Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm: Kritik zur 2. Staffel

Takeshi Kovacs ist zurück! 30 Jahre sind vergangen, seitdem der ehemalige Elitesoldat auf dem Planeten Harlan's World den vermeintlichen Mord an dem Meth Laurens Bancroft aufklären konnte und dabei seine eigene Schwester töten musste. Die Zeit seitdem hat Kovacs genutzt, um sich auf die Suche nach seiner großen Liebe Quellcrist Falconer zu machen. Dummerweise waren seine Bemühungen dabei nicht von Erfolg gekrönt. Ausgerechnet ein reicher Meth, der ebenfalls auf Harlan's World beheimatet ist, bietet Kovacs nun aber neue Informationen an.

Der Mann mit dem Namen Horace Axley will den ehemaligen Elitesoldaten anheuern, da er um sein Leben fürchtet. Im Gegenzug bietet er Kovacs nicht nur eine Spur an, die ihn zu Quellcrist führen könnte, sondern auch einen neuen Körper mit einigen Upgrades. Als dieser in seinem neuen Sleeve erwacht, muss er allerdings feststellen, dass er zu spät ist. Axley wurde kurz vor seinem Erwachen ermordet und die Behörden haben auch schon bald einen ersten Verdächtigen: Takeshi Kovacs.

Rückkehr nach langer Abwesenheit

Vor fast genau zwei Jahren feierte Altered Carbon bei Netflix sein Debüt, und auch wenn die 1. Staffel nicht perfekt war, konnte sie doch mit ihrem Mix aus Cyberpunk und harter Action durchaus überzeugen. Für die Fortsetzung haben sich die Macher einiges an Zeit gelassen, sodass man durchaus erst einmal wieder in die Serie hereinkommen muss. Daher ist es auch gar keine so schlechte Sache, dass die neuen Folgen eine relativ eigenständige Geschichte erzählen und nicht zu stark auf der vorherigen Handlung aufgebaut wird.

Schon die 1. Staffel war eine sehr freie Adaption der Buchvorlage von Richard Morgan. In Staffel 2 gehen die Autoren nun noch einen Schritt weiter und lösen sich praktisch vollkommen von der Vorlage. Buchfans, die auf eine Adaption des zweiten Romans Gefallene Engel gehofft haben, werden enttäuscht. Eine eigene Geschichte zu erzählen, muss grundsätzlich nicht negativ sein, gerade für Fans der Bücher ist es aber durchaus schade, wenn die Serienmacher die Vorlage komplett ignorieren.

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm - Staffel 2

Viel Blut, weniger nackte Haut

Das, was erzählt wird, ist allerdings eine runde Sache. Altered Carbon baut auf den Stärken der 1. Staffel auf und setzt genau an den richtigen Kritikpunkten an. Der Action weiß weiterhin zu überzeugen, und die Geschichte an sich ist gradliniger, spannender und hat weniger Durchhänger. Die Verkürzung von zehn Episoden auf acht hat der Serie hier wirklich gut getan. Vor allem, dass man nun fast vollständig auf die Rückblicke verzichtet, die in Staffel 1 immer wieder das Erzähltempo verschleppt haben, war eine richtige Entscheidung.

Interessanterweise wurde auch am Thema Nacktheit beziehungsweise Sex geschraubt. Im Staffel 1 waren diese ähnlich präsent wie die Gewalt und man hatte hin und wieder das Gefühl, dass sie beinah unnötig viel gezeigt Nacktheit wurde. In den neuen Folgen wurde dies nun deutlich zurückgefahren. Gleiches kann man dagegen nicht über den Gewaltgrad sagen, der nach wie hoch ist, auch wenn es nicht wirklich übertrieben wird.

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm - Staffel 2

Neue und bekannte Gesichter

Eine spannende Frage war im Vorfeld auch, wie die neuen Darsteller funktionieren würden. Abgesehen von Renée Elise Goldsberry als Quellcrist Falconer, Chris Connor als Poe sowie Will Yun Lee setzt Altered Carbon in Staffel 2 auf einen komplett neuen Cast. Besonders wichtig ist hier natürlich Anthony Mackie, der als Takeshi Kovacs die Nachfolge von Joel Kinnaman antritt. Mackie macht seine Sache auch nicht schlecht, allerdings kann er nicht ganz mit Kinnaman mithalten. Irgendwie schien die Rolle von Kovacs in Staffel 1 einfach wie gemacht für den Darsteller, was natürlich ein schweres Erbe ist.

Ebenfalls neu im Cast sind Torben Liebrecht als Colonel Ivan Carrera, Dina Shihabi als Dig 301 Simone Missick als Trepp und Lela Loren als Danica Harlan, wobei vor allem Liebrecht heraussticht und wirklich gute Arbeit macht. Aber auch die anderen Neuzugänge müssen sich vor ihren Vorgängern in Staffel 1 nicht verstecken. Stargate-Fans werden sich zudem über den Auftritt von Michael Shanks freuen, zumindest bis sie feststellen, dass Shanks die Rolle des Horace Axley spielt, der nach gefühlten fünf Minuten das Zeitliche segnet.

Besonders erwähnt werden sollte an dieser Stelle noch Chris Connor in seiner Rolle als Poe. Das Hologramm ist erneut der Begleiter von Takeshi Kovacs und bekommt in Staffel 2 noch etwas mehr zu tun. Dabei erweist sich Poe als das heimliche Herz der Serie und zeigt, dass Hologramme in Altered Carbon menschlicher sein können als die meisten Menschen.

Fazit

Die 2. Staffel von Altered Carbon ist eine klare Empfehlung für alle, die auch schon mit Staffel 1 etwas anfangen. Die Macher haben an den richtigen Stellen geschraubt und gleichzeitig ihre Stärken bei den neuen Folgen nicht vergessen. Gerade inhaltlich macht die Serie einen Sprung und zeigt sich noch einmal verbessert.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Netflix
Altered Carbon

Originaltitel: Altered Carbon (2018)
Erstaustrahlung am 02.02.2018
Darsteller: Joel Kinnaman (Takeshi Kovacs), James Purefoy (Laurens Bancroft), Martha Higareda (Kristin Ortega), Chris Conner (Edgar Poe), Dichen Lachman (Reileen Kawahara), Ato Essandoh (Vernon Elliot), Kristin Lehman (Miriam Bancroft), Trieu Tran (Mister Leung)
Produzenten: Laeta Kalogridis, Brian Nelson, James Middleton, David Ellison, Dana Goldberg, Marcy Ross
Staffeln: 1
Anzahl der Episoden: 10


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