Kritik zu Die versunkene Stadt Z - Verloren im Dschungel

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The Lost City of Z

England um 1900: Der englische Offizier Percy Fawcett (Charlie Hunnam) wird beauftragt, im Amazonas Grenzvermessungen vorzunehmen. Nach langer, beinahe tödlich endender Reise durch den Dschungel stößt er auf die Überreste einer Zivilisation. Zurück in England versucht Fawcett, so schnell wie möglich Geld zu sammeln, um erneut zur der von ihm benannten Stadt Z zu reisen. Er will beweisen, dass es eine fortgeschrittene Zivilisation mitten im Regenwald gab. Fawcett bereist mehrmals den Dschungel, aber ihm scheint der endgültige Beweis für seine Stadt Z stets knapp zu entwischen.

Regisseur Francis Ford Coppola bat einst Roger Corman um Tipps für die Dreharbeiten zu Apocalypse Now im philippinischen Dschungel. Cormans Antwort: „Geh nicht". James Gray, Regisseur von Die versunkene Stadt Z erbat von Coppola ebenfalls Hinweise. Coppolas Antwort: „Geh nicht". Was als Witz unter Regisseuren abgetan werden kann, gibt jedoch einen kleinen Hinweis auf die Schwierigkeiten beim Dreh – und darauf, wie beschwerlich Fawcetts reale Reise in den Amazonas gewesen sein muss.

Denn die steht im Mittelpunkt von Die versunkene Stadt Z. Der Film ist eine Biographie von Percival Harrison Fawcett, dessen Lebensgeschichte und Abenteuer im Dschungel unter anderem eine Inspiration für den bekanntesten Archäologen der Welt war: Indiana Jones. Allerdings beschäftigt sich der Film, trotz seines Titels, weniger mit untergegangenen Zivilisationen, sondern mit der cineastischen Inszenierung von Fawcetts Reisen.

Die sind ansprechend bebildert und oft gibt es visuelle Anspielungen an bekannte Dschungel-Filme. So wird immer wieder Apocalypse Now zitiert, wenn Fawcetts Team den Amazonas und seine Nebenarme herauf fährt. Auch Fitzcarraldo und Aguirre: Der Zorn Gottes schwingen mit – nicht zuletzt wegen manch absurder Begebenheit im Urwald.

Sparsam verhält sich Die versunkene Stadt Z allerdings, wenn es um Action geht. Die bleibt bei diesem ruhigen Film eher auf der Strecke – aber es geht ja auch weniger um das Abenteuer, als um Fawcetts Leben. Das ist geprägt von seiner Faszination für den Dschungel und dem festen Glauben an die Existenz einer untergegangen Zivilisation. Fawcetts Forscherdrang hat allerdings seinen Preis: Der Film zeigt, welche Belastung er seiner Frau zumutet und wie seine Kinder ihm langsam fremd werden.

Der Fokus von Die versunkene Stadt Z liegt auf den Reisen, auf den mystischen Erfahrungen und den Entbehrungen des Treks durch ein gefährliches Gebiet. Der ruhige Ton, die langsame Kamera und der Fokus auf Bilder und Charaktere können allerdings Zuschauer, die eher einen unterhaltsamen Abenteuerfilm erwartet haben, etwas langatmig erscheinen.

Trotz des abwechslungsreichen Lebens von Fawcett, der neben seinen Reisen in den Amazonas auch im Ersten Weltkrieg diente, verliert sich der Film bisweilen in seiner Erzählung. Dann hat man das Gefühl, wie Fawcett auf der Suche nach seiner Stadt Z auf der Stelle zu treten.

Fazit

Die versunkene Stadt Z ist eine ruhig und stilsicher inszenierte Biographie des Forschers Percy Fawcett, die bisweilen zu langatmigen Einstellungen neigt. Freunde guter Kameraarbeit und Filmkenner werden unterhalten, Fans von Abenteuerfilmen aber enttäuscht.

The Lost City of Z - Official US Trailer | Amazon Studios

DIE VERSUNKENE STADT Z Trailer Deutsch | Ab 30. März im Kino!

Die versunkene Stadt Z Poster
Originaltitel:
The Lost City of Z
Kinostart:
30.03.17
Laufzeit:
140 min
Regie:
James Gray
Drehbuch:
James Gray
Darsteller:
Charlie Hunnam (Colonel Percy Fawcett), Robert Pattinson (Corporal Henry Costin), Sienna Miller (Nina Fawcett), Tom Holland (Jack Fawcett)
Der Entdecker und Abenteurer Percy Fawcett stößt in den 20er Jahren im Amazonas auf Spuren einer bisher noch unbekannten Zivilisation.

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