Anime-Kritik zu One Punch Man: Die Leiden des unbesiegbaren Superhelden

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One Punch Man

Eines haben alle Superhelden im Kino gemeinsam: Jeder einzelne von ihnen besitzt eine spannende Origin-Story. Ganz anders steht es um Protagonisten Saitama aus dem 12-Folgen-Anime One Punch Man, der Ende letzten Jahres viele Zuschauer weltweit begeistern konnte. Saitama war ein ganz normaler Mensch, bis er sich eines Tages mehr oder weniger zufällig entschied ein Superheld zu werden - der Stärkste noch dazu.

Innerhalb von drei Jahren Training, bei dem er bedauerlicherweise all seine Haare verloren hat, kann Saitama sein Ziel erreichen. Sein Geheimnis ist dabei genauso langweilig wie sein vorheriges Leben, ganz normales Krafttraining hat dem Normalo Saitama aberwitzige Fähigkeiten verliehen. Die Freude hält jedoch nur kurz an, mit seiner neuen Kraft ist er unbesiegbar geworden; egal wie groß der Gegner – nach nur einem Schlag ist der Kampf vorüber.

Auch Anerkennung findet er trotz seiner Heldentaten keine, stets sind zufällig andere Superhelden vor Ort, die die Lorbeeren ernten. Nachdem er eines Tages den Cyborg Genos kennenlernt, der auf eigene Faust beschließt Saitamas Sidekick und Schüler zu werden, kommt auch noch der unbestritten größte Feind der Menschheit dazwischen; die Bürokratie.

One Punch Man - Saitama

Das Superhelden-Dasein war für den Stärksten der Stärksten bis dahin nämlich lediglich ein Hobby. Für eine Belohnung und Anerkennung muss er sich beim offiziellen Superhelden-Verband anmelden, der Superhelden testet und in Ränge einteilt. Weil er bei der praktischen Prüfung versagt findet sich Saitama nur im C-Rang wieder, weswegen ihm weiterhin beinahe niemand glaubt, wie stark er wirklich ist.

Der Alltag von dem unpassenden Duo widmet sich deshalb weiterhin nicht nur dem Abwenden von Alien-Invasionen und Infiltrieren von Geheimbünden, sondern auch dem Schnäppchenjagen im Supermarkt. Wie man vielleicht schon erraten kann, wird die Serie nicht von ihrer Geschichte getragen: Saitama sucht vergebens nach einem ebenbürtigen Gegner, alle anderen Gefechte kann er aber mit nur einem Schlag hinter sich bringen.

Diese allgegenwärtigen Kämpfe sind dennoch großartig inszeniert und können sich mit allen Kampf-Animes wie Dragonball messen. Soundtrack und Animation tragen zu den epischsten Szenen im Genre bei, in die das Herzblut von den talentiertesten Animatoren Japans geflossen ist. Dank weniger Folgen bewegt sich die Qualität konstant auf sehr hohem zeichnerischen Niveau, jede Sekunde ist ein Augenschmaus.

Saitama ist sehr beeindruckt.

Die größte Stärke des Animes liegt aber beim Humor: Keiner der Superhelden oder Bösewichte hat ein klassisches Motiv. Die Meisten von ihnen sind unsympathisch, spielen mit Klischees des Genres und wollen dann doch auchmal Feierabend machen. Wer sich mit dem, oft sehr gleichen, Humor um den Protagonisten Saitama allerdings nicht anfreunden kann, wird die Zeit zwischen den Actionsequenzen weniger genießen.

Official One-Punch Man - Digest Trailer

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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