Joe & Anthony Russo über Motive und Themen in Captain America: Civil War

Nach der überraschenden und unerwarteten Veröffentlichung des ersten Trailers zu Captain America: Civil War haben die Regisseure Joe & Anthony Russo mit dem Empire Magazine über Themen und Motive des Films gesprochen, die im Trailer angesprochen werden. Grundsätzlich geht es um die Befugnisse von Leuten mit großer Macht oder besonderen Fähigkeiten, die jedoch ohne jegliche Aufsicht walten und schalten.

"Man kann nicht einen Charakter namens Captain America losschicken, ohne sich einmal mit dem Namen und der dahinterstehenden Politik auseinanderzusetzen. Vor allem in der heutigen Zeit. Die Helden dieses Universums operieren unter eigener Flagge, nicht unter Richtlinien der Regierung. Das kann Probleme verursachen. Wir beschäftigen uns mit einer Form des Imperialismus, den dieser Zustand mit sich bringt. Welches Recht haben diejenigen, ihre Kräfte einzusetzen, ohne Rechenschaft ablegen zu müssen - Auch wenn es einer guten Sache dient. Wir kontrolliert man den Einsatz dieser Kräfte? "

Für die Russos ist die Civil-War-Handlung der Comics eine Inspirationsquelle, wird jedoch nicht 1:1 adaptiert. Viele Elemente von damals sind für das heutige Marvel Cinematic Universe nicht mehr relevant:

"Wir bedienen uns für Civil War an der Kernaussage der Comicvorlage. Der Comichandlung lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für die Geschichte, die wir erzählen wollen, übernehmen. Doch das Konzept der Registrierung und Kontrolle der Helden, deren Kräfte angsteinflößend sein können, passt noch."

Die Beziehung zwischen Steve Rogers und Bucky Barnes wird den Konflikt auf der persönlichen Ebene beleuchten.

"Die Handlung zu Civil War war eine Herausforderung. Jeder weiß, dass es um die Registrierung der Superhelden geht. Das ist auf vielen Ebenen ein politischer Streitpunkt, doch wir wollten den Konflikt nicht nur auf dieser Ebene austragen. Wir brauchen ganz persönliche Gründe, warum die Beziehung der Helden zueinander durch die Registrierung kompliziert werden kann. Die Beziehung zwischen Steve und Bucky gibt uns die Möglichkeit, dem Ganzen eine sehr persönliche Note zu verleihen und nachvollziehbar zu machen, warum man zu dieser oder jener Auffassung tendiert.

Ein mächtiges Kernthema des Films ist Verrat. Der Film ist extrem emotional. Er hängt an diesen Emotionen. Wir wollen nicht, dass es nur um Politik und politische Debatten geht. Der dritte Akt dreht sich um einen ganz persönlichen Moment zwischen den Charakteren."

Aus dem "Superhero Registration Act" werden die "Sokovia Accords" (Sokovia Verträge), die den Stein der Handlung nach dem Ende von Avengers: Age of Ultron ins Rollen bringen.

"Mit den Accords möchte die Welt die Avengers gemeinsam überwachen. Auslöser sind die Ereignisse in Sokovia, New York City und Washington D.C. Wenn man die jeweils dritten Akte aller Marvel-Filme betrachtet und sich die Schäden ansieht, würde man das nicht gegen die Avengers nutzen können, um sie zu kontrollieren?"

Die Rückkehr von William Hurt als General Thunderbolt Ross aus Der unglaubliche Hulk ist eine willkommende Verbindung des MCU mit dem Film aus dem Jahr 2008.

"Es ist unsere Ausgabe, all die Film miteinander zu verbinden. Dass wir den Hulk-Film hervor holen, der ein wenig in Vergessenheit geriet, macht diesen für das Cinematic Universe wieder etwas relevanter. Das ist uns wichtig. Wir dachten uns, dass es eine gute Idee ist, diesen Charakter zu nutzen, der bereits ein fanatische Anti-Superhelden-Sichtweise hat. Inzwischen ist er noch klüger, politsch aktiv und hat eine machtvolle Position inne. Er umzingelt die Avengers auf politische Weise, trickst sie aus."

Zuguterletzt wäre da noch Tony Stark alias Iron Man. Der eigentlich egozentrischer und unauthoritäre Charakter fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben dazu verpflichtet, sich dem Gesetz unterzuordnen. Es ist für ihn die richtige Entscheidung.

"Wenn die Leute aus dem Kino kommen, werden sie darüber diskutieren, welcher Charakter richtig lag - Tony oder Cap. Tony hat ein sehr wichtiges Argument auf seiner Seite, über die Verantwortung der Avengers gegenüber der Welt - und das Recht der Welt, eine gewisse Art von Kontrolle über sie zu haben.

Der Handlungbogen von Tony ist für den Charakter sehr emotional und kompliziert. Downey ist einfach großartig in der Rolle. Er bringt den Charakter, den er bereits seit vielen Jahren spielt, in gefährliches Territorium. Tony ist jemand, der die Grauzonen erkennt. Cap ist sehr Schwarz und Weiss. Der Wunsch, Cap seine perfekten Zähne auszuschlagen ist ein Ausdruck seiner Frustrationen mit Caps Unfähigkeit, Kompromisse einzugehen oder sich der Politik anzupassen."

Captain America: Civil War kommt am 05. Mai 2016 in unsere Kinos.

Marvel's The First Avenger: Civil War - Offizieller Trailer | Marvel HD

Originaltitel:
Captain America: Civil War
Kinostart:
28.04.16
Laufzeit:
147 min
Regie:
Joe & Anthony Russo
Drehbuch:
Christopher Markus, Stephen McFeely
Darsteller:
Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Paul Bettany, Jeremy Renner, Don Cheadle, Elizabeth Olsen, Paul Rudd
Die Marvel-Helden im Krieg gegeneinander: Der Film wird sich des aus den Comics bekannten "Civil War"-Handlungsbogens bedienen, bei dem es die Helden untereinander aufnehmen.

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