Kritik zu Lucifer 2.14 - Candy Morningstar

SPOILER

Lange mussten wir auf die neuen Folgen von Lucifer warten. Die Serie nahm sich eine Auszeit von ganzen drei Monaten. Nun kehrt der Teufel mit der Episode "Candy Morningstar" aus seiner Pause zurück.

"I've been through hell recently", erklärt Lucifer (Tom Ellis) im Laufe der Folge, und manchmal fühlt es sich so an, als wäre man für diese Folge selbst durch die Hölle gegangen. Folge 13 endete immerhin mit einem Cliffhanger: Lucifer war plötzlich aus seiner Wohnung im Lux verschwunden.

Die neue Folge setzt zwei Wochen nach seinem Verschwinden ein. Die Zurückgebliebenen rätseln um seinen Verbleib. Und irgendwie erwartet man auch eine wahnsinnig ausgeklügelte Antwort auf die Frage. Dennoch verweigert die Folge genau das.

"Only a deeply damaged soul would make such a poor choice."

Und genau daran krankt "Candy Morningstar" auch. Irgendwie bekommt die Folge nicht den richtigen Dreh, um das Gefühl, das in den letzten Folgen vor der Pause aufgebaut worden ist, wieder greifbar zu machen. Gerade bei Chloe (Lauren German) wirkt es so, als würde sie die gesamte Folge lang nicht wie ihr Charakter agieren. Ihr Verhalten Lucifer gegenüber ist höchst unlogisch, man sollte meinen, dass sie ihren Partner mittlerweile besser kennt. Die Folge steht im Widerspruch zu allem, was die Autoren in den vergangenen Folgen vor der Pause mühsam und stetig aufgebaut haben. In manchen Szenen wirkt Chloe wie eine Drama Queen, nur um dann in der nächsten sichtlich Spaß daran zu haben, eine falsche Candy Morningstar zu geben.

"Just friends."

Generell muss man sich mehr als einmal fragen, ob die Charaktere jetzt durchgedreht sind. So wartet Lucifer auf einmal mit einer angeblichen Ehefrau namens Candy (Lindsey Gort) auf, die, wie er stetig betont, keine Stripperin ist, sondern eine exotische Tänzerin. Dass dies nicht plausibel sein kann, braucht nicht erst am Ende enthüllt werden. Die gesamte Geschichte um eine plötzliche Ehefrau Lucifers gestaltet sich von Anfang an unglaubwürdig; selbst die oberflächliche psychologische Betrachtung, dass er sich damit nur schützen wollte, ergibt die ganze Folge lang keinen Sinn.

Und so quält sich "Candy Morningstar" durch einen Fall, der den Zuschauer nicht wirklich packen kann, da er mal wieder, wie bei Lucifer leider mittlerweile üblich, maximal unspannend ist. Ein Musiker wird tot aufgefunden: Letztlich ist der eigentliche Mörder mal wieder eine halbe Überraschung, die sehr an den Haaren herbei gezogen wird wirkt.

"He was the best hugger."

Lediglich bei näherer Betrachtung enthält die aktuelle Folge von Lucifer ein paar Aspekte, die für den weiteren Verlauf relevant sind. So haben Ella (Aimee Garcia), Amenadiel (D.B. Woodside) und Maze (Lesley-Ann Brandt) wenig Screentime, dennoch sind ihre kleinen Dialogstückchen sehr auf den Punkt und zum Teil höchst pointiert ("Her bra size equals her IQ."). Maze gibt quasi im Vorbeigehen preis, dass Lucifer es nicht mag, wenn er manipuliert wird. Ella hingegen freut sich wie ein kleines Kind in der Folge darüber, dass ihr Lieblingspaar Lucifer und Chloe vermeintlich wieder vereint ist. Und Amenadiel setzt alles daran, um die Familie wieder zusammen zu bringen.

Er zeigt seinem kleinen Bruder auf, dass dieser im Bezug auf seine Mutter Charlotte (Tricia Helfer) nicht so skeptisch sein sollte. Auch bei Charlotte wird in dieser Folge immer deutlicher, dass sie nicht alles zu ihrem eigenen Vorteil getan hat. Die letzte Folge ließ uns schließlich damit zurück, dass die Mutter einiges für ihren Sohn geopfert hat.

"Is this burning an Eternal Flame?"

Am Ende der Episode wird schließlich enthüllt, in welche Richtung es weitergehen könnte. Das erste Mal im Verlaufe der Serie wird der Himmel direkt angesprochen, familienintern Silver City genannt. Lucifer muss einsehen, dass seine erste Rebellion gegen seinen Vater nur deshalb nicht gefruchtet hat, weil die richtigen Waffen gefehlt haben. Somit wird der Fokus für die nächste Folge klar auf die Flammende Klinge gelenkt. Diese Waffe ist in der Lage, alles zu durchschneiden. Der Clou an der Sache ist, dass Lucifer sie nicht mehr suchen muss, sondern sich diese bereits in seinem Besitz befindet.

Als kleines Sahnehäubchen präsentiert die Folge erneut einen singenden Teufel. Die Songauswahl ist definitiv mit einem Augenzwinkern zu verstehen und fügt sich in diese Folge passend ein. 

Dennoch ist zu wünschen, dass das Erzähltempo in den weiteren Folgen bei Lucifer demnächst wieder einmal kräftig anzieht. Denn zum Beispiel weist er selbst in dieser Folge erneut darauf hin, dass er niemals lügen würde. Bereits mit der letzten Folge haben wir erfahren, dass er Chloe auch gar nicht anlügen kann. Es bleibt abzuwarten, wann die Serie endlich aufklären wird, welche Bedeutung ihr zukommt und wieso Lucifer einige Sachen in ihrer Gegenwart überhaupt nicht möglich sind.

Fazit

Die lange Pause hat Lucifer nicht gut getan, die Auftaktfolge erscheint unrund und gehört zu den Tiefpunkten von Staffel 2. Die kommenden Folgen müssen beweisen, dass "Candy Morningstar" ein Ausrutscher ist.

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Lucifer Staffel 2

Originaltitel: Lucifer (seit 2016)
Erstaustrahlung am 25.01.2016 bei Fox / 15.06.2016 bei Amazon Prime Video
Darsteller: Tom Ellis, Lauren German, Kevin Alejandro, D. B. Woodside, Lesley-Ann Brandt, Scarlett Estevez, Rachael Harris
Produzenten: Tom Kapinos, Ildy Modrovich, Len Wiseman, Jonathan Littman, Jerry Bruckheimer
Staffeln: 3+
Anzahl der Episoden: 26+


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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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