Terminator 6: Regisseur Tim Miller äußert sich zum Flop und der schwierigen Entstehungsgeschichte

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Terminator 6 Dark Fate

Vor fast genau einem Monat startete Terminator: Dark Fate in den deutschen Kinos und mittlerweile lässt sich festhalten, dass der Film einer der finanziellen Flops des Jahres sein wird. Bei einem Budget von geschätzten 185 Millionen Dollar wurde bisher lediglich 235 Millionen Dollar eingespielt. Zieht man den Kinoanteil ab und rechnet die Marketingkosten hinzu, dann ist Terminator: Dark Fate noch weit davon entfernt, profitabel zu werden.

Für die Beteiligten stellt sich bei so einem Ergebnis nun natürlich die Frage, was an der ganzen Sache schief gelaufen ist. Schließlich kehrte Produzent James Cameron erstmals seit Teil 2 wieder zum Franchise zurück und übersah die Produktion, die von Tim Miller inszeniert wurde. Letzterer sprach nun mit dem Hollywood Reporter über den Flop und seine Erfahrungen während des Entstehungsprozesses des Films.

Viele Experten führen den Flop auf eine Franchise-Müdigkeit der Zuschauer zurück, nachdem die letzten Filme der Terminator-Reihe inhaltlich kaum überzeugen konnten. Darauf angesprochen erklärte Tim Miller richtigerweise, dass dies eine Tatsache sei, für die er als Regisseur wenig könne.

"Die Sachen, welche die Leute am meisten hassten, waren Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Ich kann nichts dafür, dass jemand Genysis nicht mochte oder sich von Terminator 4 betrogen fühlte. Da kann ich nichts machen."

Allerdings scheint auch der Produktionsprozess selbst seine Spuren bei Miller hinterlassen zu haben. So führte er einige harte kreative Auseinandersetzungen mit James Cameron und Skydance-Chef David Ellison.

"Auch wenn Jim und David Ellison die Produzenten sind und technisch gesehen das Recht am finalen Schnitt haben, mein Name steht als Regisseur auf dem Film. Selbst wenn ich eine Auseinandersetzung definitiv verlieren werde, fühle ich mich doch verpflichtet zu kämpfen. Das ist, was ein Regisseur tut: Kämpfe für den Film."

Diskussionen gab es Miller zufolge oft um Dialogzeilen, die er selbst als poetisch und schön sah, mit denen Cameron aber wohl wenig anfangen konnte. Darüber hinaus gab es früh in der Entwicklung eine längere Diskussion über den Zustand der Menschheit in der Zukunft des Films. Während Cameron wollte, dass die Menschheit am Gewinnen war, wollte Miller genau das Gegenteil.

"Ich schlug vor, dass Legion so mächtig ist, dass man nur in der Zeit zurückreisen kann, um es in seiner Babyzeit zu stoppen. Jim sagte jedoch 'Was ist denn daran dramatisch, wenn die Menschheit verliert?' Ich sagte 'Nun, was ist dramatisch daran, wenn die Menschheit gewinnt und sie einfach nur weiter gewinnen müssen?' Ich mag ein letztes Gefecht aber es ist nicht sein Ding."

Für Tim Miller war es bereits das zweite Projekt in Folge, bei dem er weniger kreative Freiheit hatte, als er sich eigentlich gewünscht hatte. So verließ der Regisseur bereits das Deadpool-Franchise, da dort Hauptdarsteller Ryan Reynolds das letzte Wort hat. Gegen über dem Hollywood Reporter erklärte Miller, dass er deshalb auch nicht unbedingt noch einmal mit James Cameron arbeiten möchte, auch wenn die beiden privat keine Probleme miteinander haben, will der Regisseur die Erfahrung nicht noch einmal wiederholen.

Terminator: Dark Fate
Originaltitel:
Terminator: Dark Fate
Kinostart:
24.10.19
Regie:
Tim Miller
Drehbuch:
David Goyer, Justin Rhodes, Billy Ray
Darsteller:
Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Gabriel Luna, Mackenzie Davis, Diego Boneta, Natalia Reyes
Für den neuesten Teil der Reihe kehren nicht nur Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton zurück, auch James Cameron ist als Produzent wieder an Bord.

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