Mit Leidenschaft erzählt - Kritk zu Kubo - Der tapfere Samurai

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Kubo and the Two Strings Film still

Der Junge Kubo pflegt seine Mutter in einer kleinen Höhle am Meer, tagsüber verdient er sein Geld als Geschichtenerzähler in einem Dorf. Eines Tages kehrt Kubo nicht vor Sonnenuntergang zurück und wird deshalb von seinem Großvater, dem Mondkönig, gejagt. Kubos Mutter kann noch in letzter Sekunde eingreifen und ihn retten. Am nächsten Tag wacht der Junge in Gesellschaft eines Affen auf, der sich als sein Schutzgeist herausstellt. Gemeinsam mit dem Samurai-Käfer Beetle macht sich die Truppe auf, drei legendäre Gegenstände zu finden, um den Kampf mit dem Mondkönig zu wagen.

Alte Technik, neues Gewand

Das Filmstudio Laika ist eigentlich ein Relikt aus alten Hollywoodtagen. Anstatt ihre Filme mit Computergrafik zu animieren, setzt das Studio aus Oregon auf Stop-Motion-Technik. Genau, diese Sache mit Puppen und Einzelbildaufnahmen, wie man sie aus den beiden Tim-Burton-Filmen Nightmare Before Christmas oder Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche kennt (letzterer übrigens der erste Spielfilm von Laika). Das Verfahren ist zeitaufwendig: Jede Bewegung der Puppe ist ein einzelnes Bild, für eine Sekunde Film benötigt man 24 Bilder. Diese Form von Animationsfilm braucht also eine eigene Art von Geduld und Leidenschaft.

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Kubo and the Two Strings Film still

Gerade diese Leidenschaft merkt man Kubo – Der tapfere Samurai an. Es ist ein Film, der sich mit dem Geschichtenerzählen befasst. Ein Film, der versucht, die Magie des Zuhörens und Erzählens einzufangen. Magie ist hier ganz wörtlich zu verstehen: Kubo kann mit seiner Shamisen (einem japanischen Saiteninstrument) kleine Origamifiguren zum Leben erwecken – fast so wie die Animatoren, welche den Puppen Geist einhauchen.

Humor, der nicht immer zündet

Kubo – Der tapfere Samurai erzählt dabei seine Geschichte manchmal etwas holprig. Der zugrundeliegende Ton ist eigentlich ernst: Kubo wird verfolgt von seinem Großvater, dem Mondkönig, der ihm bereits ein Auge gestohlen hat. Der Junge muss sich sowohl den Gefahren der Reise stellen, als auch seinen Tanten, die ihn unerbittlich verfolgen. Später entdeckt er das Geheimnis seiner Eltern und muss sich auch mit Verlust auseinandersetzen. Durch immer wieder eingestreute Witze versucht der Film, seine Grundstimmung etwas aufzulockern, was aber nicht immer gelingt. Teilweise wirkt der Humor zu aufgesetzt, zu erzwungen, um wirklich zu zünden.

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Kubo and the Two Strings Film still

Auch wird die Geschichte nicht immer clever erzählt. So trifft Kubo ziemlich zufällig auf Beetle, neben Monkey sein wichtigster Begleiter – da wäre eine erzählerisch bessere Herleitung viel wirkungsvoller gewesen. Eine Wendung gegen Ende des Films ist ebenfalls vorhersehbar, allerdings wird sie mit genug Konsequenz zu Ende geführt. Während die Mitte des Films erzählerisch etwas durchhängt, bietet er gegen Ende wieder genug Spannung und Emotionen, um wirklich zu fesseln.

Animation wie aus dem Computer

Einen großen Teil zur emotionalen Fassbarkeit der Figuren trägt die hervorragende Animation bei. Wer sich noch an die etwas hakeligen Puppen von Nightmare Before Christmas erinnert, wird von den sehr weichen Bewegungen von Kubo überrascht sein. Es gibt Momente, in denen nicht völlig klar ist, ob die Bilder am Computer entstanden sind oder nicht. Klar ist natürlich, dass der Film beide Techniken – Computer- und Stop-Motion-Animation – nutzt, aber gerade der fast haptische Eindruck der Szenen verleihen dem Film einen eigenen Stil. Hinzu kommt die sehr stilsichere Gestaltung der Umgebung, welche die im wortwörtlichen Sinne fantastische Stimmung der Geschichte gut unterstützt.

Und dann ist da noch der Soundtrack, der überzeugend zwischen traditionellen japanischen Klängen von Taiko und Shamisen sowie moderner Filmorchestrierung wechselt. Insgesamt hilft es beim Film schauen, ein kleines Faible für Japan zu haben, vor allem, was die Musik angeht.

Fazit

Kubo – der tapfere Samurai erzählt eine schöne Geschichte, allerdings erzählt er sie nicht immer richtig schön. Trotzdem bietet der Film durch seine Technik und den Kern seiner Handlung sehr gute Unterhaltung, abseits der bekannten Pfade von Pixar und Dreamworks.

Kubo - Der tapfere Samurai - Trailer #2 deutsch / german HD

Sherlock

Originaltitel: Sherlock (seit 2010)
Erstaustrahlung am 25.07.2010
Basiert auf den Sherlock-Holmes-Detektivgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle
Darsteller: Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes), Martin Freeman (Doctor John Watson), Una Stubbs (Mrs. Hudson), Rupert Graves (Greg Lestrade), Louise Brealey (Molly Hooper), Mark Gatiss (Mycroft Holmes)
Produzenten: Mark Gatiss, Steven Moffat, Beryl Vertue
Staffeln: 4+
Anzahl der Episoden: 13+


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