The 100: Spoilerfreie Kritik zum Deutschlandstart auf Pro7

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The 100

Mehr oder weniger seit dem Erfolg von Die Tribute von Panem befand sich der amerikanische Sender The CW auf der Suche nach seiner eigenen Version einer dystopischen Teenager-Story. Mit The 100 war man dann schließlich im vergangenen Jahr erfolgreich, wobei auch hier die Handlung auf einer Buchreihe basiert. Die Rechte an der gleichnamigen Trilogie von Kass Morgan sicherte sich der Sender bereits noch bevor, der erste Band überhaupt in den Läden stand. Am heutigen Abend startet die Serie auf Pro7 gleich als Dreiteiler. Weitestgehend spoilerfrei sagen wir euch, ob sich das Einschalten lohnt.

Inhaltlich setzt The 100 auf viele bekannte Bausteine und versucht sie zu einem interessanten Mix neu zusammenzufügen. Die Handlung ist dabei schnell zusammengefasst. Rund 100 Jahre, nachdem die Erde wegen eines atomaren Krieges nicht mehr bewohnbar ist, leben die letzten Menschen auf einer Raumstation. Aufgrund knapper Ressourcen wird jedes Verbrechen mit dem Tode bestraft. Einzige Ausnahme bilden Jugendliche und Kinder. Diese werden bis zu ihrem 18. Geburtstag eingesperrt und erst dann hingerichtet. Genau 100 von diesen minderjährigen Straftätern erhalten in The 100 jedoch eine alternative Möglichkeit. Anstatt zu sterben, werden sie auf die Erde geschickt, um herauszufinden, ob der Planet wieder bewohnbar ist. Die Landung geht jedoch gehörig schief und so finden sich die Kids plötzlich im Niemandsland auf der Erde wieder, ohne Möglichkeit mit der Raumstation Kontakt aufzunehmen.

Wie bereits erwähnt ist The 100 ein Mix aus sehr vertrauten Elementen. Das Setting kann an sich ganz einfach als Mischung aus Tribute von Panem, Herr der Fliegen und ein wenig 90210 beschrieben werden. Vor allem Letzteres ist hauptsächlich der Herkunft der Serie zu verdanken. Trotz Formate wie Arrow, The Flash oder Supernatural sieht der Sender The CW immer noch junge Frauen als seine wichtigste Zielgruppe an. Daher dürfen Soap-Elemente nicht fehlen, auch wenn sie klar zu den großen Schwächen von The 100 gehören. Hinzu kommt, dass die Serie richtig große Startschwierigkeiten hat. Besonders der Pilot ist nicht sonderlich gut geraten und hat so einige Probleme. Allein schon die Ausgangslage, dass die Erwachsenen eine Horde krimineller Teenager auf die Erde schicken und davon ausgehen, dass diese sich an die vorgegebenen Aufgaben halten, ist zumindest sehr naiv.

Die Charaktere können zu Beginn ebenfalls nicht sonderlich überzeugen. Mit diesem Problem schlagen sich jedoch viele Piloten rum. Um die Essenz der Figur dem Zuschauer vorzustellen, wird diese meist auf ein Klischee heruntergebrochen. Dies findet im großen Maße auch bei The 100 statt. Dazu müssen die ganzen jungen Darsteller, die wie CW-typisch alle aus dem Modellkatalog gecastet sein könnten, schauspielerisch noch gehörig eine Schippe drauflegen. Gerade zu Beginn hält sich das Interesse an den Figuren in Grenzen. Bei den Erwachsenen können sich Lost-Fans über ein Wiedersehen mit Desmond aka Henry Ian Cusick freuen. Wirklich vielschichtig ist seine Figur allerdings zu Beginn auch nicht. Zum Glück beginnt sich dies, im Laufe der Staffel durchaus zu ändern.

Während der Pilot am Ende also nicht wirklich überzeugen kann, kann sich das Dranbleiben bei The 100 trotzdem lohnen. Die ersten Folgen der Serie sind klar das Schlechteste, was es in der ersten Staffel zu sehen gibt. In den kommenden Episoden gelingt es The 100, durchaus interessant zu werden und Spannung aufzubauen. Hier ähnelt die Serie in gewissem Maße anderen Formaten des Senders CW. Auch Arrow oder Supernatural benötigten ein paar Folgen, um in Schwung zu kommen. Im Vergleich zu den beiden genannten gelingt dies The 100 sogar deutlich schneller. Schon vergleichsweise früh wartet die eine oder andere interessante Überraschung auf den Zuschauer. Dabei begehen die Macher auch selten den Fehler und walzen scheinbare Geheimnisse zu lange aus. Die Handlung nimmt gerade ab Episode 3 deutlich an Tempo auf und sorgt auf diese Weise für Spannung. Nicht immer sind die Autoren dabei so clever, wie sie glauben und auch ein eher unlogisches Liebesdreieck beginnt schnell zu nerven. Trotzdem gelingt es The 100 zunehmend besser zu werden, was nach den ersten beiden schwachen Episoden durchaus überraschend kommt.

Fazit
Der Pilot von The 100, und mit Abstrichen auch die Folge 2, sind für sich allein genommen keine wirkliche Empfehlung. Klischees und eine unrealistische Handlung sorgen für ein getrübtes Unterhaltungserlebnis. Zum Glück wird die Serie im Anschluss jedoch zunehmend besser. Die Story nimmt an Fahrt auf und kann immer wieder mit überraschenden Wendungen punkten. Letztendlich wird The 100 dadurch allerdings nicht unbedingt zu einem neuen Game of Thrones. Für eine mehr als solide Sommerunterhaltung ist die Serie aber trotzdem sehr gut geeignet.

The 100

Originaltitel: The 100 (2014)
Erstaustrahlung am 19.04.2014
Basiert auf der gleichnamigen Romantrilogie von Kass Morgan
Darsteller: Eliza Taylor (Clarke Griffin), Paige Turco (Dr. Abigail "Abby" Griffin), Marie Avgeropoulos (Octavia Blake), Bob Morley (Bellamy Blake), Henry Ian Cusick (Marcus Kane), Christopher Larkin (Monty Green), Devon Bostick (Jasper Jordan), Isaiah Washington (Thelonious Jaha), Lindsey Morgan (Raven Reyes)
Produzenten: Jason Rothenberg, Leslie Morgenstein
Staffeln: 5+
Anzahl der Episoden: 58+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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