Kritik zu Gotham 3.14: The Gentle Art of Making Enemies

SPOILER

Wir haben uns viel vom Midseason-Finale erhofft, denn die Zeichen standen alle auf Eskalation: Die Lage zwischen Nygma (Cory Michael Smith) und Cobblepot (Robin Lord Taylor) spitzte sich immer weiter zu, und die Wiederbelebung von Jerome (Cameron Monaghan) sorgte ebenfalls für viel Aufsehen.

Wow, was für eine wahnsinnig gute Folge. Praktisch alle Szenen mit Jerome waren wunderbar mit anzusehen. Ob es nun seine Performance im Anwesen der Waynes ist, wo Bruce (David Mazouz) versucht, Zeit zu schinden, indem er ihn bittet, die Hinrichtung doch vor einem größeren Publikum zu vollstrecken oder die anschließende Tour über den Jahrmarkt. Ganz große Klasse, so gehört der Joker gespielt!

I will not kill

Ein paar ganz besonders nette Worte müssen auch noch über die Szene im Spiegelkabinett gesagt werden: Ganz im Gegenteil zum Klischee des “Bösewicht flieht ins Spiegelhaus und schwingt große Reden” ist es nämlich Bruce derjenige, der dort Zuflucht sucht. Jerome folgt ihm natürlich, und eine Szene, die man so eigentlich schon 100 Mal gesehen hat, bekommt durch den Tausch der Rollen eine ganz eigene Dynamik.

Letztendlich schafft Bruce es natürlich, den angehenden Joker zu überwältigen und ist sogar kurz davor, ihn zu töten. Der Örtlichkeit geschuldet sieht er sich selbst im Spiegel. Dank seines von Jerome zu einem Clown geschminkten Gesichts wird ihm klar, dass er sich durch den Mord kaum noch von den Anhängern seines Feindes unterscheiden würde. Subtil geht zwar anders, aber meine Herren, war das großartig inszeniert! Man möchte fast sagen wahnsinnig gut.

Das anschließende Gespräch mit Alfred ist zwar praktisch der ruhige Gegenpol zum vorangegangenen Actionfeuerwerk, aber nicht minder genial. In einem relativ kurzen, aber umso intensiveren Dialog beschließen Alfred und der jungen Wayne, dass sein Training in Selbstverteidigung lediglich der Anfang war und Bruce definitiv zu Höherem bestimmt ist. Uns ist natürlich klar, dass er eines Tages der Dunkle Ritter wird, aber als er dann Batmans Credo I will not kill spricht, war das trotzdem ziemlich cool.

You know nothing about love

Leider begibt sich auch die einstige Bromance zwischen Cobblepot und Nygma in dieser Episode auf die Reise zum Tiefpunkt. Nachdem Nygma in den letzten Episoden alles daran gesetzt hat, Oswalds Ruf und Einfluss auf Gothams Ober- und Unterwelt zu zerstören, nimmt er sich den Pinguin nun persönlich vor.

Es war nicht leicht, dem leidenden Cobblepot zuzusehen, nach allem, was er in den drei Staffeln durchmachen musste. Sehr interessant war jedoch zu sehen, wie versteift Nygma auf seine Rache war. Selbst zu dem Zeitpunkt, als Cobblepot ihm im Angesicht des Todes seine Liebe gesteht, weist er ihn ab und hält ihm einen Vortrag darüber, was Liebe wirklich bedeutet und dass Cobblepot nur sich selbst am nächsten sei.

Da Nygma leider Puzzle liebt, hat er eine recht komplizierte Art entwickelt, Cobblepot mit Säure begießen zu lassen. Dank der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung gelingt Oswald die Flucht. Als er Unterschlupf bei seinen alten Gefährten sucht, muss er verbittert feststellen, dass ihm nun auch Barbara und Butch den Rücken zukehren.

Nygmas Plan entfaltet sich immer weiter, doch bei der finalen Bestätigung von Cobblepots Narzissmus entspringt dieser seiner Vorhersehbarkeit. Er wird sich seiner Gefühle für Nygma bewusst und entscheidet sich, eher zu Tode gequält zu werden, als Butch den einen Hinweis auf Nygmas Verbleib zu geben, um damit dessen Mord und Butchs Aufstieg zum König der Unterwelt zu ermöglichen.

Love means sacrifice

Nygma ist von dieser Reaktion sichtlich überrascht und gerät in Erklärungsnot. Gotham geht hier zum Ende der Episode allerdings doch einen wichtigen Schritt, denn Nygma und Cobblepot stehen sich nochmal gegenüber. Auch nach einem sehr intensiven Appell an Nygmas Vernunft beschließt er, Oswald für seine Taten büßen lassen. Und erschießt ihn. Ein Knall - Cobblepot stürzt ins Wasser - das Wasser färbt sich blutrot - Blende auf schwarz - Credits - Ende. Wow.

Wir sehen zwar nicht hundertprozentig sicher, dass er stirbt, aber nach einem Bauchschuss reglos auf den Grund des Gotham Rivers zu sinken, dürfte ziemlich eindeutig sein, oder? Da in Gotham momentan aber auch alles mit Rang und Namen wieder von den Toten aufersteht, dürfen wir uns vielleicht auf ein Comeback freuen. Auf der anderen Seite wäre sein Tod nach zweieinhalb Staffeln ein würdiger Abgang. Im Grunde hat er alles erreicht, viel gäbe der Charakter wohl ohnehin nicht mehr her.

Wir dürfen aber auf jeden Fall gespannt bleiben, wie sich die Situation um den Rat der Eulen entwickelt, denn auch hier wurden in den letzten Episoden immer wieder Puzzleteile in den Raum geworfen, die sich langsam aber sicher zusammenfügen.

Gewissheit werden wir leider erst Ende April bekommen, denn Gotham verzieht sich vorerst zurück in den Winterschlaf, bis es dann in 3 Monaten dann weiter geht.

Gotham

Originaltitel: Gotham (2014)
Erstaustrahlung am 22.09.2014
Darsteller: Ben McKenzie (James Gordon), Donal Logue (Harvey Bullock), David Mazouz (Bruce Wayne), Robin Lord Taylor ( Oswald Cobblepot), Erin Richards (Barbara Kean), Sean Pertwee (Alfred Pennyworth), Camren Bicondova (Selina "Cat" Kyle), Cory Michael Smith (Edward Nygma), Jada Pinkett Smith (Fish Mooney)
Produzenten: Bruno Heller, Danny Cannon, John Stephens, Ben Edlund
Staffeln: 4+
Anzahl der Episoden: 84+


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