Constantine: Kritik zur Pilotfolge

Mit Constantine startet in diesem Jahr bereits die dritte Serie, die auf den Comicvorlagen des DC-Verlags basiert. Ob die Neuinterpretation nach derm Film von 2005 die ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann, war einer der großen Fragen in diesem Serien-Herbst. Der von NBC gewählte Ausstrahlungstag am Freitagabend machte die Sache dabei allerdings nicht unbedingt einfacher. Um auf dem sogenannten Todesslot zu überzeugen, muss eine Serie schon einiges bieten. Glücklicherweise gelingt dies Constantine im Piloten bereits recht gut, auch wenn noch Luft nach oben ist.

Inhaltlich sparen sich die Autoren im Piloten "Non Est Asylum" gleich einmal die Origin-Geschichte und werfen den Zuschauer direkt ins Geschehen. So besitzt John Constantine bereits seine Kräfte und ist auch in seiner Welt schon etabliert. Allerdings hat sich er zu Beginn in eine Irrenanstalt in England zurückgezogen. Dort plant Constantine sich von den Doktoren überzeugen zu lassen, dass es keine Dämonen und Monster gibt, um so ein schreckliches Ereignis seiner Vergangenheit verdrängen zu können. Dies gelingt jedoch nicht wirklich und schon bald muss er sich auf den Weg Atlanta machen. Dort lebt die Tochter eines alten Freundes, die Constantine versprochen hat zu beschützen.

In der ersten Folge versuchen die Autoren nicht nur die Figuren der Serie zu etablieren, sondern auch gleich die Welt, die John Constantine umgibt. Dies ist gerade für die beschränkte Laufzeit von etwas mehr als 40 Minuten eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Es passiert verhältnismäßig viel innerhalb des Piloten und zudem gibt es noch die eine oder andere Anspielung für Fans der Comicvorlage, ohne die heute vermutlich kein Pilot einer Comicadaption auskommen kann. Dabei wäre es vielleicht ratsam gewesen, ein paar Dinge zu streichen und diese für spätere Folgen aufzuheben. So bleibt auch der übergreifende Plot der Serie bisher noch recht nebulös. Hier war einfach nicht die Zeit vorhanden, um dem Zuschauer mehr Informationen zu vermitteln. Interesse an dem Konflikt zwischen Himmel und Hölle konnte aber durchaus geweckt werden.

Schauspielerisch lebt Constantine vor allem von seinem Hauptdarsteller. Matt Ryan ist als John Constantine ein echter Glücksgriff. Der Darsteller dominiert ganz klar die Serie, was allerdings auch dazu führt, dass die weiteren Rollen noch etwas blass bleiben. Für Lucy Griffiths hatte dies auch gleich zufolge, dass sie aus der Serie wieder herausgeschrieben wurde. Dies ist vor allem deshalb ein wenig undankbar, da ihre Figur in dem Piloten vor allem für die Wissensvermittlung an den Zuschauer genutzt wird. Für große Glanzpunkte ist daher kaum Gelegenheit. In den folgenden Episoden wird Griffiths nun durch Angélica Celaya ersetzt, auf die es im Piloten zumindest schon einmal einen kleinen Blick gab. Für die weiteren Figuren sollte es in den weiteren Folgen in jedem Falle ein wenig mehr zu tun geben, damit die Serie nicht allein auf ihre charismatische Hauptfigur angewiesen ist. Das Potenzial ist gerade bei Harold Perrineaus Manny und Charles Halfords Chas definitiv vorhanden. Da der Pilot aber vor allem dazu dient John Constantine einzuführen, kann man in jedem Falle festhalten, dass die Aufgabe vollkommen erfüllt wurde.

Optisch macht Constantine bisher ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Die Stimmung der Serie wird sehr gut eingefangen und auch die Action weiß zu gefallen. Die Effekte sind zum großen Teil richtig gut. Gerade auch wenn man bedenkt, dass es sich um eine TV-Produktion handelt. Vereinzelt gibt es hier jedoch ein paar kleine Ausreißer, die das Gesamtbild in Hinblick auf Optik etwas drüben. Auf die typische Zigarette muss Constantine in der Serie übrigens wie erwartet verzichten. Es werden jedoch immer wieder Anspielungen eingebaut, die zumindest erahnen lassen, dass die Figur einen Hang zum Rauchen hat.

Fazit
Constantine überzeugt vor allem aufgrund seines hervorragenden Hauptdarstellers. Matt Ryan ist die perfekte Wahl für die Figur, die sich zudem optisch mehr an den Comics orientiert als der Film mit Keanu Reeves. In Hinblick auf Inhalt und Optik macht der Pilot ebenfalls mehr als einen soliden Job und schafft eine Grundlage, auf die man in den nächsten Folgen hoffentlich in ähnlicher Weise aufbauen wird.

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