Opa wird's schon richten - Kritik zur Pilotfolge und Folge 1.02 von Krypton

In diesem Jahr feierte Superman seinen 80. Geburtstag - und die Geschichten rund um den Man of Steel sind im Laufe der Jahre in mehreren Filmen und Serien adaptiert worden. Mit Krypton gibt es nun eine neue Serie im Superman-Universum. Sie fungiert jedoch als Prequel und konzentriert sich nicht Superman selbst.

Viel mehr spielt Krypton rund 200 Jahre vor der Geburt Kal-Els und konzentriert sich auf Seyg-El (Cameron Cuffe), den Großvater von Superman. Val-El, das Oberhaupt des Hauses El, wird von der korrupten Regierung des Hochverrats für schuldig befunden und exekutiert. Sämtlicher Privilegien beraubt erziehen Ter-El und Charys-El ihren Sohn Seg in den Slums der Unterklasse der Mehrklassengesellschaft.

Die Handlung setzt 14 Jahren nach der Exekution Val-Els sein. Seg ist mittlerweile ein junger Mann, der sich mit dubiosen Tätigkeiten sein Geld in den Slums verdient. Dort trifft er auf einen Fremden, der sich als Zeitreisender entpuppt. Adam Strange (Shaun Sipos), so sein Name, warnt Seg vor eine Bedrohung und erzählt ihm von seinem Enkel Kal-El, der auf der Erde als Superman bekannt ist. Seg weiß jedoch nicht, ob er Adam so recht Glauben schenken kann - und dann ist da auch noch sein Gerechtigkeitssinn, der das, was seiner Familie angetan worden ist, rächen möchte.

Ein lebensbejahendes Schwarz

So weit - so ungefähr die Handlung der ersten beiden Folgen von Krypton, die die Weichen für die weitere Handlung stellen. Kenner des Superman-Universums werden sich in dem Gewirr der auf sie einprasselnden Namen umgehend zurechtfinden. Gelegenheitsgucker könnten anfangs aber vermutlich Schwierigkeiten haben, jede Figur der Serie sofort einordnen zu können. Nach einer rasanten Einstiegsfrequenz, die die Ereignisse um Val-El thematisiert, fährt das Tempo von Krytpon aber ein wenig zurück und nimmt sich die Zeit, das Setting der Serie zu erklären. Schnell ist klar, dass ein Leben in der Unterklasse kein Zuckerschlecken ist. Ebenso schnell ist aber auch klar, dass ein Posten in den Sagitari, einer Eliteeinheit, die weder Gnade kennt noch gewährt und für Recht und Ordnung sorgt, ebenso kein Zuckerschlecken ist. Alles in einem also kein leichtes, lustiges Leben.

Unterstrichen wird die Stimmung wie es sich für so eine düstere Prämisse gehört mit einer ebenso düsteren grau-schwarzen Ausstattung. Die Häuser sind dunkel. Die Kleidung variiert von weniger Schwarz über Schwarz zu wirklich schwarzem Schwarz. Krypton meint es offenbar erst, schließlich sind eine Bedrohung und Korruption kein Kindergeburtstag.

Man gebe eine Prise Witz und einen Schuss Liebe hinzu

Aber will das Publikum wieder etwas sehr Ernstes und Düsteres aus dem DC-Universum sehen? Glücklicherweise hat Serienschöpfer David S. Goyer, der unter anderem mit für die Drehbücher von Man of Steel und Batman v Superman verantwortlich zeichnete, einen anderen Weg gewählt.

Denn Krypton bekommt von Goyer noch eine Schuss Witz. Seg zur Seite steht nämlich der Kneipenbesitzer Kem (Rasmus Hardiker), der stets einen passenden Spruch auf Lager hat. Und zum Glück sind diese Sprüche selten platt, sondern überraschen mit einem gut platzierten Schmunzeln in dem Momenten, in denen die Serie sonst zu sehr ins Dramatische abgleiten droht. Ebenso zur Situationskomik bei trägt die Figur das Adam, immerhin ist er Seg seiner Zeit wörtlich um einiges voraus; außerdem hebt sich Adam auch optisch ab, was Krypton für leichtere Momente nutzt.

Garniert wird die Serie dann noch mit einer Prise verbotene Liebe. Seg liebt Lyta-Zod (Georgina Campbell). Lyta liebt Seg. Aber so wirklich lieben dürfen sich beide nicht, immerhin gehört Lyta den Sagitari an und ist eigentlich mit Dev-Em (Aaron Pierre) verlobt. Also lieben sie sich heimlich. Damit das Ganze dann auch nicht zu simpel ist, wird Seg nebenbei auch noch Nyssa-Vex (Wallis Day), der Tochter der führenden Magistrat, versprochen. Klingt nach viel Drama, kommt aber zum Glück nicht prominent platziert daher und fügt sich damit passend in das Erzähltempo der Serie ein.

Das Wichtigste an einer Serie ist jedoch das Ensemble. Für Krypton hat man gerade mit Cameron Cuffe eine gute Wahl für die Hauptrolle gefunden. Cuffe hat die Ausstrahlung, die sich der Zuschauer für den Großvater Supermans erhofft, und zeigt bereits in der Pilotfolge die verschiedenen Facetten Segs. Besonders positiv fällt hierbei auf, dass ein rachsüchtiger Seg sehr viel weniger klischeebehafteter wirkt also so manch andere Figur in anderen Franchises. Cuffe hat sich hier weniger für die Hau-Drauf-Darstellung, sondern mehr für eine leise und damit subtilere Darstellung entschlossen.

Fazit

Die ersten beiden Folgen Krypton sind überraschend kurzweilig und bieten gerade für Nicht-Experten im Superman-Franchise einen guten Einstieg, um etwas über die Vorgeschichte des Hauses El und Krypton zu erfahren. Kenner des Man of Steels bekommen dazu noch einige Easter Eggs präsentiert. In den USA scheint Krypton sein Publikum gefunden zu haben, Syfy hat im Mai diesen Jahres eine zweite Staffel bestellt, die im nächsten Jahr ausgestrahlt werden soll.

Im deutschen Fernsehen startet Krypton heute um 20.15 Uhr mit der Doppelfolge auf Syfy. Anschließend wird jeden Donnerstag um 21 Uhr die neue Folge ausgestrahlt, die Folge der Vorwoche wird vorab um 20.15 Uhr wiederholt.

Krypton Logo

Originaltitel: Krypton (2018)
Erstaustrahlung 21.03.2018
Darsteller: Cameron Cuffe, Georgina Campbell, Ian McElhinney, Elliot Cowan, Ann Ogbomo, Rasmus Hardiker, Wallis Day, Aaron Pierre
Produzenten: David S. Goyer, Ian Goldberg, Damian Kindler
Staffeln: 1
Anzahl der Episoden: 10


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