Die drei ???

Die drei ??? - Erbe des Drachen: Erster Trailer zum neuen Kinoabenteuer der drei Fragezeichen

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Die drei ??? - Erbe des Drachen

Sony Pictures hat einen ersten Trailer zum neuen Kinoabenteuer der drei Fragezeichen veröffentlicht. Die Vorschau bietet erstmals einen Einblick in Die drei ??? - Erbe des Drachen und zeigt, was die drei Juniordetektive in ihren Leinwandabenteuer erwartet. Der Film selbst kommt am 26. Januar 2023 in die deutschen Kinos.

Die drei ??? - Erbe des Drachen ist die mittlerweile dritte Verfilmung der beliebten Hörspielreihe. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Filmen handelt es sich bei der neuesten Adaption aber um eine deutschsprachige Produktion. Die Hauptrollen der drei titelgebenden Detektive übernehmen Julius Weckauf (Der Junge muss an die frische Luft) als Justus Jonas, Nevio Wendt (Rocca verändert die Welt) als Peter Shaw und Levi Brandl als Bob Andrews. In weiteren Rollen sind Mark Waschke (Dark), Gudrun Landgrebe (Die Unsichtbare), Gedeon Burkhard (Kommissar Rex, Inglourious Basterds), Florian Lukas (Good Bye, Lenin!) und Jördis Triebel (Dark) zu sehen.

Inszeniert wurde der Film von Regisseur Tim Dünschede, der gemeinsam mit Anil Kizilbuga auch das Drehbuch geschrieben hat. Die Geschichte basiert allerdings nicht auf einer der Hörspielvorlagen, sondern wurden eigenes für den Film verfasst.

In Die drei ??? - Erbe des Drachen reisen die Justus, Peter und Bob während der Sommerferien nach Rumänien, wo sie am Set des Films "Dracula Rises" ein Praktikum absolvieren dürfen. Kurz nach Beginn der Dreharbeiten kommt es jedoch schon zu rätselhaften Ereignisse auf dem alten Schloss von Gräfin Codrina, das dem Film als Kulisse dient. Die drei Detektive beginnen natürlich sofort zu ermitteln und stoßen auf ein 50 Jahre altes Geheimnis, eine mysteriöse Bruderschaft und einen rätselhaften Untoten.

Die Drei ??? – Erbe des Drachen - Offizieller Trailer - Ab 26.1.2023 NUR im Kino!

"I see you shiver with antici … pation!" - Unsere Tipps für Halloween 2021

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ausgehöhlte, leuchtende Kürbisse auf Rasen vor Wohnhaus

Mittlerweile leben wir in Level 20 des Pandemie-Horrors. Haben wir mittlerweile etwas Routine darin gefunden, in einer Pandemie zu leben? Ja, oder? Und deswegen möchten wir auch in diesem Jahr nicht darauf verzichten, euch ausgewählte Tipps der Redaktion von Robots & Dragons für Halloween zu präsentieren. 

Aber auch in diesem Jahr gilt vor allem: Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Michael Bartl – Geht mit einem Tintenfisch in die Wüste

Ich bin wieder einmal ehrlich zu euch und so habe ich nicht wirklich etwas für dieses Wochenende beziehungsweise für Halloween geplant. Jedoch ist auf meinen Freundeskreis verlass, sodass es zumindest einen 3G-konformen Spieleabend geben wird. Hierzu werde ich meine neueste Errungenschaft – Dune Imperium – mitnehmen.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Brettspiel im Dune-Universum und vereint dabei Deck-Building und Worker-Placement in einem neuen, thematischen Strategiespiel. Auch hier gilt: Wer das Spice kontrolliert, kontrolliert das Universum! Als eines der großen Häuser des Landsraad lasst ihr eure Streitkräfte und Spione aufmarschieren. Vor euch stehen der tyrannische Paddischah-Imperator, die verschwiegenen Bene Gesserit, die gewiefte Raumfahrergilde sowie die wilden Fremen, inmitten der tödlichen Wüsten von Arrakis. Die Macht des Imperiums kann euch gehören, doch Krieg ist dabei nicht unbedingt der einzige Weg. Mit wem verbündet ihr euch und wen wollt ihr verraten?

Abseits von Freunden und Familie wird es mich auch wieder in mein Wohnzimmer verschlagen, wo einmal mehr ein Binge-Watch-Marathon auf mich wartet. Dabei wartet aber keine Horror-Serie auf mich, sondern die südkoreanische Netflix-Produktion Squid Game. Zwar war die Redaktion von Robots & Dragons selbst nicht sehr angetan von der Serie, aber irgendwas muss dran sein, wenn sich bereits mehr als 100 Millionen Menschen gesehen haben. In Zentrum der Geschichte steht der glücksspielsüchtige und hochverschuldete Seong Gi-hun (Lee Jung-jae), der eine mysteriöse Einladung erhält, um viel Geld zu gewinnen. Nach seiner Zusage wird er betäubt und mit 455 weiteren Personen an einem geheimen Ort gebracht, wo sie vom maskierten und bewaffneten Personal Anweisungen erhalten. Der Clou: Gespielt werden Kinderspiele und wer verliert, stirbt.

Zum Schluss wartet auch noch ein neues Hörbuch auf mich; danke, lieber Florian Rinke. In der Night-Lords-Trilogie von Aaron Dembski-Bowden stehen diesmal nicht die Inquisitoren, die imperiale Armee oder einer der unzähligen Space-Marines-Orden im Mittelpunkt, sondern die Night Lords, eine Verräterlegion im Warhammer 40k-Universum. Doch im Gegensatz zu den anderen Verräterlegionen sehen sie sich nicht als Diener der Chaosmächte, sondern sehen im Chaos nicht mehr als ein mächtiges Werkzeug. So verabscheuen sie sowohl den fanatischen Glauben an dem seit Jahrtausenden am Goldenen Thron gefesselten Gott-Imperator als auch an die vier Chaosgötter. Im Mittelpunkt steht Talos, der die erste Klaue der 10. Kompanie anführt und schon zu den Zeiten ihres Primarchen Konrad Curze lebte. Seinen Visionen folgten, kämpfen sie sowohl gegen das Imperium als auch gegen die ständige Korrumpierung durch das Chaos.

Anne Jerratsch - Reist mit Jupiter, Peter und Bob durch die Zeit

In diesem Jahr, das pandemiebedingt zugleich gefühlt nicht enden will und sich doch zu schnell vergangen anfühlt, hat es mich zum Herbst hin zu merkwürdigen Zeitreisen und Gruppendynamiken gezogen, und ein bisschen Retrofeeling ist auch mit dabei.  

So habe ich ein seit langem auf meiner Festplatte schlummerndes Hörbuch endlich richtig entdeckt. Philip K. Dick liefert mit dem 1969 veröffentlichten "Ubik" für die Scify-Dystopiefans unter uns so richtig ab. Die Szenerie spielt in einer Zukunftswelt des Jahres 1992. Hauptprotagonist ist Joe Chip, ein etwas abgehalfterter, chronisch dem eigenen Untergang entgegentrinkender Angestellter. Er arbeitet bei einer Agentur, die telepathisch veranlagte Menschen mit verschiedenen Psi-Fähigkeiten anstellt. Für eine Expedition stellt er unter seinem Agenturchef ein Team zusammen, zu dem eine Frau stößt, die die Vergangenheit verändern kann. Nachdem das Team eine Katastrophe erlebt hat, beginnt sich, offenbar unabhängig von ihren Fähigkeiten, die Zeit zurückzuentwickeln: Haushaltsgegenstände sind Minuten nach der Nutzung völlig unbrauchbar und veraltet, ganzen Gegenden von Städten und schließlich auch der eigenen Mannschaft kann man beim Verfallen mit bloßem Auge zusehen. Und hinter der merkwürdigen  Zeitlinie verbirgt sich eine geheimnisvolle Botschaft, die die Mannschaft zu entschlüsseln versucht. Neben der spannenden und düsteren Story werden immer wieder seltsame Werbespots  hineingeworfen, die Marc Uwe Kling zu seinem "Qualityland" inspiriert haben dürften. Ganz besonders gut gelesen von Dietmar Wunder.

 Ohje, warum musste Anne von allen möglichen Drei Fragezeichen-Folgen ausgerechnet die unsäglichen Dr3i mit Die Dr3i: Verschollen in der Zeit  aussuchen? Ganz einfach: Wegen des merkwürdigen Grusels. Der stimmt bei der Geschichte, die während des Rechtsstreits mit der Hörspielproduktionsfirma Europa im Jahr 2006 völlig ohne Buchhintergrund entstanden ist, nämlich sehr. Die drei Detektive, nun mit leicht veränderten Namen, geraten bei einem Flugzeugabsturz (der wievielte war das noch gleich?) mitten im Bermudadreieck auf eine merkwürdige Insel. Zwar weiterhin gesegnet mit gesunder Skepsis, scheint es den dreien und der zugehörigen Reisegruppe doch bald so, dass die Insel in der Zeit stehengeblieben sein muss. Und die Bewohner sind auch nicht gerade freundlich … "Verschollen in der Zeit" traut sich besonders in der ersten Hälfte, klassisches Lost-Feeling in die Drei Fragezeichen-Welt zu katapultieren, und dafür darf man diesem Nebenprodukt der ???-Reihe durchaus Respekt zollen.

Ein etwas aktuelleren Tipp für ausgewählte Kinos: Der Fantasy-Thriller mit heftigen emotionalen Einschlägen namens Titane eroberte im Sommer die goldene Palme von Cannes. Regisseurin Julia Ducournau hat das exklusive Publikum des Filmfestivals sicher nicht geschont: Brutal, blutig, auf eine merkwürdige Weise erotisch und sehr, sehr gory geht es zu bei dieser erwachsenen Stiefkind von Stephen King' Christine. Die junge Alexia hatte als Kind einen Autounfall und seither nicht nur eine Titanium-Platte im Kopf, sondern auch eine etwas gestörte Beziehung zu Autos: Sie findet sie sexuell anziehend und scheint körperlich mit ihnen verbunden zu sein. Auch sonst ist Alexia etwas anders gestrickt, menschliche Beziehungen fallen ihr schwer, Konflikte werden vor allem mit Gewalt gelöst. Bald muss sie flüchten und nimmt die Identität eines verschwundenen Teenagerjungen an. Dessen Vater nimmt sie als vermeintlichen Sohn auf, ohne weitere Fragen zu stellen. Schliesslich muss sich Alexia in seiner Feuerwehrtruppe als Sohn beweisen. Titane sprengt die Grenzen zwischen Bodyhorror, Genderzuschreibungen und einem emotionalen Portrait und ist auf jeden Fall einen ersten Blick wert - selbst, wenn man nur durch die Finger lugt, wenn es wieder brutaler zugeht.

Katrin Hemmerling - Springt nach links in die Nostalgie

In diesem Jahr steht die Nostalgiewelle an - vermutlich ausgelöst durch den Remake-Wahn, der die Studios seit einigen Monaten so befallen hat. Beim Verfassen der Newsartikel haben wir die redaktionsinterne Regel uns möglichst nicht anmerken zu lassen, wie wir zu dem Thema stehen, über das wir gerade schreiben. So hat hoffentlich niemand von euch bemerkt, dass ich die Meldung zum Reboot von The Lost Boys mit gewaltigem Zähneknirschen geschrieben habe. Vielleicht betrachte ich den Film auch zu sehr durch die verklärte Nostalgiebrille - genau das werde ich an Halloween prüfen. Möglichst ohne Nudeln oder Reis in Reichweite, dazu hat mich die bekannte Szene dazu doch zu sehr geprägt. Aber mit der Besetzung, die für mich immer immer zu The Lost Boys gehören wird: Die beiden Coreys und Kiefer Sutherland. Und der Soundtrack ist auch nicht ohne, man denke an “Cry Little Sister” ...

Noch etwas weiter in der Zeit zurück geht es mit der John Carpenters The Fog - Nebel des Grauens. Als Stadtkind habe ich bis zum Umzug in eine ländliche Gegend so “richtigen” Nebel nicht erkannt. Dann habe ich Bekanntschaft mit ihm geschlossen und schlagartig verstanden, warum Nebel so oft als bedrohlich empfunden wird. Kurz darauf habe ich während eines Urlaubs an der Nordsee erlebt, wie Seenebel aufzog. Seitdem hat The Fog für mich einen echten Gruselfaktor. Ich werde jedenfalls nicht mehr öffnen, wenn draußen Nebel herrscht und jemand - oder sollte ich besser sagen “etwas”? - an meine Tür klopft.

Nach dem echten Grusel darf dann ein Klassiker aus dem Jahr 1975 ran, der zwar für keinen echten Halloween-Grusel sorgt, aber Halloween darf ja auch mal ausgelassen sein, oder? “I see you shiver with antici … pation!” The Rocky Horror Picture Show geht immer! Tim Curry in Mieder, Strapsen und High Heels bleibt unvergessen, ebenso Susan Sarandon, die wunderbar prüde in Ohnmacht fällt. Also schon mal Wasserpistolen, Toastbrot, Reis und Partyhut bereitgelegt, denn dann heißt es: “It’s just a jump to the left!”

Florian "Der Unsichtbare" Rinke 

Der Name Katsuhiro Otomo dürfte durch sein Science-Fiction-Epos Akira nicht nur Manga-Lesern ein Begriff sein. Direkt vor seinem Hauptwerk schrieb und zeichnete Otomo die Serien Domu, welches auf deutsch unter dem Titel Das Selbstmordparadies erschien. Die Geschichte ist in einem modernen Hochhauskomplex angesiedelt. Immer wieder kommt es dort zu unerklärlichen Todesfällen, die alle wie Selbstmorde aussehen. Die Polizei versucht zu ermitteln, wer die Bewohner in den Selbstmord treibt, kommt mit ihrer Arbeit aber nicht vorangekommen. Dann nehmen sich die ersten Beamte aus ihren Reihen in der Wohnanlage das Leben. Nur ein Mädchen, welches neu in die Siedlung gezogen ist und über telekinetische Kräfte verfügt, scheint den unheimlichen Gegner gewachsen. Otomo nimmt in Das Selbstmordparadies bereits sein großes Thema vorweg, welches er wenige Jahre später in Akira weiter ausbaut. Hier erzählt er eine großartige gruselige Kriminalgeschichte, wie sie Stephen King geschrieben hätte, wenn er Japaner wäre.

H. G. Wells Roman Der Unsichtbare wurde im Laufe der Zeit mehrfach verfilmt, zum Beispiel 1933 von James Whale und zuletzt 2020 von Leigh Whannell. Auch verschiedene Comic-Künstler versuchten sich an einer Adaption des Stoffes. Eine der interessantesten Version stammt aus der Feder von Jeff Lemire (Black Hammer, Sweet Tooth). Er verlegt in The Nobody die Handlung in eine amerikanische Kleinstadt und ergänzt sie um eine melancholische Coming-of-Age-Geschichte. Im Mittelpunkt steht eine sechzehnjährige Teenagerin, die sich in ihrer gefühlten Andersartigkeit zum bandagierten Fremden hingezogen fühlt, der sich eines Tages im einzigen Motel einmietet. Die beiden unterhalten sich zunächst über das Leben, das Universum und den ganzen Rest – ehe sich auch auf den Comicseiten der Horror von Wells Vorlage einschleicht. Jeff Lemires ruppige und kantige Zeichnungen unterstützen die gruselige Atmosphäre von The Nobody, sind aber vielleicht nicht jedermanns Geschmack.

Auch in Tamsyn Muirs Roman Ich bin Gideon ist eine Teenagerin die Hauptfigur – die allerdings auf einen finsteren Planet aufwächst, der von einer adeligen Nekromanten-Dynasty beherrscht wird. Nach mehreren gescheiterten Fluchtversuchen, bietet sich Gideon Nav doch noch eine Chance, dem Planeten zu entkommen. Allerdings hat die Sache einen Haken. Sie muss die ihr verhasste Nekromantin Harrowhark zum einzigen Zentralplaneten des Sternenimperiums begleiten und ihr als Leibwächterin bei einem Wettbewerb um den Aufstieg in eine quasi unsterbliche Kriegerkaste helfen. Im halb verfallenen imperialen Palast angekommen, müssen die beiden lernen, ihre Differenzen zu bereinigen. Nur so können sie die Prüfungen meistern, die Attacken der Konkurrenten überleben und das Geheimnis des dort lauernden Bösen lüften. Das Buch liest sich wie eine frische Variante von Agathe Christies Und dann gab's keines mehr, welche man in den Weltraum verlegt hat und mit herumlaufenden Skeletten bevölkert hätte. Ich bin Gideon lebt von der düsteren Atmosphäre und dem Beziehungsgeflecht der Figuren untereinander. 2021 ist Ich bin Harrow, die Fortsetzung der lesenswerten Nekromanten-Space-Opera, erschienen.

Stefan Turiak - Sucht den Thrill in der Mitternachtsmesse

Der ehemalige Polizist James Lasombra begibt sich in The Empty Man auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen. Das hört sich erst einmal recht konventionell an, führt ihn allerdings auf die Spuren einer mysteriösen Sekte, die eine jahrtausendalte Entität anzubeten scheint. The Empty Man verbindet Hard-Boiled-Detektivgeschichte mit einem atmosphärischen Horrorthriller, der mit effektiven Schockmomenten und der ein oder anderen überraschenden Story-Wendung aufwartet. Mittendrin der chronisch unterbewertete Hauptdarsteller James Badge Dale (The Pacific, Rubicon, The Departed), der mühelos in die Rolle des abgekämpften Ex-Cops schlüpft.

Horror- und Action-Experte James Wan (Saw – Wessen Blut wird fließen?, Insidious, Conjuring – Die Heimsuchung, Fast & Furious 7, Aquaman) verbindet in Malignant beide Genres zu einem fiesen, ultra-brutalen und komplett augenzwinkernd-überzogenen Horrorthriller, in dem die junge Frau Madison von grausamen Visionen über brutale Morde heimgesucht wird. Während ihrer eigenen und der polizeilichen Ermittlungen muss sie schockierende Wahrheiten über ihre eigene Vergangenheit herausfinden.

Die neue Netflix-Mini-Serie Midnight Mass von Mike Flanagan (bekannt durch Doctor Sleeps Erwachen, Spuk in Hill House, Spuk in Bly Manor) widmet sich wieder in seiner unverwechselbaren elegischen, melancholischen und traurigen Art Themen wie Trauma, Schuld, Sühne, Leben und Tod. Nebenbei erforscht sie noch Religion und wie sie von unterschiedlichen Menschen gelebt, genutzt und leider auch als Macht- und Manipulationsinstrument missbraucht wird. All das bindet Flanagan in eine gruselige Horror-Geschichte ein, die aber auf billigen Thrill verzichtet. Aus einer rundum soliden Besetzung sticht vor allem Schauspieler Hamish Linklater mit einer elektrisierenden und gleichzeitig sensiblen Darstellung hervor.

 

Die drei ??? - Erbe des Drachen: Neue Filmadaption der beliebten Hörspiele kommt 2023 in die Kinos

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Die drei ??? - Erbe des Drachen

Die drei Fragezeichen kehren zurück in die Kinos. Wie Sony in dieser Woche bekannt gab, sind die Dreharbeiten zu einer neuen Filmadaption der beliebten Hörspielreihe abgeschlossen. Der Film trägt bisher den Arbeitstitel Die drei ??? - Erbe des Drachen. Dieser könnte sich aber noch ändern, da der Kinostart selbst noch eine ganze Weile auf sich warten lässt. Aktuell ist der Film für den 26. Januar 2023 angekündigt.

Die drei ??? - Erbe des Drachen ist die mittlerweile dritte Verfilmung der beliebten Hörspielreihe. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Filmen handelt es sich bei der neuesten Adaption aber um eine deutschsprachige Produktion. Die Hauptrollen der drei titelgebenden Detektive übernehmen Julius Weckauf (Der Junge muss an die frische Luft) als Justus Jonas, Nevio Wendt (Rocca verändert die Welt) als Peter Shaw und Levi Brandl als Bob Andrews. In weiteren Rollen sind Mark Waschke (Dark), Gudrun Landgrebe (Die Unsichtbare), Gedeon Burkhard (Kommissar Rex, Inglourious Basterds), Florian Lukas (Good Bye, Lenin!) und Jördis Triebel (Dark) zu sehen.

Inszeniert wurde der Film von Regisseur Tim Dünschede, der gemeinsam mit Anil Kizilbuga auch das Drehbuch geschrieben hat. Die Geschichte basiert allerdings nicht auf einer der Hörspielvorlagen, sondern wurden eigenes für den Film verfasst.

In Die drei ??? - Erbe des Drachen reisen die Justus, Peter und Bob während der Sommerferien nach Rumänien, wo sie am Set des Films "Dracula Rises" ein Praktikum absolvieren dürfen. Kurz nach Beginn der Dreharbeiten kommt es jedoch schon zu rätselhaften Ereignisse auf dem alten Schloss von Gräfin Codrina, das dem Film als Kulisse dient. Die drei Detektive beginnen natürlich sofort zu ermitteln und stoßen auf ein 50 Jahre altes Geheimnis, eine mysteriöse Bruderschaft und einen rätselhaften Untoten.

Abschied von Thomas Fritsch

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Der Schauspieler und Synchronsprecher Thomas Fritsch ist heute verstorben, wie die dpa bestätigte. Er wurde 77 Jahre alt. 

Fritsch wurde am 16. Januar 1944 als Sohn des Schauspielerpaares Willy Fritsch und Dinah Grace geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er bei Eduard Marks, dem Leiter der Schauspielklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Außerdem nahm Fritsch noch Gesangs- und Ballettunterricht. Noch während seines Studiums übernahm er Filmrollen und war auch unter anderem drei Mal an der Seite seines Vaters zu sehen.

Später übernahm er Hauptrollen in Fernsehserien wie Rivalen der Rennbahn, Unser Charly oder Hallo Robbie. An der Seite von Oliver Kalkofe war Fritsch in der Rolle des Earl of Cockwood in Der Wixxer zu sehen.

Zudem machte sich Thomas Fritsch mit seiner unverkennbaren Stimme einen Namen. Er lieh Russel Crowe in Gladiator, Master & Commander – Bis ans Ende der Welt oder auch Proof of Life seine Stimme. Ebenso fungierte er als Synchronstimme von Jeremy Irons in Stirb langsam: Jetzt erst recht, Königreich der Himmel und Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter. Für Battlestar Galactica war seine Stimme für Edward James Olmos in der Rolle des William „Bill“ Adama zu hören. Unverkennbar war auch sein prägnantes "Miss Fine!" in der Serie Die Nanny, für die er Charles Shaughnessy als Maxwell Sheffield seine Stimme lieh. Auch in Game of Thrones war er mit von der Partie: Er sprach die deutsche Stimme von Randyll Tarly.

Ebenso war Fritsch in vielen Disney-Produktionen zu hören. Er war die deutsche Stimme von Scar in Der König der Löwen und der Pelikan Niels in Findet Nemo. Außerdem übernahm er in allen Filmen zu Ice Age die Rolle als Säbelzahntiger Diego.

Vielen wird Thomas Fritsch wohl auch als langjähriger Erzähler bei Die Drei ??? in Erinnerung bleiben. Er übernahm diese Aufgabe im 2001, als Matthias Fuchs seiner Lungenkrebserkrankung erlegen war. Fritsch' Stimme war erstmalig in Folge 104 "Gift per E-Mail" zu hören. Als zum 25. Jubiläum der Hörspielreihe im Jahr der 2004 die Folge "Der Super-Papagei" als Live-Fassung zu sehen war, wirkte Fritsch ebenfalls als Erzähler mit. Er nahm in Übereinstimmung mit Produzentin Heikedine Körting im Jahr 2017 nach 15 Jahren Abschied von seiner Funktion als Erzähler - seine Stimme ist letztmalig in Folge 187 "Insel des Vergessens" zu hören.

Spezialgelagerte Sonderfälle: Die besten Folgen von Die Drei Fragezeichen - handverlesen von Anne & Katrin

Lust auf einen kleinen Vergangenheits-Flashback in die 1980er und 1990er? Okay, dann kommt hier eine Auswahl an Begriffen als Hilfestellung: Visitenkarte. Schrottplatz. Kirschkuchen. Versteckte Vermögen. Verschwundene Gemälde. Erzfeind. Meisterdieb. Endlose Sommerferien. Und schon befinden wir uns mit drei Jungdetektiven auf der Jagd nach Verbrechern, Schmuggler, Betrügern, Geistern und finsteren Gestalten. Die Rede ist natürlich von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die als aufstrebendes Detektiv-Trio Die Drei Fragezeichen in der kalifornischen Nicht-so-sehr-Kleinstadt Rocky Beach für Recht und Ordnung sorgen.

Als die ersten Geschichten in den 1960er Jahren aus der Feder von ???-Schöpfer Robert Arthur flossen - unter ihnen der beliebte Super-Papagei (im Original “The Three Investigators and the Mystery of the stuttering Parrot”), das Gespensterschloss und der seltsame Wecker - war noch lange nicht abzusehen, wie groß der Erfolg der Serie Jahre und Jahrzehnte später vor allem in Deutschland werden würde. Doch ihre Geschichten werden auch heute noch mit Begeisterung von Generationen von gruselbegeisterten und mitratewilligen Kindern und Jugendlichen konsumiert - nicht zuletzt wegen der erfolgreichen Adaption als Hörspiel-Version, die seit 1979 Rocky Beach und seine Bewohner in mittlerweile über 200 Folgen zum Leben erwecken.

Mit Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wuchsen auch die drei Detektive in der Hörspielversion mit: Bis heute sind sie die Einschlafbegleiter und Lieblingsstimmen von Generationen Hörspielfans. Die ewigen Teenager begleiten auch die Redaktion der Roboter und Drachen regelmäßig ins Bett, zum Sport oder einfach an regnerischen und langweiligen Nachmittagen.

Wir haben unsere (nicht so heimlichen) Lieblingsfolgen zusammengestellt. Was sind eure? Schreibt uns gern in den Kommentaren, welche Folgen ihr mögt (oder gerade nicht). Vielleicht ist ja noch das eine oder andere unterschätzte Juwel dabei.

Anne Jerratsch

Folge 73: Poltergeist

Wenn ich meine Eltern oder Großeltern davon überzeugen würde, wieso man Justus, Peter und Bob hören sollte, würde ich Poltergeist als Einstiegsfolge wählen. Hier gibt es alles, was eine gute Fragezeichen-Folge ausmacht, und man ist sofort im Geschehen: Ein lockerer Einstieg mit ein wenig Geschäker zwischen den Detektiven, eine anstrengende Großtante, eine spannende Schatzsuche und - etwas spät zwar, aber dafür umso wirkungsvoller - ein paar ziemlich gut inszenierte X-Factor-mäßige Geisterszenen. Die beiden älteren Damen (Anne Marks-Rocke als Miss Madison und Gerda Gmelin als Lydia Cartier) stehlen sich in Sachen Schrulligkeit und Spielfreude permanent gegenseitig die Show, so dass das Zuhören eine echte Freude ist.
Zwar sind die dramaturgischen Fäden, die gesponnen werden, ziemlich offensichtlich, und dennoch schafft es André Marx, der im Fragezeichen-Fandom seinen Ruf als sehr guter Autor völlig berechtigt genießt, einen überraschenden Twist einzubauen, den viele Leser und Hörer so nicht haben kommen sehen - und die Stimmung wird dadurch nicht zerstört, im Gegenteil. Auch beim nächsten, übernächsten und hundertsten Mal Hören freut man sich auf die Erkenntnisse, die Justus - mal wieder mit vollem Mund sprechend - am Frühstückstisch von Lydia Cartier kommen. Und bis dahin frotzelt man einfach zusammen mit Peter darüber, dass die drei Detektive kein Entrümpelungsservice sind. Relatable.

Folge 98: Rufmord

Deutlich erwachsener geht es in der Folge Rufmord zu: Der Radiomoderator Kevin Anderson hat unsere Drei Detektive eingeladen, damit diese von ihrem Ruhm erzählen können. Doch während der Livesendung gibt es einen seltsamen Anruf, der die Fragezeichen hellhörig werden lässt. Schließlich wird ein wenig herumermittelt, mein persönlicher Stimmen-Liebling Bob macht völlig untypischerweise einen Alleingang und erkundet so ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit: Clarissa Franklin (Judy Winter), (bereits bekannt aus der Folge 76: Stimmen aus dem Nichts), die nebenbei eine der interessantesten Figuren aus dem Fragezeichen-Universum darstellt, darf hier wieder brillieren.
Spannend ist diese Folge ohnehin, und darüber hinaus gibt sie einen Lehrauftrag an die Hörer mit. Für mich führte diese Folge dazu, mich etwas mehr mit psychischen Krankheiten sowie deren Folgen und den Klischees, die man hier permanent gespiegelt bekommt, auseinanderzusetzen. (wobei man hier über die Geräuschkulisse durchaus streiten kann - diese ist ziemlich klischeehaft gestaltet). Vom Radiostudio mit einem locker-flockig-schmierigen Moderator bis hin zur Tiefenpsychologie - was für ein Ritt, und dadurch absolut hörenswert!

Folge 86: Nacht in Angst

Eine klassische Krimi-Folge bekommen wir mit Nacht in Angst serviert: Unsere drei Lieblingsdetektive sind eigentlich auf dem Weg heim, als ein kurzer Zwischenstopp sie ins städtische Kunstmuseum führt. Eigentlich hat der Direktor nur seinen Kalender dort vergessen, man kennt das ja. Aber dort überschlagen sich dann die Ereignisse in diesem klassischen Kammerspiel-Szenario: Ein Stromausfall sorgt dafür, dass die Detektive im Museum festsitzen, als plötzlich jede Menge Einbrecher ins Haus stürmen, um einen Diamanten zu stehlen, der gar nicht mal so gut gesichert ist. Also, was tun? Hier heißt es improvisieren, und das gelingt bei dieser temporeichen Folge, die ganz nebenbei auch noch in Quasi-Echtzeit spielt, ganz hervorragend. Vor allem Achim Schülke bleibt im Gedächtnis, er darf als Bandenanführer Alpha herumbrüllen und drohen, dass es eine Freude ist, und hat auf meiner persönlichen Lieblingsverbrecher-Liste einen Platz ziemlich weit oben ergattert. Auch Museumsdirektor Peackock (Helmut Ahner) ist genauso nervig und trottelig, dass er dem Zuhörer schon nach wenigen Minuten auf den Wecker fällt - ja, das soll genau so. Für Krimi-Freunde eine echte Empfehlung!

117: Der finstere Rivale

Bisher waren meine Empfehlungen klar im Unter-Hunderter-Bereich angesiedelt, was sicherlich auch mit meiner aktiven Hör-Zeit zu tun hat. Allerdings finden sich hier nach den ersten Klassikerfolgen auch die stimmungsvollsten Episoden. Aktive Hörer werden sich zustimmen, dass es rund um Folge 100 langsam etwas mau wurde. Eine Ausnahme bildet jedoch Der finstere Rivale, bei mir nur die “Kofferfolge” genannt. Ein Macguffin in Form eines geheimnisvollen Koffers wechselt hier munter mehrfach die Besitzer, und es ist lange fast egal, was wirklich drin ist - hier nimmt sich das Drehbuch sogar Zeit, ein paar kleine moralische Grundsatzfragen zu stellen, die Finderlohn und die Arbeitsweise der Fragezeichen in ein völlig neues Licht stellen. (sollte man beispielsweise seinen Erzfeind auszahlen und ihn somit aus der Stadt herauskaufen? Kann man sich mit einem Riesenhaufen Geld, auf das niemand einen Anspruch hat, einfach vom Acker machen? Sollte der sonst so ängstliche Peter seinem schon recht grafischen Zombiefilme-Kink mal etwas tiefenpsychologischer nachgehen?), und natürlich werden hier Verbrecherbanden-Tropes en masse bedient. Viel wichtiger ist jedoch das Zusammenspiel der Detektive und Andreas von der Meden, der in seiner zweiten, heimlichen Lieblingsrolle als Skinny Norris glänzen kann. Wieso hat Europa ihn nicht noch viel öfter eingesetzt? Wir wollen mehr Unterwelt-Skinny!

Extratipp: Liebste Trash-Folge

Folge 101: … und das Hexenhandy

Es ist dunkel, ich bin auf einer einsamen Straße unterwegs und habe meine drei Lieblingsdetektive im Ohr - und mich überkommt ein kalter Schauer. In der Folge Hexenhandy wirkt vor allem die großartige Anfangsszene noch lange nach: Peter und Bob nehmen eine Abkürzung durch ein Waldstück und finden einen einsamen Schulranzen auf dem Weg, vom dazugehörigen Kind jedoch keine Spur. Wer jetzt noch keine Horrortrips bekommt, den wird der in der Nähe aufgestellte Käfig in seine Alpträume verfolgen. In diesen wurde das entführte Kind, das später natürlich wieder auftaucht, nämlich eine komplette Nacht lang gesperrt, und zwar von einer Gestalt, die wohl ein paar Mal zu oft The Blairwitch Project gesehen haben dürfte. Jedenfalls: Creepy as fuck. Ich konnte schon vorher kaum allein durch dunkle Parks und Wälder laufen, danke, Drei Fragezeichen, dass ihr das auch noch befeuert. Also wenn das kein Trauma-Material ist, dann weiß ich auch nicht.
Aber zurück zum Trash: Trotz der Handlung, die natürlich komplett gaga ist (es geht, grob zusammengefasst, um ein Verwirrspiel in einer Telefonfirma (ja, da waren Handys und Jamba-Klingeltöne gerade noch der heißeste Shit, die mehr halbseidene Verträge an Jugendliche verticken will und jemanden, der mit der Hexen-Entführungsnummer den Ruf der Firma schädigen will, weil …? Sich jemand betrogen fühlt? Schon wieder vergessen, ist auch egal, wen interessieren schon Firmeninterna und halbseiden zu Ende gedachte Pläne, bei denen vor allem Kommissar Zufall zum Gelingen beiträgt. Und über die verzweifelten Werbemaßnahmen der Telefonfirma sollte auch besser nicht zu lange nachgedacht werden.)
Jedenfalls funktioniert die Folge Hexenhandy auch heute noch trotz der wirren Handlung überraschend gut. Das liegt vor allem am großartigen Auftritt von Bastian Pastewka, der hier eine seiner besten Schauspielleistungen jenseits von seiner eigenen Serie “Pastewka” hinlegt. Da verzeiht man dieser Folge auch das völlig wirre Drehbuch und die Sprecherauswahl von Schlagersängerin Amanda Lear als eine der wichtigeren Nebenrollen, die man dank ihres kräftigen Akzents nur mit sehr viel Konzentration versteht. Diese Folge macht irgendwie Laune.

Katrin Hemmerling

Vorweg: Anne hat sich zielsicher einige Folgen herausgesucht, die auch mit zu meinen Lieblingsfolgen gehören. Das führte unter anderem im redaktionsinternen Chat einmal dazu, dass wir beide “Rufmord ist toll!” schrieben - was aus dem Kontext gerissen zu einer völlig falschen Schlussfolgerung führen kann. Aber so ist es nun einmal, wenn Fragezeichen-Fans aufeinander treffen …

Folge 8: … und der grüne Geist

Ein Hörspiel, das mit einem Schrei beginnt, der sich so dermaßen ins Gehirn eingebrannt hat, dass ich beim Anhören des Hörbuchs eingelesen von Bastian Pastewka Jahre später lachen musste - denn Pastewka hat den Tonfall des Schreis so gut getroffen, dass er über dreißig Jahre später wieder umgehend präsent war. Was als eigentlich Gruselfolge beginnt, entwickelt sich schnell zu einer weniger gruseligen, aber nicht minder beeindruckenden Folge, wenn sich das Geheimnis um den Geist langsam lüftet. Also: “Gib mir die Perlen!” Schließlich möchte auch ich 107 Jahre alt werden!

Folge 11: … und das Gespensterschloß

Die Drei Fragezeichen und das Gespensterschloß war eine der ersten Hörspielkassetten, die Anfang der 80er (ja, ich bin alt. Uralt. Ziemlich genau ein halbes Jahr älter als Die Drei Fragezeichen. Ist das jetzt auch mal raus … ) in das Kinderzimmer meiner Schwester und mir eingezogen war. Und mich sofort in den Bann der Geschichten rund um das Trio zog. Die Folge hatte genau die richtige Portion Grusel für ein Kind, aber auch genug Witz, dass das Abenteuer um das Schloß nicht für komplett schlaflose Nächte sorgen konnte. Auch wenn ich hier aufrichtig zugeben muss, dass der Klang der Orgel mir auch heute noch einen gehörigen Schauer über den Rücken jagt und ich ähnlich wie Peter noch zitternd im Bett liege.
Schön an der Folge ist auch, dass man zur Produktionszeiten offensichtlich nicht wusste, wie sich einige englische Eigennamen aussprechen und so aus Stephen Terrill ein “Steffen” wurde. Und schön ist es auch, dass die Detektive in Phonophobia zum Schloß zurückkehren durften, um in der Live-Fassung in der Echo-Halle mit ihren Kinderstimmen konfrontiert zu werden …

Folge 105: Der Nebelberg

Jeder hat wohl sein Lieblings-Fragezeichen, bei mir ist es von Kindheit an Bob. Das lag zu einem an der Stimme von Andreas Fröhlich, aber auch an der Entwicklung, die Bob im Laufe der Geschichten machte. War er anfangs der belächelte Bücherwurm, nicht einmal offiziell das dritte Fragezeichen, sondern lediglich zuständig für Recherchen und Archiv, mauserte Bob sich zusehends. Als das Trio auch in den Hörspielen etwas älter werden durfte, hatte er - nicht nur rein äußerlich - die größte Veränderung erlebt. Yay, Bob!
Deswegen gehören die Folge, die sich auf Bob fokussieren, in der Regel zu meinen Favoriten. Umso erfreuter war ich, als ich herausstellte, dass Der Nebelberg anhand von Bobs Reisetagebuch erzählt wird! Zwar ist es auch mal wieder in dieser Folge der dritte Detektiv, der körperlichen Schaden erleidet (hey, wenn einer bewusstlos geschlagen wird oder sich den Knöchel verknackst, immer drauf auf Bob!), das entschädigt aber für eine der gruseligsten Folgen nach der Klassiker-Periode. Heißer Tipp: Keine Folge, die man unbedingt das erste Mal hören sollte, wenn man sich die Jungs zum Einschlafen auf die Ohren gibt. Das könnte im Wegschlummern relativ schnell für böses Erwachen sorgen. Ich jedenfalls habe fast senkrecht im Bett gesessen.

Folge 125: Feuermond

Hachja, die Jubiläumsfolgen. Eingeführt wurden sie mit Folge 100, alle 25 Folgen ist eine Jubiläumsfolge fällig. Feuermond beschäftigt sich mit meinem Lieblingsbösewicht Victor Hugenay - sorry, Skinny, du bist zwar auch böse, aber nicht so intelligent böse wie Hugenay (und außerdem kann ich Skinny spätestens seit dem Vollplaybacktheater nicht mehr ganz ernst nehmen. Da ist steht nämlich “Skinny ist ne Knackwurst” in der Zentrale.). Und was für Offenbarungen Feuermond bereit halten konnte - einiges war vorhersehbar, aber die letztendliche Offenbarungen um Hugenay selbst … das war damals seit längerem wieder eine Folge, in der sich die Puzzlestücke perfekt zusammenfügen durften. Außerdem mag ich es, wenn der Schurke auch mal etwas näher beleuchtet wird und deutlich gemacht wird, warum er denn jetzt zum Schurken geworden ist. In diesem Falle mag ich es noch lieber, wenn die Geschichte intelligent und spannend erzählt wird. Für mich die beste der Jubiläumsfolgen.

Folge 149 … und der namenlose Gegner

Bob hat sein Gedächtnis verloren - hatten wir das in Die Silberne Spinne nicht schon einmal? Egal! Der Fall selbst, um den es in der Geschichte geht, ist eigentlich gar nicht so spannend. Aber der Twist, dass Bob für einige Zeit nicht weiß, wer er ist und dabei ausgerechnet an den Erzfeind Skinny Norris gelangt, macht die Folge zum Highlight. Getragen wird dieser für Fans ungewöhnliche Moment von Andreas Fröhlich und Andreas von der Meden - würde man die Vorgeschichte nicht kennen und die “Freundschaft” zwischen Bob und Skinny aus dem Kontext reißen … man glaubt fast, dass sich hier zwei gefunden haben. Umso dramatischer ist es dann, wenn Bob wieder auf Justus und Peter trifft und die Fragezeichen in der Tat auf eine Zerreißprobe gestellt werden. Wann bitte prügeln sich die Jungs schon mal? Und zwar so richtig? Drama, Baby, Drama! Und dann muss es sogar noch so weit kommen, dass Skinny zum Ende der Geschichte einen Kommentar bringt, der einem ans Herz geht. Spannend ist der Fall selbst nicht - aber umso spannender ist die Dynamik zwischen den Figuren, wenn nichts so wie ist wie es scheint.

Extratipp: Die Live-Produktionen

Master of Chess

Ich liebe die Live-Produktionen von Die Drei Fragezeichen. Mit am gelungensten ist für mich Master of Chess. Die Produktionen spielt mit vielen Klischees, die sich im Laufe der Jahre um Justus, Peter und Bob ergeben haben. So ist Justus gefühlt dauerhungrig, weil die letzte Mahlzeit viel zu lang zurückliegt und schnauft den Berg zum Anwesen von Graf Gallagher hinauf. Bob hat natürlich ein Auge auf das Dienstmädchen Anna geworfen, während Peter sich bei den Rätsel mal wieder erst schwer tut, bevor er seinen lichten Moment (“Eeeeeee!”) ausgiebig feiern darf.
Ergänzt wird der Live-Cast von der großartigen Leistung von Frauke Poolmann, die in einer ihrer Rollen als Gräfin das schrillste Gelächter aller Zeiten präsentiert, während Olaf Kreutzenbeck als Moe damit begeistert, verständlich unverständlich zu sprechen. Und auch daheim jubelt man dem Ensemble zu, wenn die Detektive den Grafen ins Kreuzverhör nehmen und ihn mit Fragen bomadieren, dass einem vom Zuhören ganz schwindelig wird. Kollegen, das war wirklich ein spezialgelagerter Sonderfall!

Die drei Fragezeichen: Virtueller Rundgang durch die Aiga-Rasch-Ausstellung

Zurzeit haben wegen der Corona-Pandemie auch Museen und Galerien geschlossen. So auch in Konstanz, wo im Turm zur Katz eine für Fans der drei Fragezeichen interessante Ausstellung zu sehen war. Ab dem 14. Februar konnte man dort die Bilder von Aiga Rasch sehen, welche sie für die Buchcover der Drei-Fragezeichen-Romane entworfen hatte. Wer nicht das Glück hatte, vor der Schließung die Ausstellung zu besuchen, kann sich in einem virtuellen Rundgang durch die Galerie einen Eindruck über das Schaffen der Künstlerin machen.

Aiga Raschs Zeichnungen für Die drei Fragezeichen unterscheidet sich von den internationalen Buchcovern aber auch von ähnlich gelagerten Serien wie Fünf Freunde oder TKKG. Die in leuchteten Farben gemalten Cover zeigen nämlich nie die drei Detektive. Die 2009 verstorbene Künstlerin entwarf insgesamt 89 Buchcover für die Krimiserie. Ab 1979 waren ihre Bilder nicht nur auf den Büchern zu sehen, sondern zierten auch die Hüllen der Hörspiele von Europa.

Die Kunstausstellung mit ihren Werken wäre noch bis zum 26. April zu sehen gewesen. Geplant waren neben den üblichen Führungen auch Autorenlesungen, Hörspielnächte und das Escape-Room-Event "Stoppt Skinny Norris!"  – die nun auch alle abgesagt werden mussten.

Blick in die Ausstellung: Geheimnis im Turm – Aiga Rasch und Die drei ???

Die drei Fragezeichen: Livestream zur 200. Folge

Die drei ??? feiern im Juli ein großes Jubiläum. So erscheint am 19. Juli die 200. Folge der erfolgreichen deutschen Hörspielreihe. Im Vorfeld wird dieses besondere Ereignis zudem mit einer Record Release Party in Berlin gefeiert. Fans, die vor Ort sind, müssen jedoch nicht befürchten, diese zu verpassen. So wird es auf dem YouTube-Kanal der drei ??? einen Livestream geben. Los geht es am 6. Juli um 19.30 Uhr.

Die 200. Folge der Serie trägt den Namen "Feuriges Auge". In dieser müssen Bob und Peter feststellen, dass ihr erster Detektiv Justus Jonas verschwunden ist. Die beiden Freunde machen sich auf die Suche und stoßen schon bald auf einen Fall aus ihrer Vergangenheit. Haben sie vor Jahren den Fluch des Rubins wirklich gebannt oder ist dieser immer noch eine Bedrohung? In jedem Falle müssen die Detektive wieder ihr gesamtes Können aufbieten, um das Geheimnis des feurigen Auges zu entschlüsseln.

Mit dem Jubiläum schlägt die Reihe einen Bogen zu einer ihrer ersten Folgen. "Der Fluch des Rubins" war das fünfte Hörspielabenteuer der drei Fragezeichen und erschien bereits 1979. Ganze 40 Jahre später knüpft die 200. Folge nun an die Geschehnisse von damals an.

Die drei ??? - Wir feiern die Folge 200!

Abschied von Christian Rode

Sesamstrasse - Bert singt das Quietscheentchenlied

Der Sprecher und Schauspieler Christian Rode ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 81 Jahren verstorben. Dies meldete heute seine Agentur.

Rode wurde am 20. Juli 1936 in Hamburg geboren und dort von Gustaf Gründgens entdeckt. Er erlernte das Schauspielen an der Schauspielschule des Deutschen Theater und gab 1958 sein Debüt. 

Neben zahlreichen Film- und Fernsehrollen macht Rode sich jedoch vor allem als Sprecher einen Namen. So lieh er unter anderem Michael Caine in Luftschlacht um England, David Carradine in Fackeln im Sturm, Jeremy Irons in Alles nur Theater und Christopher Lee in Sleepy Hollow seine Stimme. Von 2001 bis 2007 synchronisierte er außerdem Bert in der Sesamstraße

Hörspielfans kennen Rode vor allem aus der Maritim-Hörspielereihe zu Sherlock Holmes. Rode sprach die Rolle des Meisterdetektivs während sein Kollege Peter Groeger die Rolle als Dr. Watson übernahm. Ebenso ist Rode als Beast Man in Masters of the Universe zu hören. Weiterhin sprach er Rollen für Die Drei ???, Hui Buh, Die Hexe Schrumpeldei und TKKG ein. 

Bis zuletzt war er als Off-Sprecher für die Sendung Galileo auf Pro7 tätigt.

Auftritt: Skinny - Kritik zur Special-Folge Die drei ??? und das kalte Auge

Bekanntlich hatte Albert Hitfield in seinem Chaos noch drei alte, bislang nicht veröffentlichte Fälle gefunden. Nach "Das Grab der Inka-Mumie" und "Die drei ??? und der Tornadojäger" bekommen es Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews in "Die Drei ??? und das kalte Auge" nun mit einer Diebesserie in Rocky Beach zu tun. Der Täter hinterlässt an sämtlichen Tatorten lediglich einen Hinweis, der auf eine alte Legende schließen lässt.

Die drei im Kosmos-Verlag veröffentlichten Midi-Bände aus dem Jahr 2013 dienten als Vorlage für die ersten immersiven Hörspiele, die in verschiedenen Planetarien Deutschlands in der 3D-Sourround-Sound-Version zu hören waren - vorausgesetzt, der entsprechende Spielort verfügt über die erforderliche Technik. Mit der dritten Veröffentlichung des Specials ist nun auch die letzte Folge für diejenigen verfügbar, die nicht in den besonderen Hörgenuss in einem Planetarium kamen.

Schon wieder eine Katze. Immerhin ist sie gestohlen. Und nicht nur entlaufen.

Der Auftakt zu dieser Folge wirft Fans der Serie in alte Tage zurück: Die Zentrale muss aufgeräumt werden und das dringend. Wäre da nicht Bob, der bei der Bearbeitung der Ablage eine Zeitungsnachricht über Einbrüche in Rocky Beach entdeckt, die sein Interesse weckt. Da aber unter anderem auch eine Katze dabei war, stößt Bobs Interesse bei seinen Freunden auf Unverständnis. Schließlich ist das Detektivbüro über derartige Fälle schon längst erhaben, wenn es nach Justus geht.

Bereits dieser Einstieg mit der kleinen Kabbelei unter den Hauptfiguren beweist, dass man weiß, was die Fans hören möchten: Anspielungen auf immer wiederkehrende Dinge, die man über die Jahre liebgewonnen hat. So dauert es auch nicht allzu lange, bis in "Die drei ??? und das kalte Auge" dann der Satz "Hier! Unsere Karte!" fällt. Denn natürlich haben die Einbrüche keinen trivialen Hintergrund, sodass es für die drei Detektive wieder ein Rätsel zu lösen gibt. Als Sahnehäubchen gibt es für Peter dann auch eine Figur, die übernatürlicher Herkunft ist. Oder sein könnte. Dass es aber hierfür auch wieder eine vollkommen rationale Erklärung gibt, ist bei den Abenteuern aus Rocky Beach sicher und an dieser Stelle für Kenner der Serie sicherlich keine Überraschung.

Und das ist auch der Grund, warum sich auch dieser Fall nicht als überragend spannend entpuppt. In all der Zeit sind fast schon sämtliche Konstrukte für neue Fälle und auch spezialgelagerte Sonderfälle bemüht worden, sodass die bahnbrechenden Innovationen eher ausbleiben. Dennoch schafft es das Hörspiel, seinen Hörer abzuholen und für gut 90 Minuten in eine andere Welt zu entführen.

Abschied von Andreas von der Meden

Hierbei dürften die letzten Auftritte von Andreas von der Meden als Skinny Norris und Andreas Beurmann als Titus Jonas einen nicht unwesentlichen Grund darstellen. Gerade die Szenen mit Skinny Norris beweisen, welch Lücke Andreas von der Meden in die Welt der Sprecher gerissen hat. Die langjährige Stimme von Skinny (und unter anderem auch Morton) ist mit einer unvergleichlichen Spielfreude in der Episode dabei und hat sichtlich Spaß daran, als Erzfeind der drei Detektive in jede Kerbe zu hauen, die sich ihm bietet.

Ein weiteres Highlight in dieser Episode ist die Doppelrolle von Santiago Ziesmer als spirituelle Zwillinge. Gekonnt spielt die Stammstimme von Steve Buscemi und selbstverständlich auch Spongebob mit den minimal unterschiedlichen Charakterzügen des Zwillingspaares und erschafft hier eine wunderbare Illusion über zwei Menschen, die eigentlich identisch, aber doch unterschiedlich sind. Zudem passt Ziesmers Stimme perfekt auf das Umfeld, in dem sich die Folge bewegt.

Die Drahtesel dürfen wieder ran.

Nicht zu überhören ist auch wieder den Spaß, den die langjährigen Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich bei den Aufnahmen haben. Besonders deutlich ist dies bei den Sticheleien von Peter und Bob gegen Justus, wenn es um das Gewicht des ersten Detektivs geht. Zudem lässt Rohrbeck es sich nicht nehmen, einen bergauf radelnden Justus extra laut keuchen zu lassen. Und Fans der Live-Hörspiele dürften über ein Geräusch schmunzeln, das eindeutig von Fröhlich stammt.

All dies entschädigt für die letztendlich flache und überhastete Auflösung des Falls um das kalte Auge. Dem Spannungsbogen wäre es sicherlich zuträglicher gewesen, wenn der Mittelteil der Folge kürzer ausgefallen wäre, sodass das Ende nicht so abrupt wirken müsste.

Fazit

"Die drei ??? und das kalte Auge" ist sicherlich nicht die spannendste Folge. Jedoch bietet gerade diese Episode einige Nostalgie- sowie leider auch Abschiedsmomente, die sie zu einem Hörgenuss machen. Und vor allem die Vorfreude auf das nächste Abenteuer aus Rocky Beach schüren. Am 29. September erscheint dann mit "Die drei ??? und der unsichtbare Passagier" Folge 189.

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