Kritik zu Triple 9: Wenn die Polizei um Hilfe ruft

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Triple 9

Mit dem Thriller Triple 9 verfilmt Regisseur John Hillcoat eines der populärsten Drehbücher aus dem Jahr 2010 und gepaart mit einem großartigen Cast ist eigentlich alles angerichtet für einen spannenden Thriller. Ob das Ergebnis am Ende den Vorschusslorbeeren gerecht wird, erfahren die Zuschauer ab dem 5. Mai im Kino oder wenn sie einfach weiterlesen.

Im amerikanischen Atlanta sieht die Situation alles andere als rosig aus. So befindet sich die Stadt selbst nicht nur fest im Griff der russischen Mafia, mittlerweile sind sogar Teile der Ordnungshüter dazu übergegangen, sich mit Überfällen einen Zusatzverdienst zu schaffen. Zur Gruppe der polizeilichen Gangster gehört unter anderem auch Detective Marcus Atwood, der mit seinem Team eines Tages von der Mafia-Chefin Irina Vlaslov einen beinah unmöglich Auftrag erhält. Um diesen doch durchziehen zu können, kommt die Gruppe auf einen verzweifelten Plan. Durch das Töten eines anderen Polizisten wollen die Gangster einen sogenannten 999-Code auslösen, wodurch die ortsansässige Polizei abgelenkt werden soll. Für das Gelingen des Plans braucht Atwood allerdings ein Opfer. An dieser Stelle kommt sein neuer Kollege Chris Allen gerade recht. Der Neffe des Polizei-Sergeants Jeffrey Allen will mit seiner Arbeit in der gefährlichen Stadt eigentlich nur einen Unterschied in der Gesellschaft machen. Dass eine tödliche Gefahr jedoch in den eigenen Reihen lauern könnte, ahnt er nicht.

Alle Voraussetzungen für einen Hit

Triple 9 hat auf dem Papier zunächst einmal alles, was man für einen richtig guten Thriller braucht. So stand das Drehbuch von Matt Cook im Jahr 2010 beispielsweise auf der berühmten Black List, einer Liste, die jährlich die besten bisher noch unverfilmten Drehbücher in Hollywood enthält. Nachdem die Verfilmung dann endlich in Gang gekommen war, konnte das Projekt Regisseur John Hillcoat gewinnen. Dieser hatte in der Vergangenheit unter anderem mit Lawless und The Road bewiesen, dass er spannende Filme erzählen kann. Komplettiert werden die guten Voraussetzungen für Triple 9 durch einen hervorragenden Cast. So setzt sich die Besetzung des Films gleich aus einer ganzen Reihe namenhafter Darsteller wie Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Anthony Mackie, Aaron Paul, Clifton Collins, Jr., Norman Reedus, Teresa Palmer, Michael K. Williams, Gal Gadot, Woody Harrelson und Kate Winslet zusammen.

Trotz der vielen Zutaten kommt am Ende bei Triple 9 leider trotzdem nur Durchschnitt heraus. Den geringsten Vorwurf kann man dabei den Darstellern machen. Vor allem Chiwetel Ejiofor, Anthony Mackie, Aaron Paul und Kate Winslet lassen sich positiv hervorheben, die alle richtig gute Arbeit machen. Gerade Winslet zeigt sich in Triple 9 einmal von einer ganz anderen Seite und gibt sich als Mafia-Chefin zwar etwas zurückhaltend, trotzdem nimmt man ihr die fiese Schurkenrolle voll ab. Fans von Woody Harrelson dürften ebenfalls auf ihre Kosten kommen, der Darsteller spielt aber schon eine sehr typische Harrelson-Rolle. Etwas blass bleibt Casey Affleck, allerdings kann man ihm nicht so wirklich einen Vorwurf machen, schließlich hat er die undankbare Aufgabe den guten Cop zu spielen.

Was am Ende fehlt

Die größten Probleme hat Triple 9 am Ende inhaltlich. Nach einem fulminanten Auftakt fährt der Film sein Tempo im Anschluss erst einmal gehörig herunter. Dies scheint auch den Machern aufgefallen zu sein, denn nachdem lange Zeit nicht viel passiert, platzieren sie plötzlich inmitten des Films eine vergleichsweise übertriebene Actionszene. Die Action ist dabei durchaus gut inszeniert und der Zuschauer fiebert mit den Geschehnissen mit. Trotzdem wirkt die Szene inhaltlich sehr gezwungen und sehr deplatziert. Man hat beinah das Gefühl, den Machern wäre selbst aufgefallen, dass in den letzten 30 Minuten nicht viel passiert ist und man deshalb etwas die Luft jagen müsse.

Je länger Triple 9 dauert, desto größer werden am Ende die inhaltlichen Probleme. Wie es zum 999 kommt und was dann im Anschluss folgt, hinterlässt nur bedingt ein befriedigendes Gefühl. Dies ist vor allem deshalb schade, weil es Triple 9 in der ersten Hälfte richtig gut gelingt, eine spannende und interessante Welt zu schaffen. Auch die Atmosphäre, die Regisseur John Hillcoat aufbaut, kommt mit einer Intensität daher, die zu Beginn den Zuschauer schnell in ihren Bann zieht. Dummerweise kann der zweite Teil des Films dann damit überhaupt nicht mehr mithalten. Spätestens nach der schon angesprochenen Actionszene verliert Triple 9 seinen Faden und vergisst, dass moralische Dilemma und die Geschichte konsequent zu Ende zu erzählen. Stattdessen werden viel Probleme auf zu einfach Weise gelöst, was einen faden Beigeschmack zurücklässt.

Fazit

Tolle Darsteller, eine interessante Prämisse und eine intensive Atmosphäre. Triple 9 hat auf dem Papier alles, was man für einen tollen Thriller braucht. So ganz will der Funke gerade in der zweiten Filmhälfte aber leider nicht mehr überspringen. Am Ende bewegt sich das Endergebnis auf durchschnittlichem Niveau. Solide 120 Minuten Thriller-Unterhaltung springen bei Triple 9 durchaus heraus, für mehr reicht es aber nicht. Von den Voraussetzungen wäre ein richtiger Hit durchaus drin gewesen.

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