Die besten Anime-Serien des Jahres 2019

Kaguya-sama Header

Kaguya-sama Header

Der Grund, warum Anime in die weltweiten Schlagzeilen stand, war dieses Jahr leider mit einem tragischen Vorfall verbunden. Ein Gebäude des Kultstudios Kyoto Animation - von Fans liebevoll KyoAni genannt - wurde angesteckt. In den Flammen starben 36 Menschen, 34 erlitten schwere Verletzungen. Doch das Studio hat den Vorfall inzwischen gut überstanden und nimmt sogar wieder neue Bewerber für die hauseigene Animationsschule an. Obwohl in dieser Liste durch die besonderen Umstände und Kategorie kein Titel von Kyoto Animation steckt sei an dieser Stelle der schöne Film Liz und ein Blauer Vogel erwähnt. 

Ansonsten  haben wir viele neue Serien aus diesem Jahr genauer angesehen und zehn Favoriten herausgefiltert. Nicht aufgeführt werden Sequels.

Ascendance of a Bookworm

Ascendance of a Bookworm (Ajia-Do)

Das sogenannte Isekai-Genre ist auch 2019 beliebt wie eh und je gewesen - besonders viele Protagonisten wurden erneut mit starken Kräften aus Japan in Fantasywelten geschickt um dort mühelos die Welt zu retten und ein Harem an weiblichen Charakteren zu sammeln. Diese sind thematisch und qualitativ schrecklich veraltet, weswegen Ascendance of a Bookworm eine willkommene Abwechslung ist. Eine Bibliothekarin wird in dem Körper eines schwachen Mädchens der Unterschicht wiedergeboren. Schockiert stellt sie fest, dass Bücher in dieser Welt dem Adel vorbehalten sind und macht sich mit Wissen aus der Gegenwart daran, Papier herzustellen. Isekai mit Herz funktioniert hervorragend.

Boogiepop

Boogiepop Never Laughs (2019/Madhouse)

Wenn David Lynch eine Anime-Serie produzieren würde, käme ein sehr ähnliches Endprodukt wie bei Boogiepop heraus. Übernatürliche, personifizierte Phänomene, die die Herzen der Menschen widerspiegeln mischen sich in das alltägliche Leben scheinbar zufällig ausgesuchter Personen ein. Es wird wenig erklärt und viel mit Symbolik gearbeitet, was gerade den Synchronsprechern - die mehrere Rollen übernehmen - viel abverlangt. Auch die nicht-chronologische Art der Erzählung macht es dem Zuschauer nicht leicht, diese Produktion zu verstehen, aber genau wie bei Lynch ist dies auch nicht das Ziel.

Dororo

Dororo (Tezuka Productions, MAPPA)

Eine viel adaptierte japanische Folklore übernimmt auch Dororo. Ein japanischer Feldherr mit Pechsträhne bietet seinen Erstgeborenen zwölf Dämonen an, um ein erfolgreicher Herrscher zu werden. Wenig später wird ein ungewöhnliches Kind geboren, ohne Haut, Augen, Gliedmaßen, Ohren und einige Organe. Das blutige Ding wird von einer Hofdame wie in einer biblischen Erzählung in einem Fluss ausgesetzt, wo es von einem Prothesenmacher gefunden wird. Viele Jahre später ist das Kind mit tödlichen Gliedmaßen und einem sechsten Sinn ausgestattet auf der Jagd nach den Dämonen, die ihm seine Sinne genommen haben. Mit jedem besiegten Ungeheuer erhält er das jeweilige Organ zurück.

Hitoribocchi

Hitoribocchi no Marumaru Seikatsu (C2C)

Ja, diese Liste darf auch eine gewöhnliche Schulkomödie beinhalten. Wir sind ja schließlich auch nur Menschen. Die junge Bocchi kommt nach einigen Jahren in eine neue Klasse und hat sich, um ihre extreme Schüchternheit zu überwinden vorgenommen, alle Schulkameraden als Freunde zu gewinnen. Ihre Angst vorm Versagen zu überwinden stellt sich als Mammutaufgabe heraus und, dass sie merkwürdige Gestalten anzieht, macht es nicht einfacher. Dabei sind die wegen ihres “angsteinflößenden” Aussehens gemiedene Nako, Aru, die Klassensprecherin mit außergewöhnlicher Pechsträhne und mit Austauschschülerin Sotca, die aufgrund eines Missverständnisses mit Bocchis Hilfe ein echter Ninja werden möchte.

Babylon

Babylon (Revoroot)

Mit Vorsicht zu genießen ist Babylon. Erstens, weil die Serie sämtliche Inhaltswarnungen um Gewalt und Selbstmord braucht, zweitens weil sie erste zur Hälfte ausgestrahlt wurde und drittens ständig den Drahtseilakt zwischen Genial und Trash macht. Die Handlung dreht sich um die Bürgermeisterwahl eines neuen, eigenständigen Distrikts in Tokio, der wie ein kleiner Staat selbst Gesetze erlassen darf. Als das neue Stadtoberhaupt seine Partei verrät, erlässt er auch ein Gesetz, was Selbstmord legal macht. Darauf folgt eine Welle rätselhafter Suizide, die die Staatsanwaltschaft auf eine einzige Frau zurückführen kann. Magase Ai kann scheinbar mit einem einzigen Satz den Willen eines Passanten brechen und ihn zum Selbstmord treiben. Die Ermittlungen werden damit plötzlich brandgefährlich.

Fate/Grand Order

Fate/Grand Order: Absolute Demonic Front - Babylonia (CloverWorks)

Diese Serie mit ihrem simplen Titel, der sofort in den Kopf geht, basiert auf einem der erfolgreichsten Mobile-Spiele der vergangenen Jahre und bekanntesten Franchises der Anime-Industrie. Damit stehen dem Studio ein gigantisches Budget sowie hervorragendes personal zur Verfügung. Das Ergebnis kann sich zu jedem Zeitpunkt sehen lassen, doch gerade in den häufigen Kampfszenen brilliert Fate/Grand Order. Zugegeben, Kontext fehlt in der Handlung häufig, dank der schier endlosen Geschichte des Originals, aber einfach nur zuzusehen wie sich die babylonische Göttin Ishtar und Quetzalcoatl an ihrem Sonnentempel den Kopf einschlagen, reicht manchmal auch. 

Kaguya-sama

Kaguya-sama: Love is War (A-1 Pictures)

Wenn man das Jahr auf einen sehenswerten Titel herunterbrechen müsste, wäre es wohl Kaguya-sama: Love is War. An einer Elite-Schule stehen über allen anderen die reiche Kayguya und der intelligente Miyuki in der Schülervertretung. Sie sind zwei Genies, die ihr ganzes Leben auf Erfolg hinarbeiten - und ineinander verliebt sind. Doch weil sie sich gegenseitig keine Schwäche zeigen wollen, konstruieren sie hochkomplizierte Pläne, die die jeweils andere Person dazu bringen soll, ihre Liebe zu beichten. Die gesamte Serie spielt quasi innerhalb von einem Raum und lebt von Dialogen, Charakteren, Humor und schönen visuellen Ideen. Sogar Tanz, Gesang und Fremdsprachen setzen die Sprecher gezielt ein.

Maidens of the Savage Season

Maidens of the Savage Season (Lay-duce)

Fünf Mädchen in einem Literaturclub lesen sich tagtäglich gegenseitig Romanzen und explizit erotische Literatur vor, weil sie dadurch langsam Liebe und Sexualität im echten Leben ergründen wollen. Als sehr traditioneller Club verpflichten sie sich so gleichzeitig der Keuschheit und dem Abenteuer. So wollen sie gleichzeitig die eigene Forderung, Tänze auf Schulfesten zu verbieten bekämpfen oder finden heraus, dass ein junger und attraktiver Lehrer auf einer Datingplattform aktiv ist. In welche Richtung diese serie genau will, ist nie ganz sicher, doch mit den Thematiken geht sie für eine Anime-Serie im genre überraschend erwachsen um.

Vinland Saga

Vinland Saga (Wit Studio)

Wickie und die starken Männer lief vor seiner Ausstrahlung auf dem Kinderkanal im japanischen fernsehen und ist mit Heidi für viele Kinder vielleicht der erste Berührungspunkt mit Animes. Vinland Saga dreht sich auch um einen jungen Wikinger, doch ist brutal, ohne Kratzen an der Nase und mit einer gehörigen Portion Realismus. Die Serie basiert auf dem historischen Kampf von Briten gegen Dänen und einem Wechsel im Königshaus. Die Zeit der Wikinger hat ihren Zenit überschritten, doch starke Krieger wie Thors sind auf dem Schlachtfeld legendär. Als dieser in einem Hinterhalt stirbt, schwört sein Sohn Thorfinn Rache und schließt sich den Mördern an.

Iruma

Welcome to Demon School! (Bandai Namco Pictures)

Die Geschichte um den 14-jährigen Iruma ist tragisch. Seine Eltern lassen ihn für sich arbeiten und nicht zur Schule gehen, nur um eines Tages seine Seele an einen Dämonen zu verkaufen. Dieser hat jedoch Mitleid und wünschte sich zudem schon immer einen Enkel, weshalb er iruma in einem mächtigen Schloss in der Hölle adoptiert und mit Geschenken überhäuft. Zudem darf der Protagonist zum ersten Mal eine Schule besuchen - doch seine Mitschüler singen schon bei der Einschulung über Menschen als Mahlzeit. Irumas Deckung wird aber perfekt, als er direkt danach seinen mächtigsten Klassenkameraden durch seine Fähigkeiten als Minijobber besiegt. Was folgt ist ein amüsanter Aufstieg durch die strenge Hierarchie der Schule.

zusätzlicher Bildnachweis: 
Copyright: Ajia-Do, 2019/Madhouse, Tezuka Productions, MAPPA, C2C, Revoroot, CloverWorks, A-1 Pictures, Lay-duce, Wit Studio, Bandai Namco Pictures
Appleseed 2005 Filmposter
Originaltitel:
アップルシード Appurushîdo
Kinostart:
08.09.05
Laufzeit:
102 min
Regie:
Shinji Aramaki
Drehbuch:
Haruka Handa
Die Welt nach dem dritten Weltkrieg. Während noch die letzten Einheiten in einen erbitterten Grabenkrieg verwickelt sind, hat sich der Rest der Menschheit in Olympus City eine Art Utopia erschaffen. Zusammen mit den sogenannten Biodroiden soll eine neue Gesellschaft entstehen.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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