Kritik zu Attack on Titan Staffel 3.01: Beginn der Rebellion

SPOILER

Fünf Jahre nach dem Start der ersten Staffel des populären Anime Attack on Titan 2013 liefert WIT Studio nun endlich die dritte Staffel. Auf zwölf neuen Episoden der zweiten Staffel aus dem vergangenen Jahr folgen jetzt in den nächsten Wochen wieder regelmäßig Kämpfe gegen Titanen, mit 24 Episoden diesmal sogar doppelt so viele. Die Macher versprechen strukturelle Änderungen und einen Handlungsbogen, der nochmal wesentlich düsterer als die Vorgänger sein soll.

Eine Zusammenfassung für Neueinsteiger: Die Handlung dreht sich um den jungen Eren Jäger, der mit dem Rest der Menschheit in einer von hohen Mauern umgeben Stadt lebt, um sich vor den riesenhaften Titanen zu schützen. Eines Tages durchbrechen die Titanen den äußersten Wall, Erens Familie kommt um, viele Menschen müssen danach in Armut leben.
Um nicht hilflos dazusitzen, tritt er mit seinen Freunden Mikasa Ackermann und Armin Arlert dem Militär bei. Die talentierten Jugendlichen arbeiten sich schnell hoch und kämpfen an vorderster Front mit den Elitetruppen. Dabei erfahren sie viele Geheimnisse, sowohl um die Titanen als auch um die Menschen.

Die zweite Staffel machte durch akute Produktionsprobleme, Verspätungen und eine kurze Laufzeit auf sich aufmerksam. Wenig mehr als ein Jahr später versprechen die Regisseure Araki Tetsuro und Koizuka Masashi große Veränderungen in der Produktion, Animation und im Drehbuch. So sollen Nebencharaktere mehr Entwicklung durchmachen, damit Tode und Verluste ohne die Hauptfiguren mehr Eindruck hinterlassen.

Attack on Titan Staffel 3 Szenenbild

Machtkämpfe für die Wahrheit

Am Ende von Staffel 2 gewinnt der Aufklärungstrupp unter hohen Verlusten einen Kampf an der Mauer Rose und kann Eren Jäger erfolgreich befreien. Dabei erfahren die Kommandanten um Erwin und Levi, dass die Titanen anscheinend menschliche Ursprünge haben und sie einen Schritt näher an der Wahrheit sind, die ihnen verheimlicht wird.

Daran schließt die erste Episode der neuen Staffel an: Wenige Tage nach den Kämpfen testet der Trupp unter Titanen-Expertin Hanji Zoe die Titanen-Fähigkeiten des geschwächten Eren. Das weit entfernte Ziel: Löcher in den Mauern in kürzester Zeit mit verhärtetem Titanen-Gewebe des verwandelten Soldaten stopfen. Das Ganze scheint etwas aus der Luft gegriffen, da unterschiedliche Titanen unterschiedliche Eigenschaften bewiesen haben, was gerade eine Figur wie Hanji wissen sollte.

Innerhalb der Mauern diskutieren Levi und Erwin über das weitere Vorgehen mit Christa Renz, die sich als die hochadelige Historia Reiss entpuppt hat. Sie befindet sich in der Obhut des Aufklärungstrupps in einem versteckten Landgut, wo auch Eren und seine Freunde auf weitere Befehle warten.

Beinahe etwas zu schnell wird der gesamte Aufklärungstrupp verraten, merkwürdig weil damit das größte Hindernis zwischen Titanen und Menschheit wegfällt. Die Königsfamilie hat entschieden, dass der Trupp zu viel weiß und alle Aktivitäten der Soldaten auf einen Schlag beendet. Ob das direkt nach einem schweren Angriff auf die Mauern strategisch begründbar ist, sei mal dahingestellt. Die Militärpolizei stürmt den Unterschlupf der Protagonisten und verlangt die Übergabe von Historia und Eren. Diese konnten wenige Momente vorher, dank einer Warnung ihres Kommandanten, fliehen.

Um die Geheimnisse der Mauern zu wahren, agiert die Militärpolizei in der Stadt erstmals unter den Augen der Öffentlichkeit. Die Verwirrung durch diese Umstände nutzen Levi, Eren und Freunde, um ungehindert in die äußeren Distrikte zu gelangen. Dort werden Eren und Historia entführt, was Levi aber mit einer Doppelgänger-Aktion antizipiert hat.

Im Finale der Episode geht es an die Befreiung der falschen Geiseln und kommt endlich zu einer Actionsequenz. Die Entführung an sich war auch nur eine falsche Fährte der Militärpolizei, die das Team gezielt trennen und eliminieren wollen. In den letzten Momenten vor der Flucht des echten Eren und der echten Historia realisiert Kommandeur Levi, dass der Plan seiner Feinde nicht die Arbeit der normalen Militärpolizei sein kann.

Sekundenbruchteile nach diesem Gedanken werden seine zwei Soldaten aus dem Hinterhalt erschossen. Hier zeigt sich noch eine alte Schwäche der Serie: Die ermordeten Charaktere sind vollkommen unwichtig, ihr Tod in keiner Hinsicht dramatisch. Wesentlich besser inszeniert sind die nachfolgenden Sekunden. Eine Gestalt im Cowboyhut nähert sich und entpuppt sich als Kenny Ackermann, Levis zwielichtiger Onkel und berüchtigter Massenmörder. Die wichtigste Neuerung in den letzten Szenen ist eine ganz neue Version des 3D-Manöver-Apparates. Statt zwei Schwertern mit auswechselbaren Klingen handelt es sich hier um zwei Pistolen mit auswechselbaren Läufen. Es scheint eine speziell auf den Kampf gegen Menschen ausgelegte Variante zu sein.

Fazit

Der Auftakt der dritten Staffel legt einen Grundstein für große Veränderungen in der Serie. Außerhalb der Mauern warten zwar die menschenfressenden Titanen, doch der neue Schrecken innerhalb der Mauern tötet mindestens genauso schnell. Das gibt dem alten Handlungsstrang neue Wichtigkeit: Welches Geheimnis um die Titanen rechtfertigt das plötzliche Entlassen und bedingt Töten eines ganzen Arms der Armee?

Auch die Einführung von den neuen Schusswaffen und Charakteren verspricht Spannung. Levi mag zwar gegen Titanen das Ass der Menschheit sein, doch sein Onkel scheint mindestens genauso viel Talent im Kampf gegen Menschen zu haben und hat seine Denkweise schon bei der ersten Begegnung durchschaut.

Die Animationen haben sich, wie versprochen, verbessert, auch wenn in Episode 1 nur wenige Szenen mit dichter Action zu sehen waren. Hier müssen die nächsten Folgen abgewartet werden, dann sehen wir vielleicht auch wieder mehr Titanen in Bewegung.

Die dritte Staffel zu Attack on Titan beinhaltet 24 Folgen. Neue Episoden gibt es für Abonnenten jeden Sonntag im Streaming bei Funimation und CrunchyrollEine Woche später dann für alle.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Funimation

Attack On Titan Season 3 Official Subtitled Trailer

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