Grusel! Kreisch! Argh! Spritz! - Unsere Tipps für Halloween 2017

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ausgehöhlte, leuchtende Kürbisse auf Rasen vor Wohnhaus

Bereits im vergangenen Jahr haben wir euch einige Filmtipps für Halloween gegeben - und auch in diesem Jahr lassen wir es uns nicht nehmen, euch einen bunten Strauß an Empfehlungen zu geben. 

Was ihr braucht: eine Couch, eine Decke, herzhaftes Essen, Süßigkeiten, gekühlte Getränke und Salz. Denn wir empfehlen, lieber einen Schutzkreis aus Salz um eure Couch zu ziehen. Man weiß ja nie...

Florian Rinke - Bandsalat ist der pure Horror

Jedes Jahr Ende Oktober wächst auf einem Feld am Rande einer amerikanischen Kleinstadt ein seltsames Kürbiswesen heran. Am Halloweenabend sind alle Jungen ab 16 Jahren aufgerufen Jagd auf den sogenannten October Boy zu machen. Wer das Kürbiswesen erlegt, bekommt Geld und die Chance, das öde Kaff zu verlassen. Norman Partridges Roman Die dunkle Saat beschreibt den Schrecken dieser nächtlichen Jagd und das grauenhafte Geheimnis hinter dem Ritual.

Schon lange vor Charlton Heston war Vincent Price der Omega Mann und spielte in der ersten Verfilmung von Richard Mathesons Geschichte I am Legend mit, als Will Smith noch gar nicht geboren war. Der Schwarzweißfilm The Last Man on Earth lebt von der schaurigen Atmosphäre und der schauspielerischen Leistung seines Hauptdarstellers.

Kennt Ihr den Darkside Park? Wer die Hörbuchserie von Ivar Leon Menge gehört hat, kann leicht eine Kühlschrankphobie entwickeln. Die 18 Folgen der Reihe, welche von unterschiedlichen Sprechern gelesen werden, wechseln zwischen Thriller, Mystery und Horror. Erst zum Schluss ergeben sie ein grausiges Gesamtbild.

Anne "The Call of Cthulu" Jerratsch

Method Acting mal anders: Der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (John Malkovich) hat für die Dreharbeiten zu seinem Projekt "Nosferatu" einen riskanten Pakt abgeschlossen. Um die Szenen so realistisch wie möglich wirken zu lassen, wurde mit Hauptdarsteller Max Schreck (Willem Dafoe) ein echter Vampir engagiert. Seine Gage soll das Blut der Hauptdarstellerin in der Schlussszene sein. Das Problem: Die Filmcrew weiß nichts davon - und der Blutdurst des Vampirs muss schon vorher gestillt werden. In Shadow of the Vampire wird die bekannte Geschichte um Nosferatu noch einmal neu erzählt.

H.P. Lovecraft hat mit seinem Cthulhu-Mythos die Horrorlandschaft und die Popkultur enorm geprägt. Einen guten Einstieg in dieses Universum liefern die Berge des Wahnsinns. Hier erzählt der Geologe William Dyer von seinen Erlebnissen auf einer Expedition in die Arktis, bei der die Wissenschaftler dem mystischen Urwesen etwas zu nahe kommen. Großartig eingelesen von David Nathan.

3D, du kannst nach Hause gehen! Die Zukunft heißt mal wieder Point & Click! Ron Gilbert und  Gary Winnick, die Schöpfer der pixeligen Klassiker Maniac Mansion und Monkey Island knüpfen mit dem Neo-Noir-Mystery-Adventure Thimbleweed Park an die goldene Ära der rätselgespickten Adventure-Games an. Der Spieler muss mit allerlei schräger Kombinationsgabe der Lösung auf die Spur kommen. Im titelgebenden Örtchen Thimbleweed Park ist ein Mord geschehen, und die Agenten Rey und Reyes werden gerufen, um ihn aufzuklären - allerdings scheint hier nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen.

Johannes "Graaaaainessssssss" Hahn - Mit Zombies wird alles besser

Was wird mit Zombies besser? Genau - alles! Auch Halloween. Dieses Halloween kann der geistige Vater der klassischen Zombies allerdings nicht mehr miterleben: George A. Romero starb dieses Jahr 77-jährig. Wer dieses Halloween ein bisschen in die Horrorfilm-Geschichte abtauchen will, kann sich seine drei wichtigsten und prägendsten Zombiestreifen anschauen.

Da wäre erstens der Debütfilm Night of the Living Dead (Nacht der lebenden Toten) aus dem Jahr 1968. Gedreht auf einem Budget von 114.000 Dollar, hat es der Film schnell zum Kult geschafft, nicht zuletzt dank Romeros Versuch, mit Night of the Living Dead auch einen gesellschaftlichen Kommentar in den damals hochpolitisierten Zeiten abzugeben. Aufgrund eines Fehlers in der Titelsequenz ist der Film übrigens nicht vom Urheberrecht geschützt und kann frei im Internet heruntergeladen oder geschaut werden. Trotz schwarz-weiß und merkbar geringem Budget entfaltet Romeros Erstling eine bemerkenswerte Spannung und verdient es, eine Chance zu bekommen.

Zehn Jahre später erschien Dawn of the Dead (in Deutschland damals unter dem Titel Zombie) und gilt heute als das klassische Werk des Zombiefilms. Es wird geschildert, wie sich eine Gruppe Überlebender in einem Einkaufszentrum verschanzt. Aufgrund der verschiedenen Schnittfassungen ist es nicht immer einfach, die richtige Version zu finden und aufgrund seiner manchmal wirren Erzählweise ist Dawn of the Dead von allen Zombiefilmen Romeros tatsächlich der unzugänglichste.

Als persönlicher Geheimtipp und unterschätzter Film gilt für mich persönlich der 1985 erschienene, dritte Zombiefilm, Day of the Dead (Zombie 2 im deutschen Titel). Dieser Film ist mehr auf die Charaktere fokussiert und konzentriert sich auf das Drama zwischen den Überlebenden, als auf Splatter und Gewalt. Trotzdem gibt es davon natürlich genug.

Also, gruselt euch dieses Jahr doch klassisch, mit schlurfenden Zombies!

Sebastian Lucas - Sammelt neben Keramikpuppen auch Persönlichkeiten

Mit The Visit ließ M. Night Shyamalan nach mehreren Fehlschlägen wieder aufhorchen, sein folgender Psychothriller Split bestätigte vollends, dass der Drehbuchautor und Regisseur wieder zu alter Stärke gefunden hat. James McAvoy (X-Men) brilliert in der Hauptrolle als Entführer Kevin, der an einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet und somit eine völlig unberechenbare Gefahr für seine Opfer darstellt. Sehen die entführten jungen Frauen in einer von Kevins Persönlichkeiten zunächst noch einen unerwarteten Verbündeten, ahnen sie nicht, dass die größte Bedrohung - Kevins 24. Persönlichkeit namens “die Bestie” - kurz davor steht, die Kontrolle zu übernehmen. Erscheint die Handlung von Split zwar streckenweise leicht konfus, spielt Shyamalan gekonnt mit seinen Stärken - unvorhergesehene Wendungen in einem durchweg spannenden Handlungsbogen. Ein besonderer Cliffhanger schlägt außerdem die Brücke zu einem früheren Film Shyamalans, der 2019 eine Fortsetzung erfahren wird.

Im New England des 17. Jahrhunderts angesiedelt, stellt The Witch zwar ein nicht unbedingt leicht zugängliches Psychodrama dar, doch Regisseur Robert Eggers nimmt sich bei seinem Spielfilmdebüt angenehm viel Zeit für die Handlung und erzeugt so eine ungemein spannende und klaustrophobische Atmosphäre. Der Cast weiß zu überzeugen, und auch Fans von von schonungslosen Horrorpassagen kommen auf ihre Kosten.

Der eher für Komödien bekannte deutsche Regisseur Simon Verhoeven (Männerherzen) liefert mit Unfriend einen Horrorfilm, in dem er Social-Media und Cyberstalking in den Fokus stellt und dabei gekonnt Schockmomente und Genremotive einsetzt.

Outlast ist ein Indie-First-Person-Survival-Horror-Game aus dem Jahr 2013. Der Spieler steuert den Investigativ-Journalisten Miles Upshur, der sich auf der Suche nach der Story seines Lebens in die Irrenanstalt Mount Massive begibt. Um die Einrichtung ranken sich Gerüchte über mysteriöse Vorkommnisse, illegale Experimente an den Insassen und auch das Militär soll seine Finger mit im Spiel haben. Nur mit seiner Kamera bewaffnet betritt Upshaw die Anstalt und findet sich alsbald seinem persönlichen Albtraum wieder. Wahnsinn und Tod lauern in Outlast hinter jeder Ecke, und der Spieler ist nicht in der Lage zu kämpfen, es bleibt also nur die Flucht und die Suche nach einem Versteck. Beides erweist sich bei einem teilweise zerstörten Stromnetz als große Herausforderung, vor allem weil Batterien für die Nachtsicht-Kamera in der Einrichtung rar gesät sind. Outlast erfindet das Rad vielleicht nicht neu, die Grafik ist sicherlich nicht auf dem Stand der neuesten Technik und die Story bleibt etwas blass, doch das Setting ist unglaublich düster, atmosphärisch und die Bedrohung stets spürbar - etliche Schreckmomente, Herzklopfen und Verfolgungswahn sind garantiert. Mit dem DLC Outlast: Whistleblower (2014) und dem Sequel Outlast 2 (2017) ist außerdem für adäquaten Nachschub gesorgt.

Katrin "Wir übernehmen jeden Fall!" Hemmerling - Recherchiert und archiviert Clowns

Sie übernehmen jeden Fall - und einer ihrer ersten Fälle drehte sich um ein Gespensterschloss. War "Das Gespensterschloss" in der Buchreihe noch der erste Fall für Die Drei ???, handelt es sich bei den Hörspielen um Folge 11. Justus, Peter und Bob sollen sich für Alfred Hitchcock auf die Suche nach einem echten Gespensterschloss machen und stoßen auf ein leerstehendes Schloss, das einst dem Stummfilmdarsteller Stephen Terrill gehörte. Knarzende Türen, eine Echohalle, tiefe Orgelklänge sowie ein Bild, das die Detektive anzugucken scheint - "Die Drei ??? und das Gespensterschloss" gehört wohl mit zu den gruseligsten Folgen der Hörspielreihe, die bis heute nichts von ihrer düsteren Atmosphäre verloren hat. Und damit der perfekte Abschluss für einen langen Halloween-Abend: Das Hörspiel gestartet, unter die Decke gekuschelt und Oliver Rohrbeck, Jens Wawcrzek sowie Andreas Fröhlich dabei zuhören, wie sie als Teenager den Fall um das Gespensterschloss gelöst haben. Nur original mit “Steffen” Terrill…

Auf den ersten Blick mag die Episode "Hush" (deutscher Titel "Das große Schweigen") von Buffy gar nicht so furchteinflößend gewirkt haben. Jedoch liegt es wohl gerade an den Gentlemen, die Sunnydale zum Schweigen verurteilt haben, dass diese Episode rund um die Vampirjägerin und ihre Freunde noch lange nachhallt - schweigende Wesen, die scheinbar über dem Boden schweben und Jagd auf Herzen machen sind der perfekte Stoff für Albträume. Joss Whedon schuf diese Episode übrigens, um seine Kritiker mundtot zu machen; man warf Whedon vor, dass ein Großteil seiner Geschichten auf Wortwitz und Geplänkel basieren. Deswegen stellte er sich selbst der Herausforderung, eine Folge zu erschaffen, in der vorwiegend geschwiegen wurde.

Dank Stephen King und seiner Figur Pennywise aus Es dürfte eine gesamte Generation unter Coulrophobie, der Angst vor Clowns, leiden. Dabei sind Clowns eigentlich unverstanden. Wie Stitches beweist. Unartige Kinder sorgen dafür, dass der ungehobelte Richard Grindle alias Stitches, der Clown zu Tode kommt. Jahre später entsteigt dieser seinem Grab und macht sich auf einen Rachefeldzug. Stitches nimmt sich selbst nicht ernst und macht gerade deswegen Spaß. Außerdem gibt er Film eine Lektion fürs Leben: Messer niemals mit der Klinge nach oben in einen Besteckkorb stecken...

Björn Sülter - Gruselt sich mit Star Trek

Auch die verschiedenen Star Trek-Serien haben in über fünfzig Jahren eine Reihe an wirklich gruseligen Episoden hervorgebracht. Und nein, dabei spreche ich nicht von Episoden, die sich durch mangelnde Qualität auszeichneten. Hier geht es um Horror, düstere Vorgänge, Abgründe und Gänsehaut. Da die neue Serie ja aktuell noch am Anfang steht, präsentiere ich euch heute die fünf Gruselhöhepunkte der klassischen fünf Trek-Serien.

Catspaw” (Star Trek)

Die trashige Abschlussszene mit den Vögeln an Drähten, die an die Augsburger Puppenkiste erinnern, ist absoluter Kult. Doch atmet keine andere Trek-Episode so sehr das Gefühl von Halloween wie diese. Ein verwunschenes Haus, schwarze Katzen, Rauch und Nebel und die Crew in der Hand einer Hexe und eines Hexers. Mehr geht nicht. Im Verlauf müssen Kirk und Co sich durch ein Labyrinth aus Skeletten schlagen und viele andere Absurditäten über sich ergehen lassen. Völlig gaga und spooky, aber auch irre lustig.

Frame of Mind” (Star Trek: The Next Generation)

War Commander William T. Riker euch vielleicht nie wirklich geheuer? In dieser Episode erfahrt ihr, dass ihr genau richtig lagt. Mit seiner vermutlich besten Performance erschafft Jonathan Frakes in einer von Brannon Braga geschriebenen Psycho-Studie eine bedrohlich-bedrückende Atmosphäre, die in dieser Form selten in der Serie anzufinden war. Doch nicht nur Riker kann zunehmend nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterschieden, auch der Zuschauer rätselt kräftig mit und lässt sich vom Schicksal dieser armen Seele mitreißen, die offenbar den Verstand verliert. Ein echter Gänsehaut-Klassiker: Düster, paranoid und psychologisch hochinteressant.

Empok Nor” (Star Trek: Deep Space Nine)

Terok Nor war der cardassianische Name von Deep Space Nine. Wie wir hier lernen, war Empok Nor eine Art Schwesterstation, die hier für eine typische Haunted House-Show herhalten muss. Unter der Führung von Chief O’Brien versucht man Teile zur Reparatur der eigenen Station zu sammeln und schlägt sich dabei mit den drogensüchtigen Bewohnern herum. Schließlich wenden sich sogar die Freunde und Kollegen gegeneinander. Dabei wird besonders Schneider Garak zur Bedrohung, nachdem auch er der Wirkung der Droge verfällt. In düsteren Sets wartet hinter jeder Ecke Gefahr, und nie war die Stimmung in den eigentlich bekannten Kulissen so bedrohlich.

The Thaw” (Star Trek: Voyager)

Diese Episode lässt die Crew der USS Voyager auf die personifizierte Furcht treffen, einen Clown, der so angsteinflößend ist, als wäre er aus einer Stephen-King-Parallelwelt herübergebeamt. Die Frage dabei ist: Wenn deine Realität eine Illusion darstellt, macht das die Illusion nicht zur Realität? Das Drehbuch liefert komplexe Fragen und keine leichten Antworten und folgt dem von Michael McKean wunderbar dargestellten Clown tief in dessen belastete Psyche. Wie weit kann Furcht ein Individuum bringen? Kann sie sogar völlig paralysieren? Keiner anderen Trek-Episode und keinem Charakter ist jemals ein derartig abgründiger Psychogrusel gelungen.

Impulse” (Star Trek: Enterprise)

Zombies! Zombies! Zombies! Manchmal muss man eben doch nicht zu The Walking Dead greifen, um sich eine schöne Dosis Untote und düstere Gänge voll beklemmender Angst abzuholen. Wenn die Zombies dann noch grünes Blut besitzen und eigentlich für ihre Logik berühmt sind, wird es richtig spannend - und verrückt. Ein führerlos im All treibendes vulkanisches Schiff bietet dabei den tollen Hintergrund für viele Schockmomente und sogar noch eine psychologische Studie der sonst oft so beherrschten T’Pol. Die Nacht der logischen Leichen: Definitiv für Halloween geeignet.

Fröhliches Halloween und ein gesegnetes Samhain!

Halloween
Originaltitel:
Halloween
Kinostart:
25.10.18
Regie:
David Gordon Green
Drehbuch:
David Gordon Green, Danny McBride
Darsteller:
Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, Nick Castle, Will Patton, Omar J. Dorsey, Virginia Gardner, Miles Robbins, Dylan Arnold, Drew Scheid
Der neue Halloween ist als direkte Fortsetzung des ersten Films geplant und wird alle weiteren Teile und die beiden Reboots ignorieren.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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