Angespielt: Monster Hunter: World – Endlich wieder grinden!

Die Monster-Hunter-Reihe gibt es bereits seit 2004 und hat seitdem bereits zehn Hauptspiele und zahlreiche Spin-Offs hervorgebracht. Insgesamt konnte das Franchise knapp 20 Millionen Kopien an die Spieler bringen, davon allein 17 Millionen in Japan, wo die Reihe zu einer der beliebtesten Spieleserien zählt. Im Westen wurden die Monster-Hunter-Titel im Laufe der Jahre immer beliebter, zählen hierzulande jedoch tatsächlich zu den Nischenspielen. Noch, denn mit Monster Hunter: World schickt Capcom sich an, mehr als nur die japanischen Fans auf sich aufmerksam zu machen.

Nach all dem Ärger der letzten Wochen über kostenpflichtige Zusatzinhalte und Lootboxen ist Monster Hunter: World eine erfrischende Abwechslung, denn alles, was die Spieler benötigen, wird bereits ab der Veröffentlichung mitgeliefert. Weitere Monster und Event-Quests sollen zudem in den nächsten Monaten durch kostenlose Updates hinzugefügt werden. Jedoch kommt auch Monster Hunter: World nicht ohne Miktrotransaktionen aus, die sich derzeit auf kosmetische Gegenstände, wie Emotes, Skins oder Stempel für den Chat, beschränken.

Monster Hunter: World ist seit dem 26. Januar für Xbox One und PlayStation 4 erhältlich. Eine Version für den PC soll noch in diesem Jahr folgen.

Auf in eine neue Welt

Monster Hunter: World bietet eine Story, die vor allem dazu gedacht ist, den Einstieg in die Reihe zu erleichtern und die namensgebenden Monster vorzustellen. In Quests werden den Spielern nach und nach Besonderheiten des Gameplays beigebracht, während die Geschichte an sich nicht sonderlich aufregend und auch schnell erzählt ist.

Als einer von mehreren Top-Jägern macht man sich auf den Weg in die Neue Welt, um den in Astera stationierten Jägern und Forschern zur Hand zu gehen. Auf dem Weg dorthin kreuzt jedoch der gigantische Zorah Magdaros auf, ein Drachenältester mit einer steinernen Haut und Vulkanen auf dem Rücken. Das riesige Ding gehört jedoch zur Ältestenwanderung, bei der die Drachenältesten alle zehn Jahre über das Meer in die Neue Welt reisen. Warum das so ist, will nun das Hauptquartier in Astera herausfinden.

Die Story, so einfallslos sie auch scheinen mag, funktioniert, da das Spiel sich zu keiner Zeit selbst ernst nimmt. Capcom weiß ganz genau, dass die Monster im Fokus stehen und setzt diese absolut gekonnt in Szene.

Nun folgt Auftrag um Auftrag, bei dem etwa neue Gebiete, Monster oder auch spezielle Ausrüstungsgegenstände im Fokus stehen. Selbst wenn das Spiel dadurch etwas einsteigerfreundlicher gestaltet ist, wird den angehenden Jägern trotzdem nicht alles auf dem Silbertablett präsentiert: So stehen den Spielern zwar bereits zu Anfang alle 14 Waffenklassen zur Verfügung, wie diese am effizientesten genutzt werden, muss jedoch selbst in einem Trainingsraum geübt oder aber am lebenden Monster erprobt werden.

Jäger und Sammler

Entweder per Quest oder aber im Rahmen einer freien Expedition schlägt man sich in die Welt der Monster. Um diese aufzuspüren gilt es, fleißig Fährten zu lesen und ein Auge auf die Umgebung zu halten. Die macht nämlich nicht nur was her, sondern kann auch in eventuelle Kämpfe mit einbezogen werden. Darüber hinaus lassen sich überall Pflanzen, Pilze oder Insekten finden, die für die Erstellung von Gegenständen, wie etwa Tränken, verwendet werden können.

Trifft man auf eines der Biester, die zwischen nett und possierlich oder auch gigantisch schwanken, ist Aufmerksamkeit angesagt. Die Monster besitzen keine Lebensbalken, die einem anzeigen, wie es um deren Gesundheit bestellt ist, und auch wie man den Viechern am besten zusetzt, muss letztendlich selbst herausgefunden werden. Einen Hinweis auf den Kampfverlauf bietet beispielsweise eine Veränderung im Bewegungsablauf der Monster, etwa Humpeln oder Stolpern.

Jedes der Tiere wird sich bis aufs virtuelle Blut wehren und dabei spezifische Angriffe oder sogar Combos nutzen. Die Beobachtung der Ziele und ein geschicktes Ausweichen sind unerlässlich, auch weil die Kämpfe gerne auch einmal etwas länger dauern. Die Begegnungen sind in mehrere Phasen unterteilt, nach denen sich das Monster zurückzieht und die Spieler die Verfolgung aufnehmen müssen. Im Verlauf des Duells werden die Tiere zwar immer angeschlagener, dafür jedoch auch gefährlicher. Gerade dieser beidseitige Tanz auf Leben und Tod macht die Jagd immer wieder interessant und spannend, auch weil in der offenen Spielwelt immer die Gefahr besteht, dass sich in die Kämpfe noch ein zweites oder drittes, möglicherweise noch gefährlicheres, Monster einmischt.

Der Lohn der Mühe sind die Überbleibsel der Monster. Aus ihnen können neue und bessere Rüstungen hergestellt werden, mit denen sich das nächste, größere und gefährlichere Tier erlegen lässt. Anders als bei anderen Vertretern der Spielegattung "Looten und Leveln" findet in der Monster-Hunter-Reihe kein "Leveln" an sich statt, denn der eigene Charakterfortschritt ergibt sich allein durch das Schmieden und Verbessern von Ausrüstung.

Multiplayer mit Hindernissen

Bei all der Liebe zum Detail, die Capcom unbestreitbar in das Spiel gesteckt hat, scheint man bei dem Multiplayer-Modus wohl ein bisschen zu sehr um die Ecke gedacht zu haben. So ist das Zusammenspiel mit Freunden und Fremden so umständlich gestaltet, dass sich auf zahlreichen Seiten im Internet Anleitungen für die erfolgreiche gemeinsame Monsterjagd finden lassen. Es ist Spielern derzeit etwa unmöglich, zusammen mit ihren Partymitgliedern Zwischensequenzen anzuschauen. Eine Notlösung in der Community ist es daher, dass alle Mitglieder der bis zu vier Spieler großen Party eine Quest alleine starten, sich die Cutscene ansehen und die Quest danach wieder abbrechen. Danach kann die Aufgabe zusammen mit den weiteren Mitstreitern erneut angegangen werden. Eine unglückliche Designentscheidung der Entwickler, die bestimmt auch anders hätte gelöst werden können.

Besonders hart hat es hier sogar die Jäger auf der Xbox One getroffen: zahlreiche soziale Features, wie etwa die SOS-Signale, mit denen sich Spieler in der Nähe zu Hilfe rufen lassen, funktionierten zum Start nicht und wurden deshalb vorübergehend deaktiviert. Bleibt zu hoffen, dass Capcom hier noch einmal tüchtig nachbessert, denn gerade im Zusammenspiel mit anderen Jägern kann das Spiel besonders brillieren.

Fazit

Monster Hunter: World hat neben seiner lebendigen Welt, für die die Entwickler angeblich sogar mit Biologen, Verhaltensforschern und Ökologen zusammengearbeitet haben, noch einiges mehr zu bieten. So viel mehr, dass selbst Veteranen der Serie ihre Funde derzeit aufgeregt in diversen Internetforen teilen.

Die Welt ist detailreich gestaltet, und jede Begegnung mit den Monstern fühlt sich anders an, da man nie vorhersehen kann, in welchem Terrain man auf sie trifft oder welche anderen Viecher noch zugegen sein werden. So ist auch das Abfarmen der Monster, das wiederholte Töten der Gegner für ihre wertvollen Hinterlassenschaften, im Allgemeinen auch "Grind" genannt, kaum langweilig. Capcom präsentiert den Nutzern einen Spielplatz voller Möglichkeiten, ihren Widersachern an den Kragen zu gehen und setzt auf deren Kreativität, mit den verschiedenen Waffen, Tränken, Fallen oder Munition das Beste aus ihrer jeweiligen Situation zu machen. Monster Hunter: World ist mit seiner Komplexität sicher kein Spiel für Zwischendurch, bietet jedoch auch kompletten Neulingen genug Anreize, um für längere Zeit am Ball zu bleiben.

Monster Hunter: World - Launch Trailer

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