Die Winchester bekommen Zuwachs: Kritik zum Piloten von Supernatural Bloodlines

Supernatural-Fans haben sich den 29. April im Kalender groß angestrichen. Nach vielen Meldungen über Casting und Setting ist an diesem Tag endlich der angekündigte Backdoor-Pilot innerhalb der Mutterserie über den Bildschirm geflimmert. Die Folge, die ebenfalls Namen Bloodlines trägt, beginnt ein neues Kapitel der Serie, welches dann im Herbst als eigene Serie fortgesetzt werden soll.

Supernatural Bloodlines hat zu Beginn den großen Vorteil, dass man auf eine vollständig entwickelte Welt zurückgreifen kann. Daher ist die Prämise des Spin-off auch relativ schnell etabliert. Die bekannten Monster der Serie leben in Chicago in einer Art Mafia-Verhältniss. Fünf Monster-Familien (Gestaltwandler, Werwölfe, Vampire, Ghuls und Dschinn) haben die Stadt untereinander aufgeteilt und herrschen jeweils über ihren Bereich. Als das Oberhaupt der Gestaltwandler umgebracht wird, steht ein offener Krieg zwischen Gestaltwandler und Werwölfen bevor. David Lassiter (Nathaniel Buzolic), der Bruder des Getöteten, kehrt daraufhin zu seiner Familie zurück. Er stellt eigene Ermittlungen an, um den Krieg doch noch zu verhindern. Dabei trifft er auf Ennis Roth (Lucien Laviscount), einen Polizisten, der sich am Tatort befand, als der Mord geschah. Ennis ist selbst auf der Suche nach dem Mörder, da auch seine Freundin bei der Aktion ums Leben kam. Er hatte bis vor Kurzem jedoch keine Ahnung, dass es Monster wirklich gibt. Ein Treffen mit den Winchesters öffnet ihm jedoch schnell die Augen. Als dann die ehemalige Geliebte (Melissa Roxburgh) des Gestaltwandlers David entführt wird (eine Werwölfin), machen sich alle vier auf, um den Killer zu stoppen.

Nachdem der Abspann des Piloten zu sehen ist, muss man als Erstes festhalten, dass Supernatural Bloodlines mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig mit der Mutterserie zu tun haben wird. Das muss grundsätzlich nicht schlecht sein, allerdings stehen die Macher durchaus vor einer schwierigen Aufgabe. Gerade die Charaktere benötigen noch einiges an Arbeit.
Dass Sam und Dean in der ganzen Folge nur eine Nebenrolle einnehmen würden, war zu erwarten gewesen und gibt den Autoren Zeit, die verschiedenen Figuren einzuführen. Dieser Part nimmt auch den Großteil der ersten 20 Minuten ein. Dabei greift man jedoch sehr stark in der Klischee-Kiste. Es wirkt teilweise, als hätten die Macher die Figuren nach dem Baukastenprinzip ausgewählt.

  • arroganter Oberwerwolf-Schönling – check
  • einen von Rache getriebenen Underdog – check
  • schwarzes (aber für den Zuschauer doch sympathisches) Schaf der Familie – check
  • bitchy Schwester - check
  • obligatorische Romeo-und-Julia-Lovestory – check

Dass die Figuren nicht weiterhin diese Klischees bleiben, ist eine der wichtigsten Aufgaben, die nun vor den Autoren liegt.


Die Grundprämisse ist dabei generell durchaus interessant. Wenn man sich auf die Intrigen und Machtkämpfe zwischen den Familien konzentriert, nicht in Gefahr läuft in Soap-Gewässer abzudriften, dann kann Supernatural Bloodlines eine gute Serie werden. Problematisch wird es, wenn man sich entweder auf Monster-of-the-Week-Folgen beschränkt, oder ein zweites Vampire Diaries etablieren möchte. Gerade im Piloten waren die Soap-Elemente durchaus schon sehr stark ausgeprägt. Dies mag für den klassischen CW-Zuschauer Sinn machen, bei den Supernatural-Fans stößt es sicherlich nicht überall auf Gegenliebe. Wichtig wird dazu, wie die anderen drei Familien in die Dynamik der Serie passen. Im Piloten fokussierten sich die Geschehnisse vor allem auf die Gestaltwandler und Werwölfe. Von den Vampiren, Ghuls und Dschinn gab es nur wenig zu sehen.



Das Casting ist kann ebenfalls als gelungen bezeichnet werden. Zwar wurden in typischer CW-Manier wieder nur Schauspieler gecastet, die alle aus einer Model-Akademie stammen könnten, aber die Chemie ist gerade zwischen Lucien Laviscount und Nathaniel Buzolic durchaus vorhanden. Die beiden können die Serie mit Sicherheit tragen, wenn denn die Handlung stimmt. Am Ende wird es vermutlich darauf ankommen, ob eine Supernatural-Serie ohne Sam und Dean überhaupt möglich ist. Die beiden sind der zentrale Punkt der Mutterserie und in Bloodlines gibt es bisher keinen Charakter, der an es mit ihnen aufnehmen könnte. Daher kann das Spin-off am Ende nur durch eine gute Geschichte überzeugen. Eine Chance sollte man den Machern aber definitiv geben.

Supernatural Poster

Originaltitel: Supernatural (2005)
Erstaustrahlung am 05.09.2005 bei The WB (ab 2006 The CW) / 15.10.2007 bei ProSieben
Darsteller: Jared Padalecki (Sam Winchester), Jensen Ackles (Dean Winchester), Jeffrey Dean Morgan (John Winchester), Jim Beaver (Bobby), Samantha Ferris (Ellen Harvelle)
Produzenten: Eric Kripke, Robert Singer, McG, David Nutter, Kim Manners, John Shiban, Phil Sgriccia, Sera Gamble, Ben Edlund, Jeremy Carver
Staffeln: 13+
Anzahl der Episoden: 282+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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