Kritik zu Hotel Artemis – Eine kurzweilige Räuberpistole

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Hotel Artemis Still Jodie Foster

Das Los Angeles der Zukunft: Ein Bankräuber (Sterling K. Brown) lässt sich und seinen verwundeten Bruder im Hotel Artemis einchecken, einer Art luxuriösem Krankenhaus für Verbrecher. Dort versorgt die Krankenschwester (Jodie Foster) mehrere Gäste/Patienten. Die Lage droht zu eskalieren, als der Wolfskönig (Jeff Goldblum) eingeliefert wird.

Es sind große Namen, die Hotel Artemis trägt: Jodie Foster, Jeff Goldblum, Dave Bautista, Sofia Boutella, Zachary Quinto – wer ein bisschen in Science-Fiction- und den Marvel-Superhelden-Filmen wildert, der kann diese Namen mit gleich mehreren Filmen verknüpfen. Diese Schauspieler stehen gleichzeitig ein wenig dem Film selbst im Weg. Denn wo sich Hotel Artemis auf seine Handlung hätte konzentrieren und somit einen wirklich bleibenden Eindruck hätte hinterlassen können, verwendet er zuviel Zeit auf Nebencharaktere, die letztlich kaum Konsequenz für die Handlung haben.

Dabei eröffnet Hotel Artemis eigentlich sehr ansprechend: Im Jahr 2028 wird Los Angeles von schweren Krawallen erschüttert, ausgelöst durch die Privatisierung von Trinkwasser. Das kann man als Kritik an Privatisierungen lesen, und in der Tat taucht der Konflikt Arm gegen Reich hin und wieder auf – er bildet aber nur den Rahmen für die Gangstergeschichte, die im Kern der Handlung sitzt. Außerdem präsentiert Hotel Artemis ein paar schöne Ideen wie 3D-gedruckte Transplantationsorgane, Polizeidrohnen oder Roboter-Doktoren.

Leider zieht der Film aber keinen großen Nutzen aus seinem Setting. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Charaktere diese Lücke füllen würden. Nur gibt es davon zu viele und jene, die im Zentrum der Handlung stehen, wie die von Jodie Foster grandios gespielte Krankenschwester, bleiben recht blass. Damit fährt sich Hotel Artemis leider selbst in die Parade, wie zum Schluss klar wird: Die große emotionale Szene für die Krankenschwester wirkt seltsam blutleer, was zum einen an ansonsten sehr soliden Inszenierung liegen kann, zum anderen aber auch daran, dass man als Zuschauer keine emotionale Bindung zu den Figuren aufbauen konnte.

So wirken auch die Actionszenen am Ende wenig organisch und allein als Geschenk an Sofia Boutella und Dave Bautista. Die Szenen sind zwar gut choreographiert, wirken aber aufgrund der eher charakterzentrierten Handlung seltsam deplaziert. Spaß machen sie aber trotzdem.

Überhaupt hat der Film zwar seine Schwächen, kann aber trotzdem über seine 90 Minuten kurzweilig unterhalten. Die viele Charaktere erzählen viele kleine Geschichten, die zur Abwechslung beitragen. Untermalt wird dies von einer Kamera, die gerne ungewöhnliche Einstellung und Fahrten macht, die dem Film eine visuelle Sprache geben. Schade ist allerdings, dass viele gute Schauspieler, wie Zachary Quinto oder Jeff Goldblum, wenig mehr als einen Kurzauftritt haben. So wirkt ihr Talent beinahe verschwendet und man denkt sich, wie am Ende des ganzen Films: Da wäre mehr drin gewesen.

Fazit:

Trotz seiner Schwächen ist Hotel Artemis ein unterhaltsamer Gangster-Film mit ein paar guten Ideen, die aber leider nicht so richtig Früchte tragen. Fans von Science-Fiction-Filmen mit Noir-Anwandlungen haben ihren Spaß.

HOTEL ARTEMIS | Red Band Trailer | HD | Offiziell | Kinostart: 26. Juli 2018

Hotel Artemis
Originaltitel:
Hotel Artemis
Kinostart:
26.07.18
Laufzeit:
94 min
Regie:
Drew Pearce
Drehbuch:
Drew Pearce
Darsteller:
Jodie Foster, Dave Bautista, Sofia Boutella, Sterling K. Brown, Charlie Day, Jeff Goldblum, Jenny Slate, Zachary Quinto, Brian Tyree Henry, Kenneth Choi
In der nahen Zukunft, in der Los Angeles von Aufständen und Krawallen zerstört wurde, gibt es ein Krankenhaus, in dem Verbrecher Zuflucht finden. Es gibt nur eine Regel: Niemand tötet die anderen Patienten.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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