Kritik zu Happy Death Day 2U: Und täglich grüßt der Todestag!

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Jessica Rothe in Happy Death Day 2U

"BIM!" Im November 2017 wurde Tree (Jessica Rothe) pünktlich um 9 Uhr morgens von der Uhr im Glockenturm des Bayfield Colleges geweckt und daran erinnert, dass sie die Zeitschleife, in der sie gefangen war, nicht durchbrochen hatte. Ein mysteriöser Mörder mit einer Babymaske hatte es auf die Studentin abgesehen - ausgerechnet auch noch an ihrem Geburtstag. Letztendlich konnte Tree jedoch herausfinden, wer ihr nach dem Leben trachtete. Kuss. Happy End für Tree und auch Carter (Israel Broussard), in den sie sich im Verlaufe der Geschichte verliebt hatte.

Damit wäre die Geschichte eigentlich zu Ende erzählt. Eigentlich. Aber Regisseur Christopher Landon hatte bereits Pläne für eine Fortsetzung, als Happy Deathday noch gar nicht in den Kinos gestartet war. Das Einspielergebnis von weltweit knapp 125 Millionen US-Dollar bei einem Produktionsbudget von circa 5 Millionen US-Dollar war für das Studio dann auch Grund genug, dass Landon mit Happy Death Day 2U seine Pläne in die Tat umsetzen durfte.

Antworten wollte der Regisseur geben. Antworten auf all die Fragen, die im Vorgänger nicht beantwortet wurden. Dabei gab es gar nicht so viele offene Aspekte, wie wir auch in unserer damaligen Kritik angemerkt haben. Somit konnte sich der Regisseur wohl nur der Problematik widmen, wie Tree überhaupt in den Zeitschleifen-Schlamassel reingeraten ist.

Die offizielle Inhaltsangabe behauptet, dass "Tree Gelbman erneut mit einer Zeitschleife und einem Killer konfrontiert [ist]. Dieser hat es dieses Mal jedoch nicht nur auf sie, sondern auch ihre Freunde abgesehen. Es reicht für Tree also nicht aus, ihren eigenen Tod zu verhindern und den Killer zu finden. Sie muss ihn stoppen, bevor er einen ihrer Freunde tötet. Gelingt ihr dies nicht, heißt es, den Tag zu wiederholen, was bedeutet, dass sie zunächst einmal sterben muss."

Das ist nur bedingt richtig, um nicht vorab allzu viel über die Fortsetzung verraten zu müssen. Happy Death Day 2U konzentriert sich vorrangig darauf, keinen Fokus auf das Murmeltier-Thema zu legen, sondern greift andere Ideen rund um das Thema "Zeit" auf. Landon hat in der Tat seine Drohung wahr gemacht, dass der erste Film ein paar Easter Eggs enthält, die Aufschluss auf die Handlung zur Fortsetzung geben. In der Tat ergeben Hinweise im Film, wie Poster an den Wänden der Studentenbuden, einen tieferen Sinn.

Außerdem hat der Regisseur sich nicht davon abhalten zu lassen, sämtliche Zutaten, die es aus dem "Mach keinen Unsinn mit der Zeit!"-Genre gibt, zu nehmen, diese in den Mixer zu werfen und daraus einen Film zu konzipieren, der weder reiner Horror, reine Comedy oder reine Romanze ist. Und genau das macht den Charme von Happy Death Day 2U aus.

Kam Teil 1 mitunter noch recht düster daher und konzentrierte sich mit der Jagd auf den Mörder eher aufs Horror-Genre, punktet der Nachfolger damit, dass er sich in keine Schublade packen lässt. Tree ist charakterlich durch die Erlebnisse in Happy Deathday gereift und nicht mehr die zickige Diva. Jessica Rothe hat sichtlich Spaß daran, nun jede Facette ihrer Rolle darzustellen. Teilweise darf die Zicke noch durchblitzen, jedoch auch der Hauch Romantik mit einer Prise Verletzlichkeit fehlt nicht. Und dass Rothe komödiantisches Talent besitzt, war bereits im Vorgänger deutlich.

Aber auch Rothes Mitstreiter dürfen dieses Mal zeigen, dass sie ein gutes Comedy-Timing besitzen. Zwar zündet nicht jeder Gag, den Zuschauern bleiben jedoch Gags aus der untersten Schublade glücklicherweise erspart. So gestaltet sich Happy Death Day 2U kurzweilig und niemals flach.

Bedauerlich ist aber, dass der Film wirkt, als wären die wenigen Horror-Elemente gezwungenermaßen mit eingebaut worden. War Teil 1 stellenweise noch düster und baute Spannung bis zur Auflösung auf, präsentiert Teil 2 eher halbherzig zu Beginn der Handlung einen Moment, der mit viel gutem Willen dem Horror-Genre zugeordnet werden kann. Dann trifft das Drehbuch aber die nicht clevere Entscheidung, den Mörder in den Hintergrund zu rücken, um mit einer zugegeben witzig gemachten Montage zu zeigen, damit Tree ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen kann - damit bleibt aber die Spannung komplett auf der Strecke.

Außerdem sollte man Landons mitunter hanebüchene Ideen rund um den Zeit-Aspekt nicht einmal ansatzweise ernst nehmen. Obwohl das ganze in ein pseudo-intellektuelles Gewand gepackt wird, wirkt vieles wenig glaubwürdig. Zudem verschwurbelt sich der Regisseur mit der Grundidee zur Fortsetzung in einige komplexe Sackgassen. Zwar muss man sich den Film nicht hochkonzentriert ansehen, der Zuschauer sollte jedoch ein Auge auf einige Feinheiten halten, um sich von den ganzen Irrungen und Wirrungen nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

Fazit

Wer sich von Happy Deathday gut unterhalten fühlte, wird auch seinen Spaß an der Fortsetzung haben. Allerdings sollte sich man dann der Tatsache bewusst sein, dass das Murmeltier an die Kandare gelegt wurde, um die Ausrichtung des Franchises zu ändern. Wer an Teil 1 bereits keinen Spaß hatte, wird sich vermutlich auch wenig für den Nachfolger erwärmen können.

Happy Deathday 2U
Originaltitel:
Happy Deathday 2U
Kinostart:
14.02.19
Laufzeit:
100 min
Regie:
Christopher Landon
Drehbuch:
Christopher Landon
Darsteller:
Jessica Rothe, Israel Broussard, Ruby Modine, Suraj Sharma, Sarah Yarkin
In der Fortsetzung steckt Tree Gelbman erneut in einer tödlichen Zeitschleife fest.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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