Ant-Man: Kritik zum neuen Marvel-Abenteuer

Marvels Phase 2 findet im Kino mit Ant-Man ihren Abschluss. Der vergleichsweise unbekannte Held darf damit eine der erfolgreichsten Filmreihen der vergangenen Jahre beenden und auch ein wenig die Zukunft einleiten. Trotz vieler vorzeitiger negativer Stimmen, schlägt sich der Film dabei alles andere als schlecht und muss sich, trotz seiner Größe, in Marvels Cinematic Universe nicht verstecken.

Ant-Man erzählt die Geschichte von Scott Lang, der nach einem Einbruch mehrere Jahre im Gefängnis verbringt. Als er wieder auf freiem Fuß ist, schwört er nie wieder das Gesetz zu brechen, um vor allem für seine kleine Tochter da zu sein. Dies stellt sich jedoch als gar nicht so einfach heraus. Die Jobs für Ex-Häftlinge sind in den USA rar gesät. Schließlich trifft Scott auf den Wissenschaftler Hank Pym, der ihm ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann. Scott soll in die ehemalige Firma von Pym einbrechen. Deren neuen Boss steht kurz davor, das Geheimnis einer alten Erfindung des Wissenschaftlers zu knacken. Um dies zu verhindern, stattet Pym seinen neuen Schützling mit einem technisch hochwertigen Anzug aus. So ist Scott nun in der Lage, sich auf die Größe einer Ameise zu schrumpfen. Gemeinsam mit Hank, dessen Tochter Hope und jeder Menge Ameisen macht er sich an die Planung des Einbruchs.

Dass Ant-Man überhaupt ins Kino kommt, hat der Film im großen Maße Edgar Wright zu verdanken. Der Regisseur kämpfte jahrelang für die Umsetzung, bis sie letztendlich grünes Licht erhielt. Dummerweise kam es im Anschluss zu kreativen Meinungsverschiedenheiten zwischen Marvel und den bei Fans sehr beliebten Wright. Er stieg aus und stattdessen übernahm mit Peyton Reed ein Regisseur, der vor allem für (romantische) Komödien bekannt war. Das Projekt stand ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unter dem besten Stern und viele Fans prophezeiten bereits den schlechtesten Marvel-Film bisher. Davon sollte nach dem Anschauen allerdings keine Rede mehr sein. Auch mit Ant-Man bringt Marvel wieder tolle Popcorn-Unterhaltung ins Kino, die in vielen Bereichen sogar unterhaltsamer als Avengers – Age of Ultron geraten ist.

Zugegeben, wer bisher nicht viel mit Marvel-Filmen anfangen konnte, der wird auch nach Ant-Man seine Meinung nicht ändern. Der Film bleibt dem Erfolgskonzept des Studios in weiten Teilen treu, ist aber trotzdem sehenswert. Die Handlung ist vergleichsweise linear aufgebaut und dabei mit nur 117 Minuten auch vergleichsweise kurz geraten. Wirkliche Twists und Wendungen halten sich in Grenzen, sind aber auch nicht wirklich notwendig. Stattdessen punktet der Film immer wieder durch witzige und interessante Einfälle. Gerade die Kämpfe in der Miniaturwelt sind sehr spannend geraten und teilweise einfach toll anzusehen. Dazu gibt es wieder eine ordentliche Prise Humor. Vor allem drei Charaktere sind eigentlich nur für den komödiantischen Teil zuständig. Das kann dem einen oder anderen Zuschauer vielleicht etwas zu viel sein, der größte Teil der Gags zündet allerdings.

Auch schauspielerisch kann man Marvel wieder nur gratulieren. Mit Paul Rudd als Scott Lang geling erneut ein Glücksgriff. Der Darsteller hatte schon immer einen kumpelhaften Charme und genau dieser macht seine Figur im Film so nachvollziehbar. Dazu kommen Evangeline Lilly und Michael Douglas, die mit ihren Darstellungen das sympathische Team Ant-Man vervollständigen. Selbst Corey Stoll holt aus seiner Rolle als Darren Cross noch das meiste raus. Der Schurke ist allerdings wie in so vielen Marvel-Filmen jedoch wieder die Schwachstelle des Films. Cross bekommt eine Motivation, die ebenso dünn ist, wie schon bei Charakteren wie Ronan in Guardians of the Galaxy oder Malekith in Thor: The Dark Kingdom. Letztendlich ist er halt böse, weil er böse sein muss. Glaubhafte Schurken bleiben also auch nach Ant-Man Mangelware im Marvel-Film-Universum.

Fazit
Auch wenn Ant-Man nicht an Captain America: Winter Soldier und Guardians of the Galaxy heranreicht, muss er sich vor nicht vor den anderen Marvel-Filmen verstecken. Mit viel Witz, einem sympathischen Cast und der einen oder anderen netten Idee bringt Marvel einen weiteren tollen Sommerspaß in die Kinos. Dabei bleibt das Unternehmen seiner Linie jedoch wieder sehr treu. Wer bisher keinen Spaß an den Filmen von Marvel hatte, den wird auch Ant-Man nicht überzeugen. Alle anderen können dagegen problemlos ein Kinoticket kaufen und knapp 120 Minuten Spaß haben. Dabei gilt es wie immer, bis zum Ende sitzen zu bleiben. In Ant-Man gibt es wieder zwei Abspannszenen.

Ant-Man Teaserposter
Originaltitel:
Ant-Man
Kinostart:
23.07.15
Regie:
Peyton Reed
Drehbuch:
Adam McKay, Paul Rudd
Darsteller:
Paul Rudd, Evangeline Lilly, Corey Stoll, Bobby Cannavale, Michael Peña, Judy Greer, Tip "T.I." Harris, Michael Douglas
Acht Jahre und zehn Marvel-Filme später hat Ant-Man den Sprung auf die Leinwand tatsächlich geschafft und beendet Runde Zwei des in Phasen unterteilten Marvel-Filmuniversums. Jedoch ganz anders, als ursprünglich geplant.

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