Der Robots-&-Dragons-Jahresrückblick: Der Frühling 2014

Während das Jahr 2014 vergleichsweise ruhig für Sci-Fi & Fantasy-Fans begann, nahm es in den Monaten April bis Juni gehörig an Fahrt auf. Im zweiten Teil des Robots-&-Dragons-Jahresrückblicks blicken wir nicht nur auf die großen Kinostarts zurück, sondern beschäftigen uns auch mit dem Drehstart eines der am meist-erwarteten Filme des nächsten Jahres.

Die verbesserten Agents und ein gescheitertes Spin-off
Captain America: The Return of the First Avenger war nicht nur ein erstes Filmhighlight des noch jungen Jahres 2014. Der Film hatte abgesehen von der Tatsache, dass er 130 Minuten spannende Unterhaltung bot, einen weiteren positiven Nebenaspekt. Mit den Veränderungen, die Captain America mit sich brachte, machte auch die Marvel-Serie Agents of S.H.I.E.L.D. einen qualitativen Sprung, auf den viele Zuschauer gehofft hatten. Konnte die Serie zu Beginn durchaus als Enttäuschung bezeichnet werden, ging es schon mit dem Jahreswechsel inhaltlich deutlich bergauf. In der zweiten Staffelhälfte wurde Agents of S.H.I.E.L.D. seinen Vorschusslorbeeren dann endlich gerecht und konnte zudem seine neu gewonnen Stärke auch im zweiten Serienjahr behaupten.
Gar nicht erst in Serie wurde dagegen ein ganz anderes Projekt geschickt. Mit Bloodlines plante der Sender CW seine erfolgreiche und langlaufende Serie Supernatural, um ein Spin-off zu erweitern. Über einen Backdoor-Piloten sollten die neuen Charaktere eingeführt werden, was jedoch nur bedingt auf Gegenliebe stieß. Trotz des Mafia-Settings erinnerte die Bloodlines am Ende zu sehr an CW-Serien wie Vampire Diaries und fand weder bei Kritikern noch bei Fans sonderlich viel Anklang. Letztendlich entschied sich der Sender gegen eine Bestellung, sodass Sam und Dean erst einmal auch weiterhin allein auf Monster- und Dämonenjagd gehen. Ein neuer Versuch für 2015 ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Eine 700-Millionen-Dollar-Enttäuschung
The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro sollte für Sony der große Kassen- und Publikumserfolg des Jahres 2014 werden. Am Ende kam jedoch ein Film heraus, mit dem niemand so wirklich zufrieden war. Dabei waren die Pläne des Studios doch so groß gewesen. Über eine Milliarde Dollar wollte Sony mit The Amazing Spider-Man 2 einnehmen und in der Folge ein eigenes Spider-Man-Filmuniversum schaffen. In den Wochen vor dem Filmstart spürte man als aufmerksamer Internetuser fast schon, wie sehr Sony den Erfolg erzwingen wollte. Praktisch kaum ein Tag verging, an dem nicht ein neuer Trailer oder Clip veröffentlicht wurde. Man konnte sich am Ende des Gefühls nicht erwehren, dass man den Film womöglich schon vollständig gesehen hatte, wenn man nur alle gezeigten Szenen in die chronologische Reihenfolge bringen würde. Dem entfachten Hype konnte The Amazing Spider-Man 2 am Ende jedoch weder an den Kinokassen noch bei den Kritikern und vielen Kinobesuchern gerecht werden. Trotz durchaus starker 700 Millionen Dollar war Sony mit dem Einspielergebnis nicht wirklich zufrieden. Die geplante Milliarde wurde verfehlt und bei Produktionskosten von 200 Millionen sowie Marketingausgaben von geschätzten 190 Millionen blieb die Gewinnspanne am Ende deutlich unter den Erwartungen.

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Reboots, Remakes und Fortsetzungen
Der Hollywood-Trend, bekannte und erfolgreiche Stoffe fortzusetzen oder neu zu interpretieren, war auch im Jahr 2014 präsent. Neben The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro gab es im Mai im Kino beispielsweise mit X-Men: Zukunft ist Vergangenheit eine weitere Comic-Fortsetzung zu sehen. Im Gegensatz zu Sony zeigte sich Fox jedoch mit den eingespielten 746 Millionen Dollar sehr zufrieden. Regierückkehrer Bryan Singer schuf den erfolgreichsten X-Men-Film bisher und so war es wenig verwunderlich, dass die im Vorfeld getätigte Ankündigung einer weiteren Fortsetzung mit X-Men: Apocalypse ebenfalls von Singer inszeniert werden soll.
Ähnlich erfolgreich schlug sich auch ein(e) Reboot/Remake/Neuverfilmung in diesem Jahr an den Kinokassen. Mit dem größten Godzilla aller Zeiten gelang es Regisseur Gareth Edwards, die erste amerikanische Adaption von Roland Emmerich vergessen zu machen und für viele Zuschauer einen spannenden Film abzuliefern. Den größten Kritikpunkt, die vergleichsweise geringe Screentime des Monsters, kann man nun eventuell in Teil 2 angehen. Auch bei Godzilla wird bereits an einer Fortsetzung gearbeitet.
Neben der Veröffentlichung von einigen Remakes und Fortsetzungen im Jahr 2014 arbeitete Hollywood zudem stark daran, dass es auch in den nächsten Jahren keinen Mangel an solchen Projekten geben dürfte. Sehr beliebt sind dabei mittlerweile Serienadaptionen bekannter Kinofilme. So gab MTV beispielsweise bekannt, dass man eine Serie basierend auf dem Horrorfilm Scream plane. Auch beim Thema Fortsetzungen stehen Serie hoch im Kurs. Nachdem FOX mit Erfolg, mit 24: Live Another Day, eine erfolgreiche Mini-Serien-Fortsetzung zu 24 im Mai startete, lies sich NBC von der Idee anstecken. So soll die ehemalige Hitserie des Senders Heroes unter dem Namen Heroes: Reborn als Miniformat eine Wiederaufstehung erleben. Im Kino wirde ebenfalls schon fleißig an weiteren Reboots gebastelt. Roland Emmerich möchte sich erneut seinem Erfolgsfilm aus den 90ern Stargate widmen und eine neue Trilogie veröffentlichen. Und wo wir gerade bei Erfolgen aus den 90ern sind. Auch für die Power Rangers gibt es ein Wiedersehen im Kino, wie im Mai bekannt wurde.

Marvels Regisseure
Für Marvel Studios dürfte das Jahr 2014 als weiteres Erfolgsjahr in die Geschichte eingehen. Eine kleine Delle gab es im Mai allerdings doch zu vermelden. Das Studio und Regisseur Edgar Wright entschieden sich, nicht mehr zusammenzuarbeiten. Damit stiegt Wright aus der Produktion des Films Ant-Man aus, an dessen Zustandekommen er maßgeblich beteiligt war. Die Gründe für den Ausstieg sollen primär auf inhaltlicher Ebene gelegen haben und gerade Wright äußerte sich im Anschluss durchaus enttäuscht. Einen neuen Regisseur fand Marvel in Payton Reed, der bisher vor allem im Bereich Komödien aktiv war.
Mit Reed verpflichtet Marvel allerdings nicht nur einen neuen Regisseur im Juni 2014. Auch für Doctor Strange konnte das Studio den Regieposten besetzten. Diese Aufgabe wird in die Hände von Scott Derrickson gelegt, der bisher vor allem als Regisseur von Der Exorzismus von Emily Rose sowie des letzten Remakes von Der Tag, an dem die Erde stillstand bekannt ist.

Die Rückkehr in eine weit entfernte Galaxie
Lange hatte es gedauert, doch im Mai war es dann endlich soweit: Regisseur J.J. Abrams gab den Cast für den siebten Teil der Star-Wars-Saga bekannt. Neben den Rückkehrern Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Anthony Daniels, Peter Mayhew und Kenny Baker, schließen sich auch John Boyega, Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson und Max von Sydow der Darstellerriege an. Mit den Dreharbeiten begann die Produktion im Mai, allerdings musste man zwischenzeitlich eine Pause einlegen. Harrison Fords Verletzung im Juni führte zu einer Verzögerung von zwei Wochen. Am 3. November fiel dann die letzte Klappe und Star Wars 7 galt offiziell als abgedreht.

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