Willkommen zur CGI-Schlacht - Kritik zu King Arthur: Legend of the Sword

Das Waisenkind Arthur (Charlie Hunnam) wird von drei Prostituierten groß gezogen. Zusammen mit seinen Kumpeln Wetstick (Kingsley Ben-Adir) und Back Lack (Neil Maskell) hat er das Kommando über die zwielichtigen Ecken Londiniums. Dann jedoch gelangt er an das sagenumworbene Schwert Excalibur und sieht sich plötzlich mit dem tyrannischen Herrscher Vortigern (Jude Law) konfrontiert.

Die Prämisse zu King Arthur: Legend of the Sword klingt erst einmal vielversprechend. Erst einmal. Zieht man jedoch in Betracht, dass der Starttermin des Films mehrmalsl verschoben wurde, begegnet man dem Film mit etwas Skepsis. Und diese Skepsis bewahrheitet sich leider im Verlauf der Geschichte.

Sind das etwa Olifanten?

Bereits in der Anfangssequenz zeichnet sich ab, dass King Arthur ein Feuerwerk an Spezialeffekten zündet. So gut wie keine Szene kommt ohne CGI aus. Zwar können sich die Effekte sehen lassen, jedoch nehmen sie dem Film die Seele. Es macht den Eindruck, als hätte Regisseur Guy Ritchie sich nicht auf sein namhaftes Ensemble verlassen wollen. Die Artus-Sage kommt zugegeben nicht ohne fabelhafte Wesen aus, jedoch sollten diese nicht zum heimlichen Liebling des Regisseurs avancieren und die eigentlichen Akteure in den Hintergrund drängen.

Schlacht in King Arthur
© Warner Bros.

Darsteller gegen computeranimierte Wesen

Denn dies haben Darsteller wie Charlie Hunnam (Sons of Anarchy), Jude Law (The Young Pope) oder Eric Bana (Hulk) nicht verdient. Besonders Hunnam zeigt in seiner Rolle des Arthur erstaunlich viel Selbstironie und ein gutes Gefühl für die Pointen des Drehbuchs. Seine Darstellung ist von den Dialogen bis zum Erscheinungsbild äußerst modern, was dem Film etwas frischen Wind verleiht. Der Charakter spart in dem Film nicht mit ironischen Bemerkungen, die so gut wie nie deplatziert wirken.

Jude Law gibt den tyrannischen Herrscher routiniert. Da genügt teilweise ein Blick, um sein Umfeld zum Schweigen zu bringen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Drehbuch dem Charakter auch einige emotionale Momente einräumen. Jude Law spielt diese nicht überzeichnet und äußerst passend. So hebt sich seine Rolle als Vortigern immerhin ein wenig von dem üblichen Tyrannen ab.

Einen Ausreißer nach unten ist hier Àstrid Bergès-Frisbey als Guinevere. Mit nur einem Gesichtsausdruck, der vermutlich das Mysteriöse ihres Charakters darstellen soll, spielt sie sich durch King Arthur und hinterlässt in dem sonst hervorragend zusammen spielenden Ensemble einen negativen Eindruck.

Abenteuerliche Schnitte ohne große Logik

Außerdem hat der Film auch seine Längen. Gerade im Mittelteil hätte es eine Schlacht weniger sein können. Die Actionszenen sind zwar gut choreografiert, jedoch auch nicht innovativ. Hier hätte man sicherlich eher nach der Regel "weniger ist mehr" gehen sollen. Zudem ist der Schnitt zum Teil sehr unlogisch. Man springt in den Perspektiven stetig hin und her, so dass der Zuschauer bei einigen Szenenwechseln ein wenig braucht, um einordnen zu können, an welcher Stelle des Films er sich nun gerade wieder befindet. Wenn man den Eindruck hat, man wäre kurz in Sekundenschlaf verfallen, weil die anschließende Szene nicht passt, läuft definitiv etwas falsch.

Fans der Artus-Sage sollten generell nicht viel von dem Film erwarten, da er in der Tat sehr lose auf der Sage basiert und einige Aspekte sehr frei interpretiert. Ebenso erinnern einige Momente stark an Peter Jacksons Inszenierung von Der Herr der Ringe.

Bei einem finanziellen Erfolg sind weitere Teile geplant, King Arthur lässt sich hier genügend Optionen offen. Sollte dies eintreten - wovon aktuell eher nicht auszugehen ist - wäre den Darstellern zu wünschen, dass nicht erneut Guy Ritchie die Inszenierung übernimmt.

Fazit

Aus King Arthur: Legend of the Sword hätte ein hervorragender Film werden können. Da jedoch die Spezialeffekte unnötig in der Vordergrund gedrängt werden, hat King Arthur hierzu zu wenig Seele und verkommt zu reinem Popcornkino.

King Arthur: Legend of the Sword - Final Trailer [HD]

King Arthur 2017 Teaser-Poster
Originaltitel:
King Arthur - Legend of the Sword
Kinostart:
11.05.2017
Regie:
Guy Ritchie
Drehbuch:
Joby Harold
Darsteller:
Charlie Hunnam (King Arthur), Katie McGrath (Elsa), Jude Law (Vortigern), Annabelle Wallis (Maid Maggie), Eric Bana (Uther Pendragon), Aidan Gillen (Goosefat Bill), Àstrid Bergès-Frisbey (Guinevere), Djimon Hounsou (Sir Bedivere)
Der Waisenjunge Arthur mischt im 5. Jahrhundert mit seiner Bande die Straßen Londons auf. Ihm fällt das legendäre Schwert Excalibur in die Hände.

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