Crisis on Earth-X: Kritik zum Crossover von Arrow, The Flash, Supergirl & Legends of Tomorrow

SPOILER

Nachdem die Helden der Serien Arrow, Supergirl, The Flash und Legends of Tomorrow sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal versammelten, um eine Alieninvasion aufzuhalten, steht die große Wiedervereinigung in diesem Herbst zunächst unter einem besseren Stern. Barry Allen (Grant Gustin) und Iris West (Candice Patton) haben zu ihrer Hochzeit geladen, und auch wenn sich ihre Freunde bis zum vorletzten Tag mit einer Antwort Zeit lassen, sind sie doch alle dabei. Das eigentlich glückliche Zusammensein findet aber ein plötzliches Ende, als eine Gruppe von Nazis die Zeremonie unterbricht und für Chaos sorgt.

Mit dem Wechsel von Supergirl im vergangenen Sommer von CBS zu The CW hatte der amerikanische Sender gleich vier Serien in seinem Programm, die auf Comics aus dem Hause DC basieren. In Zeiten von Filmuniversen war es entsprechend naheliegend, die Helden auf ein gemeinsames Abenteuer zu schicken. Das erste Crossover erwies sich jedoch nur bedingt als unterhaltsam. So gelang es den Machern nicht wirklich, eine spannende Geschichte zu erzählen, bei dem die Figuren der verschiedenen Serien sinnvoll interagierten. Am deutlichsten wurde dies in der Episode von Arrow, die zwar als 100. Folge der Serie sehr gut funktionierte, für das Crossover aber beinah irrelevant war.

Bei "Crisis on Earth-X" gelingt es den Machern, sich in allen Bereichen zu verbessern. Der Vierteiler fühlt sich tatsächlich wie eine in sich geschlossene Geschichte an, und man merkt in den einzelnen Episoden kaum, in welcher der Serien man sich gerade befindet. Für die deutschen Free-TV-Zuschauer sind dies allerdings nicht unbedingt gute Nachrichten. Hierzulande laufen Supergirl, Legends of Tomorrow und The Flash bei der ProSieben-Sat1-Gruppe, während Vox die Rechte an Arrow hält. Sollte sich ProSieben erneut dazu entscheiden, das Crossover als Event zu zeigen, fehlt mit der Arrow-Folge dieses Mal ein deutlich relevanterer Teil.

Crossover Arrow The Flash Supergirl

Die zusammenhängende Geschichte ist jedoch nicht die einzige Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. "Crisis on Earth-X" bietet nicht nur wieder jede Menge Action, sondern auch viele schöne Charaktermomente. Besonders wenn Figuren der unterschiedlichen Serien aufeinandertreffen, entsteht das eine oder andere Highlight, wobei trotz der Thematik auch der Humor nicht zu kurz kommt. Zugegeben, es ist nicht immer ganz logisch, wenn bei einem Nazi-Angriff von einer anderen Erde ständig über die privaten Probleme geredet wird, die Umsetzung ist oft aber so unterhaltsam gelungen, dass man darüber hinwegsehen kann.

Den emotionalen Höhepunkt liefert dann schließlich die finale Folge, wenn auch in anderer Form als erwartet. Dass Victor Garber im Laufe der Staffel aus Legends of Tomorrow aussteigen wird, war schon länger bekannt. Vieles deutete darauf hin, dass die Autoren Martin Stein einen netten Ruhestand im Kreise seiner Familie gönnen würden. Selbst nachdem Stein am Ende der dritten Folge angeschossen wird, wollte man eigentlich nicht so richtig glauben, dass die Figur so kurz vor ihrem Happy End tatsächlich sterben muss. Doch es ist anders gekommen. Trotz der Tatsache, dass der Ausstieg bekannt war, ist der Tod Steins eine ziemliche Überraschung, wobei der Abschied des Duos Firestorm voneinander zu den besten Szenen des Crossovers gehört.

"Crisis on Earth-X" hat allerdings nicht nur Abschiede zu bieten, sondern auch neue Figuren und ein Wiedersehen. So feiert beispielsweise Russell Tovey als The Ray sein Debüt im Arrowverse. Die Figur bekommt zwar nicht so viel zu tun, wie man im Vorfeld annehmen konnte, fügt sich jedoch wunderbar in das sympathische Ensemble ein. Viel spaßiger ist aber die Rückkehr von Wentworth Miller als Leonard Snart. Im Crossover lernen die Helden und die Zuschauer eine alternative Version von Captain Cold kennen. Miller spielt Citizen Cold immer noch leicht überzogen, macht jedoch als optimistischer und freundlicher Held viel Spaß.

Vor allem die Tatsache, dass die Charaktere, die sein anderes Ego kennen, nicht so recht wissen, wie sie mit ihm umgehen sollen, sorgt wiederholt für witzige Momente. Lediglich die Entscheidung von Snart, am Ende auf Earth-1 zu bleiben, kommt sehr überraschend und wirkt etwas unmotiviert. Dafür kann man sich aber vermutlich noch über ein paar Auftritte von Miller in naher Zukunft freuen, weshalb auch dieser Kritikpunkt zu vernachlässigen ist.

Crossover Arrow The Flash Supergirl

Deutlich negativer fällt dagegen mehrfach die Optik des Events auf. Den DC-Serien bei The CW merkt man generell immer mal wieder an, dass hier geringere Budgets zur Verfügung stehen. Im Falle von "Crisis on Earth-X" gibt es aber so einige Szenen, die einfach nicht gut aussehen. Besonders die Effekt-Aufnahmen in der Nazi-Welt wirken mitunter etwas sehr billig. Die Actionszenen an sich sind hier oft besser geraten. Lediglich am Ende fehlt etwas die Spannung. Hier sind die Helden einfach zu sehr in der Überzahl, als dass wirklich Zweifel aufkommen könnten, wer hier gewinnt.

Fazit

"Crisis on Earth-X" steigert sich in allen Bereichen im Vergleich zum Vorjahres-Crossover und bietet vier Stunden tolle Unterhaltung. Dabei stechen vor allem die Charaktermomente hervor. Rein technisch ist das Crossover nicht immer auf der Höhe, die Actionszenen sind aber über weite Strecken sehr gut, auch wenn im Finale etwas die Spannung fehlt.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© The CW
Arrow

Originaltitel: Arrow (seit 2012)
Erstaustrahlung am 10.10.2012
Darsteller: Stephen Amell (Oliver Jonas Queen/Arrow), Katie Cassidy (Dinah „Laurel“ Lance), Colin Donnell (Thomas Merlyn), David Ramsey (John Diggle), Willa Holland (Thea Dearden Queen)
Produzenten: Greg Berlanti, Marc Guggenheim, Andrew Kreisberg
Staffeln: 6+
Anzahl der Episoden: 133+


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