Boom der Superheldenfilme: Steven Spielberg sieht schon das Ende - Captain America Chris Evans ist optimistisch

Nach dem großen Erfolg von Superheldenfilmen in den letzten Jahren holen die Filmstudios zum großen Rundumschlag aus und selbst unbekanntere Comic-Charaktere bekommen mittlerweile die Chance auf ihrem eigenen Kinofilm (z.B. DCs Cyborg oder Marvels Black Panther). Vor ein paar Jahren war das kaum vorstellbar. Bis 2020 stehen uns noch (mindestens) 25 Comicverfilmungen bevor.

Marvel bringt ab 2017 drei Filme pro Jahr heraus, bei Warner nimmt das DC-Filmuniversum Fahrt auf, Sony rebootet Spider-Man und bei Fox werden die X-Men ausgeschlachtet. Allein im kommenden Jahr laufen sieben Filme an. Doch neben all der Euphorie und den rekordverdächtigen Einnahmen einiger Verfilmungen werden auch kritische Stimmen laut. So hat zuletzt Regisseur Steven Spielberg seine Meinung zum Thema geäußert und sagt dem Superheldenhype durch die Übersättigung ein rasches Ende voraus. Genauso wie z.B. Western werden Superhelden bald durch ein anderen Genre verdrängt werden: "Es kommt der Tag, an dem diese mythischen Geschichten von einem anderen Genre verdrängt werden, über dass sich vielleicht ein junger Filmemacher Gedanken macht, der es für uns alle entdecken wird.".

Schauspieler Chris Evans, der den Superheldenboom von Anfang an als Captain America bei Marvel begleitet, sieht das allerdings ganz anders und reagiert auf die Äußerungen des berühmten Regisseurs und Produzenten. Seiner Meinung nach sind auch die technischen Möglichkeiten, die heutigen Filmemachern zur Verfügung stehen, auch ein stückweit dafür verantwortlich, dass solche Filme überhaupt erst möglich werden:

"Ich denke, dass wir durch die fortschreitenden technischen Möglichkeiten auch versuchen, diese in Filmen zu zeigen und umzusetzen. Jeder Film, der sich dieser überlebensgroßen Charaktere, fantastischen Welten und Handlungen annimmt, wird die technischen Möglichkeiten ausnutzen, um zu beweisen, wie gut das möglich ist. Das gilt für Superhelden und generell Fantasyfilme. Das wird jedenfalls noch eine Weile halten.

Für Superheldenfilme, Charaktere die wir kennen und mögen, kommt es darauf an, wie mit ihnen umgegangen wird. Jason Bourne könnte ein Superheld sein. Man kann jeden Superheld nehmen und ihn soweit in der Realität verankern, dass er real wird. Ich glaube, dass die [Russo-Brüder, Regisseure von Captain America: The Winter Soldier und Civil War] das echt gut machen. Manche Superheldenfilme fühlen sich auch wie solche an. Die Russo-Filme sind eher Geschichten über Menschen, mit einer Prise Superhelden. Man kann vielleicht von all den Superkräften genug bekommen, doch solange Filmemacher immer wieder eine neue Herangesehensweise finden und die Atmosphäre und den Ton anpassen, wird das Publikum dranbleiben."

Captain America: The Winter Soldier überraschte mit einem gelungenen Genrewechsel zum Politthriller und hebte sich von seinem Vorgänger The First Avenger komplett ab. Der Film übertraf alle Erwartungen und gab dem Marvel Cinematic Universe weiter Auftrieb. Der dritte Captain-America-Film Civil War muss sich nicht nur an Winter Soldier messen lassen, sondern auch die entäuschten Avengers-2-Fans zurück ins Boot holen.

Der Film kommt am 05. Mai 2016 in die Kinos.

Originaltitel:
Captain America: Civil War
Kinostart:
28.04.16
Laufzeit:
147 min
Regie:
Joe & Anthony Russo
Drehbuch:
Christopher Markus, Stephen McFeely
Darsteller:
Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Paul Bettany, Jeremy Renner, Don Cheadle, Elizabeth Olsen, Paul Rudd
Die Marvel-Helden im Krieg gegeneinander: Der Film wird sich des aus den Comics bekannten "Civil War"-Handlungsbogens bedienen, bei dem es die Helden untereinander aufnehmen.

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