DC-Comic-Kritik: DC-Rebirth-Special

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DC Rebirth

Wie bereits ausführlich erklärt, handelt es sich bei DC Universe Rebirth, so der vollständige Titel, um kein Reboot. Es ist vielmehr eine Zusammenführung von Altem und Neuem. Das DC-Universum wird also wiedergeboren, indem The-New-52-Inhalte, die untereinander wenige Überschneidungen hatten, wieder eingebunden werden in das große Geflecht der reichhaltigen DC-Historie.

Der Startschuss für dieses neue Kapitel fiel in den USA wie auch in Deutschland in einem One-Shot, der im Zentrum dieser Besprechung steht.

Inhalt

Keiner seiner ehemaligen Mitstreiter kann sich noch an Wally West, den ehemaligen Flash und Kid Flash, erinnern. Doch genau das ist sehr wichtig für den Speedster, denn nur wenn Batman & Co. wieder einfällt, wer einst an ihrer Seite gekämpft hat, bleibt dieser am Leben.

Da der Vergessene selbstredend nicht direkt erfolgreich ist, muss er mehrere frühere Wegbegleiter aufsuchen - immer in der Hoffnung, dass es diesmal klappt, denn die Zeit läuft gegen ihn. Sie läuft gegen eines der schnellsten Wesen, das die Erde je gesehen hat!

Der DC-Blick zurück nach vorn

Viel wurde im Vorfeld darüber spekuliert, auf welche Weise man die Wiedergeburt des DC-Universums schlussendlich realisieren würde. Die vielleicht wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang: Würden nur langjährige Fans die Gedankenspiele der Autoren nachvollziehen können oder würden auch Gelegenheitsleser respektive Neueinsteiger dazu in der Lage sein?

Die Antwort ist einfach: Geoff Johns, Chief Creative Officer von DC Comics, hat jedes Panel auf diesen 80 Seiten höchstpersönlich mit Leben gefüllt, und zwar so, dass Kenner und Nicht-Kenner dem Geschehen sehr gut folgen können.

DC Rebirth

1. Struktur ist (fast alles)

Das hat vor allem damit zu tun, dass Wally West als roter Faden fungiert, der den Leser gewissermaßen an die Hand nimmt. Bei jedem seiner Besuche begleitet er den Ex-Flash, die dieser wiederum immer gedanklich ankündigt und den Rezipienten auf diese Weise mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt.

Bekanntermaßen sind die menschlichen “Blitz-Versionen“ dazu in der Lage, die Gesetze von Raum und Zeit außer Kraft zu setzen, weshalb es niemanden verwundern sollte, dass der Protagonist selbst in einer Ausnahmesituation innerhalb kürzester Zeit an den unterschiedlichsten Orten auftauchen kann.

2. Ein Kurzbesuch bei (fast) allen

Der Leser begegnet allerdings nicht nur den Charakteren, die Kid Flash tatsächlich aufsucht, sondern auch jenen, an die er nur denkt respektive die er aus der “dimensionalen Ferne“ beobachtet. Deshalb hat man nach der Lektüre dieses Comics auch das Gefühl, jetzt genau zu wissen, was welchen wichtigen DC-Akteur aktuell umtreibt.

Selbst etwas unbekanntere Figuren wie Captain Atom - zumindest Arrowverse-Anhängern dürfte er mittlerweile ein Begriff sein - werden dabei so eingeführt, dass jeder versteht, um wen es sich handelt und warum er oder sie genau jetzt Erwähnung finden.

Dadurch hat man nie den Eindruck, dass man den Überblick verliert, und das, obwohl die Leser mit derart vielen DC-Gesichtern - kurz nacheinander oder sogar gleichzeitig - konfrontiert werden.

DC Rebirth

3. Ein vielversprechender Rahmen

Bevor Wally das erste Mal und nachdem Wally zum letzten Mal in einem Panel zu sehen ist, stehen Motive im Vordergrund, die aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht explizit genannt werden - ja, selbst der Beginn eines Comics kann zu viel verraten, wenn man ihn anschließend  in den entsprechenden Kontext setzt.

Das, was diesen Rahmen so vielversprechend macht, kann man hingegen problemlos verraten, ohne gleichzeitig zu viel preiszugeben: Es ist die Tatsache, dass Geoff Johns es sich wieder einmal nicht hat nehmen lassen, einer seiner Geschichten durch den Einbau eines überraschenden Elements einen sehr innovativen Anstrich zu verpassen.

Mit einem Male wird so aus einer gelungenen eine wegweisende Story; eine, der man absolut zutraut, das stabile Fundament zu sein, das für die Verwirklichung eines solchen Mammutprojekts zwingend erforderlich ist.

Fazit

Das DC-Rebirth-Special ist ein solches Fundament, aber gleichzeitig auch Bindeglied, Rückblick, Bestandsaufnahme, Neuanfang und Ausblick in einem.

Man könnte auch sagen, ein “Hybrid-Comic“, für den keine seiner sechs Facetten wichtiger ist als eine andere, der spannend sowie kurzweilig und allein schon aufgrund der Zeichnungen von Ausnahmekünstlern wie Ivan Reis (Justice League of America (Rebirth)), Ethan Van Sciver (Hal Jordan and the Green Lantern Corps (Rebirth)), Gary Frank (Superman: Secret Origin) oder Phil Jimenez (Superwoman (Rebirth)) definitiv einen Blick wert ist.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Panini Comics/ DC Comics

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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