Star Trek: Discovery

Die Serie spielt im Star-Trek-Prime-Universum, zehn Jahre vor der Classic-Serie und der Fünf-Jahres-Mission von Captain Kirk.

Star Trek: Discovery - Alle restlichen Episodentitel veröffentlicht

Star Trek: Discovery befindet sich noch in der Winterpause. Erst im Januar 2018 wird es mit den restlichen sechs Episoden weitergehen.

Bisher war nur der Titel der zehnten Episode bekannt - das hat sich laut einem Bericht von TrekMovie nun geändert, da CBS offenbar bereits wieder ein wenig die PR-Maschinerie in Gang bringen möchte.

Die zehnte Episode heißt "Despite Yourself" und wird am 7. Januar auf CBS All Access und wie gewohnt einen Tag später auf Netflix in Deutschland veröffentlicht. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel soviel wie "Dir zum Trotz" oder "Deinem eigenen Willen zum Trotz". Oft spricht man dabei davon, etwas zu tun, was man gar nicht beabsichtigt hatte.

Am 14. Januar folgt dann "The Wolf Inside", also "Der Wolf in dir" oder "Der innere Wolf".

Am 21. Januar ist "Vaulting Ambition" an der Reihe – dieser Titel könnte für etwas wie "Den Ehrgeiz überwinden" stehen, wird aber auch sehr häufig dafür benutzt, zu beschreiben, so viel wie nur möglich zu erreichen. Man kann diese Formulierung in William Shakespeares "Macbeth" finden. Dort heißt es:

"I have no spur
To prick the sides of my intent, but only
Vaulting ambition, which o'erleaps itself,
And falls on th'other."

"What's Past Is Prologue" wird am 28. Januar gezeigt. Dieser Titel ist ebenfalls nicht nur ein Shakespeare-Zitat (diesmal aus "Der Sturm"), sondern stand auch bereits Pate für die Episode "Past Prologue" aus Star Trek: Deep Space Nine und eine Kurzgeschichte, die Jake Sisko im Verlauf der Serie schreibt. Meistens beschreibt dieser Satz, dass alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, nur den Kontext für Gegenwart und Zukunft bildet.

Am 4. Februar geht es direkt weiter mit der Episode "The War Without, The War Within", was relativ einfach mit "Der Krieg (dort) draußen, der Krieg (hier) drinnen" zu übersetzen ist und vermutlich auf den Krieg gegen die Klingonen und Probleme an Bord der Discovery (oder im Inneren der Figuren) anspielt.

Beendet wird die erste Staffel der Serie dann am 11. Februar mit einem recht ungewöhnlichen Titel: "Will You Take My Hand?". Dieser wird vermutlich für "Wirst/Willst du meine Hand nehmen/halten?" stehen und könnte auf einen möglichen Frieden mit den Klingonen anspielen, eventuell aber auch auf Figurenbeziehungen (Burnham/Tyler).

Eine zweite Staffel von Star Trek: Discovery ist bereits beschlossene Sache und soll dem Vernehmen nach 2019 zu CBS All Access und Netflix kommen.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Star Trek: Discovery - Aaron Harberts über Staffel 2, Konflikte mit dem Kanon & die Prämisse als Prequel

Trotz großer Beliebtheit bei Fans und Kritikern muss Star Trek: Discovery immer wieder Kritik bezüglich der Kontinuität und augenscheinlichen Konflikten mit dem etablierten Kanon über sich ergehen lassen. Obwohl die Produzenten immer wieder betont haben, dass die Serie im Prime-Universum angesiedelt ist und nicht in der Kelvin-Zeitlinie der Kinofilme von J. J. Abrams, gibt es viele Ungereimtheiten, was gezeigte Technologien, Hintergründe von Charakteren oder die Ressourcen der Sternenflotte angeht.

Prominenteste Beispiele sind der Sporen-Antrieb oder Michael Burnham als Sareks Ziehtochter und Spocks Adoptiv-Schwester.

Im Interview mit Metro UK sprach Produzent Aaron Harberts über diese Aspekte, welche eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel der Serie einnehmen und bestehende Konflikte mit dem Kanon aus dem Weg räumen soll:

"Wir haben noch zehn Jahre Zeit, bis die Original Series ins Spiel kommt. Es ist eine kreative Herausforderung, denn wir müssen viele Entscheidungen treffen. Wie wollen wir denn mit dem [Sporen-]Antrieb umgehen? Und diese Ziehtochter von Sarek? Wie lösen wir all das, je näher wir der Original Series kommen? Das sind wichtige Themen, die wir zur zweiten Staffel besprechen.

Das Interessante an der Figur von Michael ist: Nur weil sie nicht angesprochen wurde, heißt es nicht, dass sie nicht existiert hat. Viele unserer Autoren sind eng mit Star Trek verbunden. Ihr Fachwissen ist vorbildlich. Sie helfen uns dabei, gewisse Themen zu umschiffen. Und der Sporen-Antrieb? Wer weiß, er könnte als geheim eingestuft worden sein? Es gibt viele Möglichkeiten."

Warum Star Trek: Discovery ausgerechnet ein Prequel sein muss, scheint für viele Zuschauer nicht ganz nachvollziehbar. Harberts ist jedoch froh, dass es so ist:

"Ich bin froh darüber, denn so sind die Rahmenbedingungen bereits festgelegt. Nehmen wir mal an, sie spielt 100 Jahre nach Voyager: das ganze Spielfeld ist leer. Wenn man darüber einmal nachdenkt, muss man eine komplett neue Mythologie erschaffen."

Die erste Staffel wird ab dem 07. Januar 2018 fortgesetzt. Die zweite Staffel wird vermutlich erst Anfang 2019 zu sehen sein.

Star Trek: Discovery Staffel 2 - Die Andorianer und Tellariten kommen

Während die erste Staffel von Star Trek: Discovery noch bis Anfang 2018 läuft, haben die Macher bereits mit den Arbeiten an der zweiten begonnen - und die ersten kleinen Details lassen nicht lange auf sich warten. Die Frage eines Fans bei Twitter, ob wir in der zweiten Staffel möglicherweise etwas von den Andorianern und Tellariten zu sehen bekommen könnten, beantwortete Produzent Aaron Harberts mit einem "Definitiv".

Die kleinen, rundlichen Tellariten gehören zu den Gründungsmitgliedern der Föderation. Sie fallen durch eine forsche Ausdrucksweise auf und empfinden höfliches Verhalten als Beleidigung. Sie waren erstmals in der Original Series zu sehen (inkl. Schweinsnase), wurden in den anderen Serien lediglich erwähnt und spielten erst wieder in Star Trek: Enterprise eine etwas prominentere Rolle.

Auch die hellhäutigen Andorianer hatten in der Original Series ihren ersten Auftritt und tauchten in den nachfolgenden Serien und Kinofilmen immer wieder auf. Prominent vertreten war die Spezies in Star Trek: Enterprise. Captains Archers Widersacher Shran (Jeffery Combs) entwickelte sich zu einem der beliebtesten Charaktere der Serie. Die Andorianer gehören neben Menschen, Vulkaniern und Tellariten zu den Gründungsmitgliedern der Föderation.

Die nächste Episode von Star Trek: Discovery 1.10 "Despite Yourself" wird am Sonntag, den 7. Januar 2018 veröffentlicht. Die verbleibenden fünf Episoden folgen, wie gewohnt, im Wochentakt. Das Staffelfinale (Episode 1.15) kommt am 11. Februar 2018.

Mit einer zweiten Staffel ist vermutlich erst Anfang 2019 zu rechnen.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Planet Trek fm #09 - Star Trek: Discovery 1.09: Der Podcast, in dem der Humberg den Sülter auf den Boden der Tatsachen holt

PODCAST

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Planet Trek FM: Der Podcast zu Star Trek Headergrafik

Episode 1.09 "Into the Forest I Go" - das ist unser Thema bei der neuen Ausgabe von Planet Trek fm, dem Podcast, der sich mit allen Fragen zum Thema Star Trek befasst. Aktuell natürlich mit klarem Fokus auf Star Trek: Discovery.

Ausgabe #09: Der Podcast, in dem der Humberg den Sülter auf den Boden der Tatsachen holt

Die neunte Episode von Star Trek: Discovery ist nun ein paar Tage alt. Und obwohl sich das Podcast-Team in vielen Belangen einig ist, gibt es doch genug Reibung. Möchten Björn und Moritz zu viel in den Handlungselementen sehen? Hoffen sie auf zu viel Fanfiction? Muss man sich mit weniger zufrieden geben? Gut, wenn man einen Humberg im Team hat.

Wir diskutieren wie immer aus vielen Perspektiven. Die Antworten auf (fast) alle Fragen gibt es nur hier im Podcast.

Unsere heutigen Gesprächspartner

Christian HumbergBereits zum dritten Mal ist der Schriftsteller und Übersetzer Christian Humberg mit von der Partie. Gemeinsam mit Bernd Perplies schuf er die Romantrilogie Star Trek - Prometheus - und war somit der erste Autor, der mit Hollywoods Segen Star Trek für den nicht-amerikanischen Markt schreiben durfte. Die US-Ausgabe der Romane erscheint in diesem November.

Außerdem verfasste er viele preisgekrönte nerdige Lach- und Sachbücher, darunter das Erfolgsbuch Geek Pray Love - Ein praktischer Leitfaden für das Fandom, das Universum und den ganzen Rest, übersetzte weit über 30 Romane, Spiele und Comics zu Gene Roddenberrys Universum, betreute jahrelang den Star Trek - Communicator und schrieb schon für StarTrek.com, die Geek!, die SpaceView sowie für das offizielle Star Trek-Magazin.

Aktuell findet man seine Szenekolumnen alle 14 Tage auf toronline.de und seine zahlreichen phantastischen Kinderbücher wie die Reihen Drachengasse 13 und Sagenhaft Eifel! überall im Buchhandel. Lesungstermine und mehr Informationen gibt es auf seiner Homepage.

Erstmals wird er heute gemeinsam mit einem anderen Dauergast diskutieren. Seine erste große Liebe lernte dieser mit acht Jahren kennen und sie hieß Enterprise - und das, obwohl Moritz Wolfart sie nicht einmal sehen konnte!

Moritz WolfartAufgrund seiner Blindheit hat er einen vollkommen anderen Zugang zu Star Trek gefunden, als Sehende. Spricht man jedoch mit ihm über das Franchise, stellt man schnell fest: Sein Erleben ist nicht minder umfänglich, als das seiner sehenden Kollegen. Übrigens entstand seine Trek-Leidenschaft sehr zum Missfallen seiner Mutter. Aber nach einer verhältnismäßig kleinen Familienkrise setzte sich sein Vater mit dem Argument durch, dass diese dialoglastige TV-Unterhaltung für ihn interessanter sei, als das übliche Kinderprogramm.

Und dafür ist Moritz Wolfart ihm heute noch zutiefst dankbar! Inzwischen kennt er natürlich alle Episoden und Filme und wurde über die letzten zwanzig Jahre zu einem der aktivsten Community-Mitglieder in Sachen Star Trek. Dieser Mann kennt sein Star Trek. Unter seinem markanten Namen Darmok auf dem Ozean ist er sicher auch vielen Fans ein Begriff.

Der Gastgeber

Erfinder und Gastgeber von Planet Trek fm ist der Journalist und Autor Björn Sülter, der neben seinen Kolumnen, Rezensionen und Artikeln für Robots & Dragons bereits seit über 20 Jahren über das Star-Trek-Franchise schreibt.

Björn Sülter

Aktuell ist er unter anderem für Serienjunkies, das GEEK!-Magazin, den FedCon Insider, Syfy oder Quotenmeter aktiv. Björn sucht sich für seine Podcasts regelmäßig spannende Gäste wie die Autoren Mike Hillenbrand, Claudia Kern oder Christian Humberg aus, um mit ihnen alle Winkel und Ecken des Trek-Kosmos zu diskutieren - Ehrensache, dass es dabei immer fair und mit einem Augenzwinkern zugeht. Das gilt natürlich umso mehr, wenn Kritik geäußert wird. Denn was man liebt, darf man auch necken.

Björn lebt mit seiner Frau, seiner Tochter, drei Hunden (die alle Namen aus Star Trek tragen), einer Katze und drei Pferden auf einem Bauernhof im norddeutschen Nirgendwo.

Einen Besuch wert ist auch seine Homepage "Sülters Sendepause" mit vielen Artikel und Rezensionen zu Star Trek und anderen Themen. Dort findet ihr auch immer aktuelle Informationen zu seinen Projekten. Alternativ könnt ihr ihn auch bei Twitter besuchen und euch dort News und Updates abholen.

Anhören und Abonnieren

Ihr könnt den Podcast nicht nur hier und bei Syfy.de anhören und downloaden, sondern auch bei iTunes oder den Feed für euren Podcatcher abonnieren.

Star Trek: Discovery - Trailer zu Folge 1.10 "Despite Yourself"

Nach der Ausstrahlung des Midseason-Finales der Folge 9 "Into the Forest I Go" zu Staffel 1 von Star Trek: Discovery strahlte CBS den Trailer zur ersten Folge nach der Winterpause aus.

Find out what happens when you boldly go too far lautet die Tagline für Folge 10 namens "Despite Yourself" und zeigt in kurzen Sequenzen, was nach den Ereignissen von "Into the Forest I Go" passiert. Der Fokus liegt hierbei auf Stamets sowie auf Tyler. 

CBS bewirbt diese Folge aus Start von "Kapitel 2", während Folge 9 als Ende von "Kapitel 1" fungieren sollte. Die erste, vage Episodenbeschreibung liest sich wie folgt:

"Während sich die Discovery in unbekanntem Territorium befindet, sieht die Crew sich dazu gezwungen, kreativ zu werden, um gegen bisher nicht gekannten Bedrohungen zu bestehen, um nach Hause zurückkehren zu können."

Am 7. Januar 2018 kehrt Star Trek: Discovery aus der Winterpause zurück. 

Via Twitter kündigte Produzent Aaron Harberts nach der Ausstrahlung des Midseason-Finales unterdessen an, dass man nun mit den ersten Arbeiten zu Staffel 2 beginnen werde. Diese wird jedoch vermutlich erst 2019 zu sehen sein.

STAR TREK DISCOVERY - 1x10 Despite Yourself Trailer

Kritik zu Star Trek: Discovery 1.09 - Into the Forest I Go

SPOILER

Save the best for last? Die neunte Episode liefert ein starkes Gesamtkunstwerk ab, führt Handlungsstränge gekonnt zusammen, bringt Figuren in Stellung und überrascht mit einigen Entwicklungen.

Was passiert?

Die Situation rund um den Planeten Pahvo spitzt sich zu, als die Klingonen mit ihrem Sarkophag-Schiff auftauchen. Obwohl die Sternenflotte die Discovery zurückbeordert, schickt Lorca Burnham und Tyler in die Höhle des Löwen, um einen gefährlichen Plan umzusetzen ...

Lorca, nach Hause telefonieren

Die treibende Kraft der Episode ist eindeutig Captain Gabriel Lorca. In einem (vermutlich gespielten) Anfall von Entdeckertum und Begeisterung für die Wissenschaft bringt er zunächst den armen Stamets auf seine Seite. Dass er bei der ganzen Aktion erneut auf die Befehle seiner Vorgesetzten pfeift, ist kaum mehr als eine Randnotiz. Lorca hat sich schon Schlimmeres geleistet. Viel beachtlicher ist eher, dass er damit auch bei seiner Crew so problemlos durchkommt. Aber wenn man es genau nimmt, ist dieser Lorca die letzten Episoden etwas ruhiger und zugänglicher geworden. Vielleicht aufgeschreckt durch Cornwalls Verdacht und ihre Drohungen?

Schön ist in jedem Fall, dass wir durch die aktuellen Aufgaben erstmals die komplette Brückencrew interagieren sehen. Aus verschiedenen Ecken kommen Ideen, man hat endlich das Gefühl, eine funktionierende Einheit zu erleben. Dabei ist die Rede des Captains aber natürlich einen Hauch zu theatralisch geraten. Die Entwicklung von naiven Forschern zu ach so tollen Kriegern muss definitiv in nicht gesendeten Episoden passiert sein. Hier trägt das Drehbuch viel zu dick auf, wenn auch eine kleine Gänsehaut sicher erlaubt ist.

Wie Lorca wirklich tickt, sieht man dann jedoch wieder etwas später, als er Dr. Culber zwingt, Stamets alle nötigen Sprünge durchführen zu lassen - ohne Rücksicht darauf, ob dieser den Vorgang überlebt. Übrigens ein mittelschweres Logikloch - doch dazu komme ich gleich noch.

Nach der erfolgreichen Mission und der Zerstörung des Sarkophag-Schiffes (die genau wie der Tod Kols sehr überraschend kommt), wird die Discovery zur Sternenbasis zurückbeordert. Man möchte Lorca angeblich gar eine Medaille verleihen! Doch nicht mit diesem Mann, liebe Sternenflotte! Lorca durchschaut das windige Spiel umgehend und entschließt sich vermutlich in diesem Moment endgültig dazu, sofort einen anderen Weg einzuschlagen.

Er schafft es, dass Stamets, der die vielen Sprünge wie durch ein Wunder überstanden hat und nun zugibt, Hilfe zu benötigen, aus freien Stücken zu einem letzten Sprung bereit ist - angeblich zurück zur Sternenbasis. Doch sieht man den Captain kurz vor diesem Sprung einen "Override" in das System eingeben. Lorca hat eigenmächtig neue Koordinaten bestimmt! Garniert mit seinem Satz "Let's go home" eine mehr als zweideutige Angelegenheit.

Das Ende vom Lied: Die Discovery ist nun dort gestrandet, wo Lorca sie (vermutlich) haben wollte. Nur wo ist das? Die Diskussionen sind eröffnet. Womit wir dann nochmal beim angesprochenen Logikloch wären. Man darf wohl davon ausgehen, dass Lorca schon länger geplant hatte, die Discovery irgendwann an diesen Ort zu entführen. Und seien wir ehrlich: Es riecht stark nach Paralleluniversum. Doch wenn dem so ist, war es verdammt dumm, Stamets Gesundheit im Kampf gegen die Klingonen zu riskieren. Lorca hätte sich seinen Fluchtweg fast verbaut. Oder ist vielleicht am Ende doch wieder alles ganz anders?

Burnham lässt die Fäuste fliegen

Im Mittelpunkt der Mission auf dem Sarkophag-Schiff steht aber natürlich ebenfalls Michael Burnham. Damit kehrt sie auch dorthin zurück, wo ihr ganzes Elend seinen Anfang nahm. Dass sie die Konfrontation und den Zweikampf mit Kol sucht, ist nicht ganz nachzuvollziehen. Wenn er Georgiou umgebracht hätte, wäre es verständlicher gewesen. Überhaupt wird die ganze Infiltrationsnummer viel zu schnell und einfach durchgeführt. Die Klingonen zeichnet man hier unnötig inkompetent. Sie bemerken weder das Beamen, noch das Aufbrechen einer Tür oder das Herumfuhrwerken auf ihrer Brücke. Außerdem scheinen sie mit ihren Sensoren die Lebenszeichen Cornwalls nicht bemerkt oder ignoriert zu haben. Man mag sagen, es handelt sich hier um ein sehr altes und technisch rückständiges Schiff - das kann ich gerade so akzeptieren, lässt die Krieger aber auch nicht wirklich gut aussehen. Auch riskiert Burnham ihr Leben ein wenig zu leichtfertig. Sie konnte schließlich nicht davon ausgehen, dass Kol wie Ferengi kämpft. Doch immerhin ermöglicht sie mit ihrem leidenschaftlichen Einsatz Admiral Cornwall (die nun doch überlebt hat), Tyler (der nach der Begegnung mit L'Rell einen schweren Anfall von posttraumatischem Stress zeigt) und eben jener L'Rell (die sich in den Transporterstrahl wirft wie einst Dr. Gillian Taylor in Star Trek IV - The Voyage Home) die Flucht.

Die Sache mit L'Rell

Was das Tyler-ist-Voq-Thema angeht, darf man den Drops ab dieser Episode vermutlich als gelutscht betrachten. Nach einer - gerade für Trek-Verhältnisse - verstörenden Traumsequenz scheint Ash für mein Empfinden plötzlich wieder zu wissen, dass etwas mit ihm und seiner Situation nicht stimmt. Wie er dann vor L'Rell auf die Knie sinkt und fragt, was sie mit ihm gemacht habe, ist schon entlarvend genug. Doch setzen die Autoren noch einen drauf und lassen die Klingonin seelenruhig sagen, dass sie nicht zulassen würde, dass "sie" ihm etwas antun. Und dass es "bald" an der Zeit sei. Was dann passieren soll, bleibt natürlich offen. Doch nun darf man ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Frage in Bezug auf Vyler oder Toq eben nicht mehr "ob" lautet, sondern nur noch "warum".

The Sad Song of Paul & Hugh

Zu den Highlights der Episode gehören noch die Szenen zwischen Stamets und seinem Lebensgefährten Dr. Culber, die das Paar von einer innigen, aufrichtigen und auch verletzlichen Seite zeigen. Lange Zeit kann Culber bei allem, was Stamets angetan wird, sogar die reine Professionalität aufrechterhalten. Schön sind auch die gegenseitigen Liebesbekundungen und der aufrichtig inszenierte Kuss.

Der Rezensent fabuliert über das große Ganze

Kommen wir nach all dem Lob noch zu einem Punkt, der die ersten neun Episoden der jungen Serie als Ganzes betrifft. An der Front des horizontalen Erzählens nämlich scheiterten die Autoren bisher teils kläglich. Viele Entwicklungen wurden nicht konsequent verfolgt oder auserzählt, unlogische Sprünge waren an der Tagesordnung. Dabei geht es nicht darum, alles argumentativ auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Allerdings sollte das Gezeigte - obendrein wenn es teils arg zerklüftet wirkt - zumindest Sinn machen, wenn man sich schon die Mühe macht, es genauer zu durchdenken.

So war weder alles im Zusammenhang mit dem Sporenatrieb wirklich sauber durchdacht noch die Motive und das Verhalten der Klingonen oder der Verlauf des Krieges. Zudem war die sich nun deutlich abzeichnende Voq-Enthüllung schon viel zu früh erkennbar. Auch im Bereich der Figurenzeichnungen erlaubte man sich einige Nachlässigkeiten und hinterließ gerade beim eigentlich so spannenden Saru einen ungünstigen Eindruck.

Trotz der langen - aber zugegebenermaßen komplizierten - Entwicklungsphase der Serie ist es nicht gelungen, eine kohärente Handlung aufzubauen, die sich schlüssig voranbewegt hat. Auf der anderen Seite konnte jedoch fast jede Episode für sich genommen gut unterhalten.

Was der Serie im Vergleich zu den Vorgängern fehlt, ist die Faszination einer positiven und lebenswerten Zukunft. Konnte man früher davon träumen, an der Seite von Kirk oder Picard zu den Sternen zu reisen, Abenteuer zu erleben und die Magie des Entdeckens zu erfahren, schleudert man uns hier mitten hinein in eine stark belastete Crew, Tod, Zerstörung und Finsternis. Diese Zukunft ist bei Weitem nicht so erstrebenswert wie die der alten, klassischen Trek-Serien. Allerdings ist sie eben auch ein Kind des Zeitgeistes - und niemand sagt, dass man in einer zweiten Staffel nicht noch an diesen positiveren Punkt kommen wird, wenn der Krieg erstmal abgehandelt ist. Die Chance ist allemal vorhanden, und ich bin bereit, der Serie diese auch zu geben.

Bisher habe ich die Episoden dann auch unter derartigen Gesichtspunkten bewertet: Für das, was sie sind. Abzüge gab es zumeist nur für Logiklöcher innerhalb der jeweiligen Handlung. Auf diese Weise verfahre ich vorerst auch weiterhin. Die klassischen Trek-Serien oder auch The Orville bieten mit ihrem Procedural-Ansatz viel weniger Angriffsfläche, wenn man sie von der ersten Episode an bewertet. Hier muss man den Machern zugestehen, dass sie es über das Procedural-Denken hinaus zumindest versucht haben, aber im ersten Anlauf noch partiell scheitern. Episoden wie die aktuelle können die Fehler der Vergangenheit nicht ungeschehen machen, sie dürfen allerdings gerne als Versprechen auf eine mögliche Besserung hindeuten. So fair muss man sein.

Dennoch darf man im Hinterkopf behalten, dass ich die Staffel als Gesamtkonstrukt kritischer sehe, als die Einzelabenteuer. Letztendlich haben wir dann im Februar zwar vielleicht fünfzehn brauchbare bis starke Episoden gesehen, erhalten allerdings ein Puzzle, das statt der Mona Lisa ein Bild von Quarks und Roms Moogie zeigt. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, was er erwartet, und inwieweit er bereit ist, einer neuen Serie Kredit zu geben, wenn sie für den Moment erstmal "nur" gut unterhält.

Ich bin weit davon entfernt, eine Serie von 2017 mit den ersten Staffeln der anderen Trek-Serien aus den 60ern, 80ern, 90ern und 2000ern zu vergleichen. Dieser Ansatz hinkt aus zu vielen Gründen. Doch kann man das bisher Gezeigte mit dem Durchschnitt der anderen Serien vergleichen. Dort bewegt sich Star Trek: Discovery längst noch nicht auf dem Niveau von Star Trek, Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine, kann mit Star Trek: Voyager und Star Trek: Enterprise für mich jedoch bereits mithalten. Und das ist auch schon mal ein Erfolg, auf dem man aufbauen kann.

Einige Beobachtungen

Das Ende der Episode ist eine Art Mischmasch aus der Grundprämisse von Star Trek: Voyager und dem Ende der Episode "Shockwave Part I" aus Star Trek: Enterprise.

Kol trägt offenbar die ganze Zeit das Delta von Captain Georgiou als Trophäe mit sich herum, obwohl er mit dem Ableben des Captains gar nichts zu tun hatte. Eigentlich unehrenhaft, oder? Gibt es nicht sowas wie eine Jägerehre? Da muss ich glatt mal einen Hirogen fragen. Am Ende landet das Andenken aber doch noch in den richtigen Händen: Bei Burnham.

Apropos Kol: Es ist nicht schade um diese Figur. Mit seinem Tick, bei jedem wichtigen Satz wie ein zweitklassiger Theaterschauspieler den drohenden Zeigefinger zu schwingen, hätte mich der Darsteller sonst noch in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich hat er sich damit aber auch eindeutig als Darth-Vader-Double für die Kirmes qualifiziert.

Nach einigen Episoden sehen wir Lorca mal wieder mit seinen Augentropfen hantieren, um sich auf das blendende Licht der Explosion des Sarkophag-Schiffes vorzubereiten.

Nach dem innigen Kuss zweier Frauen in der Episode "Rejoined" aus Star Trek: Deep Space Nine (Jadzia Dax und Lenara Kahn) kommt es hier erstmals in Trek nun zum Kuss zweier Männer (Stamets und Culber). Wobei ich mich gerade frage, ob Quark, als er damals in Frauenkleidern unterwegs war, einen männlichen Ferengie geküsst hat. Sollte dem so gewesen sein (ich mag das Kopfkino gerade nicht weiterführen), wäre der Kontext allerdings definitiv nicht vergleichbar gewesen.

Die kaum erträglichen Traumsequenzen von Tyler zeigen erneut, dass es sich hier längst um keine Serie für die ganze Familie mehr handelt.

Admiral Cornwall lebt also doch noch, auch wenn nicht klar wird, ob durch Glück, oder weil L'Rell es so gedeichselt hat.

Offene Fragen für den Rest der Staffel

Wer ist dieser Gabriel Lorca nun genau? Die Anzeichen verdichten sich hier, dass er tatsächlich aus dem Spiegeluniversum stammt. Sein Override mit den eigenen Koordinaten ("Let's go home.") und diverse andere Andeutungen zeigen, dass hier jemand ein ganz großes und mehr als geheimes Spiel aufzieht.

Wo befindet sich das Schiff jetzt? Andere Zeit? Anderer Ort? Oder wirklich im Spiegeluniversum? In was für ein Trümmerfeld ist man hineingeflogen? Nicht mal Lorca schien es erwartet zu haben - ist hier vielleicht etwas Unerwartetes geschehen, seit der gute Captain sein Zuhause verlassen hat?

Weiß Tyler wirklich schon, dass er Voq ist? Wann wird es dem Rest der Crew enthüllt? Was plant L'Rell mit ihm? Wie haben sie es überhaupt angestellt? Was wird aus der Beziehung mit Burnham?

Was wird aus Stamets? Überlebt er? Verändert es ihn dauerhaft? Wird er vielleicht zum Reisenden aus Star Trek: The Next Generation?

Was wird aus dem Krieg mit den Klingonen nach dem Verschwinden der Discovery? Kehrt die Discovery überhaupt noch einmal in das korrekte Universum zurück?

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung besticht durch eine starke Kameraarbeit, einen atmosphärisch dichten Score und endlich einmal auch durch Aufnahmen der Discovery im Orbit eines Planeten. Schön, dass diese Tradition nun auch hier Einzug hält.

Regie führte Trek-Newcomer Chris Byrne, der zuvor nur als Assistant, Second Unit oder Supervising Director sowie Co-Produzent an Serien wie 12 Monkeys, Hannibal oder American Gods beteiligt ist - ein Fuller-Schützling also. Dies ist seine erste eigenverantwortliche Arbeit auf dem großen Stuhl - gewagt, bei einer Episode dieser Relevanz. Er rechtfertigt das Vertrauen aber mit einer dynamischen Arbeit, die keine Wünsche offen lässt.

Das Drehbuch stellt die erste Trek-Arbeit des Duos Erika Lippoldt & Bo Yeon Kim dar. Ihnen gelingt es, verschiedene schwelende Konflikte zusammenzuführen und das Ensemble in den Mittelpunkt zu stellen. Einzig die Szenen bei den Klingonen zeichnen sich erneut nicht durch zielführende Dialoge aus und fallen etwas ab. Dennoch ein ganz starkes Debüt!

Die Frau des Rezensenten

Für sie ganz klar die bisher beste Episode. Einzig Michael Burnham geht ihr inzwischen mittelschwer auf die Nerven. Ihr ständiges infrage stellen von Befehlen ihrer Vorgesetzten stört sie extrem und macht Burnham für sie zu einer negativen, unsympathischen Figur, die immer zu viel will und so ständig die gleichen Fehler macht. Uns beide erinnerte sie dabei dann auch an - Achtung! - Marion Drombusch, die sich in der kultigen deutschen Serie der 80er Jahre immer von ihrer Mutter sagen lassen musste: Marion, du kannst nicht immer das größte Stück vom Kuchen haben!

Gib dem Kind einen Namen

Into the Forest I Go: Man hätte vermuten können, der Titel spielt auf die Bewaldung von Pahvo an. In diesem Ansatz liegt jedoch keine Wahrheit. Auch geht es nicht darum, wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht - außer Tyler vielleicht bis kurz vor Schluss. Das Zitat von John Muir lautet in Gänze: "And into the forest I go, to lose my mind and find my soul." - angesichts der neuen Situation der Crew sicherlich eine Metapher für das, was sie an diesem Ort erwartet: Mehr Verrücktes und mehr Suche nach innerem Frieden. Vage, aber gut.

Fazit

"Into the Forest I Go" setzt ein Ausrufezeichen. Zwischen Action und Spannung findet sich ausreichend Raum für emotionale Dramen und das Ausloten von Motiven und Befindlichkeiten. Verschiedene Aspekte der Gesamtgeschichte kommen endlich deutlicher zum Tragen, und mit den losen Enden und der neuen Situation zum Schluss bringt man die Serie in eine äußerst anregende Position für den Rest der Staffel.

Bewertung: 4 von 5 Sterne

STAR TREK DISCOVERY - 1x09 Into the Forest I Go Trailer

Star Trek: Discovery - Szenenbilder und Teaser-Trailer zum Herbst-Finale

Star Trek: Discovery bewegt sich auf das erste große Highlight in seiner noch jungen Seriengeschichte zu. Am Sonntag wird in den USA die neunte Episode der ersten Staffel veröffentlicht. Die Folge mit dem Namen "Into the Forest I Go" ist gleichzeitig auch das Herbstfinale der Serie. Im Anschluss verabschiedet sich Star Trek: Discovery in eine kleine Pause. In Deutschland ist die neue Folge, wie gewohnt, am Montagmorgen verfügbar.

Als Einstimmung auf die Folge hat CBS pünktlich zum Wochenende erneut eine Reihe von Bildern veröffentlicht. Gemeinsam mit dem Teaser-Trailer bieten die Aufnahmen einen Ausblick darauf, was die Crew der Discovery im Herbstfinale der Serie erwartet.

"Into the Forest I Go" schließt an die Geschehnisse der achten Folge an. Um den Krieg mit den Klingonen endgültig zu beenden, widersetzt sich Lorca den Befehlen der Sternenflotte. Mit allen Mitteln der Discovery und seiner Crew will der Captain dem Konflikt ein Ende setzen.

Auch Produzent Aaron Harberts gab im Vorfeld schon einen Vorgeschmack drauf, was auf die Fans zukommt.

"Ich liebe Episode Neun. Viele Charaktere schmettern aufeinander, es finden einige Abrechnungen statt. Es werden einige Sachen passieren, mit denen die Zuschauer nicht rechnen, denke ich. Der Rest der Staffel wird sich mit den Dingen beschäftigen, die in dieser Episode passieren. Wir werden richtig Gas geben."

Nach der Ausstrahlung von Episode 1.09 kehrt Star Trek: Discovery Anfang Januar zurück. Wie CBS kürzlich bekannt gab, geht es mit der zehnten Episode "Despite Yourself" am Sonntag, den 7. Januar 2018, weiter. Hierzulande setzt Netflix die Ausstrahlung demnach am 8. Januar fort. Die verbleibenden fünf Episoden werden wieder dann im wöchentlichen Abstand ausgestrahlt. In Deutschland gibt es die Episoden, wie bisher auch, jeweils einen Tag später zu sehen.

Die Kritik zur aktuellen Episode 1.08 "Si Vis Pacem, Para Bellum " könnt ihr hier nachlesen. Auch unser Podcast Planet Trek fm beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe ausgiebig mit der letzten Folge. Zu Gast sind Christian Humberg und Mike Hillenbrand.

STAR TREK DISCOVERY - 1x09 Into the Forest I Go Trailer

Star Trek: Discovery - Updates zum Midseason-Finale + Sendedatum, Titel & Inhalt zu Episode 1.10

MÖGLICHE SPOILER

Am kommenden Sonntag wird in den USA das Midseason-Finale von Star Trek: Discovery mit dem Titel “Into the Forest I Go” veröffentlicht. Konkrete Details gibt es keine, doch es ist zu erwarten, dass die Episode von den Autoren Bo Yeon Kim und Erika Lippoldt mit einigen Wendepunkten aufwartet und die Zuschauer mit einem offenen Ende in die anstehende Winterpause entlässt.

Im Interview mit RadioTimes gibt Produzent Aaron Harberts einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Episode zu bieten hat:

"Ich liebe Episode Neun. Viele Charaktere schmettern aufeinander, es finden einige Abrechnungen statt. Es werden einige Sachen passieren, mit denen die Zuschauer nicht rechnen, denke ich. Der Rest der Staffel wird sich mit den Dingen beschäftigen, die in dieser Episode passieren. Wir werden richtig Gas geben."

Hauptdarstellerin Sonequa Martin-Green alias Michael Burnham fügt hinzu:

"Wir nehmen Fahrt auf. Es wird gleichzeitig sehr, sehr, sehr emotional. Ich finde gut, dass es danach für alle erstmal eine kleine Pause gibt, um ein wenig darüber nachzudenken, bevor der Rest der Staffel einschlägt."

CBS hat indes den Starttermin für die restlichen Folgen bekanntgegeben. Episode 1.10 "Despite Yourself" wird am Sonntag, den 7. Januar 2018 veröffentlicht. Die verbleibenden fünf Episoden folgen, wie gewohnt, im Wochentakt. Das Staffelfinale (Episode 1.15) kommt am 11. Februar 2018.

Eine erste, vage Episodenbeschreibung liest sich wie folgt:

"Während sich die Discovery in unbekanntem Territorium befindet, sieht die Crew sich dazu gezwungen, kreativ zu werden, um gegen bisher nicht gekannten Bedrohungen zu bestehen, um nach Hause zurückkehren zu können."

In Kürze beginnen auch die ersten Arbeiten an der zweiten Staffel, die jedoch vermutlich erst 2019 zu sehen sein wird.

Planet Trek fm #08 - Star Trek: Discovery 1.08: Invasion aus dem Spiegeluniversum!

PODCAST

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Planet Trek FM: Der Podcast zu Star Trek Headergrafik

Episode 1.08 "Si Vis Pacem, Para Bellum" - das ist unser Thema bei der neuen Ausgabe von Planet Trek fm, dem Podcast, der sich mit allen Fragen zum Thema Star Trek befasst. Aktuell natürlich mit klarem Fokus auf Star Trek: Discovery.

Ausgabe #08: Invasion aus dem Spiegeluniversum!

Die achte Episode von Star Trek: Discovery ist nun ein paar Tage alt. Fakt ist: Sie war kurz, sie war von Kirsten Beyer und Saru stand im Mittelpunkt. Doch endet hier etwa schon der Konsens? Unser Team redet sich in Rage. Werden die drei die Abwärtsspirale stoppen können? Was hat Mike gegen Goethe? Warum weint Björn fast? Und wie bekommt Christian seinen Humor immer so trocken?

Wir diskutieren wie immer aus vielen Perspektiven - doch gehen wir diese Woche vielleicht zu weit? Sind wir überhaupt die Originale oder böse Kopien aus einem anderen Universum? Die Antworten auf (fast) alle Fragen gibt es nur hier im Podcast.

Unsere heutigen Gesprächspartner

Christian HumbergZum zweiten Mal ist der Schriftsteller und Übersetzer Christian Humberg mit von der Partie. Gemeinsam mit Bernd Perplies schuf er die Romantrilogie Star Trek - Prometheus - und war somit der erste Autor, der mit Hollywoods Segen Star Trek für den nicht-amerikanischen Markt schreiben durfte. Die US-Ausgabe der Romane erscheint in diesem November.

Außerdem verfasste er viele preisgekrönte nerdige Lach- und Sachbücher, darunter das Erfolgsbuch Geek Pray Love - Ein praktischer Leitfaden für das Fandom, das Universum und den ganzen Rest, übersetzte weit über 30 Romane, Spiele und Comics zu Gene Roddenberrys Universum, betreute jahrelang den Star Trek - Communicator und schrieb schon für StarTrek.com, die Geek!, die SpaceView sowie für das offizielle Star Trek-Magazin.

Aktuell findet man seine Szenekolumnen alle 14 Tage auf toronline.de und seine zahlreichen phantastischen Kinderbücher wie die Reihen Drachengasse 13 und Sagenhaft Eifel! überall im Buchhandel. Lesungstermine und mehr Informationen gibt es auf seiner Homepage.

Mike Hillenbrand

Ihm und Björn zur Seite steht erneut Autor und Unternehmer Mike Hillenbrand. Mike kennen die meisten Trekkies sicher von seinen Büchern Dies sind die Abenteuer... 40 Jahre Star Trek sowie Star Trek in Deutschland: Wie Captain Kirk nach Deutschland kam mit Thomas Höhl und TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze mit Christian Humberg.

Doch ist er auch Übersetzer, Verleger (mit seinem eigenen Verlag In Farbe und Bunt), Herausgeber des Corona Magazins, Veranstalter der Phantastika und erfolgreicher Unternehmer in Sachen Spracherkennungssoftware (speechmedia).

Der Gastgeber

Erfinder und Gastgeber von Planet Trek fm ist der Journalist und Autor Björn Sülter, der neben seinen Kolumnen, Rezensionen und Artikeln für Robots & Dragons bereits seit über 20 Jahren über das Star-Trek-Franchise schreibt.

Björn Sülter

Aktuell ist er unter anderem für Serienjunkies, das GEEK!-Magazin, den FedCon Insider, Syfy oder Quotenmeter aktiv. Björn sucht sich für seine Podcasts regelmäßig spannende Gäste wie die Autoren Mike Hillenbrand, Claudia Kern oder Christian Humberg aus, um mit ihnen alle Winkel und Ecken des Trek-Kosmos zu diskutieren - Ehrensache, dass es dabei immer fair und mit einem Augenzwinkern zugeht. Das gilt natürlich umso mehr, wenn Kritik geäußert wird. Denn was man liebt, darf man auch necken.

Björn lebt mit seiner Frau, seiner Tochter, drei Hunden (die alle Namen aus Star Trek tragen), einer Katze und drei Pferden auf einem Bauernhof im norddeutschen Nirgendwo.

Einen Besuch wert ist auch seine Homepage "Sülters Sendepause" mit vielen Artikel und Rezensionen zu Star Trek und anderen Themen. Dort findet ihr auch immer aktuelle Informationen zu seinen Projekten. Alternativ könnt ihr ihn auch bei Twitter besuchen und euch dort News und Updates abholen.

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Kritik zu Star Trek: Discovery 1.08 - Si Vis Pacem, Para Bellum

SPOILER

Klingonische Intrige, Saru-Drama, Lovestory und Kollegenhilfe: Die Episode möchte vieles sein, serviert alles durchaus kompetent und liefert so ein homogenes Kapitel im großen Ganzen der Rahmenhandlung ab. 

Was passiert?

Um die Situation der Föderation im Krieg zu verbessern, sollen Burnham, Tyler und Saru eine fremde Welt erforschen. Derweil sorgt sich Tilly um Stamets, und L’Rell intrigiert mit und gegen Kol und Cornwall vor sich hin ... 

Kirsten Beyer liest Gedanken

Wir haben es hier mit dem ersten Drehbuch für die Serie von Kirsten Beyer zu tun, die für viele starke Trek-Romane verantwortlich zeichnet und als eine Art Kanon-Wachhund im Team der Produktion gilt. Sie liefert eine Episode ab, die mit drei Handlungssträngen jongliert, vor allem aber Elemente weiterverfolgt, die längst überfällig waren.
 
So stellt sie endlich den höchst interessanten Saru in den Mittelpunkt und bringt uns seine Figur näher. Darsteller Doug Jones nimmt den Ball übrigens freudig auf und liefert eine starke Leistung ab.
 
Doch ist das noch längst nicht alles. Etwas irritiert hatte ich bei der vergangenen Episode angemerkt, dass Burnhams positive Sichtweise bezüglich des Kriegsverlaufes ("because of us we are winning the war") ein wenig aus dem Nichts kam, da man bisher keine Schlachten gesehen oder von ihnen gehört hatte. Hier nun wirkt dann auch alles ein wenig pessimistischer, indem man Burnham sagen lässt, die aktuelle Mission wäre nötig, um den Krieg zugunsten der Föderation zu lenken. Vielleicht war ihr Statement vergangene Woche also eher im Sinne von "Auf geht's! Gewinnen wir das Ding!" zu sehen und weniger Ausdruck wirklicher Ereignisse.
 
In diesem Zusammenhang erleben wir übrigens auch die erste richtige Raumschlacht mit den Klingonen seit dem Untergang der Shenzou. Krieg ist selbstverständlich furchtbar - die Umsetzung hier aber tadellos und spektakulär. Die Discovery kommt dabei der U.S.S. Gagarin zur Hilfe und muss trotz hohen Einsatzes leider deren Untergang mit ansehen. Diese verflixte Tarntechnologie, die Kol allen Häusern zur Verfügung stellt!
 
So deckt Kirsten Beyer also schon drei Aspekte ab, die einer Weiterführung bedurften. Als vierter kommt noch die Problematik um Stamets und seine Nutzung des Sporenantriebs hinzu. Vier Wünsche auf einmal erfüllt? Unglaublich, aber wahr: Hier ist das kein Problem und sorgt dafür, dass an allen Ecken und Enden handlungstechnisch geschraubt wird und endlich einmal mehrere Stränge wie in Game of Thrones organisch parallel verlaufen. Die gute Frau Beyer ist eben eine kompetente Romanautorin.
 
Doch gehen wir mal der Reihe nach durch die verschiedenen Punkte.

Stamets ist wieder ganz der Alte

Endlich sehen wir, wie Stamets - offenbar inzwischen in einer Art Routine - den Sporenatrieb benutzt. Der Mann, der nach dem aktuellen Sprung jedoch aus der Kabine tritt, ist nicht derselbe Spaßvogel, den wir zuletzt erleben durften. Er erinnert eher frappierend an den Stamets, der uns allen zu Beginn der Serie mit seiner Arroganz und Feindseligkeit auf die Nerven gegangen war. Und er fragt Kadettin Tilly (die die Konsole bedient) in einem Anfall von Verwirrung, warum sie - Captain Tilly - denn hier im Labor sei. Interessant: Es geht um die Tilly, die von sich selbst behauptet, sie würde einmal Captain werden wollen. Hat Stamets dank des Antriebs etwa in die Zukunft geschaut? Oder eher einen Blick in ein Paralleluniversum riskieren können? Er selbst kann es sich auch nicht erklären, seine geschilderten Erlebnisse klingen aber sehr nach Sprüngen zwischen verschiedenen Realitäten. Hier leistet das Drehbuch dringend benötigte Arbeit und fragt endlich nach den Auswirkungen der Prozedur auf Stamets Gesundheit. Nebenbei bringt man auch noch gekonnt Tilly ins Spiel, die als eine Art Counselor fungieren darf und dabei weniger überkandidelt als sonst eingesetzt wird. Gute Arbeit, wenn es sich hier auch um die Ebene handelt, der die geringste Aufmerksamkeit zuteil wird.

Tilly & Stamets

Der Planet, das unbekannte Wesen

Die A-Handlung rankt sich um eine im besten Sinne klassische Trek-Außenmission, an der Burnham und Tyler (die verlängerten Arme Lorcas) und Saru teilnehmen. Ein vermeintlich unbewohnter Planet soll die Ortung der getarnten Schiffe ermöglichen, stellt sich aber auf eine magische Art als sehr wohl bewohnt und nebenbei als Heiliger Gral für Saru heraus. Dieser fungiert als Sprachrohr des Teams und gerät dadurch unter einen für ihn neuartigen Einfluss, der viel Eindruck auf ihn macht. Als geborener Feigling hat er nach eigenem Bekunden nie etwas anderes kennengelernt, als in Furcht zu leben. Dank der Wirkung des Planeten jedoch fühlt er sich das erste Mal in seinem Leben frei und mit sich im Reinen. Dass er dabei wirkt wie direkt aus der Classic-Episode "The Return of the Archons" ("Friede sei mit Ihnen") herübergebeamt, ist eher sympathisch retro als albern. Dennoch wirkt dieser Hippie-Saru auch ein klein wenig übertrieben. Man kommt uns hier mit einer drastischen Wesensveränderung, obwohl der eigentliche Saru uns noch gar nicht ausreichend bekannt ist. Dabei handelt es sich aber um eine Vorgehensweise, die man in Star Trek immer wieder erlebt hat. Man denke zum Beispiel an die viel zu frühen Episoden "The Naked Time" (Star Trek) und "The Naked Now" (Star Trek: The Next Generation), die Crewmitglieder in einer Art Rauschzustand präsentierten, ohne uns vorher die Zeit gegeben zu haben, diese im Normalzustand besser kennenzulernen. 

So geht es dann am Ende nur noch darum, Saru wieder in die Spur zu bekommen, was zu einer dezent weinerlich-lächerlichen Szene führt, in der der Kelpianer Burnham beschuldigt, ihm immer seine Förmchen wegzunehmen, wenn er gerade eine tolle Sandburg bauen möchte - im übertragenen Sinne natürlich. Saru wird an dieser Stelle ein wenig zu viel von seiner Souveränität und Würde weggeschrieben als nötig. Den Punkt seines Leids hatten wir auch schon früher erfasst.

Dennoch kann die Mission ein erster Ölzweig in der Beziehung der beiden sein und zu einem größeren Verständnis für das jeweilige Gegenüber beitragen.

Schön, wenn auch etwas plump, wird ebenfalls noch herausgearbeitet, wie sehr Burnham versucht, den Prinzipien der Föderation (Stichwort: Erstkontakt) treu zu bleiben, während Tyler viel schneller bereit ist, in blinden Aktionismus zu verfallen.

Was will L’Rell?

Um die Klingonin L’Rell war es zuletzt etwas still geworden. In der dritten Episode hatte sie Voq auf eine unklare Mission geschickt (bei der viele - so auch ich - glauben, sie würde darin bestehen, getarnt als Ash Tyler auf der Discovery zu spionieren), vor kurzem hatte sie dann Lorca entführt und gefoltert (oder doch nicht?) und ihn sowie Tyler schließlich wieder verloren (oder gehen lassen?). Die Narben, die ihr dieser Kampf beschert hat, dürfen wir jetzt erstmals sehen. Hier nun spielt sie Kol vor, Admiral Cornwall befragen und foltern zu wollen, erzählt dieser dann aber etwas davon, überlaufen zu wollen, um sie dann auf der Flucht vor Kols Augen doch umzubringen (oder etwa nicht?). Was plant diese Frau? In jedem Fall hat sie gegenüber Cornwall gelogen, was Voq angeht. Ob sie den Admiral nun allerdings nur benutzt hat, um Kols Gunst zu erwerben (was sehr weit hergeholt wäre) oder Cornwall gar nicht getötet hat, weil sie andere Pläne verfolgt, oder ob sie vielleicht nur improvisieren musste, weil Kol plötzlich auftauchte - es bleibt mehr als unklar. Am Ende scheint sie dann zunächst in Kols Dienst zu treten, wird aber anschließend nach erfolgter Kriegsbemalung abgeführt, da Kol behauptet, ihren Verrat durchschaut zu haben. Entweder ist dieser Teil der Handlung unnötig kompliziert, oder ich an dieser Stelle schlicht zu doof. Warten wir die weitere Entwicklung ab.
 
Mary Chieffo gelingt es in jedem Fall, die bisher einzige überzeugende und mehrdimensionale klingonische Figur der Serie zu kreieren. Gegenspieler Kol bleibt hingegen weiterhin der typisch plumpe Bösewicht, dessen einzige Leistungen in Sachen Gestik im erhobenen Zeigefinger und Drohgebärden bestehen.
 
Ein Gedanke noch, auch wenn er aus der Handlung nicht hervorgeht: So sehr, wie L’Rell Kol hasst, will sie mit Hilfe von Tyler-Voq vielleicht gar nicht die Föderation besiegen, sondern womöglich schlicht die Macht im Reich an sich reißen und eventuell gar einen Frieden mit der Föderation erreichen. Das wäre in jedem Fall eine nette Wendung im Vergleich zur bisherigen Theorie vom Schläfer an Bord der Discovery.

Einige Beobachtungen

Man entlässt die Zuschauer mit einem richtig schmissigen Cliffhanger. Die Discovery ist das einzige Schiff im Sektor (jaul), und die Klingonen sind auf dem Weg nach Pahvo. Das Herbstfinale kommende Woche kann kommen!

Lorca & Burnham
 
Ein wenig musste ich bei der Einladung der Pahvaner für die Klingonen an die Auflösung des Schattenkrieges aus Babylon 5 denken. Frieden und Krieg sowie Verständigung und Konflikt treffen aufeinander, und am Ende lassen die alten Rassen (wie die Pahvaner?) die jungen Rassen (Föderation und Klingonen) ihre Konflikte wie Kinder auf dem Schulhof austragen.
 
Die Liebesgeschichte um Burnham und Tyler wird ein wenig vertieft -  die beiden dürfen sich sogar nochmal küssen, nachdem der erste Kuss einem Timeloop zum Opfer gefallen war. Was könnte schöner sein als Knutschen in einer Art Bast-Iglu auf einem Märchenplaneten? Hach. Schön auch, wie in diesem Zusammenhang der legendäre Satz über das Wohl vieler, das mehr wiegt als das Wohl weniger, eingewoben wird. Etwas merkwürdig mutet aber an, dass Tyler dazu bereit wäre, den Krieg unnötig in die Länge zu ziehen, damit Burnham noch eine Weile auf der Discovery bleiben kann. Aber nun ja - Liebe macht sonderbare Dinge mit uns Menschen.
 
Und wo wir gerade dabei sind: Burnham rechnet offenbar damit, nach dem Krieg wieder ins Gefängnis zu müssen. Das hören wir zum ersten Mal - bisher war eher davon auszugehen, dass Lorca sie dauerhaft herausgeholt hatte. Gut aber, dass die Autoren hier offenbar doch noch tiefer in die Thematik ihrer lebenslangen Haftstrafe eintauchen wollen.

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung der Raumschlacht überzeugt von der ersten bis zur letzten Sekunde. Besonders jedoch begeistert die Welt von Pahvo, wenngleich man niemandem vorwerfen könnte, hier dezente Avatar-Anleihen zu erkennen.
 
Regie führte erstmals John S. Scott, der bisher für Serien wie Glee, Chuck oder The Office aktiv war. Ihm gelingen überraschende Perspektiven (insbesondere von der Brücke und des Planeten), was die visuelle Umsetzung durchweg dynamisch wirken lässt.
 
Das Drehbuch von Kirsten Beyer jongliert die unterschiedlichen Handlungsebenen so gekonnt, dass man sich nicht durch die Brüche gestört fühlt. Hier und da wäre eine weitere Ausarbeitung (Stamets/Tilly, Sarus Transformation, L’Rells Motive) aber ratsam gewesen. Irritierend ist, dass dies nicht geschehen und man stattdessen lieber eine fast schon dramatisch kurze Episode abgeliefert hat, die ohne Rückblick, Intro und Abspann unter 40 Minuten reiner Handlung ins Ziel kommt. Hier hätte gerade Beyer die freien Strukturen der Serie gerne ausreizen dürfen.


 
Der heimliche Star der Episode ist allerdings der Score; untermalt er doch sowohl das Schlachtengetümmel zu Beginn mit viel Dramatik, vor allem jedoch die märchenhafte Welt mit überraschenden Klängen. Tragend, atmosphärisch - einfach schön. In Sachen musikalischer Untermalung haben wir es bisher ganz klar mit der besten Trek-Serie zu tun, da man mit Konventionen der Berman-Ära bricht und Neues zulässt. Der Score ist nicht mehr nur Hintergrundberieselung, sondern darf sich auch in den Vordergrund spielen. Klasse!

Die Frau des Rezensenten

Ihr war die Episode insgesamt zu spannungsarm, um ein Highlight zu sein. Dennoch gefielen ihr auch viele Aspekte: Der Planet, die Musik und die Story um Saru. Soviel zur Habenseite. Dem entgegen stehen die Klingonen, denen sie immer noch nichts abgewinnen kann und deren Motivationen ihr weiterhin vollkommen unklar sind. Wer will eigentlich was? Ob das an den Drehbüchern liegt? Wesentlich komplexere Serien bereiten ihr da weniger Probleme - der Verdacht drängt sich also auf.

Gib dem Kind einen Namen

Si Vis Pacem, Para Bellum: Der Titel heißt soviel wie "Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor“. Dabei handelt es sich um ein Statement, das im Kontext der Episode weniger Sinn ergibt als im Kontext der Serie allgemein. Auch ist nicht klar, auf wen sich der Spruch beziehen soll. Auf Lorca trifft er fraglos zu. Und auch Tyler und Burnham scheinen ihm in dieser Betrachtung zu folgen. Doppeldeutigkeiten zu den Klingonen  sind aber eher ausgeschlossen - es sei denn, man definiert Frieden auf Klingonisch ein wenig um.

Fazit

"Si Vis Pacem, Para Bellum“ ist die erste Episode, die sich wirklich wie das Teil eines größeren Puzzles anfühlt, dessen Drehbuch seine losen Enden in der Hand hält und weiterspinnt, die Charaktere des Ensembles beschäftigt und den Zuschauer gleichermaßen schlauer und verwirrter zurücklässt. Dass man dazu noch eine hübsche "awe and wonder“-Geschichte erzählt und mit der Umsetzung punkten kann, rundet den Gesamteindruck ab.

Bewertung: 3.5 von 5 Sterne

zusätzlicher Bildnachweis: 
© CBS

STAR TREK DISCOVERY - 1x08 "Si Vis Pacem, Para Bellum" Promo

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