Cthulhus unheimliches Nachleben - Zum 80. Todestag von H. P. Lovecraft

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Cthulhu Fluxx

Berühmt wurde H. P. Lovecraft mit seinen Geschichten über Cthulhu und andere kosmische Wesen, welchen die Menschen allein durch ihre Präsenz in den Wahnsinn treiben. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er nur einen einzigen Roman und einige Erzählungen. Howard Philip Lovecraft starb am 15. März 1937. Dass er achtzig Jahre später noch als Meister der Horrorliteratur gilt, liegt auch an dem Eigenleben, welches sein Werk nach seinem Tod entwickelte.

„Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt."

Nach Lovecrafts Tod publizierte sein Freund August Derleth die noch unveröffentlichten Geschichten und Romane. Außerdem schrieb er weitere Horrorgeschichten auf Grundlage des Werkes seines Freundes und fügte diesen weitere Einzelheiten hinzu. So schuf Derleth aus dem bis dahin nur lose verknüpften Erzählungen den Cthulhu-Mythos.

Schon Lovecraft hatte sich mit befreundeten Autoren wie Robert E. Howard und Clark Ashton Smith ausgetauscht und Kreationen des jeweils Anderen in die eigenen Geschichten eingebaut. Im Laufe der Jahrzehnte schrieben Autoren wie Brian Lumley (Dreamland), Graham Masterton (Die Opferung), Wolfgang Hohlbein (Hexer-Zyklus) und Michael Marrack (Imagon) den Mythos fort.

Andere Autoren wie Stephen King (In einer kleinen Stadt, Revival), Neil Gaiman (Nur mal wieder das Ende der Welt) oder Charles Stross (The Atrocity Archives) greifen in ihren Büchern nur einige Motive aus den Cthulhu-Geschichten auf. In Deutschland fand Lovecrafts Mythos mit Arno Schmidts Roman Julia, oder die Gemälde sogar Eingang in die Hochliteratur.

Auch in den Comics hat der Horrorautor seine Spuren hinterlassen – Mike Mignola lässt Hellboy bereits im ersten Band gegen Froschmonster und Tentakelwesen antreten. Lovecrafts Horror spielt auch in den Comics von Joe Hill (Locke & Key) und Alan Moore (Neonomicon) eine Rolle. Die österreichische Comiczeichnerin Anna-Maria Jung gewinnt in Xoth! – Die unaussprechliche Stadt Lovecrafts gruseligem Szenario hingegen eine ganz eigene Komik ab.

Lovecrafts Horror hat sich heute erfolgreich in unterschiedlichen Bereichen der Popkultur festgesetzt: Wer sich dem kosmischen Horror spielerisch nähern will, kann zu Computerspielen (Prisoner of Ice, Call of Cthulhu), Rollenspielen (Call of Cthulhu, Delta Green) oder Gesellschaftsspielen (Arkham Horror, Cthulhu Fluux) greifen. Für die Musik sei stellvertretend der Metallica-Song The Thing that should not Be genannt. Sogar als niedliches Plüschtier gibt es Cthulhu mittlerweile zu kaufen.

Um so erstaunlicher ist es, dass Guillermo del Toro seit Jahren vergeblich versucht, den Roman Berge des Wahnsinns zu verfilmen. Aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten liegt das Projekt bisher auf Eis. Immerhin bekommt man im ersten Hellboy-Film eine Ahnung, wie ein Lovecraft-Film von del Toro aussehen könnte.

Re-Animator, From Beyond – Aliens des Grauens und Dagon sind Filme, die auf Erzählungen H. P. Lovecrafts basieren. Der Fokus dieser Produktion liegt aber mehr auf Schleim, Splatter und Tentakeln als auf dem subtil aufgebauten Horror der Vorlagen.

In John Carpenters Film Mächte des Wahnsinns bekommt der Zuschauer auch jede Menge Schleim, Splatter und Tentakeln geboten. Aber der von Sam Neil gespielte Versicherungsdetektiv verhält sich am Ende so, wie die Protagonisten in Lovecrafts Geschichten – im Angesicht des kosmischen Grauen bleibt ihm nur die Flucht in den Wahnsinn.

In the Mouth of Madness - Trailer, englisch

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