Kritik zu Lucifer 2.15 - Deceptive Little Parasite

SPOILER

Nach der sehr schwachen Folge der letzten Woche zieht das Erzähltempo mit der aktuellen Folge von Lucifer wieder deutlich an.

Seit der Folge "Candy Morningstar" wissen wir, dass es Azraels Klinge braucht, um die Pforten des Himmels öffnen zu können. Mit passenden Seitenhieben geht die Serie darauf ein, dass Menschen bestimmte Vorstellungen vom Himmel haben. So darf Doktor Linda (Rachael Harris) die sehr naive Vorstellung ihres Himmels beschreiben: Sie fragt danach, ob alle in weißen Roben unterwegs sind oder es dort Harfen gibt. Hier beweist die Serie erneut, dass sie geschickt auf spezielle Stereotypen, die die meisten Menschen von religiösen Dingen haben, eingehen kann.

"Emotions can't be controlled, Lucifer!"

Der Schwerpunkt der Episode liegt aber klar darauf, wie die verschiedenen Charaktere mit ihren Emotionen umgehen. Sehr schön zu sehen ist, dass hier auch auf Nebenrollen wie Trixie (Scarlett Estevez) und Ella (Aimee Garcia) eingegangen wird. Gerade bei Ella werden wir diesbezüglich vermutlich noch einiges erwarten können. Sie deutet an, dass vermeintlich fröhliche Menschen nicht immer so fröhlich sind, wie sie es nach außen darstellen. Sehr offen gibt sie zu, dass sie öfters von trüben Gedanken geplagt wird. Für Chloe (Lauren German) war es bestimmt ein Augenöffner, dass ihre Tochter ihre eigenen Emotionen versteckt, um ihre Mutter nicht sehr zu belasten. Damit ist die Serie endlich wieder auf die Mutter-Tochter-Beziehung eingegangen, die zum Teil arg vernachlässigt wurde.

Besonders positiv ist in diesem Kontext auch das Zusammenspiel von Tom Ellis und Scarlett Estevez zu vermerken, da die beiden trotz ihres Altersunterschieds ein sichtlich gut eingespieltes Team bilden. Es wäre vermessen zu sagen, dass die Jungdarstellerin auf Augenhöhe mit Ellis spielt, dennoch stimmt die Chemie zwischen ihnen. Es sind kaum merkliche Gesten, die verraten haben, wie Lucifer zu Trixie steht.

"The only way to get over this pain is to go through it."

Gewohnt stark sind wieder einmal die Szenen zwischen Lucifer und Amenadiel (D.B. Woodside). Der Moment, in dem Amenadiel dazwischen geht, als er sieht, dass sein Bruder kurz davor ist, in Tränen auszubrechen, ging unter die Haut. Schon in der Vergangenheit hat die Serie bewiesen, dass gerade die Momente zwischen Amenadiel und Lucifer zu den absoluten Highlights gehören. Selbst Geschwisterstreitigkeiten werden so ausgetragen, wie man es vermutlich von den eigenen Geschwistern kennt. Besonders beeindruckend ist, dass Amenadiel nicht stetig nur auf die Rolle des beschützenden großen Bruders reduziert wird. Zwar tritt er für Lucifer dann ein, wann und wenn man es von ihm erwartet, jedoch bietet er seinem kleinen Bruder auch grundsätzlich einmal die Stirn. Der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle ist, dass man etwas näher darauf eingehen können, ob Amenadiel in der Tat nicht eifersüchtig auf Lucifer ist. Denn in der Verlauf der Episode wurde mehr als einmal erwähnt, dass Lucifer in seinem Status des Lichtbringers eine besondere Rolle spielt.

"A foursome isn't an emotion, Mum!"

Der Fall der Woche war wie gewohnt nicht sehr spannend. Dennoch gab es hier einige Seitenhiebe auf Helikopter-Eltern und die vermeintliche Perfektion, die heutzutage von vielen Eltern erwartet wird. Sei es, dass Kinder ihre Emotionen im Zaum halten müssen, um als perfekte kleine Wesen dazustehen. Oder von Müttern erwartet, wird dass sie auf alles Rücksicht nehmen und an alles denken; zum Beispiel, dass mindestens glutenfreie Muffins zu einer Schulveranstaltung gebacken werden. Ebenfalls eine Stärke von Lucifer.

Das Ende der Folge gibt sogar einen guten Anhaltspunkt dafür, warum Charlotte (Tricia Helfer) so auf eine Lösung drängelt und Lucifer im Verlaufe der Episode dazu angestachelt hat, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Es bleibt abzuwarten, wie Charlotte ihre weiteren Pläne schnellstmöglich durchsetzen wird.

Fazit

Den Tiefpunkt der vergangenen Woche hat Lucifer glücklicherweise schnell vergessen lassen. Gerade die Nebencharaktere bekommen eine schöne Tiefe, wie wir es nur aus wenigen Folgen kennen. Der Ausblick auf "God Johnson" für die kommende Woche lässt zudem auf einen weiteren Höhepunkt der Serie hoffen.

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Lucifer Staffel 2

Originaltitel: Lucifer (seit 2016)
Erstaustrahlung am 25.01.2016 bei Fox / 15.06.2016 bei Amazon Prime Video
Darsteller: Tom Ellis, Lauren German, Kevin Alejandro, D. B. Woodside, Lesley-Ann Brandt, Scarlett Estevez, Rachael Harris
Produzenten: Tom Kapinos, Ildy Modrovich, Len Wiseman, Jonathan Littman, Jerry Bruckheimer
Staffeln: 3+
Anzahl der Episoden: 26+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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