete ständig in Kontakt mit Zombiematerial oder werden von nicht gerade hygienisch reinen Waffen getroffen. Warum sollte das nun auf einmal gefährlicher sein als bisher?

Auch Simon zweifelt an Negans Plan, wenn auch aus anderen Gründen. Für ihn scheint es nur eine Lösung zu geben: Jeden Widerstand brutal niederschlagen. Die Rebellen sind nicht zu retten, also muss man sie auslöschen. Er wittert Rückhalt bei Dwight, bei dem er ohnehin vermutet, dass er in seiner Abwesenheit etwas im Schilde führte.

Wenn du denkst, es geht nicht mehr…

Die Wiedervereinigung der Alexandrianer in Hilltop währt nicht lang. Nach einer kurzen Aussprache mit Daryl macht sich Rick gleich wieder auf den Weg - natürlich um Negan zu töten, was ihm nun schon in beinahe zwei Staffeln nicht gelingt.

Zwar ahnen Maggie und die Hilltopper, dass die Survivor auf dem Weg zu ihnen sind, doch warum den Ort wechseln, in Kleingruppen einteilen oder eine Strategie besprechen? So  bleibt genug Muse, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Immerhin verspricht ein mysteriöses Schreiben ein Hilfsangebot.

Nach kurzer Überlegung beschließen Michonne, Enid, Maggie und Rosita, trotz der Möglichkeit einer Falle zum vorgeschlagenen Treffpunkt zu fahren.

Die mysteriöse Briefeschreiberin stellt sich als Georgie vor, eine wohlgekleidete Frau gehobenen Alters, die in ihrer Redegewandtheit sowohl an eine Politikerin als auch Predigerin erinnert. Lediglich in Begleitung ihrer beiden Begleiter Hilda und Midge tourt sie in einem A-Team-Bus durch die Lande und bietet ihr Wissen im Tausch gegen Musik und Vorräte an.

Maggie kann und will nicht sofort auf den Deal eingehen und beschließt, das Trio samt Auto zunächst mit ins Hilltop zu nehmen. Dort entbrennt eine hitzige Diskussion zwischen Enid, Maggie und Michonne, wie man wohl mit den neuen Bekannten umgehen sollte. Eher die sanfte Tour voller Hoffnung, wie Michonne im Sinne von Carls Appell wünscht, oder in harter Eigennützigkeit ihnen sämtliche Ressourcen abnehmen, wie Enid es bevorzugt.

Schließlich lenkt Maggie ein und bietet Georgie einige Schallplatten an und wird überrascht: Georgie liefert nicht nur Wissen, sondern überlässt auch einen großen Teil ihrer Vorräte. Jetzt wo sie sich im Hilltop umsehen konnte, scheint man es dort nötiger zu haben. Allerdings kündigt sie an, dass sie wiederkommen wird und Großes von der Gemeinschaft erwartet. Sie reicht der verwunderten Maggie den versprochenen “Schlüssel für die Zukunft”, was sich als ein dickes Buch herausstellt voller Informationen zum Bau von Wind- und Wassermühlen, Getreideanbau, Verfeinerung und vielem nützlichen mittelalterlichen Wissen, das für den Wiederaufbau einer Gesellschaft hilfreich sein kann.

Zwar hätte man sich diese Informationen sicherlich auch in irgendeiner Bibliothek auf dem Weg besorgen können, aber ist doch nett, wenn es für einen erledigt und in einem handlichen Skript übergeben wird. Zudem erscheint Georgie als Charakter interessant und erfrischend anders im Auftreten, so dass man wirklich auf ein baldiges Wiedersehen hofft.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Rick und Negan kämpfen gegeneinander. Schon wieder. Hat jemand mitgezählt? In Wirklichkeit will Rick Negan doch gar nicht töten. Anders kann ich mir nicht erklären, dass jemand wie Rick, der sonst recht zielgenau ist, dermaßen unüberlegt und unfähig an die Sache rangeht. Hauptsache mal schön sinnlos Munition verballern und Zombies anlocken, aber Negan läuft und läuft und läuft…

Zugegeben, etwas spannender ist es dann doch. Alleine dass Rick Negan anscheinend tatsächlich einmal überraschen kann und kalt erwischt. Zwischendurch sieht es ja sogar so aus, als wäre es dann doch recht unspektakulär aus mit Negan. Immerhin verliert er seine geliebte Lucille an Rick, der diese auch noch sofort als Fackel nutzt. Jeder, der schon einmal versucht hat, einen Baseballschläger anzuzünden, wird Rick beeindruckende Fähigkeiten bestätigen.

Und was letzte Woche die Sumpf-Zombies waren, sind dieses Mal die Fackel-Zombies, die Negan und Rick das Leben schwer machen. Wobei auch hier wieder die Gefährlichkeit von Zombies gerade so ist, wie es eine Szene erfordert. Da zeigt The Walking Dead wenig Konsistenz innerhalb der Serie.

Letztlich wird Negan, wie auch immer, gerettet - und das ausgerechnet von Jadis. Ebenfalls wie auch immer. Kampf Rick vs. Negan kann also in Runde 1203 fortgesetzt werden.

Doch Negan hat noch ein ganz anderes Problem: Simon sieht im Verschwinden von Negan unter Zeugen seine Chance, die Machtstruktur der Saviors entscheidend zu ändern. Wer braucht schon einen einzelnen Negan, wenn doch schließlich alle Negan seien? Entsprechend hält sich seine Anstrengung bei der Suche nach Negan auch in arg überschaubaren Grenzen.

Fazit

Auch wenn sich einige Muster der letzten beiden Staffeln ständig wiederholen, macht das Auftauchen neuer Figuren doch Hoffnung. Georgie wirkt erfrischend anders und könnte interessante Änderungen bringen.

Ebenso kommt durch das (temporäre) Ausschalten von Negan als Anführer der Saviors neue Bewegung in die Sache. So wird die Zeit bis zum hoffentlichen Abschluss des Handlungsstranges im Staffelfinale vielleicht ja noch ganz spannend.

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