Destination Star Trek: Stars und Fans treffen im Ruhrpott aufeinander

Bescheiden kam die Destination Star Trek, die seit Jahren wieder einmal in Deutschland stattfand, in der Halle 4 der Dortmunder Westfalenhallen am Freitag, dem 27. April 2018 in die Gänge: Nur ein paar Fans fanden sich schon ab 13.00 Uhr hier ein. Was bereits an diesem Tag auffiel: Zahlreiche Star-Trek-Freunde reisten aus Nachbarländern an, um ihren Stars für ein paar Stunden ganz nahe zu sein. 

Bescheiden war auch die Convention-Halle eingerichtet und auf das Notwendigste beschränkt: Auf einer etwas kleineren Voyager-Bühne vom Science-Fiction-Sender SyFy gesponsert und eine größeren Hauptbühne, die unter anderem von Tele 5 unterstützt wurde, richteten die Veranstalter und Moderatoren verschiedenste Events aus. An einem Ende der Halle saßen Darsteller aus Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Voyager, Star Trek: Enterprise, Star Trek: Discovery, um über einen Zeitraum von drei Tagen fleißig Autogramme zu verteilen und sich kurz mit ihren Fans auszutauschen.  

Auch individuelle Fotoshoots mit den Schauspielern waren möglich, teilweise sogar auf einem Nachbau der Original-Enterprise-Brücke, einer Klingonen-Brücke oder auf der Discovery-Brücke. Zeit, um den Kragen der Sternenflotten-Uniform zu richten oder den Sternenflotten-Pin an die richtige Stelle zu heften, blieb den Fans jedoch keine. Es musste stets schnell gehen. Umstände, die man durchaus als Massenabfertigung kritisieren kann, die allerdings angesichts der großen Anzahl von Interessierten und dem engen Zeitplan, bestehend aus Panels, Bühnenauftritten, Interviews, Fandiskussionen und noch mehr Fotoshootings, durchaus verständlich sind.   

Wer schon am ersten Tag lange genug durchhielt, wurde bei der Eröffnungszeremonie mehr als entschädigt. Hier traten alle anwesenden Stars nacheinander auf und wechselten ein paar wenige Worte mit dem Moderator, Zeremonienmeister, US-Kritiker, Podcaster und Star-Trek-Fan Jordan Hoffman. Standing Ovations, Jubel, Freudenschreie rissen die Zuschauer von den Stühlen. Und wer beim Auftritt von Uhura-Darstellerin Nichelle Nichols und Chekov-Darsteller Walter Koenig, bei dem das Gefühl aufkam, dass die gesamte Star-Trek-Historie mit auf der Bühne stand, keine Träne im Auge hatte, sollte sein Herz untersuchen lassen. 

Shatner nehmen, wie er ist

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William Shatner

William Shatner kann man lieben oder hassen, oder vielleicht irgendetwas dazwischen, aber er wird sich wahrscheinlich nicht mehr ändern. Deswegen kann man seine Star-Allüren aus einer gewissen Distanz gesehen, mit Amüsement betrachten. Kaum jemand anderes beherrscht wohl die Kunst so gut, viel zu reden und kaum Inhalte zu transportieren. Und so war es nicht verwunderlich, dass er bei einem einminütigen Auftritt auf der kleineren Voyager-Bühne relativ unpräzise Ortsangaben zu seinen zukünftigen Auftritten gab, für die der gewillte Besucher allerdings extra bezahlen musste. Ein Kurzauftritt, für den er keine andere Person neben sich auf der Bühne und schon gar keine Interaktion mit den Moderatoren duldete. You can love it or leave it!  

Deep-Space-Nine-Fans kamen auf ihre Kosten

An Veranstaltungen, die etwas mehr in die Tiefe gingen, mangelte es dennoch nicht. Vor allem für DS9-Fans konnte die Convention ein reichhaltiges Programm auffahren: Odo-Darsteller Rene Auberjonois und Major-Kira-Schauspielerin Nana Visitor erzählten von ihrem heutigen Leben und ihren persönlichen Erfahrungen am Set. Auberjonois berichtete, dass seine Lieblingskreatur, in die er sich in der Serie verwandelte, ein deutscher Schäferhund war, weil er den ganzen Tag nichts zu tun hatte und trotzdem für seine Darstellung gelobt wurde. Nana Visitor bestätigte Planet Trek FMs hauseigenen Gast Moritz Wolfart alias Damok auf dem Ozean, dass Major Kira die Rolle ihres Lebens war… neben ihrem Auftritt als Roxie Hart im populären Broadway-Bühnenstück Chicago.

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Deep-Space-Nine-Dokumentation

Besucher durften auch die ersten Bilder (und vor allem HD-Bilder) aus der Dokumentation What We Left Behind – Looking Back at Star Trek: Deep Space Nine sehen, den beiden Produzenten Ira Steven Behr und David Zappone lauschen und ihnen Fragen stellen. Sie versprachen, dass es noch viele Szenen in HD geben wird, eine Konvertierung der gesamten Serie wollten sie allerdings nicht in Aussicht stellen. Eine 4K-Konvertierung schlossen sie sogar kategorisch aus. CBS zeige sich allerdings zumindest vom großen Erfolg der Indiegogo-Kampagne begeistert, mit der die beiden die Dokumentation finanzierten. Diese Resonanz beweise, dass noch großes Interesse an der Serie vorhanden sei. 

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Regisseure Ira Steven Behr und David Zappone

Auf die Dokumentation kann man sich also mit Sicherheit freuen, auch wenn noch kein Veröffentlichungstermin feststeht: Highlights sind unter anderem Sisko-Darsteller Avery Brooks, der Gul-Dukat-Darsteller Marc Alaimo bei den Dreharbeiten der letzten Episode aus Versehen eine reinzimmert, was Alaimo wiederum lebhaft im Interview beschreibt. Jem’Hadar-Darsteller beziehungsweise -Statisten, die sich unter dicken Prothesen und Make-Up mit Sonnenschirmen vor der glühenden Wüstensonne schützten, sorgten ebenfalls für große Erheiterung im Publikum. Nur ein paar Einblicke, die aber eine Dokumentation versprechen, die sich vor allem für Fans einer der beliebtesten Star-Trek-Serien lohnt und zahlreiche bisher noch nie gesehene Bilder hinter den Kulissen und interessante Informationen bieten wird. 

Herz und Seele der Veranstaltung: Die Fans 

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Walter Koenig auf der Voyager-Bühne

Wie es nunmal leider so ist, kann der Convention-Besucher nicht überall gleichzeitig sein, und während das DS9-Panel auf der Hauptbühne noch im vollen Gange war, hörte man schon den Jubel von der Voyager-Bühne, wo sich Walter Koenig einfand und das Publikum mit diversen Anekdoten vom Set erheiterte. Koenig merkte man den Spaß an der Freude an während er sich Zeit für seine Fans nahm.  

Apropos Fans: Die Fans sind sehr bedeutungsvoll für eine langlebige Reihe wie Star Trek. Fans und ihre Hingabe bis zum heutigen Tag sind das, was das Franchise am Leben erhält. Diese standen auch auf der SyFy- bzw. Voyager-Bühne im Vordergrund. Die beiden Moderatoren Mike Hillenbrand und Robots-and-Dragons-Chefredaktionsmitglied Björn Sülter führten trotz eines sich ständig verändernden Bühnenprogramm souverän durch die drei Tage. So ließen sie sich auch von plötzlich auftauchenden Stargästen nicht aus dem Konzept bringen. Und egal, ob es mal voll oder mal leerer war, erheiterten sie die Zuschauer mit viel Witz, Energie und Gewinnspielen. 

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Kostümwettbewerb auf der Voyager-Bühne

So machten sie aus Zitronen Limonade, als der offizielle Kostümwettbewerb ausfiel und sie spontan einen eigenen Wettbewerb auf die Beine stellten. Weiterhin kamen auch Fanclubs, Podcasts und andere Zusammenschlüsse zu Wort: Hierzu gehörten die Besatzung der U.S.S. Assindia, die sich regelmäßig im Essener Unperfekthaus trifft und dort nicht nur über Star Trek, sondern auch über andere Serien, Filme und vieles mehr spricht. Die Mitglieder vom Trek-Dinner Krefeld erzählten dagegen, wie sie mit DS9-Darsteller Mark Allen Shepherd Geburtstag feierten. Und nicht zuletzt machte der populäre Podcast Trek am Dienstag seine Aufwartung… zumindest eine Hälfte in der Person von Sebastian Göttling. Der Podcast erscheint, wie der Name bereits vermuten lässt, an jedem Dienstag und beschäftigt sich mit jeweils einer Star-Trek-Episode. Bei der Reihe wird ehrgeizig chronologisch nach Erscheinungsdatum vorgegangen, so dass alle Episoden aller Serien, jeder Film und sogar die Animationsserie irgendwann drankommen.           

Inhalte waren also genug vorhanden und hoffentlich wird auch das Drumherum bei zukünftigen Destination-Veranstaltungen noch weiterwachsen. 

Star Trek 2009 Filmposter
Originaltitel:
Star Trek
Kinostart:
07.05.09
Laufzeit:
127 min
Regie:
J. J. Abrams
Drehbuch:
Alex Kurtzman, Roberto Orci
Darsteller:
Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoë Saldaña, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Bruce Greenwood, Eric Bana
Die Zerstörung der U.S.S. Kelvin durch den zeitreisenden Romulaner Nero, bei der auch Kirks Vater ums Leben kommt, erzeugt eine alternative Zeitlinie, in der sich das Design der Sternenflotte und die Biografien der Figuren teilweise erheblich unterschiedlich entwickeln.

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