Kult-Klassiker neu aufgelegt - Kritik zum Serienpiloten von Lethal Weapon

Nachdem Hollywood in den vergangenen Jahren im Kino alles gerebootet hat, was man in die Finger bekommen konnte, richtete sich der Fokus zuletzt verstärkt auf das Fernsehen. Im sogenannten "Goldenen Zeitalter der TV-Serien" bietet es sich natürlich an, erfolgreiche Kinohits noch einmal als Serie neu aufzulegen. Der TV-Sender Fox versuchte es im vergangenen Jahr bereits mit Minority Report und ging damit ziemlich baden. Allerdings konnte der Misserfolg die Verantwortlichen nicht von einem weiteren Versuch abhalten. In der TV-Saison 2016/2017 schickt der Sender nun den Serien-Reboot einer der erfolgreichsten Action-Komödien der 80er Jahre ins Rennen. Fraglich ist, ob Lethal Weapon als Serie an die Erfolge der vier Filme anknüpfen kann.

Wie im ersten Teil der Filmreihe stehen auch in der Serie die beiden Cops Martin Riggs und Roger Murtaugh im Mittelpunkt. Letzterer steht nach einem Herzinfarkt vor der Rückkehr in seinen Job, möchte es dort aber erst einmal ruhig angehen. Dummerweise wird ihn mit Riggs ein neuer Partner zugeteilt, der andere Pläne verfolgt. Der Texaner hat kürzlich seine Frau und sein ungeborenes Kind durch einen Autounfall verloren. Der Verlust hat ihn so hart getroffen, dass er am liebsten selbst sterben möchte. Aus diesem Grund geht er immer wieder todesmutige Wagnisse ein, in der Hoffnung, dass sie ihn das Leben kosten.

Lethal Weapon ist einer dieser Serienreboots, nach denen eigentlich niemand so wirklich gefragt hat. Die Filmreihe ist im Bereich der Buddy-Action-Komödien bis heute ein Klassiker und darüber hinaus auch ganz gut gealtert. Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, was genau die Neuauflage den Zuschauern bringen soll. Gerade im Piloten wird das ziemlich deutlich. Lethal Weapon bietet eigentlich nichts, was man nicht im Film oder einer der vielen anderen Buddy-Komödien schon gesehen hat. Das liegt allerdings auch in der Natur der Sache. Letztendlich ist die Prämisse der Filme aus heutiger Sicht alles andere als innovativ. Zwar hätte man die Serie auch als düsteres Charakterdrama aufziehen können, nur wäre es dann eben nicht mehr Lethal Weapon. So bleibt den Machern am Ende nur die Möglichkeit, die vielen bekannten Versatzstücke irgendwie zusammenzumischen.

Dabei lässt sich aber auch festhalten, dass, wenn man das grundsätzliche existenzielle Problem der Serie ausblenden kann, den Machern über weite Strecken ein unterhaltsamer Pilot gelungen ist. Zu verdanken hat man dies vor allem dem guten Casting. Damon Wayans und Clayne Crawford agieren auf Anhieb sehr gut als Duo und können durchaus in die Fußstapfen von Mel Gibson und Danny Glover treten. Ob der Rest des Cast funktioniert, muss sich dagegen noch zeigen. So wirklich viel haben die weiteren Darsteller bisher nicht zu tun bekommen. Vor allem Jordana Brewster als Psychologin Dr. Maureen 'Mo' Cahill blieb bisher noch sehr blass.

Auch sollten die Zuschauer nicht zu sehr an der Oberfläche kratzen. Ein Regisseur wie McG (3 Engel für Charlie, Terminator Salvation) liefert mit dem Piloten genau das ab, was man von ihm erwartet. Die Schauwerte und die Unterhaltung sind durchaus gegeben, viel mehr aber auch nicht. Gerade wenn man zu hinterfragen beginnt, wie einfach Riggs und Murtaugh beispielsweise während einer Verfolgungsjagd in ein laufendes Autorennen geraten, stößt man schnell an die logischen Grenzen des Drehbuchs. Auch bietet der erste Fall kaum wirklich Spannung und dient eigentlich nur dazu, dass die beiden Hauptfiguren sich kennenlernen und eine Partnerschaft aufbauen. Ein kriminalistisches Meisterwerk dürfte allerdings auch niemand erwartet haben.

Fazit

Man lehnt sich vermutlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass im Gegensatz zu den Filmen in 20 Jahren niemand mehr über die TV-Serie Lethal Weapon sprechen wird. Dafür bietet die Serie einfach zu wenig, vor allem, wenn man sie mit den vielen richtig guten Formaten vergleicht, zwischen den die Zuschauer in der heutigen Zeit auswählen können. Trotzdem lässt sich dem Piloten ein gewisser Unterhaltungswert nicht absprechen. Für nette Unterhaltung zwischendurch reicht das Gezeigte durchaus, viel mehr bietet die Serie bisher aber auch nicht.

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