Conan

Conan der Barbar: Netflix plant Serienadaption

Der Streaming-Dienst Netflix plant eine TV-Serie basierend auf Conan der Barbar. Wie Deadline berichtet, steht hinter dem Projekt das Produktionsunternehmen Pathfinder Media von Fredrik Malmberg und Mark Wheeler, die auch als Produzenten fungieren. Das Unternehmen befindet sich aktuell auf der Suche nach Autoren und Regisseuren, welche das geplante Serienprojekt umsetzen können.

Die Serie ist das erste Projekt, das sich nach einem kürzlichen Deal zwischen Netflix und Conan Properties International in Entwicklung befindet. In diesem sicherte sich der Streaming-Dienst die exklusiven Rechte an der Conan-Bibliothek von Autor Robert E. Howard. Dies gibt Netflix die Möglichkeit, Filme, Serien und Animationsprojekte auf Basis der Arbeit von Howard zu entwickeln.

Conan der Barbar feierte im Jahr 1932 sein Debüt und konnte schnell einige Popularität gewinnen. Im Jahr 1982 wagte die Figur dann schließlich den Sprung auf die Kinoleinwand, wobei Arnold Schwarzenegger die bis heute bekannteste Inkarnation der Rolle spielte. Es folgte eine Fortsetzung sowie verschiedene weitere Adaptionen. Vor zwei Jahren versuchte sich dann Amazon an der Entwicklung einer neuen Serie. Dieses Projekt wurde jedoch nie umgesetzt, sodass nun Netflix einen neuen Versuch wagen kann.

Marvel-Comic-Kritik zu Savage Sword of Conan 1 & Age of Conan: Bêlit

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Savage Sword of Conan 1

Dass Robert E. Howard 1932, also in dem Jahr, in dem eine sehr besondere Comic-Reise ihren Anfang nahm, auch nur geahnt hat, dass die Figur, die er gerade im wahrsten Sinne des Wortes auf seine Leser losgelassen hatte, einmal Kultstatus erreichen würde, darf stark bezweifelt werden. Dass anno 2020 die Nennung des von ihm erdachten Heldennamens alleine genügt, um selbst bei Nicht-Popkultur-Enthusiasten sofort ein Bild vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen, ebenfalls. Und doch gehört Conan aus heutiger Sicht unbestreitbar zu den Charakteren, die einen festen Platz in allen Comic-Shops dieser Welt haben. Zumal der verlorene Sohn neuerdings (seit Anfang 2019) wieder in den Schoß der Marvel-Familie zurückgekehrt ist, der er bereits von 1970 bis 2000 angehört hatte.

Nach dem Dynamite- und Dark-Horse-Comics-Logo sollte folglich wieder der berühmte rote Schriftzug die Cover der barbarischen Hefte zieren. Und der Hauptserie annehmen sollte sich niemand Geringerer als einer der Top-Autoren des Verlags: Jason Aaron - nach eigener Aussage einer der größten Conan-Fans überhaupt, der nicht erst mit seinem fantastischen Thor-Run bewiesen hat, was er zu leisten imstande ist. Schnell war aber klar, dass das House of Ideas von Anfang an plante, die Hyborische Welt mit all ihren Facetten als Schauplatz zahlreicher neuer Abenteuer, die durchaus auch - vom Conan-Status-quo aus betrachtet - in der Vergangenheit spielen können, nutzen wollte. So gehörte neben dem eben angesprochenen Conan - Der Barbar noch Savage Sword of Conan sowie die Anthologie-Reihe Age of Conan zum Start-Line-up, für die (wenig überraschend) andere Kreativteams zuständig waren respektive sind. 

Der Kult von Koga Thun

Das im letzten Absatz angesprochene Savage Sword of Conan macht auch in der neuen Ära seinem Namen alle Ehre: Denn dieser Titel stand schon vor vielen Jahren für die etwas brutaleren und gelegentlich auch etwas freizügigeren Geschichten, die sich gezielt an ein erwachseneres Publikum richteten. Autor Gerry Duggan, den die meisten wohl mit Deadpool assoziieren dürften, war sich dieses Umstands ganz offensichtlich bewusst. Denn er schont Conan in der ersten von ihm verantworteten und in sich abgeschlossenen Story in keiner Weise.

Im Gegenteil: In Der Kult von Koga Thun ertrinkt der populäre Muskelprotz nicht nur fast, sondern muss einigen Menschenhändlern unmittelbar danach auch noch mit Nachdruck erklären, warum sich ein Cimmerier nicht einfach so verkaufen lässt. Außerdem begibt er sich gemeinsam mit dem Sklaven Suty auf eine gefährliche und ungewöhnliche Schatzsuche, die - wie sollte es auch anders sein? - keinen guten Ausgang nimmt. Dies hat hauptsächlich mit einigen Schlangenmenschen zu tun, deren Oberhaupt besagter Koga Thun ist.

Für Neueinsteiger dürfte es ungewöhnlich sein, dass man beim Lesen eher das Gefühl hat, dass Zeichner Ron Garney eigentlich als dominanter Erzähler fungiert und weniger Duggan. Wer sich allerdings etwas besser mit dem fiktionalen Mythos rund um den etwas anderen Helden auskennt, weiß, dass dieser noch nie zu den Vielrednern gehört hat. Wenige Sprechblasen und Zusatzinformationen sind daher seit jeher im Conan-Kontext Regel statt Ausnahme. Dies bedeutet einerseits, dass den Bildern automatisch noch mehr Bedeutung als ohnehin schon zukommt, jedoch ebenso, dass die Worte einen möglichst nicht aus der Handlung herausreißen dürfen. Es gibt die kurzen Momente zum Verschnaufen, in denen man als Leser neue Eindrücke auf sich wirken lassen kann. Die meisten Seiten leben aber von Action, Wucht und Dynamik, von kräftigen Farben und insbesondere von Garneys kantigem Stil. Wenn die intensive Auseinandersetzung mit einem Paperback rund um den Barbaren förmlich zu einem Erlebnis wird, spricht das letztlich für die Arbeit der zuständigen Comic-Schaffenden.

Age of Conan: Bêlit - Die Königing der schwarzen Künste

Die Königin der Schwarzen Küste

Wer sich so gar nicht mit dem einst von Arnold Schwarzenegger verkörperten Protagonisten anfreunden kann, dem sei gesagt: Dieser ungemein facettenreiche Kosmos hat noch viele weitere spannende Figuren zu bieten, zum Beispiel Bêlit. Der Leser lernt diese noch als junges Mädchen kennen, das nur ein Ziel hat: Piratin werden, Kapitänin, eine Herrscherin der See; oder anders gesagt: Sie möchte in die Fußstapfen ihres Vaters Arathasis treten. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Tochter war schon immer ein spezielles, was der Beginn des Ganzen auf tragische Weise unterstreicht.

In den meisten Panels geht es dann auch um ihre Zeit als Kommandantin der Tigerin, dem Schiff, auf dem die toughe und machtbewusste Antiheldin praktisch aufgewachsen ist und an dessen Steuer sie im Prinzip von klein auf stehen wollte. Es geht vor allem auch darum, eine Anführerin zu zeigen, die all jenen, die ihr schaden könnten, das Richtige entgegenzusetzen weiß. Dabei profitiert Bêlit auch davon, dass viele dieser zumeist sehr eitlen Zeitgenossen sie trotz des Rufes, den sie sich in Windeseile erarbeitet hat, unterschätzen. Dies hat umgekehrt zur Folge, dass sie nur sehr wenige Menschen an sich heranlässt respektive vertraut.

Dieser Umstand macht es selbst für diejenigen, die ganz eindeutig ihr Bestes wollen, sehr schwer, die Kriegerin zu unterstützen. Und Hilfe kann sie eigentlich dringend gebrauchen. Denn wer stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und wenig zimperlich agiert, macht sich sehr schnell sehr viele Feinde - gerade auch dann, wenn man bevorzugt mächtigen Männern auf den Schlips tritt. All das macht diese Figur allerdings auch so interessant. Zumal die Frau, in die sich Conan einmal verlieben wird, auch mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen hat. Diese Momente werden ebenso wie alle anderen wunderbar von Kate Niemczyk zu Papier gebracht. Die Zeichnerin legt großen Wert auf eine sehr realistische Darstellung des präsentierten Geschehens - dies gilt auch für übernatürliche Phänomene. Jedoch sind es nicht nur die Bilder, die einen länger auf einer Seite verharren lassen. Autorin Tini Howard ist es ebenfalls zu verdanken, dass man ein Teil dieser Crew bleiben und auf hoher See sowie an Land weitere Abenteuer dieser Art erleben möchte.

Fazit

Die ersten Bände von Savage Sword of Conan und Age of Conan sind der beste Beweis dafür, dass es eine kluge Entscheidung von Marvel war, seinen verlorenen Sohn wieder im Kreise der Familie zu begrüßen.

Die Hyborische Welt und ihre Bewohner unterscheiden sich spürbar von vielem, was die Welt der Popkultur ansonsten zu bieten hat, weswegen auch nicht zu befürchten steht, dass den verschiedenen Kreativ-Teamsbald nicht mehr genug einfallen wird, um jeder der neuen Reihen gerecht werden zu können. Wer Conan will, der bekommt Conan und erfreulicherweise sogar noch deutlich mehr.

zusätzlicher Bildnachweis: 
© Marvel Comics

Bryan Singer führt doch keine Regie bei Red Sonja

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Red Sonja

Erst letzten Monat hieß es: Red Sonja ist pausiert bis sich die Anschuldigungen um den Regisseur Bryan Singer gelegt haben. Doch mittlerweile hat Produzent Avi Lerner wohl von Singer im Regiestuhl Abstand genommen, wie eine Reportage von The Hollywood Reporter zum Korruptionsverdacht von Warner-Bros.-Chef Kevin Tsujihara jetzt andeutete.

Im Bericht heißt es:

„[…] Nachdem Singer laut eines Artikel im Magazin Atlantic des sexuellen Übergriffs auf minderjährige Jungen beschuldigt worden war, winkte Lerner Geschichte als „Agenda getriebene Fake News“ ab, nur um anschließend seine Äußerung wieder zurück zu ziehen. Schließlich entließ er Singer aus dem Projekt [einer Neuverfilmung von Red Sonja, die Red.], da er mit ihm als Regisseur keinen Verleiher [in den USA, die Red.] fand.“

Damit ist der Regiestuhl in der Neuverfilmung von Red Sonja wieder unbesetzt und das Projekt ist wohl nicht „pausiert“, sondern muss wieder neu aufgezogen werden.

Red Sonja ist ein von Roy Thomas erschaffener Charakter, der im gleichen Comicuniversum existiert wie die etwas bekanntere Figur Conan der Barbar, geschaffen von Robert E. Howard. Die rothaarige Schwertkämpferin schwor Rache, nachdem ihre Familie umgebracht und sie selbst vergewaltigt wurde. Allerdings wäre es auch verständlich, wenn Red Sonja aufgrund der bereits 1985 erfolgten Verfilmung Rache schwören würde: Denn der Film mit Brigitte Nielsen in der Hauptrolle war eher mies.

Conan: Arnold Schwarzenegger will Fortsetzung, hat aber keine Lizenz

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Conan 2011 Logo Trailer

Seit Jahren versucht Arnold Schwarzenegger, eine Fortsetzung zu seiner Paraderolle als Conan der Barbar auf den Weg zu bringen. 1982 spielte Schwarzenegger erstmals den berühmten Barbaren, welcher im Zusammenspiel mit Regie, Drehbuch und Musik einen Kultklassiker schuf. Über den 1984 erschienen Nachfolger breitet man besser den Mantel des Schweigens.

Gegenüber der Fan-Seite The Arnold Fans hat sich der ehemalige Gouverneur von Kalifornien zum Stand der Dinge in Sachen Conan-Film geäußert. Kurz gesagt: Er würde den Film gerne machen, kann den derzeitigen Rechteinhaber allerdings nicht von seinem Vorhaben überzeugen. Hier sein komplettes Statement:

„Wenn es um den Film geht […], das traurige bei diesen Sachen ist, wenn es einen Lizenzverwalter gibt, wie den The Robert E. Howard Estate […] – wenn jemand diese Rechte kauft, dann besitzen diese Leute die Rechte und haben ihre eigene Vorstellung davon, was sie damit machen möchten. Und der Typ, der diese Rechte hat, ist ein junger Kerl, der sich in Hollywood behaupten möchte und das ist keine einfache Sache. Also sagen Leute zu ihm 'Warum machst du nicht eine TV-Serie', worauf er für eine Fernsehserie verhandelt, aber das klappt dann nicht. Und dann bietet er das Netflix an, aber das klappt auch nicht. Und dann möchte er vielleicht einen Film machen […] Aber in der Zwischenzeit versuchen wir ihn davon zu überzeugen, dass die beste Strategie wäre, einen richtig guten Regisseur zu finden und einen neuen Conan-Film zu machen, bei dem ich King Conan spiele, als Conan um die siebzig Jahre als ist und er keine Lust mehr hat auf dem Thron zu sitzen und König zu sein und dann passiert danach etwas. Da fehlt zu einem fertigen Drehbuch nicht mehr viel. Die einzigen, die da den Schalter umlegen müssen, sind die Leute, die die Rechte für einen Conan-Film haben. [...]“

Die vor einiger Zeit diskutierte TV-Serie um die von Robert E. Howard erfundene Figur Conan ist anscheinend aus dem Rennen, wenn Schwarzenegger mit seiner Schilderung Recht hat. Ein Drehbuch scheint es zumindest in groben Zügen auch zu geben. Dass sich der derzeitige Rechteinhaber mit der Marke Conan schwer tut, könnte auch daran liegen, dass der letzte Film um den Barbaren, Conan aus dem Jahr 2011, an den Kinokassen floppte. Wie es um Schwarzenegger und seine Paraderolle weiter geht, bleibt also ungewiss.

Die Verfilmung von Red Sonja hat vorerst Pause

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Red Sonja

Seit über zehn Jahren schon gibt es Pläne, einen Film über die schwertschwingende Heldin Red Sonja zu machen. Dieses Jahr sollte es mit dem Dreh los gehen, doch daraus wird nichts: Wie das Produktionsstudio Millenium bekannt gab, wurde das Projekt vorerst pausiert.

Der Grund liegt im Regisseur: Eigentlich sollte Bryan Singer auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Doch aufgrund der im Januar 2019 veröffentlichten Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegenüber dem Regisseur von X-Men und zuletzt Bohemian Rhapsody ist unklar, ob er weiter am Projekt arbeiten wird. Daher wurde die geplante Verfilmung gestern von Millenium Films offiziell pausiert.

Red Sonja ist ein von Roy Thomas erschaffener Charakter, der im gleichen Comicuniversum existiert wie die etwas bekanntere Figur Conan der Barbar, geschaffen von Robert E. Howard. Die rothaarige Schwertkämpferin schwor Rache, nachdem ihre Familie umgebracht und sie selbst vergewaltigt wurde. Allerdings wäre es auch verständlich, wenn Red Sonja aufgrund der bereits 1985 erfolgten Verfilmung Rache schwören würde: Denn der Film mit Brigitte Nielsen in der Hauptrolle war eher mies.

Also wäre gerade eine gute Zeit für eine Neuinterpretation. Die muss allerdings wohl noch auf sich warten lassen, bis sich die Wogen um den Regisseur geglättet haben oder ein neuer gefunden wurde.

Eine Lanze brechen: Conan der Barbar - Se lämendäschn of ser wimmen!

Die 1980er waren in vielen Belangen eine seltsame Zeit. Modisch, musikalisch, sogar politisch: Der Mehltau der Kohl-Jahre lähmte die Bundesrepublik, während in der DDR das Gegenteil geschah und die Menschen begannen, langsam gegen ihre Obrigkeit aufzubegehren. Die Popper zelebrierten ihre Verachtung für alles Politische, während die Friedensbewegung die Grünen als neue Partei in die Parlamente spülte. Die USA waren, je nachdem auf welcher Seite des Eisernen Vorhangs man lebte, entweder immer noch der Klassenfeind oder der große, stets wohlwollende Bruder, dessen Präsident zur Abwechslung mal forderte, eine Mauer einzureißen, statt eine neue zu bauen.
Modisch dominierte Jeansstoff an Stellen, an den man ihn nicht tragen sollte sowie der ewige Kampf zwischen Dauerwelle und Minipli. Popkulturell feierte man die bunten Herrenanzüge von Miami Vice, die opferlosen Schießerein des A-Teams oder hakelig animierte Cartoons, die keine Animes waren. Und aus irgendwelchen Gründen waren Barbaren extrem beliebt.

Filme, Serien, Spielfiguren ergötzten sich am muskelbepackten Hünen, meist blond, der mit Axt, Hammer oder Schwert bösen Menschen oder anderen fiesen Wesen das Fressbrett eindrosch. He-Man, die 1982 gestartete Action-Figuren-Reihe von Mattel, stellte die kindgerechte Version da, verzichtete aber ebenfalls nicht auf Lendenschurz und Muskelpakete. Warum gerade Barbaren, mag man sich da fragen. Nun, man könnte kulturtheoretische Überlegungen bemühen, könnte anführen, dass die Reagan-Präsidentschaft in den USA zu einem wiedererstarken des Konservatismus führte, zu einer Zementierung bestimmter Männlichkeitsbilder, die wiederum für einen Boom der Fitness- und Bodybuilding-Industrie sorgte. Aber wahrscheinlich spielte auch ein ganz bestimmter Film eine Rolle, der einen bekannten Barbaren nahm und mit einem Schauspieler kombinierte, der wie geschaffen schien für die Rolle.

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Conan Movie Still

Conan der Barbar erschien 1982 und war wohl ein größerer Erfolg, als alle Beteiligten erwartet hätten. Arnold Schwarzenegger hatte seine Paraderolle gefunden und begeisterte das Publikum, obwohl er verdächtig wenig Worte sprach. Die ersten Sätze äußert die „steirische Eiche“ erst nach 20 Minuten. Aber dafür sind es auch die kultigsten: Conan wird gefragt, was das Beste im Leben sei. Legendär seine Antwort: „To crush your enemies, see them driven before you and hear the lamentation of their women“. Ursprünglich wird diese etwas blutrünstige Einschätzung allerdings Dschingis Khan (und gemeint ist damit nicht das gleichnamige musikalische „Phänomen“ aus den 1980ern) zugeschrieben.

Diese Zeile unterstreicht die kompromisslose Hingabe des Films an die Herkunft Conans aus den sogenannten Pulp-Magazinen der 1930er Jahre. Conans Erfinder Robert E. Howard erschuf den Cimmerier 1932 in einer Geschichte für das Magazin Weird Tales, einer der damals auf billigem Papier (dem namensgebenden „Pulp“) gedruckten Kurzgeschichtensammlungen. Howard verdiente sein Geld mit dem Schreiben lauter solcher Geschichten und produzierte eine beachtliche Anzahl an Figuren, die alle einem ähnlichen Schlag entsprachen. Mit Conan hatte Howard aber eine Figur gefunden, die das Publikum begeisterte. Wohl durch ihren Witz, ihre Geradlinigkeit, einer gewissen Ablehnung der auch von Howard als dekadent erfunden Zivilisation – und vielleicht auch, weil Conan mit seiner Verachtung für die üblichen Umgangsformen eine für viele dringend benötigte Flucht in Fantasien von Stärke und Unabhängigkeit darstellte.

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Conan Movie Still

Kein Wunder also, dass Regisseur John Millius, der sich selbst als „Zen Anarchist“ beschreibt und später den konservativ angehauchten Film Red Dawn (über eine Invasion der USA durch die Sowjetunion) drehen sollte, die Zügel bei Conan der Barbar in die Hand nahm. Er schrieb das von Oliver Stone gefertigte Drehbuch um, so dass der ursprünglich in einer post-apokalyptischen Welt spielende und auf vier Stunden ausgelegte Film in zwei Stunden und mit wesentlich geringerem Budget erzählt werden konnte. Außerdem fand er mit Basil Poledouris einen Komponisten, der den Film auf ein neues erzählerisches Niveau hob.

Es gibt beim Drehbuchschreiben den wichtigen Grundsatz: „Show, don‘t tell“. Das heißt: Alles, was man visuell erzählen kann, ohne es einem Charakter in den Mund zu legen, sollte man einfach zeigen. Conan der Barbar ist ein wunderbares Lehrstück in Show, don‘t tell, auch dank des furiosen Soundtracks von Poleduoris. Das fängt schon wenige Minuten nach der Eröffnungsnarration an, als der Angriff auf Conans Dorf gezeigt wird: Zu den Pauken und dem ominösen Gesängen eines Chors greift der Trupp des Bösewichts Thulsa Doom das wehrlose Dorf an, tötet seine Bewohner und versklavt die Kinder. All das wird erzählt mit Bildern, Musik und Soundeffekten, aber ohne störende Texteinblendungen oder einen Erzähler. Es ist glasklar, was passiert. Conan wird versklavt und erlangt durch seine Arbeit an einer Mühle unglaubliche Stärke. Er kämpft als Gladiator in einer Arena, erreicht Ruhm und Reichtum, wird schließlich freigelassen und begibt sich auf die Suche nach Thulsa Doom, um sein Dorf zu rächen. Unterwegs begegnet er seinen zwei Begleitern: Subotai und Valeria, in die er sich verliebt.

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Conan der Barbar schafft es, zu erzählen, ohne zu erzählen: Allein dank der Bilder und der Musik ist klar, was passiert. Das zeugt vom großen handwerklichen Können des Regisseurs und von der Brillianz des Komponisten: Seine Musik erzählt von den Reisen und Begegnungen, welche die Gefährten haben, und treibt die Action voran, wenn Conan und Co auf Gegner treffen. Bis heute wird Poledouris‘ Musik gerne als Platzhalter-Soundtrack genommen, für Filme, die noch keine eigene Musik haben. Die Musik zu Conan der Barbar war für Poledouris schließlich der Durchbruch. Vor allem mit Paul Verhoeven ergab sich eine konstruktive Zusammenarbeit, Poledouris unterlegte die Filme Robocop, Flesh and Blood sowie Starship Troopers mit seinen Kompositionen.

Zugegeben: Sonderlich kompliziert oder komplex ist die Handlung von Conan der Barbar nicht und auch die Charaktere bleiben eher flach. Aber anders als moderne Comicverfilmungen nimmt sich Conan der Barbar selbst nur selten zu ernst, wohl auch, weil der Charakter von Conan mit seiner Rachefixierung und übertriebenen Männlichkeit (Conan vergießt am Ende keine Träne, also weint Subotai für ihn) fast schon eine Karikatur ist.

Natürlich brilliert auch Arnold Schwarzenegger trotz offensichtlich (noch) fehlender Schauspielfähigkeiten als Conan. Zwar ist sein Akzent oft ein bisschen deplatziert und sorgt dafür, dass seine wenigen Sätze alle eine unbeabsichtigte Komik entwickeln, aber dieser Film machte Schwarzeneggers Akzent endgültig zu seinem Markenzeichen. Außerdem beeindruckt der Bodybuilder natürlich mit seiner Physik und seine Darstellung des Conan ist bis heute stilprägend für das Bild des Barbaren (manchmal sogar inklusive Akzent). Ironischerweise übertrieb es Schwarzenegger bei den Vorbereitungen zu Conan der Barbar beinahe mit dem Muskelaufbau und trainierte seine Brust fast so viel, dass er seine Schwerter nicht mehr ordentlich schwingen konnte.

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Interessanterweise hält sich der Kultfilm aber eher wenig an die Kultfigur: Conan der Cimmerier hat mit dem Conan aus dem Film weniger gemein als eine andere Figur von Robert E. Howard. Der Hintergrund als Sklave und Gladiator sowie die Begegnung mit Thulsa Doom stammen eher aus dem Kosmos von Kull, dem Atlanter. Der ist ein ähnlich barbarischer Charakter wie Conan, nur lebte er rund 100 000 Jahre vor dem Cimmerier. Thulsa Doom ist Kulls Nemesis, obwohl die Schlangenästhetik und ein paar andere Elemente der von Conans Widersacher Toth Amon gleichen. Immerhin: Stilistisch ist Kull ziemlich genau Conans Vorgänger, die erste Kurzgeschichte mit dem Cimmerier war eine Neufassung einer Erzählung zu Kull, dem Atlanter.

Insgesamt mag Conan der Barbar viel B-Movie-Charme versprühen und mit Sicherheit gehört er nicht zu den dramatischsten Werken, die Hollywood hervorgebracht hat. Aber in Sachen filmisches Handwerk zeugt Conan der Barbar von großem Können und hat sich deswegen einen fundamentalen Platz in der Liste der besten Fantasy-Filme verdient erarbeitet. Es ist genau diese handwerkliche Perfektion, die den Film vom nachfolgenden Fantasy-Durchschnitt abhob.

Der Erfolg von Conan der Barbar entfachte nämlich ein Lauffeuer an ähnlich gelagerten Filmen, meist mit einem irgendwie „barbarischen“ Helden im Mittelpunkt. Am bekanntesten sind da vielleicht Filme wie Krull (1983) oder die Beastmaster-Filme (1982, 1991, 1995). Die Begeisterung für Fantasy führte dann schließlich auch zur Verfilmung von Die Unendliche Geschichte, deren erster Teil sich tief in die Herzen der 1980er-Generation eingebrannt hat.

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Leider führte Conan der Barbar auch zu einem Nachfolger, Conan der Zerstörer (1984), über den man besser den Mantel des Schweigens hüllt. Der Fremdschamfaktor beim sogenannten „Schauspiel“ ist zu hoch und die Geschichte, selbst angesichts des ersten Teils, steckt voller Klischees. Lediglich Grace Jones als Amazonenkriegerin Zula macht eine gute Figur, aber selbst für sie lohnt sich der Film nicht. Man braucht den zweiten Teil nur zu schauen, um sich klar zu machen, wie gut im Vergleich der erste ist. Auch Red Sonja, geplant als dritter Conan-Teil, aber aufgrund von Lizenzproblemen für eine weitere Howard-Figur umgeschrieben, sollte lieber ignoriert werden.

Viel eher kann man sich da der Neuinterpretation des Stoffes durch den Conan-Film aus dem Jahr 2011 widmen. Die wartet mit einigen bekannten Gesichtern wie Ron Perlman, Stephen Lang und Rose McGowan auf und Conan wird verkörpert durch den passend gestählten Jason Momoa, aber auch der neue Film kann aufgrund von Schwächen des Drehbuchs nicht wirklich die handwerkliche Klasse des allerersten Films erreichen. Ob der seit einiger Zeit in Planung befindliche The Legend of Conan, in dem Schwarzenegger wieder die Rolle des namensgebenden Barbaren übernehmen soll, die Qualitäten seines Vorgängers erreicht, bleibt abzuwarten. Denn trotz Beteuerungen von Schwarzenegger, dass der Film auf jeden Fall realisiert werde, gibt es noch keine konkreten Pläne für die Produktion.

Die 1980er waren in der Tat eine seltsame Zeit. Aber immerhin schufen sie eine Reihe klassischer Fantasy-Filme, die sich noch nicht so sehr um Altersfreigaben und Zielgruppen scherten wie heutzutage und sich deshalb viel kompromissloser der Realisierung einer fantastischen Welt und ihrer überzeichnet-primitiven Helden widmen konnte. Daher gehören für Conan der Barbar genauso viele Lanzen gebrochen, wie Conan mit seiner barbarischen Kraft zerstören kann.

Conan: Amazon entwickelt eine Serie zu Robert E. Howards Barbaren

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Mit der kommenden Serien-Adaption von Der Herr der Ringe hat Amazon bereits einen ersten Anwärter auf das hart umkämpfte Erbe von Game of Thrones parat. Doch nachdem man sich zuletzt von einigen Nischenserien trennte, findet sich noch Platz für einen weiteren Bewerber, sodass man sich nun die Rechte an Conan sicherte.

Dabei handelt es sich um die gleichnamige Figur von Robert E. Howard, die bereits zwei Mal von Arnold Schwarzenegger verkörpert wurde und mit Jason Momoa als neuer Barbar ein Kino-Remake erhielt. Im Gegensatz zu den damaligen Kino-Abenteuern und der kurzlebigen Serie mit Ralf Moeller in der Hauptrolle soll sich die neueste Version des Stoffes enger an Howards Werken halten: In einer trügerischen und gefährlichen Welt durchstreift ein Stammeskrieger das Land, das ihn nur als geistlosen Wilden abstempelt. Dabei ist er nur auf der Suche nach einem Ort, der ihm den Sinn seines Daseins aufzeigt.

Die Idee stammt von Ryan J. Condal, dem Co-Schöpfer der Science-Fiction-Serie Colony,  seinem Kollegen Warren Littlefield (The Handmaid’s Tale) und Miguel Sapochnik, der, wie schon bei der Game of Thrones-Episode "Die Schlacht der Bastarde", die Regie übernehmen wird. Sowohl Condal als auch Sapochnik bekannten sich als  große Conan-Fans und zeigen sich sehr darum bemüht, mir ihrer Adaption der Vorlage gerecht zu werden.

Da sich alles noch in einem frühen Stadium befindet, gibt es derzeit noch kein Startdatum.

Legend of Conan: Arbeiten an der Fortsetzung eingestellt

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Conan 2011 Logo Trailer

Die Arbeiten an einem dritten Film der Conan-Filmreihe mit dem Titel The Legend of Conan wurden eingestellt. Der Fortsetzung mit Arnold Schwarzenegger war seit mehreren Jahren in der Entwicklung und sollte eine Zeit lang auch als Sprungbrett für ein eigenes Cinematic Universe dienen. Nun erklärt Produzent Chris Morgan im Interview mit Entertainment Weekly, dass Universal das Projekt gestoppt hat:

"Es ist eine längere Geschichte. Am Ende des Tages hat man sich beim Filmstudio dazu entschlossen, ihn nicht zu machen. Ich muss gestehen, dass es mir das Herz bricht. Ich liebe den ersten Teil so sehr, er ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

Will Beall hat einen Entwurf geschrieben und traf den Nagel auf den Kopf. Unsere Version zeigte Conan 30 Jahre später, ähnlich wie bei Erbamungslos mit Clint Eastwood. Er war fantastisch.

Am Ende des Tages war das Budget viel zu hoch, das Filmstudio war nicht sicher, ob der Film unter den aktuellen Marktbedingungen bestehen kann. Sie haben sich dazu entschieden, es nicht zu machen. Ich glaube, sie versuchen vielleicht nun , eine TV-Serie oder etwas in der Art auf die Beine zu stellen.

Aber allein dabei sein zu können, ihn Arnold vorzustellen, ihn dafür zu begeistert, waren magische Momente für mich. Aber wer weiß, ob wir die Idee eines Tages nicht doch wieder aufgreifen."

Legend of Conan war als direkte Fortsetzung zum Original geplant. Die erste Fortsetzung Conan der Zerstörer (1984) und der erfolglose Conan-Neustart mit Jason Momoa (Stargate Atlantis) sollten ignoriert werden.

Conan Exiles: Open Access per Steam, spielbar auch auf Xbox One

Das von Funcom angekündigte Online-Survival-Spiel Conan Exiles wird am 31. Januar 2017 in Steam Open Access verfügbar sein. Dies kündigte Funcom gestern an und gab außerdem bekannt, dass das Spiel auch für die Xbox One erscheinen werde.

In Conan Exiles übernehmen die Spieler die Rolle eines in der Wüste ausgesetzten Menschen, der dort um sein Überleben kämpfen muss. Der neue Trailer sowie die bisherigen Eindrücke erinnern stellenweise an das Survival-Spiel Ark: Survival Evolved – nur eben ohne Dinosaurier, dafür mit bösen Fantasy-Dämonen aus Howards Hyboria-Universum. Die Spieler sollen sich zu größeren Gruppen zusammenfinden können und gemeinsam Jagd auf Menschen und Tiere machen können. Wie schon das Multiplayer-Online-Rollenspiel Age of Conan: Unchained setzt auch Conan Exiles auf erwachsene Inhalte. Dementsprechend brutal wird es wohl auch im Spiel zugehen.

Open Access ist ein besondere Veröffentlichungsform auf der Spiele-Plattform Steam. Dort können Spiele schon bevor sie eigentlich fertig sind gekauft und gespielt werden, meist zu einem geringeren Preis.

Conan Exiles - Xbox One & PC Announcement Trailer

Conan Exiles: Erste Szenen aus dem Gameplay

Im Januar überraschte das schwedische Studio Funcom mit der Ankündigung, ein Online-Survival-Spiel zu programmieren, das im Conan-Universum spielt. Seitdem ist es um das Conan Exiles betitelte Werk ruhig gewesen. Letzte Woche aber meldete sich Funcom mit neuen Informationen und einem Trailer zurück, der erste Spielszenen zeigt.

Zu sehen ist, wie die Spielercharaktere durch Wüstensand laufen, eine Festung mit einer Explosion zum Einsturz bringen, Ressourcen fördern und - natürlich - gegeinander kämpfen sowie Monster besiegen. Auch ist ein Sandsturm zu sehen, vor dem sich die Spieler vor allem am Anfang in Acht nehmen sollten, so heißt es zumindest auf der offiziellen Webseite. Entsprechend des Settings wird es auch "erwachsene" Inhalte, wie Nacktheit und Brutalität geben.

Das Spiel verspricht außerdem, dass es Inhalte für Einzelspieler geben werde. Wie sich diese gestalten, bleibt bisher offen. Jedenfalls will der Titel sowohl öffentliche als auch private Server unterstützen. Alle im Trailer gezeigten Szenen stammen allerdings aus einer Pre-Alpha-Version, das Spiel befindet sich demnach in einer sehr frühen Phase, in der sich viele Dinge ändern können. Conan Exiles soll im September 2016 als Early-Access-Titel für den PC verfügbar sein, vermutlich über Steam.

Funcom werkelt nicht nur momentan an Conan Exiles, sondern steckt auch hinter dem Online-Rollenspiel Age of Conan: Unchained. Dessen Server laufen bereits seit dem Mai 2008.

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