Kritik zu Gotham 1.16: The Blind Fortune Teller

SPOILER

Da in der Episode The Blind Fortune Teller wieder viel parallel passiert hier zunächst eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse:

Fish Mooney rebelliert gemeinsam mit dem anderen Gefangenen gegen die Umstände unter denen sie Leben müssen und hat dabei auch relativ viel Erfolg. Cobblepot scheitert grandios mit seinem Nachtclub, bekommt dann aber indirekt Unterstützung von Zsasz. Gordon klärt gemeinsam mit Thompson einen Mordfall im Zirkus auf Bruce Wayne erklärt den Leuten der Wayne Corporation, dass er keine korrupten Aktionen mehr duldet.

Ich finde die Entwicklung von Fish Mooney nach wie vor nicht sonderlich toll, kann aber auch nicht wirklich sagen, was genau mich daran stört. Zum einen ist es wohl ihr (Over)Acting, zum anderen aber sicherlich auch ein Teil dem Drehbuch geschuldet. Denn wenn da steht, dass die Wächter sich von ihrem Gerede einschüchtern lassen, dann wird es wohl auch so passieren müssen. Ich an deren Stelle hätte der aufmüpfigen Mooney direkt eine Kugel verpasst oder sie aufgefordert mitzukommen und sie so von der Gruppe hinrichten lassen und anschließend 1-2 Wochen die Mahlzeiten ausgesetzt anstatt ihren Forderungen nachzugehen. Natürlich soll Mooney sich zum Badass entwickeln und wenn Cobblepot sie eines Tages umbringt, soll es sich so anfühlen, als hätte er richtig was geleistet. Aber so wie ihr Charakter momentan geschrieben ist, würde es noch mindestens bis in die zweite Staffel weitergehen müssen, bis ich dieses Gefühl habe. Es geht für meinen Geschmack auch einfach alles viel zu schnell. Der Aufstieg vom Pinguin ist so gut durchdacht und vorallem nachvollziehbar, dass Mooneys Ein-Tages-Probleme dagegen irgendwie lächerlich wirken.

Das Auftreten von Bruce fand ich anfangs ein bisschen irritierend, da er nun mal erst 12 Jahre alt ist und Leuten sagt was sie zu tun haben, die wahrscheinlich schon doppelt so lang bei der Wayne Corporation arbeiten wie er auf dieser Erde lebt. Als er dann aber ziemlich genau Bescheid wusste und die Korruption ansprach, fand ich die Sache irgendwie doch recht glaubwürdig. Ich bin aber auch generell ganz zufrieden damit, dass Bruce und Alfred eine Menge auf eigene Faust unternehmen, auch wenn er noch lange nicht zu Batman wird. Ich habe oft ein Problem mit Kindercharakteren, die auf erwachsen machen und alles wissen und verstehen was um sie herum passiert, aber die Schreiberlinge von Gotham haben mit der Darstellung von Bruce Wayne auf jeden Fall einiges richtig gemacht.

Ganz im Gegenteil zu Barbara, bei der man sich für diese Episode entschieden hat, zu Gordon zurückkehren zu wollen. Wir erinnern uns kurz daran, dass sie ihn mehr oder weniger grundlos verlassen hat, dann mit einer indirekten Kollegin von ihm in der Kiste war, von ihr aber einen Korb bekam und dann zunächst bei ihren Eltern gewohnt hat. Nun kommt sie nach mehrwöchiger Abwesenheit zurück in ihre Wohnung und findet dort nicht ihren (Ex-)Freund, sondern zwei 14-jährige Mädchen. Anstatt die beiden rauszuwerfen und/oder ihre Eltern zu informieren entscheidet Barb sich dafür, dass die beiden einen ganz netten Eindruck machen und lässt sich von ihnen beraten was sie anziehen soll, wenn sie sich das nächste mal mit Jim treffen will. Ich weiß wirklich nicht, was ich da noch zu sagen soll und lasse das jetzt mal ganz unkommentiert hier stehen.

Gordon ist nicht in der Wohnung, da er und Leslie ziemlich unzertrennlich geworden sind und er jetzt scheinbar in seinem Büro oder bei ihr wohnt. Ich mag ihre Rolle eigentlich ganz gern (im Vergleich zu Barb natürlich umso mehr) aber in dieser Episode kam mir Leslie ein bisschen zu drängend vor. Nicht nur, dass sie Jim beim Verhör und bei sämtlichen Ermittlungen begleitet (wo sie eigentlich überhaupt nichts zu suchen hat) und damit Bullock wörtlich die Show stiehlt, nein sie hat auch Nygma ersetzt in dem sie das eine mal, wo wirklich ein Rätsel zu lösen ist, das Ruder übernimmt und eben nicht Nygma dazu holt. Das war quasi die Chance, den zukünftigen Riddler auch mal in einem guten Licht darstehen zu lassen. Aber nein, das hat Gotham wohl nicht nötig.

Das Verhör hat mir ansonsten ganz gut gefallen, der junge Jerome hat sich mit seinem Nicholsonblick direkt in mein Herz gelacht. Auch wenn ich nicht direkt auf den Joker Hypetrain aufspringe, war seine Performance sehr gelungen. Ich halte ihn übrigens nicht für den Joker, da im Teaser für die nächste Folge die Red Hood Gang gezeigt wurde, in deren Rängen der Joker im Comic Killing Joke ja seinen Ursprung hat. Aber eigentlich will ich den Joker auch (noch) gar nicht in Gotham haben, ich finde er ist ein viel zu prominenter Bösewicht und ohne die Interaktion mit Batman ohnehin nur halb so interessant. Wenn überhaupt.

Zu guter Letzt bleibt dann noch Cobblepot, der seinen Club nicht so richtig geschmissen kriegt. Das eigentliche Highlight seiner Szenen war für mich allerdings Victor Zsasz und seine unglaublich verstörende Lache. Ich wünsche mir, dass Victor zukünftig noch mehr Screentime bekommt, was sogar druchaus denkbar ist, wenn man den Comics und deren Cobblepot/Zsasz-Beziehung treu bleibt.

Gotham

Originaltitel: Gotham (2014)
Erstaustrahlung am 22.09.2014
Darsteller: Ben McKenzie (James Gordon), Donal Logue (Harvey Bullock), David Mazouz (Bruce Wayne), Robin Lord Taylor ( Oswald Cobblepot), Erin Richards (Barbara Kean), Sean Pertwee (Alfred Pennyworth), Camren Bicondova (Selina "Cat" Kyle), Cory Michael Smith (Edward Nygma), Jada Pinkett Smith (Fish Mooney)
Produzenten: Bruno Heller, Danny Cannon, John Stephens, Ben Edlund
Staffeln: 4+
Anzahl der Episoden: 84+


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