Kritik zu Fear the Walking Dead 2.01: Monster

Nach dem spannenden Finale von The Walking Dead geht es diese Woche mit dem Spinoff Fear the Walking Dead weiter. Die Gruppe um den Familienvater Travis konnte mit Hilfe des zwielichtig anmutenden Strand auf dessen Yacht flüchten und befindet sich nun auf dem Weg nach San Diego. Natürlich verläuft die Reise nicht so sorglos wie geplant und schon bald treffen sie auf Probleme, die nicht alle untoter Natur sind.

Die Episode setzt wenige Momente nach den Ereignissen vom Ende der ersten Staffel an: Die Gruppe befindet sich am Strand vor Strands Villa und packt ihre sieben Sachen, um auf dessen Yacht zu flüchten. Warum jetzt plötzlich alles in Flammen steht und explodiert, wird so erstmal nicht erklärt. Während der Opening Credits fliegen auch ein paar Jets über die Stadt, wahrscheinlich war es die in der ersten Staffel angedeutete 'Operation Cobald'. Ich muss auch zugeben, dass ich das nicht wirklich hinterfragt habe, denn sie wollten ja ohnehin das Festland verlassen. Die Szene, in der die Kamera dann vom Boot auf die Küste zeigt und langsam das Ausmaß des in Flammen gehüllte Lands zeigt, war schon cool. Das kann man durchgehen lassen, finde ich. Wenn es wirklich Cobalt war, um so besser!

Damit hätten wir aber leider auch schon den Großteil dessen abgedeckt, was mir wirklich positiv aufgefallen ist. Ich würde die Show wirklich gern richtig mögen, aber das fällt mir dann doch irgendwie schwer, wenn mir die Hälfte der Charaktere so egal ist. Einzig Strand, Nick und Daniel konnten mich überzeugen, der Rest war mir trotz der langen Pause direkt wieder unsympatisch, zu dämlich oder einfach egal.

Fear the Swimming Depp

Was mich aber am meisten irritiert hat, war Chris' Aktion gegen Ende der Episode. Es scheint zunächst, als spränge er ins Meer, um sich umzubringen. Da er dann aber wider Erwarten (?) doch von der Gruppe dabei entdeckt wird, versucht er sich damit rauszureden, dass er nur schwimmen wollte und das doch wohl total okay wäre! Soweit, so gut. Irgendwie kann ich auch noch akzeptieren, dass Nick ihm diese Ausrede abnimmt und anschließend sogar noch versucht, den Rest zum Schwimmen zu animieren.

Aber spätestens als Nick dann attackiert wird und sich ein gekentertes Schiff sowie ein ganzer Haufen Untoter aus der Nebelbank schält, fällt es mir schwer, der Show noch zu folgen. Nachdem sie zuvor ein Schiff mit lebendigen Menschen links liegen gelassen haben, ist Nicks erste Reaktion jetzt, zu einem Schiff voller Untoter  zu schwimmen um dort noch irgendwem zu helfen? Und als er dann aus unmittelbarer Nähe sieht, dass offensichtlich auf das Schiff geschossen wurde, macht er keinen Rückzieher, sondern sammelt erstmal noch das Logbuch ein?

Ich kann ja nachvollziehen, dass man irgendwie versucht hat, die Auswirkungen von Alicias Turtelei am Radio in der Folge unterzubringen. Aber das wirkte mir in Summe alles ein bisschen zu viel und übers Knie gebrochen. Auch im Hinblick auf Strands Paranoia ergibt das alles nicht so richtig Sinn, denn auch wenn er übermüdet ist, sollte er einer Teenagerin eigentlich das Funkgerät wegnehmen, wenn sie mit Fremden in Kontakt ist und Informationen preisgibt. Und genauso hätte er auf seinem Radar sehen sollen, dass da zehn Meter entfernt von ihnen noch ein Boot ist und da vielleicht Menschen drauf sein könnten.

Neben Strand scheint Daniel eine der wenigen Personen zu sein, die auch während der Apokalypse noch mit Verstand handeln. Ich hoffe, dass wir nächste Woche wieder etwas mehr von ihm sehen, gerade in Notsituationen weiß er ja aufzutrumpfen. Ich kann mir auch vorstellen, dass er sich momentan noch bewusst bedeckt hält und noch etwas Zeit braucht, um Strand richtig einzuschätzen. Ich schätze, die Beiden werden entweder ein ziemlich gutes Team oder sie bringen sich gegenseitig um.

In aller Kürze

Insgesamt einer ganz okay-e Episode, für einen Staffelauftakt hätte es aber ruhig etwas mehr sein dürfen. Ich hoffe nach wie vor, dass sich Fear The Walking Dead zukünftig mehr von der Mutterserie zu unterscheiden weiß und nicht einfach mehr vom selben Stoff bietet. Lassen wir uns also vom Rest der Staffel überraschen.

Um die Wartezeit auf die nächste Episode zu verkürzen, könnt ihr euch übrigens auch noch das Webfeature Flight 462 ansehen, das aus 16 kurzen Clips besteht, welche die Geschehnisse aus der Sicht eines Passagierfluges schildern:

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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