Kritik zu Predator – Upgrade: Komödie in Action-Verkleidung

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Predator Movie Still

Ein Raumschiff einer außerirdischen Spezies, die den Spitznamen Predator trägt, stürzt auf der Erde ab. Der Scharfschütze Quinn McKenna (Boyd Holbrook) erlebt den Absturz mit und taucht unter, um nicht vom Militär als Augenzeuge umgebracht zu werden. Er schickt die von ihm geborgene Alien-Technologie zu seinem autistischen Sohn Rory. McKenna wird trotzdem geschnappt und soll eigentlich zusammen mit fünf weiteren Gefangenen in ein Militärgefängnis überführt werden, als die Predator angreifen, um ihre Technologie zu bergen.

Fun Fact: Regisseur Shane Black, eher bekannt für witzlastige Krimis wie Kiss Kiss, Bang Bang und The Nice Guys sowie für Iron Man 3, hatte eine Nebenrolle im Original-Predator-Film von 1987. Mit Predator – Upgrade kehrt Black nun zur Reihe zurück, aber diesmal als Regisseur. Sein Gespür für Komik hat er behalten, das für Spannung allerdings ist eher im Hintergrund geblieben.

Denn die dünne Handlung entwickelt nie richtig Zug. Zwar treiben die Predator sowie die Gruppe um McKenna die Handlung stetig vorwärts, aber als spannend kann man Predator – Upgrade nicht wirklich bezeichnen. Viel eher verlässt sich der Film auf schlagkräftig inszenierte Action sowie die coolen Sprüche seiner Figuren.

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The Predator Movie Still

So atmet der Film eher den Charme von 80er-Jahre-Actionfilmen mit ihren Online-Linern als der einer zur Zeit beliebten, düsteren und realistischen Fortsetzung. Da ist es also verschmerzbar, wenn die Charaktere genauso flach wie die Handlung sind. Allerdings wirken die Protagonisten beinahe unglaubwürdig begabt: So wird nie erklärt, warum die Biologin Bracket (Olivia Munn) problemlos mit Schusswaffen umgehen kann und nebenbei Schlösser knackt. Was in Videospielen wie Half-Life noch irgendwie ignoriert werden kann, schlägt hier doch eher ein großes Logikloch. Dazu tragen auch manche Witze bei: Zwar wirken sie gut platziert, bringen das Publikum zum Lachen und tragen zur Unterhaltung bei. Bisweilen gehen sie aber auf Kosten der Logik.

Hinzu kommt, dass die Handlung an manchen Stellen etwas wirr ist und die namensgebenden Predators sich nicht gut genug voneinander unterscheiden, so dass die Frage bleibt, wer jetzt wen wie und warum jagt. Auch ist schade, dass manche durchaus spannenden Charaktere verheizt werden – Alfie Allen (Game of Thrones) beispielsweise spielt praktisch keine Rolle. Dass Predator – Upgrade so wirr wirkt, liegt zum Teil daran, dass er hauptsächlich nachts spielt und zusätzlich in 3D ist. Es ist manchmal schlicht zu dunkel, um genau zu erkennen, was passiert.

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The Predator Movie still

Dafür machen Spezialeffekte und vor allem die Kostüme der Predator einen guten Eindruck. Regisseur Black hat mehrmals darauf hingewiesen, dass man mit so wenig Computereffekten arbeiten möchte, wie möglich. Das verleiht den außerirdischen Jägern eine angenehme Plastizität, auch wenn dafür die computeranimierten Sequenzen umso deutlicher herausstechen. Zum Glück traut sich der Film auch, seine Brutalität nicht zu verstecken, dem Erfolg von R-Rated-Werken wie Deadpool sei dank. Aufgrund der geänderten Prüfungsrichtlinien der FSK läuft er auch nicht Gefahr, wie der Ursprungsfilm in Deutschland indiziert zu werden.

Am Ende ist es allerdings schade, dass Predator – Upgrade „nur“ kurzweilig ist. Denn aus der Hatz nach außerirdischer Technologie hätte man ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel gestalten können, das neben viel Wumms für aufgekratzte Armlehnen gesorgt hätte. Auch kommt die noch immer mystische Hintergrundgeschichte der Predators ein wenig zu kurz, so dass auch Freunde des Universums enttäuscht werden könnten.

Fazit:

Predator – Upgrade ist ein zwar unterhaltsamer, aber weder sonderlich spannender noch aufregender Film. Wer nicht zuviel erwartet und hauptsächlich die Predators in Action sehen will, hat Spaß, sollte aber wenn möglich in 2D schauen oder sehr gute Augen haben.


PREDATOR - UPGRADE | Offizieller Trailer 3 | Englisch (English) HD

The Predator | Final Trailer [HD] | 20th Century FOX

The Predator
Originaltitel:
The Predator
Kinostart:
13.09.18
Regie:
Shane Black
Drehbuch:
Shane Black, Fred Dekker
Darsteller:
Boyd Holbrook, Olivia Munn, Trevante Rhodes, Keegan-Michael Key, Thomas Jane, Jacob Tremblay, Yvonne Strahovski, Alfie Allen, Sterling K. Brown, James Olmos
Der Film soll die an die bisherigen Teile der Reihe anschliessen und dem Franchise auf eine originelle Art und Weise frischen Wind verleihen.

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