Sülters IDIC: Ich bin bereit für Star Trek: Discovery - Ihr auch?

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Sülters IDIC

Weisst du noch?

Es fühlt sich schon ein wenig surreal an. Bereits im November 2015 wurde eine neue Star Trek-Serie angekündigt, über die man damals jedoch noch ziemlich wenig wusste. Alex Kurtzman (der sich durch seine Beteiligung an den Reboot-Filmen viel Kritik hatte gefallen lassen müssen) war als Produzent an Bord gekommen, und man wollte die Serie nutzen, um den weitestgehend unbekannten Streamingdienst CBS All Access zu befeuern. An beiden Brennpunkten hat sich seitdem nichts geändert. Dass die Serie dennoch fast zwei Jahre durchs Feuer gehen musste, dürfte jedoch den wenigsten Fans entgangen sein...

To Fuller or not to Fuller

Zunächst einmal merkten viele Fans auf, als Trek-Fan und Edel-Produzent Bryan Fuller den Job des Showrunners erhielt. Keimte da sogar direkt so etwas wie vorsichtige Euphorie auf? Eine erste Verschiebung der Serie, das Ende von Fuller und weitere Verzögerungen ließen diese jedoch fast direkt wieder ersticken. Star Trek: Discovery entwickelte sich besonders im Übergang von 2016 zu 2017 zu einem Problemfall, dem die Fans mehr und mehr mit Skepsis entgegen sahen.

It's been a long road

Auch ich muss zugeben, dass meine Vorfreude eine lange Zeit auf Sparflamme vor sich hin köchelte. Das lag jedoch weniger an Franchisemüdigkeit, sondern vielmehr an Befürchtungen, der Name Star Trek würde erneut nur benutzt werden, um eine Vermarktungsplattform zu bewerben. So hatte man 1995 mit Star Trek: Voyager eine eigentlich vom Ansatz spannende Serie auf einem vollkommen ungeeigneten Network (UPN) platziert und sie in ihrer inhaltlichen Entfaltung stark behindert - einzig um dem angestrebten Klientel des Senders gerecht zu werden. Letztlich schwang aber auch die Angst mit, man würde nun auch noch den letzten Funken Lebensenergie, der durch die Reboot-Filme zumindest kommerziell wieder angeheizt worden war, aus der einstmals fetten Kuh Star Trek melken wollen.

Doch was soll ich sagen? Fast zwei Jahre Entwicklungszeit, erste Infos, Bilder und Trailer sowie eine besonders auf der Zielgeraden durchaus geschickte Kampagne haben auch in mir das Feuer wieder entfacht. Obwohl ich in den vergangenen über dreißig Jahren bereits tausende Stunden Star Trek konsumiert habe, bin ich bereit für mehr. Ich bin bereit für neue Abenteuer, neue Charaktere, neue Blickwinkel und dafür, mich wieder fesseln zu lassen. Von einer Crew, die erzählerisch dorthin vordringt, wo vielleicht wirklich noch niemand - oder nur wenige - vor ihr waren.

Björns Einkaufsliste

Was brauchen wir dazu? Zunächst einmal müssen die Autoren dafür sorgen, dass die Charaktere leben. Wir brauchen Menschen und Außerirdische, mit denen wir leiden und lachen können und die wir ins Herz zu schließen bereit sind. Wir möchten angeregt werden von guten Geschichten, spannenden Beobachtungen unserer Zeit, eingepackt in den Kontext der Serie. Wir möchten am Ende einer Episode ungeduldig auf die Fortsetzung warten und dabei nicht von billigen Tricks oder falschen Fährten hereingelegt werden. Wir brauchen echtes Drama und keine Schaumschlägerei. Wir möchten, dass die Autoren den Kanon respektieren, aber auch kreativere Wege gehen, als nur Bekanntes auszuschlachten. Wir nehmen Fan-Service gerne an, wollen aber nicht von Tribbles, bekannten Charakteren und Zaunpfählen erschlagen werden. Wir möchten in rund einem Dreivierteljahr sagen können: Ja, das war eine tolle Staffel! Gebt uns mehr! Dann wäre Star Trek wirklich zurück - und zwar genau dort, wo es eigentlich herkommt und hingehört: Auf dem heimischen TV.

Mit Robots & Dragons in der ersten Reihe

Wir von Robots & Dragons haben euch in den zurückliegenden 22 Monaten mit allen News versorgt, die wir für euch im weltweiten Netz finden konnten, wir haben mit der Kolumne Sülters IDIC verschiedene Ecken des Trek-Universums beleuchtet, Fragen gestellt, beantwortet, offen gelassen und letztlich mit euch dank eurer tollen Kommentare über viele spannende Themen diskutiert.

Und das war erst der Anfang! Viele von euch haben vergangene Woche bereits in unseren brandneuen Podcast Planet Trek fm reingehört, der sich ab sofort jede Woche den neuesten Episoden widmen wird. Dazu werde ich weiterhin spannende Gäste wie die Autoren Mike Hillenbrand, Christian Humberg oder Claudia Kern begrüßen, Fans und Trek-Kenner und viele weitere Überraschungen. Wir werden die Episoden für euch einordnen, verschiedene Sichtweisen abgleichen und bewerten, was uns da auf den TV-Schirm gelangt. Ab sofort übrigens auch via iTunes. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns dort besucht, abonniert und bewertet!

Zusätzlich werde ich jede Episode in einer ausführlichen Rezension würdigen. Nach mehr als zwanzig Jahren, in denen ich bereits über Trek schreibe, ist der Reiz dabei immer noch genauso groß wie zu Beginn. Ich freue mich auf eure Kommentare und heiße Diskussionen!

Und selbstverständlich wird unsere fleißige Redaktion auch weiterhin alles für euch herausfinden, worüber es sich zu lesen und zu sprechen lohnt. Eigentlich ist es ganz einfach: Robots & Dragons ist und bleibt eure Anlaufstelle für Star Trek: Discovery und alle anderen Themen aus den Bereichen Science-Fiction und Phantastik.

Sülters letzte Worte

Vorfreude ist die schönste Freude, doch jetzt darf es gerne endlich losgehen. Sofort. Ich möchte die Charaktere kennenlernen, das Flair der Serie fühlen, die Welt erkunden, die Story aufsaugen und einfach wieder eintauchen in eine Welt, die mich seit nahezu dreieinhalb Jahrzehnten begleitet. Star Trek lebt und schenkt uns vorerst mindestens fünfzehn neue Abenteuer. Kann schiefgehen, kann aber auch richtig toll werden. Ich bin bereit! Ihr auch?

 

Björn Sülter ist als freier Redakteur unter anderem bei Onlinepublikationen wie Quotenmeter, Serienjunkies und auch Robots & Dragons aktiv. Im Printbereich schreibt er zum Beispiel für das Phantastik-Magazin Geek!. Der Autor und Musiker ist Fachmann in Sachen Star Trek. Seit 20 Jahren schreibt er über das langlebige Franchise.

Für Robots & Dragons begleitet er exklusiv die neue Trek-Serie mit seiner Kolumne Sülters IDIC , ist für den Podcast Planet Trek fm verantwortlich und wird auch für ausführliche Kritiken zu den Episoden sorgen. Der Name der Kolumne steht stellvertretend für das, was uns Trekkies auszeichnet: Einen offenen Geist zu behalten und die Vielfalt als etwas Wertvolles zu schätzen. Infinite Diversity in Infinite Combinations. Zusätzlich gibt er in Sülters Warpkerkette regelmäßig Anekdoten über Star Trek zum besten.

Björns Homepage und somit viele seiner Artikel und Trek-Rezensionen erreicht ihr unter www.sülterssendepause.de.

Star Trek: Discovery Logo 2017

Originaltitel: Star Trek: Discovery
Erstaustrahlung 24. September 2017 bei CBS All Access / 25. September 2017 bei Netflix
Darsteller: Sonequa Martin-Green (Michael Burnham), Jason Isaacs (Captain Gabriel Lorca), Michelle Yeoh (Captain Georgiou), Doug Jones (Lt. Saru), Anthony Rapp (Lt. Stamets), Shazad Latif (Lt. Tyler), Maulik Pancholy (Dr. Nambue), Chris Obi (T’Kuvma), Shazad Latif (Kol), Mary Chieffo (L’Rell), Rekha Sharma (Commander Landry), Rainn Wilson (Harry Mudd), James Frain (Sarek)
Produzenten: Gretchen Berg & Aaron Harberts, Alex Kurtzman, Eugene Roddenberry, Trevor Roth, Kirsten Beyer
Entwickelt von: Bryan Fuller & Alex Kurtzman
Staffeln: 1
Anzahl der Episoden: 15


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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