Sonette für eine bessere Welt - Zum 80. Geburtstag von Sir Patrick Stewart

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Patrick Stewart 2004

Sir Patrick Stewart feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Schauspieler wurde am 13. Juli 1940 in der Kleinstadt Mirfield im britischen West Yorkshire geboren. Seit seinem zwölften Lebensjahr bespielte Stewart die Theaterbühnen der Umgebung, brach im Alter von 16 Jahren die Schule ab, und nach einem kurzen Ausflug in den Journalismus erhielt er im Alter von 19 Jahren ein Stipendium für die Old Vic Theater School. Das Theater wurde bald sein zweites Zuhause, wohin er regelmäßig zwischen Film- und Seriendreharbeiten zurückkehrt. Zuletzt war er 2011 für die Royal Shakespeare Company (RSC) in Der Kaufmann von Venedig zu sehen.

Stewart hegt bis heute eine besondere Liebe zu den Stücken von William Shakespeare. Nicht nur war er von den 1960ern bis in die frühen 1980er Jahre Mitglied des Ensembles der Royal Shakespear Company und wurde hier für seine Leistungen mit diversen Preisen geehrt. Auch in seiner berühmtesten Rolle als Captain Jean-Luc Picard rezitierte Stewart des Öfteren Stellen aus Shakespeares Werken. Während der seit März 2020 geltenden Corona-Einschränkungen liest Stewart beinahe täglich ein Shakespeare-Sonett und veröffentlicht die jeweils etwa zweiminütigen Videos bei Twitter sowie auf Facebook.

Stewarts berühmteste Rolle dürfte die Darstellung des Jean-Luc Picard sein. Der salomonische Raumschiffskapitän war von 1986 bis 1994 im Star-Trek-Ableger The Next Generation im Fernsehen und von 1994 bis 2002 in den dazugehörigen Kinofilmen zu sehen. Picard, der als Archäologe und Historiker zur Sternenflotte kam, leitete in Serie und Film die Geschicke des Raumschiff Enterprise. Im Januar 2020 kehrte er mit seiner Spinoff-Serie Star Trek: Picard beim Streamingservice Amazon Prime auf die Bildschirme zurück. Hier schlüpfte er wieder in die Rolle des nun sichtlich alternden Jean-Luc, der sich merklich zerbrechlicher und menschlicher gab, aber auch von einer gewissen persönlichen Sturheit nicht Abstand nimmt.

In der neu aufgelegten Serie wird, ähnlich wie in der Netflix-Serie Star Trek: Discovery, eine merklich düstere Version der Zukunft, wie sie sich Star-Trek-Macher Gene Roddenberry ersonnen hat, dargestellt, die fast schon zwanghaft utopische Welt existiert nicht mehr. Picard ist hier ein gebrochener Mann, der sich vor der Welt zurückgezogen hat und den Verlust seiner Autorität bei der Sternenflotte und einiger Weggefährten, aber auch die Sicherheit und positive Vision einer gemeinsamen Welt betrauert.

Stewart selbst äußerte während der Promotour für die Serie auch aufgrund der aktuellen politischen Lage der USA und Großbritanniens kritische Töne zum aktuellen Weltgeschehen, auf das die Serie trotz des zeitlichen Versatzes deutlich anspielt:

“Die Welt von Next Generation existiert nicht mehr. Es ist anders. Nichts ist wirklich sicher. Nichts ist geschützt."

Auch im Marvel-Universum wurde Stewart bekannt: Er war in der Rolle des Professor Charles Xavier in den X-Men-Filmen zu sehen, 2017 schloss er seine Darstellung als Professor X mit dem Logan - The Wolverine ab. Auch als Synchronsprecher arbeitet Stewart regelmäßig, unter anderem für Family Guy, American Dad, zahlreiche Animationsfilme für Kinder und für diverse Videospiele.

Privat engagiert sich der Schauspieler für verschiedene Organisationen, viele Anliegen sind hier für ihn auch persönlicher Natur. Da er als Kind unter seinem gewalttätigen Vater litt, setzt er sich für Amnesty International und gegen häusliche Gewalt ein. Nachdem Stewart erfuhr, dass die Gewaltausbrüche seines Vater auch eine Nachwirkung seiner traumatischen Erfahrungen aus dem II. Weltkrieg waren, gründete er die Organisation Combat Stress. Seit 2019 ist er Sprecher für das International Rescue Committee, das sich für Geflüchtete weltweit einsetzt.

Außerdem ist er dafür bekannt, dass er regelmäßig Pflegehunde bei sich aufnimmt, bis diese eine neue Familie gefunden haben. Er unterstützt diverse Organisationen, die zum Beispiel unter anderem Hunde aus Hundekämpfen retten und spricht sich dafür aus, dass man - anstatt einen Hund bei Züchter zu kaufen - diesen Hunden lieber ein neues Zuhause geben sollten.

Bereits seit 2001 trägt Stewart den Titels eines Officer of the Order of the British Empire (OBE). Durch die Ernennung zum Knight Bachelor am 30. Dezembert 2009 darf er sich Sir Patrick Stewart nennen. Aufgrund seiner Verdienste um die Schauspielkunst erfolgte am 02. Juni 2010 der zeremonielle Ritterschlag im Buckingham Palace.

Da bleibt es uns in der Redaktion nur, dem so umtriebigen Sir, der sich seinem Spiel und auch in seinem Engagement wahrhaft ritterlich zeigt, herzlich zu gratulieren. Happy Birthday, Sir Patrick!

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