Comic-Beben: Marvel-Urgestein Brian Michael Bendis wechselt zu DC

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Damit hätten wohl nur die wenigsten gerechnet: Nach beinahe 17 Jahren wechselt mit Brian Michael Bendis einer der bekanntesten Marvel-Kreativen exklusiv zum großen Konkurrenten. DC gab am Dienstagmorgen auf Twitter den Coup bekannt, und der Autor selbst bestätigte die Meldung wenig später mit folgendem Tweet:

 

"Es stimmt wirklich. Ich liebe euch alle. Veränderung ist gut. Veränderung ist gesund. Ich platze förmlich vor Ideen und Einfällen. Details folgen! Bleibt gespannt!"

 

Bendis kam 2000 zu Marvel Comics, wo er sich zunächst Peter Parker respektive dessen Alter Ego annahm. In seiner Ultimate-Spider-Man-Reihe erzählte er die Geschichte des Wandkrabblers völlig neu. Auf der Basis dieser entstand Der Ultimative Spider-Man (2012 - 2017), bei der es sich laut Aussage der meisten Fans um eine der besten Zeichentrickserien der Kreativschmiede handelt, und für die der mehrfache Eisner-Award-Gewinner maßgeblich verantwortlich zeichnete.

Ob Daredevil, die Avengers oder die X-Men, so ziemlich alle großen Helden blicken auf eine Zeit zurück, in denen Brian Michael Bendis deren Abenteuer erdachte. Kritiker werfen ihm seit jeher vor, dass er dabei zu oft die Gesamtkontinuität des Comic-Universums missachten würde, während seine Befürworter in diesem Kontext eher von großem Einfallsreichtum sprechen. Vor allem ist er aber auch der Erfinder von Jessica Jones und dem ersten Nicht-Peter-Parker-Spidey Miles Morales.

Multitalent Bendis schrieb außerdem mehrere Episoden von Powers, der Realserienadaption des auf ihn zurückgehenden Comics gleichen Namens, und hat ebenfalls schon an diversen Videospielen entscheidend mitgewirkt. Deshalb wird auch längst darüber spekuliert, ob DC ihn nicht eigentlich als Allzweckwaffe sieht, die etwa das Drehbuch für einen der nächsten DCEU-Filme beisteuern, eine neue Animated Series respektive einen neuen Animated Movie mit auf den Weg bringen oder das nächste Erfolgs-Game nach zwei Injustice- und mehreren Arkham-Teilen mitentwickeln könnte.

Im Zusammenhang mit dieser Verpflichtung kam zudem das Gerücht auf, dass ein sehr renommierter Ex-Marvel-Kopf ebenfalls kurz davorstehen könnte, bei DC anzuheuern: Jonathan Hickman. Dieser postete nämlich auf Twitter die berühmte Abschlussszene aus Der Club der toten Dichter, in der Schüler auf den Tischen stehend ihrem von Robin Williams dargestellten scheidenden Lehrer Keating mit dem legendären Satz "O Captain! My Captain!“ aus dem gleichnamigen Gedicht Bewunderung und Respekt zollen. Bendis gilt als großer Förderer von Hickman - insbesondere in seiner Anfangszeit bei Marvel Comics -, weshalb die im Raum stehende Deutung nicht vollkommen abwegig erscheint.

Die Reaktion des einstigen Arbeitgebers der beiden Top-Autoren ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Chief Creative Officer Joe Quesada drückte einerseits sein Bedauern aufgrund des Abschieds seines langjährigen Freundes aus, wünschte ihm andererseits allerdings gleichzeitig alles Gute und kündigte darüber hinaus noch an, dass 2018 ein tolles Jahr für Marvel-Fans werde - inklusive der einen oder anderen Überraschung.

Comic-Fans beider Lager stehen folglich offenbar spannende Monate bevor.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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