Kritik zu Fate/Extella: The Umbral Star

Fate/Extella package

Fate/Extella package

Videospiele zu Filmen kennt man, auch Filme zu Spielen werden wieder vermehrt gedreht, die Spiel- und Anime-Reihe um den Titel Fate/Stay Night kann kurioserweise sogar beide dieser Adaptionsarten vorweisen.

Den inzwischen weltbekannten Anime aus dem Jahr 2006 gab es zwei Jahre vorher bereits in Videospielform, doch erst die Serie machte die Reihe vom Entwickler Type-Moon richtig bekannt.

Bis heute sind in beiden Formaten schon dutzende Ableger erschienen, die sich in Stil und Aufbau aber an die erste Anime-Adaption angepasst haben.

Diese Praktik wird vermutlich noch lange so weitergehen, denn die Prämisse um in die heutige Zeit beschworenen legendären Persönlichkeiten, von Herkules bis Jeanne d’Arc, welche gegeneinander antreten um den Heiligen Gral zu finden, ist verrückt genug, um stets erneut zu begeistern.

Im neuen Fate/Extella ziehen gleich sechzehn Legenden, genannt Servants, in epische Schlachten – fast alle davon sind spielbare Charaktere. Der feuchte Traum für alle, die schon immer Archimedes gegen Medusa kämpfen sehen wollten – oder einfach nur gut unterhalten werden wollen.

Fate/Extella Jeanne
© Marvelous Games

Mondlandung – Mit Nero, Archimedes und einem Klon

In der Anime-Umsetzung war der Krieg um den Heiligen Gral fest definiert: Auserwählte Magier beschwören jeweils einen Servant und schalten möglichst alle anderen Parteien aus. Dem Sieger steht dann der Gral zu, der wiederum jeden Wunsch erfüllen kann.

In Fate/Extella wird das Ganze etwas absurder. So spielt der neue Krieg um den Gral auf der Mondoberfläche. Damit nicht alle Beteiligten sofort ersticken und das Spiel vorbei ist, wird diese stets magisch verändert - quasi eine Art Matrix. Der Twist: Als Heiliger Gral gilt in diesem Paralleluniversum eine Art magischer Supercomputer innerhalb des Mondes.

Das war noch nicht verwirrend genug? Kein Problem. Das Spiel beginnt mit dem Protagonisten als Sieger des Krieges, an seiner Seite steht die weibliche Inkarnation von Kaiser Nero. Beide wissen nicht mehr wirklich, was geschehen ist, bis sie einen Klon des Protagonisten entdecken, welcher mit eigenen Servants Anspruch auf den Mond erhebt.

Das ist aber eigentlich auch nur das Setup des Spiels, um möglichst viele historische Figuren wie Archimedes und König(in) Artus zu beschwören.

Die Einzelspieler-Kampagne besteht aus drei Handlungssträngen – alle Seiten bringen eigene Motivationen und Hintergrundgeschichten mit. So darf Kaiser Nero den eigenen Selbstmord Revue passieren lassen und zugeben, dass Brandstiftung in der eigenen Hauptstadt vielleicht nicht unbedingt eigene Führungsstärke repräsentiert hat.

Auch das Setting sorgt für gut eingesetzte Lacher, indem die Quasi-Matrix dazu benutzt wird, um die vierte Wand geschickt zu durchbrechen. So beschweren sich Krieger über den eigenen Auftritt und fordern eine epische Kamerafahrt, während Gräfin Elisabeth Báthory ja viel lieber in einem Musikspiel aufgetreten wäre, als hier kämpfen zu müssen.

Fate/Extella Arturia
© Marvelous Games

Mit Excalibur und Feuerbällen: Kämpfen wie ein junger Gott

Das Kampfsystem von Fate/Extella orientiert sich stark an den Dynasty Warriors Titeln, hierzulande ist der Ableger Hyrule Warriors wohl am bekanntesten.

Der Spielcharakter ist pro Level ein ausgewählter Held, der verschiedene Gebiete von ganzen Horden schwächerer Gegner freikämpfen und einnehmen muss. Sind genügend Gebiete eingenommen, erscheint ein Zwischenboss, der Herrscher des Areals.

Nach einer kurzen Zwischensequenz, in der die beiden Gegner ein paar Worte austauschen und feststellen, aus welcher Zeitepoche sie kommen, kommt es zum Kräftemessen.

Jeder Held besitzt eigene Waffen und eine besondere Fähigkeit, die er zum richtigen Zeitpunkt einsetzen muss. Bei gut einem Dutzend Spielcharaktere bleibt also genug Abwechslung.

Fazit

Neueinsteiger sind wahrscheinlich vollends verwirrt und sollten sich vielleicht erstmal die Serie ansehen oder einen der Vorgänger spielen, um der Handlung etwas abgewinnen zu können. Wer übertriebene Anime-Sequenzen und solide Actionkost schätzt, kommt aber voll auf seine Kosten – Fans der Reihe müssen wenig über den Kauf nachdenken.

Fate/Extella: The Umbral Star erscheint am 20. Januar für die Playstation 4 und Vita.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Release Announcement Trailer

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