Die gehen immer! - Die Evergreens der Redaktion

Evergreen, der oder das: Musikstück, das lange Zeit beliebt bleibt und immer wieder gespielt wird (Quelle: duden.de)

Zugegeben, wir reden hier nicht von Musikstücken, nehmen uns aber die Freiheit heraus, euch die Bücher, Filme und Co vorzustellen, die sich die Redaktion immer wieder angucken kann. Spoiler: Es gibt zwei Welten, die bei einigen immer und immer wieder gehen ...

Nele Bübl

Alles ist besser mit Rohan. Lange Zeit habe ich mehrfach im Jahr die komplette Herr-der-Ringe-Trilogie gesehen, natürlich in der Special Extended Edition. Das ist etwas verblasst, aber The Two Towers wird wohl immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen - und als entscheidender Wendepunkt in meinem Leben - haben. Entsprechend ist der mindestens einmal im Jahr fällig und wird teilweise mitgesprochen. Das muss so. 

Bald wäre wieder die Zeit für Galaxy Quest. Dieses Jahr etwas bitter - denn eigentlich gucke ich den Film als Einstimmung im Vorlauf der FedCon, die aus gegebenen Anlass vorerst verschoben wurde. Aber egal, Galaxy Quest wird dennoch im Mai gesehen - ist doch quasi ein dokumentarisch-lehrreiches Pflichtprogramm. Die Musik (eines der besten Sci-Fi-Themes überhaupt) eignet sich übrigens hervorragend als Handy-Klingelton. 

Eine meiner besten Freundinnen und ich haben einen Lieblings-Dumm-Film: Doomsday - Tag der Rache aka “Dumsday - Aber ihr habt doch Kühe”. Der Film aus dem Jahr 2008 mit Rhona Mitra in der Hauptrolle ist gar nicht mal so gut und genau deswegen so hervorragend. Man hat das Gefühl, da hat jemand einer Horde Spätpubertierender einen Koffer Geld auf den Tisch geknallt und gesagt “macht mal”. Passt auch irgendwie zur aktuellen Lage: In Schottland bricht ein Killervirus aus. Die britische Regierung weiß sich nicht anders zu helfen, als eine Mauer um das Gebiet zu bauen und weiträumig abzuriegeln. Nun taucht das Virus aber viele Jahre später auch außerhalb wieder auf, und Sattellitenbilder zeigen, dass unglaublicher Weise in Schottland immer noch einige Menschen überlebt haben. Also wird Rhona Mitra in einer Art Selbstmordmission ins wild-dystopische Schottland geschickt, damit man ein Immunserum entwickeln kann. Egal ob Kühe, Dystopie-Kannibalen-Punks, Hogwarts-Express, James-Bond-Anleihen oder Schwertkampf auf einer schottischen Burg - der Film hat so einiges zu bieten. Nur nicht Nachdenken.

Katrin Hemmerling

Hannes musste es am eigenen Leib erfahren, wenn ich mich bei im zeilenweise über Abweichungen zwischen der Verfilmung und dem Roman ausgelassen habe. Die Rede ist von Stephen Kings Es. Einmal im Jahr geht es für mich nach Derry, einmal im Jahr werde ich daran erinnert, warum mir gurgelnde Abflüsse, Luftballons und Clowns suspekt sind. Na gut, ich neige dazu, manche Passagen querzulesen, eine Kinderorgie in der Kanalisation von Derry gehört nach wie vor zu den Sachen, die ein Lektor rigoros hätte aus dem Manuskript streichen müssen. Aber dennoch: Neben dem ganzen Horror um Pennywise steht für mich bei Es die Geschichte rund um das Erwachsenwerden und Freundschaft im Vordergrund. Und deswegen kehre ich gern als Verlierer nach Derry zurück.

“Du hast gerade geschlafen wie Marty McFly!” Meine Schwester hatte mich mit diesen Worten mal geweckt, als ich völlig verdreht, die Nase halb ins Kissen vergraben, geschlafen habe. Zurück in die Zukunft ist ein Wohlfühlfilm, den ich immer wieder gucken kann - und ebenso auswendig mitsprechen kann. Teil 1 ist vermutlich deswegen so gut gealtert, weil der Hauptteil der Handlung im Jahr 1955 spielt und keine utopische Zukunft voraussagen musste. Stattdessen sitzen die Jugendlichen nach der Schule noch brav in der Milchbar und lassen bei der Verzauberung unter dem See die Petticoats zu Johnny B Goode wirbeln. Ein Glück, dass man in der Trilogie nie auf die Idee gekommen ist, einen Handlungsstrang in die das Jahr 2020 zu packen. Was hier derzeit los ist, hätte kein Drehbuchschreiber voraussagen können …

Zu guter Letzt ist wie für Nele Mittelerde auch der Ort, an den ich gerne zurückkehre. Am liebsten zur Handlung von The Two Towers. Es gibt Pferde! Es gibt das großartige Rohan-Thema! Es gibt kleinere, pausbäckige Elben mit Bartschatten, die dank ihres roten Umhangs auf Helms Klamm abgestochen werden! Außerdem ist Mittelerde schuld daran, dass ich letztendlich auf der RingCon gelandet bin und da viele liebe Menschen kennengelernt habe. Deswegen wird Mittelerde wie für Nele immer einen besonderen Platz in meinem Herzchen haben.

Anne Jerratsch

Meine Kollegen haben es schon vorgemacht: Auch für mich haben die Recken von Rohan und der mutige Jungzauberer Harry aus dem Ligusterweg ihre unverrückbaren Ehrenpätze auf der jährlichen To-Watch-List. Deshalb werde ich tiefer in meine Evergreen-Kiste greifen.

Ich habe eine gewisse Affinität zu Filmen, die die Realität ein klein wenig schief darstellen. Das macht das Gesamtwerk von Stephen King ganz wunderbar, davon kann Kollegin Katrin ein Liedchen singen. So gehört Stranger than Fiction zu einem meiner liebsten Vertreter dieses Genres. Mit Emma Thompson als Erzählerin, die zugleich als Autorin auf einer Meta-Ebene die Handlung der Hauptfigur vorantreibt, liegt man schonmal nicht falsch. Wenn die Hauptfigur allerdings der wunderbar wandelbare Will Ferrell ist, der sich fragt, wieso verdammt nochmal eine merkwürdige Stimme (eben jene Autorin) jeden einzelnen seiner Schritte kommentiert, und ob er nicht doch langsam den Verstand verliert, wird es interessant: Die Erzählebenen vermischen sich und der Film erfindet plötzlich ein völlig neues Meta-Genre mit einer nebenbei noch ganz entzückenden Liebesgeschichte. Regisseur Marc Forster (nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem deutschen Käppi-Träger und Gesangsfan) schafft es außerdem, den Spannungsbogen der Figuren zu halten, obwohl der Aufbau relativ bald klar ist, und ohne, dass der Film am Ende mit einem unnötigen Twist für künstliche Überraschung sorgen muss.

Einer meiner absoluten Evergreens ist der Piratenflim schlechthin: Was wäre Johnny Depps Karriere ohne Fluch der Karibik? Ja, vielleicht war es leichtsinnig, einen Film aus einer Freizeitpark-Attraktion zu machen, aber zumindest im ersten Teil funktioniert das ganz hervorragend. Jeder, der eine Lego-Piratenburg zuhause hatte, kann sich hier absolut austoben: Piratengold, geheime Flüche, ein bisschen Grusel und sehr viel Witz bringt der Film genauso mit wie einen verdammt ohrwurmlastigen Soundtrack. Auch wenn die nachfolgenden viel Filme eher zum Vergessen sind: Captain Jack Sparrow, der wunderbar schwarzhumorige Bösewicht Barbossa, der treue Stiefelriemen-Bill und natürlich das verfluchte Äffchen dürfen mich noch eine ganze Weile begleiten.

Zu guter Letzt möchte ich noch etwas zum Lesen empfehlen: Immer, wenn ich mit einer Erkältung im Bett liege, traurig bin oder sonstwie Ablenkung brauche, greife ich seit meinen frühen Teenagerjahren zu einer bestimmten Comicreihe. Comicfreunde, besonders die, die das Machwerk der von Duck-Erfinder Carl Barks schätzen, haben sicherlich längst das Gesamtwerk des Good Artist zuhause im Regal stehen. In dieser Tradition hat sich auch Barks-Fan und Zeichner Don Rosa ab Ende der 1980er Jahre gesehen und zahlreiche Barks-Geschichten weiterentwickelt. Mit feiner Feder und noch feinerem Humor zeichnet sich Rosa von Abenteuer zu Abenteuer, reist von Kontinent zu Kontinent und lässt die Duck-Familie Abenteuer aller Art erleben - immer im Kontext einer ausführlichen historischen und kulturellen Recherche. Tatsächlich habe ich sogar in einem Uni-Seminar einige Panels zur Visualisierung für einen Vortrag über Stonehenge benutzt. Dabei baut er - angeblich nur für sich zum Spaß, aber auch für die Leser, die auch beim 25. Mal Lesen noch etwas Neues entdecken wollen - kleine Details und Hintergrundgeschehnisse, die nichts mit der Handlung zu tun haben, aber ihre eigene kleine Geschichte erzählen, inklusive. Besonders empfohlen sei hier die zwölfteilige Sammlung Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden, die illustriert, wie Dagobert Duck an sein Vermögen gekommen ist, sowie Schrumpfende Onkels, Das Geheimnis der Säulen, Der Schwarze Ritter und Seine Majestät, Dagobert I. Viel Spaß beim Schmökern!

Florian Kaiser

Ich musste nicht wirklich lange überlegen, welche persönlichen Evergreens meiner Meinung nach an dieser Stelle unbedingt Erwähnung finden sollten. Denn tatsächlich handelt es sich dabei im Prinzip ausnahmslos um Serien, die mich seit meiner Kindheit begleiten.

Und dank etwa Disney+ ist es von nun an bekanntermaßen auch besonders leicht, wieder in viele der fantasievoll gestalteten Welten einzutauchen, die mehrere Generationen geprägt haben. Ob in den verschiedenen Disney-Club-Inkarnationen, den Disney-Programmfenstern mehrerer Sender oder auf dem Disney Channel, eine Konstante gab es immer: Die Abenteuer von Dagobert und seinen Großneffen Tick, Trick und Track, die Heldentaten von Darkwing Duck, die Fälle der Rettungstruppe, die Ausflüge nach Atlantica sowie die Reisen in ein sehr farbenfrohes Mittelalter voller hüpfender Bären machten immer Spaß! Und das kommt nicht von ungefähr: Keine Folge gleicht der anderen, die Geschichten sind ungemein originell, der Humor wohldosiert und die Charaktere einfach nur wahnsinnig liebenswert. Aus dem Vollen schöpfen können gerade die Kinder der 90er auf dem jüngsten Streamingdienst zwar noch nicht (Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew, Aladdin, Doug, Mighty Ducks – Das Powerteam oder auch Hercules sind nämlich beispielsweise noch nicht verfügbar), aber hey, alles eine Frage der Zeit – und außerdem gehört dafür die wohl unterschätzteste und erwachsenste serielle Disney-Produktion bereits zum Startportfolio: Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit.

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Ducktales

Neben dem “Mausohrenkonzernblock” gibt es noch den mit all den Superheldenformaten, denen ich bis zum heutigen Tage auch in Comic-Form enorm viel abgewinnen kann: Auf DC-Seite sind das natürlich Batman – The Animated Series sowie Superman – The Animated Series, die beiden bedauerlicherweise bei Weitem nicht so bekannten Justice-League-Serien sowie das seiner Zeit um Längen voraus gewesene Batman Beyond respektive Batman Of The Future, wie das futuristische TV-Vergnügen hierzulande heißt. Und auf Marvel-Seite selbstredend Spider-Man: The Animated Series und die fünf mittlerweile beinahe legendären X-Men-Staffeln (übrigens ebenfalls auf Disney+ zu finden – bislang allerdings nur mit englischer Tonspur). Weder dem einen noch dem anderen Lager zuordnen kann man die Teenage Mutant Ninja respektive Hero Turtles, die jedoch keinesfalls unter den Tisch fallen dürfen – allein schon, weil eine Pizza logischerweise immer dann am besten schmeckt, wenn man sie gemeinsam mit Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo isst.

Und schließlich muss selbstverständlich auch noch einmal kurz auf einige prominente Vertreter aus dem Anime-Bereich eingegangen werden: Denn die Anfänge von Pokémon oder Digimon, die (gefühlt) nie endenden Kämpfe in Dragonball Z oder die großen Matches von Tsubasa, Hyuga & Co. in Die tollen Fußballstars werde ich mir mit Sicherheit auch noch im hohen Alter mit einem Lächeln auf den Lippen anschauen können – Gänsehautgarantie inklusive.

Hannes Könitzer

Mich verschlägt es mindestens einmal im Jahr nach Pandora. Auch wenn Avatar erzählerisch keinen Innovationspreis gewinnt, macht es mir irgendwie immer wieder Spaß, die Welt von James Cameron zu besuchen. Schließlich ist der Film auch ohne 3D eine echte Augenweide und kann über zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch überzeugen. Mein Lieblingsteil sind dabei ganz klar die ersten beiden Drittel des Films. Die finale Schlacht ist dann die typische Action, die jetzt nicht unbedingt besser wird, je öfter man den Film sieht.

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Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Ein etwas neuerer Evergreen ist Der Marsianer, wohlgemerkt sowohl das Buch als auch mittlerweile der Film. Seit ich das englische Hörbuch entdeckt habe, steht es einmal im Jahr auf der Hörliste. Dann erschien 2015 der Film, der für mich zu den besten Buchadaptionen überhaupt gehört, und folgte dem Hörbuch. Damit ist Der Marsianer nun für mich ein jährliches Double-Feature: erst das Hörbuch, dann der Film.

Zuletzt sollte auch Harry Potter nicht unerwähnt bleiben. Der Zauberer ist für mich ein jährlicher Begleiter in der Weihnachtszeit. Für einige Jahre habe ich dabei tatsächlich alle Bände in der Adventszeit bis Anfang Januar gehört. Aber irgendwann war das dann doch etwas zu viel. Mittlerweile höre ich mir Band 1 rund um Weihnachten an und schaue meist auch noch die Filme. Wobei sich diese auch gern jährlich mit Der Herr der Ringe abwechseln. Abhängig davon, wie viel Zeit ich habe.

Florian Rinke

Zu den Filmen, die ich seit Jahren immer wieder gerne schaue, gehören die drei Episoden der klassischen Star-Wars-Trilogie. Klarer Favorit ist hierbei Das Imperium schlägt zurück. Vielleicht mag ich unbewusst gerade die Teile, in denen das Imperium siegreich hervorgeht. In letzter Zeit hat sich nämlich auch Die Rache der Sith aus der Prequel-Trilogie zu meinen Star-Wars-Lieblingen gesellt.

Es gibt viele zeitlose Filmklassiker, die man sich heute noch gut anschauen kann, aber keiner läuft bei mir so oft wie King Kong und die weiße Frau aus dem Jahr 1933. Die mit Stop-Motion-Technik gedrehten Monsterkämpfe faszinieren mich, obwohl sie meilenweit von dem aktuellen Standard entfernt sind. Peter Jackson hat 2005 mit seinem Remake bewiesen, dass moderne Spezialeffekte aufgebläht auf 187 Minuten die Handlung nicht besser machen. Da erzählt die ursprüngliche Version von Merian C. Cooper in der Hälfte der Zeit die wesentlich spannendere Geschichte.

Genauso gerne und oft schaue in nur die neueste King-Kong-Variante. Kong: Skull Island zeigt eine Gruppe von Soldaten und Forschern, welche in das Reich des Riesenaffen eindringen. Sehr tiefgründig ist der Film sicher nicht, aber die Handlung wird nicht von den bombastischen Effekten erdrückt, sodass ich mir auch diesen Monsterstreifen immer wieder gerne anschaue.

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Der Affe Kong in Kong Skull Island

Guy Ritchie hatten seinen Durchbruch mit Snatch – Schweine und Diamanten. Der Gangsterfilm ist ähnlich gelagert wie sein zwei Jahre zuvor gedrehtes Debütwerk Bube, Dame, König, grAS – ein Film den, ich mir jedes Jahr mindestens einmal anschaue. Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier Freunde, die Spielschulden bei einem lokalen Gangsterboss haben. Das ist aber nur einer der vielen Erzählstränge der verschachtelten Geschichte. Die vielen coolen Episoden führt der Regisseur am Ende gekonnt zu einem großen Gesamtbild zusammen. Es ist schwierig, die Handlung exakt und kurz zusammenzufassen. Wer klaut wem noch mal zuerst die Drogenlieferung? Wann fliegt die Milchtüte auf die Autoscheibe? Und die Schweine? Spielen erst in Snatch eine Rolle. Deswegen kann man den Film auch immer wieder schauen, weil die Wendungen der Geschichte den Zuschauer immer wieder überraschen und der Film auch wenn man ihn kennt einfach Spaß macht.

Arthur Stähr

Einer der aktuell coolsten Menschen im Internet ist wohl Keanue Reeves. Und für mich persönlich ist er das bereits seit seiner Rolle als Neo aka Thomas A. Anderson aka der Auserwählte in Matrix. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich noch ein Kind und verstand nicht einmal die Hälfte der Handlung. Aber guter Gott: Schon damals waren die Actionszenen, in denen die Protagonisten in hervorragend choreografierter Kung-Fu-Manier aufeinander einprügeln, herrlich anzusehen. Egal wie oft ich den Film schon gesehen habe. Wenn Neo sagt “Ich kann Kung Fu” und Morpheus antwortet “Zeig's mir” ist das einfach noch immer genial. Und auch wenn die Meinung sicher sehr unpopulär ist - ich schaue mir auch gerne Reloaded und Revolutions an. Vielleicht trübt die Brille der Kindheitserinnerungen mein Urteilsvermögen etwas, aber mich packt die gesamte Geschichte auch über alle drei Filme hinweg nach wie vor. Da fällt es mir dann auch nicht schwer, über die ein oder andere Schwäche hinwegzusehen.

Meine lieben Kollegen haben Der Herr der Ringe ja bereits ins Spiel gebracht. Und wir sind uns sicher alle einig, dass jeder einzelne Herr-der-Ringe-Film perfekt ist. Perfekt! Wer sich die ganze Trilogie anschaut, macht damit definitiv nichts falsch. Aber mein persönlicher Liebling aus der Reihe ist Der Herr der Ringe: Die Gefährten. Ich gehöre zu den Menschen, die die Filme gesehen haben, lange bevor ich das Buch (die Bücher) gelesen hatte. Damit war Die Gefährten meine erste Reise in diese wunderbare Welt Mittelerde, das Auenland, Bruchtal, Lothlórien und natürlich auch Mordor. Spätestens über die Feiertage schaue ich mir jedes Jahr alle drei Filme an und bin immer wieder wie schon als Kind begeistert davor. 

Und damit Ihr nicht nur passiv zuschauen, zuhören oder lesen könnt, hier noch ein Evergreen aus der Spiele-Kategorie. Ich liebe Echtzeitstrategie und die kürzliche Veröffentlichung des fünften Teils von Astartes schrie geradezu danach, Warhammer 40.000: Dawn of War mal wieder auszupacken. Und was soll ich sagen: Es macht immer noch unendlich viel Spaß, die Verteidigungslinien der Gegner mit Horden von Orks zu überrennen. Oder sich mit den Space Marines so tief einzugraben, dass jeder Ansturm an den schweren Boltern, und Bolter-Geschütztürmen scheitert. All das nur, um dann selbst mit einer riesigen Armee aus Panzern und Space Marines die Basis des Gegner zu fluten.

Stefan Turiak

Ich mag das Spionage-Genre - egal, ob der schnelle Spy-Actionthriller oder die langsamen Genre-Vertreter wie Tinker, Taylor, Soldier, Spy. Bond bringt für mich alle paar Jahre mal einen interessanten und spannenden Film hervor. Ich bin trotz des kontroversen Hauptdarstellers eher ein Fan der Mission-Impossible-Reihe, die für mich in jeder Lebenssituation die perfekte Ablenkung von Kummer und Sorgen des Alltags darstellen. Und wer doch einen tagesaktuellen Bezug benötigt: Im 2. Mission-Impossible-Film verhindert Ethan Hunt den Ausbruch eines Super-Virus, indem er dank der unverwechselbaren Regie von John Woo mit beiden beidhändig durch die Gegend ballert, unnötige Rückwärtssalto-Kampfmanöver und auch sonst viele alberne Stunts in Zeitlupe vollführt. Ansonsten gibt es auch in den anderen Filmen jede Menge rasante Action und schmissige Gadgets. Hier ein kurzes persönliches Ranking: 

  1. Mission: Impossible

  2. Mission: Impossible - Rogue Nation

  3. Mission: Impossible - Ghost Protocol

  4. Mission: Impossible - Fallout

  5. Mission: Impossible 3

  6. Mission: Impossible 2     

Wo wir schon bei Spionen sind: Auch wenn die letzten Einträge ins Franchise nicht meinen Geschmack trafen - die neue Amazon-Serie halte ich eher für schnarchig - mag ich auch den Protagonisten Jack Ryan sehr gern. Immer empfehlenswert ist der erste Kino-Einsatz namens Jagd auf Roter Oktober von Action-Altmeister John McTiernan. Aber auch die beiden Nachfolger Die Stunde der Patrioten und Das Kartell von Philip Noyce lohnen sich. Ryan war für mich schon immer deswegen interessant, und das haben vor allem Alec Baldwin und Harrison Ford in ihren Darstellungen erkannt, weil es sich bei ihm eben nicht um einen hyper-kompetenten Superspion handelte. Vielmehr ist der CIA-Analyst ein Schreibtisch-Hengst, der immer wieder in politische Hotspots hinein stolpert und dabei leicht überfordert wirkt. Leider hat die aktuelle Serie, auf die ich mich ursprünglich sehr gefreut habe, aus Ryan einen zum Actionhelden aufgepumpten Office-Jim gemacht.

Wo wir immer noch bei Spionen sind: Die Bourne-Filme kann ich mir immer wieder ansehen. Matt Damon in der Rolle des stoischen und schweigsamen CIA-Killer ohne Gedächtnis war damals eine überraschende, aber auch überraschend-passende Besetzung. Und zu der Zeit war ein Blockbuster, der beinahe ohne Explosionen auskam, fast schon revolutionär - ist es heute eigentlich immer noch. Der zweite Bourne-Film, die Die Bourne Verschwörung ist mein Lieblingsfilm der Reihe. Paul Greengrass übernahm die Regie von Doug Liman, und stattete das Franchise mit einer sehr dynamischen, schwindelerregenden und verwackelten Kamera aus. Ein Stil, den leider viele spätere Actionfilme kopierten, ohne aber wirklich die Expertise zu beherrschen, die Greengrass mitbrachte. Der letzte Film der Reihe mit dem schlichten Titel Jason Bourne gefiel mir dagegen überhaupt nicht, weil Greengrass unbedingt die Bourne-Geschichte mit einer dummen Origin-Story auffüllen musste. Drehbuchautor Tony Gilroy fehlte, der auch bei den vier Vorgänger-Filmen am Drehbuch schrieb und den unterschätzten Jeremy-Renner-Ableger Das Bourne Vermächtnis selbst inszenierte, und das merkt man Jason Bourne an.       

Zu guter Letzt kein Spionage-Thriller, dafür aber ein Abenteuer auf hoher See: Master & Commander - Bis ans Ende der Welt. Ein Film, der interessanterweise im selben Jahr wie Fluch der Karibik erschien und wahrscheinlich auch deswegen kein großer Erfolg wurde. Trotzdem hat der Film in meinen Augen mindestens zehn Fortsetzungen verdient. Auch wenn immer wieder davon die Rede ist, glaube ich aber nicht mehr daran. Ausreichend Stoff zum Verarbeiten wäre dennoch vorhanden gewesen. Schließlich hat Patrick O’Brian fast 21 Bücher über die Abenteuer des britischen Marine-Offiziers Jack Aubrey (Russell Crowe) und seinen Schiffsarzt Stephen Maturin (Paul Bettany) geschrieben. Das letzte Buch konnte O’Brian leider nicht mehr fertigstellen. So bleibt nur ein toller Film, der mit wunderbarer Detailtreue das Leben und den Kampf auf dem britischen Schiff HMS Surprise Anfang des 19. Jahrhunderts beschreibt. Auch einer der letzten Filme von Regisseur Peter Weir (Der Club der toten Dichter, Der einzige Zeuge, Die Truman Show), der anscheinend auch nicht mehr im Showbusiness arbeiten kann oder möchte. 

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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