Kritik zu Game of Thrones 7.01: "Drachenstein"

SPOILER

Nach dem starken Finale der sechsten Staffel von Game of Thrones, mussten sich die Fans länger als bei allen anderen Staffeln zuvor gedulden, bis es endlich weiterging. Mit "Drachenstein" hat die Wartezeit nun ihr Ende gefunden. Der Auftakt von Staffel 7 schlägt allerdings erst einmal ein ruhiges Erzähltempo an.

Die erste Episode einer Game-of-Thrones-Staffel neigt generell dazu, die Zuschauer erst einmal wieder in die Welt von Westeros zu holen. Auch "Drachenstein" bildet hier keine Ausnahme, auch wenn man aufgrund der geringeren Episodenzahl in Staffel 7 etwas anderes hätte erwarten können. Die Auftaktepisode ist von vielen Charaktermomenten geprägt, die dafür sorgen, dass die verschiedenen Figuren für die kommenden Geschehnisse in Stellung gebracht werden.

Wiedersehen vorerst verschoben

Den Auftakt macht Arya Stark (Maisie Williams), die mit ihrer Rache an der Familie Frey noch nicht fertig ist. Nicht nur Walder Frey und seine Söhne müssen sterben – nein jeder Frey, der am Mord der Stark beteiligt war, wird vergiftet.

Dass Arya sich auf einem sehr düsteren Pfad befindet, wurde schon im Finale von Staffel 6 klar. Nun wird noch einmal verdeutlicht, wie weit die Tochter von Ned Stark mit ihrer Rache gehen will. Leider führt dies dazu, dass sich Arya im Anschluss nicht auf den Weg zu ihren Geschwistern macht, sondern in Richtung Cersei. Das Wiedersehen der Starks lässt also noch etwas auf sich warten. Stattdessen gibt es einen kleinen Zwischenstopp mit einer Gruppe von Soldaten, bei dem auch Sänger Ed Sheeran zu einem Gastauftritt kommt. Wirklich erinnernswert ist die Szene jedoch nicht.

Im Norden sind Jon (Kit Harington) und Sansa (Sophie Turner) damit beschäftigt, sich auf kommende Konflikte vorzubereiten. Sansa beweist hier wieder einmal, dass sie nicht bereit ist, einfach nur im Hintergrund zu nicken. Die Tatsache, dass sie ihren Bruder so direkt vor den Augen der Lords herausfordert, sorgt aber für Missstimmung. Was den Konflikt sehr spannend macht, ist der Punkt, dass Sansa nicht vollkommen im Unrecht ist. Loyalität sollte belohnt werden, während Verrat nicht ungestraft bleiben darf. Jons Entscheidung, die Kinder nicht für die Sünden ihrer Eltern zu bestrafen, ist jedoch ebenfalls absolut nachvollziehbar.

Beobachtet wird die ganze Sache von Petyr Baelish (Aidan Gillen) und Ser Davos (Liam Cunningham), die ganz unterschiedliche Reaktionen zeigen. Im Gesicht von Baelish sieht man direkt die Hoffnung, dass der Streit ihm die Chance gibt, seinen Einfluss auf Sansa zu erhöhen. Zum Glück ist diese jedoch nicht ganz so beeinflussbar wie früher. Ser Davos scheint hingegen den Konflikt direkt als Problem zu erkennen. Als einer der wenigen tatsächlich rational und vernünftig handelnden Menschen in der ganzen Serie, wünscht man sich, die Herrschenden würde viel häufiger auf ihn hören.

Game of Thrones Drachenstein

Neue Allianzen

Während Jon sich gegen Feinde im Norden und im Süden wappnet, sieht sich Cersei (Lena Headey) von allen Seiten von Bedrohungen umgeben. Die Szene mit Jamie (Nikolaj Coster-Waldau) bietet einige Einblicke in das Seelenleben der Königin. Selbst ihren eigenen Sohn sieht sie als Verräter, und letztendlich geht es ihr nun nur noch darum, ihre eigene Legende aufzubauen. Von einer Trauerzeit, wie Jamie sie vorschlägt, will sie nichts wissen. Stattdessen präsentiert sie ihrem Bruder einen neuen potenziellen Verbündeten.

Dass Euron (Pilou Asbæk) mittlerweile über eine riesige Flotte verfügt, muss man als Zuschauer wieder einmal hinnehmen. Die Art und Weise, wie Zeit in Game of Thrones vergeht, sorgte ja schon in den vergangenen Staffeln wiederholt für Verwirrung. Eine Flotte dieser Größe aufzubauen erscheint aber trotzdem eine Aufgabe, die in einer mittelalterlichen Welt viele Jahre in Anspruch nehmen sollte.

Für Spannung dürfte aber das versprochene Geschenk von Euron sorgen, mit dem er seine Loyalität beweisen will. Da der Onkel von Theon nicht zu den nettesten Zeitgenossen in Westeros gehört, lässt aber nicht viel Gutes erahnen.

Wieder zu Hause

Sam (John Bradley) hat in der Zwischenzeit gelernt, dass sein neuer Job alles andere als ruhmreich ist. Generell bekommt die Handlung um die Recherche aber wieder einmal viel Zeit eingeräumt, dafür dass sie letztendlich nur ein paar Informationen für Jon hervorbringt. Interessant ist aber die Rückkehr von Ser Jorah (Iain Glen), die in jedem Falle Potenzial für die Zukunft bildet.

Der Abschluss der Folge gehört dann schließlich Sandor Clegane (Rory McCann) und Daenerys (Emilia Clarke). Daenerys bekommt zugegebenermaßen in der Episode nicht viel zu tun. Trotzdem ist ihre Rückkehr in die einstige Heimat sehr schön inszeniert und auch der Schlusssatz sorgt für Gänsehaut.

Sandor stiehlt dagegen mit seinen Szenen die Show. Der Bluthund wird mit einer Entscheidung aus seiner Vergangenheit konfrontiert und beweist, wie sehr er sich geändert hat. Dass er zudem die Visionen im Feuer erkennen kann, macht den Charakter noch spannender. Auch sorgt sein Dialog, abgesehen von Tormunds (Kristofer Hivju) Szene mit Brienne (Gwendoline Christie), für etwas Humor in der Folge. Bei der doch sehr düsteren Grundstimmung eine nette Abwechslung.

Game of Thrones Drachenstein

Fazit

Staffel 7 von Game of Thrones startet mit einer eher ruhigen Episode, der es etwas an echten Highlights mangelt. Es werden primär Weichen für die Zukunft gestellt, was aber trotzdem unterhaltsam bleibt. Einen großen Anteil daran haben wie so oft die tollen Darsteller sowie die Tatsache, dass die Spannung weiter hochgehalten wird.

Bildnachweis: 
© HBO
Game of Thrones Logo

Originaltitel: Game of Thrones (seit 2011)
Basiert auf der Fantasy-Reihe Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin
Erstaustrahlung am 17.04.2011
Darsteller: Peter Dinklage (Tyrion Lennister), Lena Headey (Cersei Lennister), Emilia Clarke (Daenerys Targaryen), Kit Harington (Jon Snow), Sophie Turner (Sansa Stark), Maisie Williams (Arya Stark), Nikolaj Coster-Waldau (Jaime Lennister)
Produzenten: David Benioff, D. B. Weiss, Carolyn Strauss, Frank Doelger, Bernadette Caulfield
Staffeln: 6+
Anzahl der Episoden: 60+


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