Kritik zu Kong: Skull Island - Riesenaffe macht Riesenaction

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Der Affe Kong in Kong Skull Island

1973: Waffenstillstand im Vietnamkrieg. Die Organisation Monarch unter Leitung von Bill Randa (John Goodman) will eine einsame Insel im Pazifik erkunden. Zusammen mit der Hubschrauber-Einheit von Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson) macht sich eine Gruppe Freiwilliger auf zur Insel. Dort werden sie bei einem Erkundungsflug von einem riesigen Affen angegriffen. Zwei Gruppen Überlebender, eine unter Führung von Packard, die andere geleitet von Captain Conrad (Tom Hiddleston), versuchen nun, einen Weg von der gefährlichen Insel zu finden.

King Kong ist eine der bekanntesten Kreaturen der Filmgeschichte: Einer der ersten fulminanten Langfilme mit einem Monster, das keiner literarischen Vorlage entstammte, und mit bis dahin nie gesehenen Spezialeffekten eroberte 1933 die Leinwände. Der Film King Kong und die weiße Frau gebar viele Nachfolger, offizielle wie inoffizielle. Kong: Skull Island ist der jüngste Versuch, dem Riesenaffen und seiner Geschichte Tribut zu zollen und gleichzeitig der Beginn eines MonsterVerse, das Warner Bros starten möchte. Zwar verweist Kong: Skull Island in einigen Momenten auf Godzilla (2014), den Grundstein für das Universum legt aber erst dieser Film um Kong.

Mythos Kong

Zum Glück bindet er einem die Erschaffung dieses Universums nicht direkt auf die Nase, sondern konzentriert sich darauf, eine spannende Geschichte zu erzählen. Das gelingt durch die beiden Handlungsstränge um die zwei Gruppen Überlebender sehr gut. Auch Kong hat seine Auftritte, die meistens von ordentlichen Zerstörungsorgien begleitet sind. Allerdings dosiert Kong: Skull Island die Auftritte seines Namensgebers geschickt: Der Riesenaffe betritt bald nach Beginn des Films die Bühne, und entgegen der üblichen Kino-Gepflogenheit ist er bereits in voller Größe zu sehen. Im weiteren Verlauf hält sich Kong aber eher zurück, während das Publikum Näheres über seinen Hintergrund erfährt. So schafft der Film den Spagat zwischen Spannungsaufbau um den mythischen Kong und seinen Auftritten im Kampf mit den Monstern der Inseln.

Im Vordergrund stehen die Charaktere. Die sind zwar nur grob gezeichnet, dafür wirkt Kong: Skull Island aufgrund der vielen bekannten Namen fast wie ein Ensemble-Film: John Goodman und Samuel L. Jackson bauen eine knisternde Spannung auf, Tom Hiddleston und Brie Larson wirken sympathisch und entwickeln eine gute Chemie. Zum Glück verzichtet man aber darauf, aus den beiden mit aller Gewalt ein Liebespaar zu machen. Auch die Mitglieder der Hubschrauber-Einheit wirken halbwegs greifbar.

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Samuel L. Jackson, John C. Reilly und Tom Hiddleston in Kong Skull Island

Besonders der Antagonist zu Hiddlestons Captain Conrad hat eine nachvollziehbare Motivation. So gelingt es, einen überzeugenden Gegenspieler aufzubauen, ohne zu tief in Klischeekisten greifen zu müssen. Trotzdem bleibt Kong: Skull Island natürlich oberflächlich, was aber bei der Vielfalt der Charaktere kaum auffällt.

Bunte Inszenierung, rasante Kamera

Überzeugend gelungen ist zudem die Inszenierung: Die Kamera schafft bunte und rasante Bilder, die mit der bekannten Vietnamkriegs-Optik spielen. Besonders der Mut zur Farbe erzeugt einen eigenen Stil und einen angenehmen B-Film-Charme. Der Schnitt sorgt im Zusammenspiel mit den Wortgefechten der Charaktere sogar für eine Portion Humor, auch wenn dieser gegen Ende in den Hintergrund tritt.

Insgesamt nimmt sich der Film nicht völlig ernst. Da zerlegt Conrad schon zu Beginn ein paar Verbrecher mit einem Billardqueue und schnetzelt sich später mit einer Gasmaske auf dem Kopf sowie einem Katana in der Hand durch eine Horde Killervögel. Und schließlich geht es ja auch um einen 100 Meter großen Riesenaffen. Wer also knallharte Action will, der bekommt ordentlich knallharte Action zu sehen.

Einziger Totalausfall: Die chinesische Forscherin San ist ganz offensichtlich nur aufgrund der chinesischen Investoren in den Film geschrieben worden und erfüllt keinen Zweck, weder in der Handlung noch in der Charakterentwicklung. Das wäre zu verschmerzen, wenn es aufgrund des stimmigen Gesamtpakets nicht so stark auffallen würde.

Fazit

Kong: Skull Island bietet abwechslungsreiche, spannende Popcorn-Unterhaltung nicht nur für Monsterfans. Mit einer Vielzahl an Charakteren und einer gekonnten Inszenierung bildet der Film einen gelungenen Auftakt für das MonsterVerse von Warner Bros.

Kong: Skull Island - Rise of the King [Official Final Trailer]

Kong: Skull Island - Rise of the King Offizieller Trailer #3 deutsch HD

Kong: Skull Island Teaser-Poster
Originaltitel:
Kong: Skull Island
Kinostart:
09.03.17
Regie:
Jordan Vogt-Roberts
Drehbuch:
Max Borenstein, John Gatins, Dan Gilroy, Derek Connolly
Darsteller:
Tom Hiddleston, Brie Larson, Jason Mitchell, Corey Hawkins, Toby Kebbell, John C. Reilly, Tom Wilkinson, Thomas Mann, Terry Notary, John Goodman Samuel L. Jackson
Kong: Skull Island dreht sich um eine Gruppe von Forschern und Entdeckern, die sich aufmacht, eine mysteriöse Insel zu erkunden.

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