Kritik zu Lucifer 2.01 - Everthing's coming up Lucifer

SPOILER

Der Auftakt zur 2. Staffel von Lucifer knüpft relativ nahtlos an die erste an: Mom ist aus der Hölle geflüchtet. Eine Tatsache, die Lucifer (Tom Ellis) und Amenadiel (D.B. Woodside) Kopfzerbrechen bereitet. Und so machen die Brüder sich auf, um Mom zu suchen.

Wir treffen sie bei einem Bankraub, denn der Täter ist der Letzte, der auf ihrer Liste noch übrig sein könnte. Schließlich benötigt Mom einen Körper, in dem sie sich auf Erden bewegen kann - also klappern Lucifer und Amenadiel alle Menschen ab, die klinisch tot waren, aber wieder ins Leben zurückgekehrt sind. Der Bankräuber entpuppt sich jedoch als Flop und sie sind mit ihrem Latein vorerst am Ende.

Hilfreich erscheint für Lucifer dann der Fall der Woche, zu dem Chloe (Lauren German) ihn ruft. Hinter dem Mord an einem Lichtdouble für die Hauptdarstellerin der Serie "Leave it to Leslie" vermutet er einen Racheakt von seiner Mutter. Wie schon in der ersten Staffel ist der Fall der Woche nicht besonders spannend und dient eher als schmückendes Beiwerk, um die Dynamik der Charaktere untereinander voranzutreiben.

Wie für einen Staffelauftakt üblich, dient die Folge in der Regel eher als Erklärung, was zwischen den Staffeln passiert ist. So erfahren wir, dass Detective "Douche" mittlerweile wieder Assistenzarbeiten im Job verrichten darf, Maze hingegen ist erst einmal verschwunden, taucht aber im letzten Moment (mal wieder) zu Lucifers Rettung auf.

"Eigentlicht ist mein Bruder ein Irrer...."

Chloe hingegen macht unterdessen ihrer Haarfarbe alle Ehre. Obwohl Lucifer offen und ehrlich mit seiner Identität umgeht, mag sie ihm immer noch nicht glauben. Eine Blutprobe soll es richten. Ein Moment, in dem sowohl Lucifer als auch der Zuschauer genervt über Chloes Verhalten die Augen rollen. Immerhin erkennt Amenadiel echtzeitig, was es bedeutet, wenn die Blutprobe eines (gefallenen) Engels bei der Polizei untersucht wird - und redet Chloe erfolgreich ein, dass sein Bruder ernsthafte pyschische Probleme hat und sich selbst als den Teufel darstellt. Hier hätte man in der Folge noch einen Schritt weitergehen können, da Amenadiel relativ glaubwürdige Erklärungen findet und eigentlich Stoff für die berühmte "Was wäre wenn"-Folge vorhanden ist.

Ein schönes Bild, um das Familien-Gefüge Lucifers zu erklären, findet sich in einer Therapiesitzung mit Dr. Linda. Mit entsprechendem Wortwitz (Big... Bang) erklärt er seiner Therapeutin, wie seine Eltern sich kennengelernt und eine Familie gegründet haben. Bis hin zum rebellischen Kind, das schließlich von Zuhause rausgeworfen wurde. Hier wird auch klar, dass der Fokus für Staffel 2 in der Tat auf Mom liegen wird - die Probleme mit dem Vater scheint Lucifer in Staffel 1 abgefrühstückt zu haben. Immerhin lässt Lucifer durchblicken, dass es sich Dad mit Mom ziemlich verscherzt haben muss, Details dazu umschifft er wie gewohnt.

"Ach nein. Ein Kreuz. Wieder so eine Gläubige."

Neu dabei ist die Forensikerin Ella. Sie bleibt noch ein wenig blass, scheint aber aktuell eher auf coole bis ironische Kommentare festgelegt zu sein. Fest steht jedoch, dass ihr Glaube noch für Zündstoff zwischen ihr und Lucifer sorgen dürfte - das Kreuz um ihren Hals gehört schließlich zu dem, was ihm als erstes augefallen ist. Hier bleibt aber abzuwarten, ob die Serie das Thema Religion wieder aufgreifen wird. In Staffel 1 gab es schon gute Ansätze, die aber leider nie vertieft wurden. Vielleicht wird das mit Ella nun anders; wünschenswert wäre es auf jeden Fall.

In der Endmontage kann Hauptdarsteller Tom Ellis mit "All Along The Watchtower" von Jimi Hendrix mal wieder sein Gesangstalent unter Beweis stellen. Stimmungsvoll unterlegt das Lied, wie Amenadiel feststellt, dass er in der Tat die Zeit nicht mehr dauerhaft verlangsamen kann und Chloe sich dagegen entscheidet, die Blutprobe untersuchen zu lassen. Lucifer hingegen hat keine Erklärungen mehr, was seine Mutter möchte - und ist damit in absoluter Alarmbereitschaft.

Als Cliffhanger taucht dann die Person auf, von der die ganze Zeit die Rede war. Wir bekommen Mom zu sehen; und müssen warten, wie es in 2 Wochen mit der Folge "Liar, Liar, Slutty Dress on Fire" weitergehen wird.

Fazit

Lucifer serviert den Fans der Serie zum Staffelauftakt das, was sie gewohnt sind: Jede Menge Ironie und Wortwitze zum Thema Teufel, Himmel und Hölle; der Fall der Woche ist wie üblich nicht höchst spannend und eher Nebensache. Der Handlungsbogen für die gesamte zweite Staffel ist gesetzt - und man darf gespannt sein, wie er über die nächsten zwölf Folgen erzählt wird. Lust auf mehr macht der Auftakt auf jeden Fall.

Lucifer 2x02: Liar, Liar, Slutty Dress on Fire | Promo [HD] | FOX 2016 Season 2 Episode 02

Lucifer Staffel 2

Originaltitel: Lucifer (seit 2016)
Erstaustrahlung am 25.01.2016 bei Fox / 15.06.2016 bei Amazon Prime Video
Darsteller: Tom Ellis, Lauren German, Kevin Alejandro, D. B. Woodside, Lesley-Ann Brandt, Scarlett Estevez, Rachael Harris
Produzenten: Tom Kapinos, Ildy Modrovich, Len Wiseman, Jonathan Littman, Jerry Bruckheimer
Staffeln: 3+
Anzahl der Episoden: 26+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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