Der Robots-&-Dragons-Jahresrückblick: Der Winter 2014

Die Weihnachtsgans ist verputzt, die Geschenke wurden ausgepackt und so kehrt kurz wieder Ruhe ein, bevor die Silvesteraktivitäten bald wieder für Trubel sorgen. Der perfekte Zeitpunkt also, um auf das Jahr zurückzuschauen und zu rekapitulieren, was uns in 2014 begeistert und enttäuscht hat. Und was eignet sich besser als ein Robots-&-Dragons-Jahresrückblick, um die Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres noch einmal in Erinnerung zu rufen? In Teil 1 beschäftigen wir uns mit den Monaten Januar bis März.

Comicverfilmungen überall
Das Jahr 2014 dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit in die Geschichte eingehen, als Jahr, in dem in Sachen Comicverfilmungen alle Dämme brachen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine neue Meldung erscheint, die sich mit Verfilmungen oder Serienadaptionen von Comics beschäftigt. Die erste Robots-&-Dragons-Newsmeldung des Jahres setzte daher auch praktisch den Ton für die kommenden Monate. Heute wissen wir, dass sich Dwayne Johnsons Twitter-Meldung, dass er mit DC zusammen an einem coolen Projekt arbeiten würde, auf die Verfilmung von Shazam bezog. Zum damaligen Zeitpunkt wurde jedoch erst einmal spekuliert, wobei eine Rolle in Shazam bereits früh als wahrscheinlich galt.
Eine andere Gerüchteküche hat dagegen bis zum Ende des Jahres gebraucht, um ein Ergebnis hervozubringen. Die Frage, wer Marvels Doctor Strange spielen könnte, beschäftigte uns das ganze Jahr über und war ein ständige Pool für Newsmeldungen. Nachdem zum Ende des Jahres mehrfach berichtet wurde, dass Benedict Cumberbatch die Pole Position für die Rolle innehatte, folgte erst im Dezember die offizielle Ankündigung. Im Januar machte dagegen das Gerücht die Runde, dass Johnny Depp sich in Gesprächen über eine Neuverpflichtung befände. Letztendlich reiht sich Depp damit in eine lange Liste illustrer Kandidaten ein. Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Joaquin Phoenix, Ewan McGregor, Matthew McConaughey, Jared Leto, Jake Gyllenhaal, Oscar Isaac, Ethan Hawke und Colin Farrell gehörten im Laufe des Jahres zu den verschiedenen Darstellern, die mit der Rolle in Verbindung gebracht wurden. Bei allen hat es letztendlich nicht mit der Rolle geklappt, Gordon-Levitt, Oscar Isaac, Hardy und Jared Leto landeten jedoch zumindest bei anderen Comicverfilmungen.



DC vs. Marvel
Während Marvel in den vergangenen Jahren von einem Kino-Erfolg zum nächsten eilte, musste sich DC vorwerfen lassen, dass sie zu wenig aus ihren Comicvorlagen machen würden. Wenn es nach dem Willen von Warner Brothers geht, dann dürfte sich dies mit dem anstehenden Batman V Superman: Dawn of Justice ändern. Der Film soll nicht nur zwei der berühmtesten Helden aufeinandertreffen lassen, sondern auch das eigene Cinematic-Universe starten. Im Januar schienen DC und Warner Bro. dabei einen ersten Angriff auf Marvel zu wagen. Die Verschiebung von Batman V Superman auf einen Termin, an dem schon ein Marvel-Phase-3-Film erscheinen sollte, war in jedem Falle mutig. Sehr schnell war vielen Menschen klar, dass ein gleichzeitiges Erscheinen als eher unwahrscheinlich galt, sodass sich die Frage stellte, welches Unternehmen zuerst nachgeben würde. Am Ende waren es Warner Bros. und DC, welche der Konfrontation aus dem Weg gingen. Einer der Gründe war dabei sicherlich der starker Kinostart einer Marvel-Produktion im März.



Samurai, Frankenstein und ein Roboter-Polizst
Das Kinojahr 2014 ging für uns Genre-Fans eher überschaubar los. Dies betrifft sowohl die Qualität als auch die Erfolge der Filme, die in den ersten Monaten des Jahres im Kino anliefen. Mit I, Frankenstein, 47 Ronin und Robocop gab es gleich drei Kinostarts, die in die Kategorie Remake- beziehungsweise Neuinterpretation fielen. I, Frankenstein darf dabei sowohl finanziell als auch inhaltlich als großer Flop abgestempelt werden. Der Film mit Aaron Eckhart, Bill Nighy und Yvonne Strahovski konnte nur etwas mehr als sein Budget von 65 Millionen einspielen, ohne dass Marketingkosten dabei berücksichtigt werden. Auch bei den Kritikern und Zuschauern fiel der Film durch. Etwas erfolgreicher erwies sich das Remake von Robocop. Oftmals als „nicht so schlimm wie erwartet“ bezeichnet, kam der Film zumindest auf 242 Millionen Dollar an den Kinokassen.
Als komplettes Desaster galt dagegen der neueste Film von Keanu Reeves. Die Idee, den Samurai-Klassiker 47 Ronin als Fanatsy-Story zu erzählen, fand beim Kinopublikum vergleichsweise wenige Freunde. In den USA bereits 2013 erschienen, kam der Film bei uns im Winter 2014 in die Kinos und schlug sich auch hierzulande überschaubar. Für Universal war der Release insgesamt eine Katastrophe. Berechnungen zufolge ist 47 Ronin nach Der 13. Krieger der zweitgrößte finanzielle Fehlschlag in der Geschichte des Films. Inflationsbereinigt soll 47 Ronin für einen Verlust von 151 Millionen Dollar gesorgt haben.



Oh Captain, mein Captain
Ein echtes Kino-Highlight hatten die ersten drei Monate des Jahres 2014 dann aber doch noch zu bieten. In der letzten Märzwoche kam Captain America: Return of the First Avenger aka Captain America: The Winter Soldier in die Kinos. Von Fans und Kritikern mehr als wohlwollend aufgenommen sicherte sich der Film direkt den besten Kinostart des Jahres und kam am Ende auf ein Einspielergebnis von 714 Millionen Dollar weltweit. Auch in Deutschland schlug sich der Film achtbar, vor allem wenn man bedenkt, dass Teil 1 vergleichsweise geringe Zuschauerzahlen verzeichnen konnte. Hier lies auch die deutsche Marketingabteilung nichts unversucht. Durch die Titeländerung wurde noch einmal auf die Tatsache drauf hingewiesen, dass Captain America ein Teil der Avengers ist. Und da alle die Avengers toll finden, würden sie sicherlich auch in diesen Film gehen wollen.
Neben der spannender Unterhaltung, die Captain America 2 bot, hatte der Film jedoch noch einen weiteren positiven Aspekt. Die Änderungen des Films wirkten sich in großem Maße auf die TV-Serie Agents of S.H.I.E.L.D. aus. Ein qualitativer Sprung, der auch im morigen Teil des Jahresrückblicks ein Thema ist.

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