Keine leichte Kost - Kritik zu Planet der Affen: Survival

Nach den Ereignissen aus Planet der Affen: Revolution leben die Affen um Anführer Caesar (Andy Serkis) versteckt und zurückgezogen im Wald. Die Gruppe ist durch die Militäreinheit Alpha Omega bedroht, und nach dramatischen Ereignissen am Rückzugsort der Affen macht sich Caesar zusammen mit Maurice (Karin Konoval), Luca (Michael Adamthwaite) und Rocket (Terry Notary) auf den Weg, um Rache an der Militärgruppe zu nehmen, die sich unter Führung des mysteriösen Colonel (Woody Harrelson) befindet.

Bereits die Trailer zu Planet der Affen: Survival offenbarten, dass es sich beim Finale um keine leichte Kosten handeln dürfte.

Caesar steckt nach dem Tode Kobas in einem moralischen Konflikt. Ihn beschäftigt die Frage, ob er mit seiner Tat nicht auch auf einer Stufe mit seinem ehemaligen Widersacher steht. Als sich die Bedrohung durch Alpha Omega in einer dramatischen Situation zuspitzt, ist Caesar vor allem durch Rache getrieben. Eindringlich stellt Serkis den Konflikt dar, in dem sich der Anführer befindet. Zwar wird er prinzipiell von blindem Hass getrieben, darf jedoch nicht den Schutz seiner Gruppe aus den Augen verlieren. Geschickt flicht das Drehbuch hier kleine Visionen Caesars von Koba ein, die das beeindruckende Spiel von Serkis untermauern.

Erstklassige Darsteller machen sich im besten Sinne zum Affen

In erster Linie trägt das spielfreudige Ensemble diesen Film. Es sind die kleinen Blicke und Gesten, die offenbaren, was die einzelne Figur gerade motiviert. Vor Beginn der Dreharbeiten im kanadischen Vancouver beorderte Choreograph Terry Notary, der ebenfalls eine Rolle übernimmt, die Darsteller der Affen in ein "Affen-Camp". Zuvor studierte er die Bewegungsmuster der einzelnen Arten und kam zu dem Schluss, dass der Schlüssel für eine packende Darstellung keine reine Imitation ist. Vielmehr ermunterte er die Schauspieler dazu, sich selbst als Affen zu spielen. Diese harte Arbeit macht sich für Planet der Affen: Survival definitiv bezahlt.

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Steve Zahn als Bad Ape in Planet der Affen: Survival

Auch dank der erneut beeindruckenden Arbeit von Weta vergisst man mitunter, dass es sich hier um hochklassige Spezialeffekte in Kombination mit hervorragenden Schauspieler handelt - so lebensecht wirken die Affen.

Dem intensiven Spiel ist auch die emotionale Bindung zu den Figuren zu verdanken. Das Skript spart nicht mit dramatischen Momenten, die unter die Haut gehen und einige zu Tränen rühren dürften.

Für die grauen und trostlosen Sommertage

Unterstützt wird dies durch die Sets. Ein Großteil der Handlung spielt in einem Gefangenenlager, das unwillkürlich Assoziationen mit einem Film wie Schindlers Liste weckt. Die Stimmung ist beklemmend, was auch durch die düstere und trostlose Farbgebung der Kulissen noch unterstrichen wird. Spätestens in der zweiten Hälfte ist klar, dass es sich hierbei nicht um heiteres Sommerkino handelt.

Da wirkt es wie ein cleverer Schachzug, eine neue Figur namens Bad Ape (Steve Zahn) einzuführen. Dieser stammt aus einem Zoo und hat wie ein Eremit gelebt, bis er zur Gruppe um Caesar stößt. Er hat eine kindliche Sicht auf die Dinge, was im passenden Moment für ein paar heitere Momente sorgt. Dieses Stilmittel setzen die Autoren jedoch sparsam ein und bedienen sich nur daran, wenn die Handlung derart düster wird, dass es dem einen oder anderen Zuschauer zu nahe gehen könnte.

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Amiah Miller als Nova in Planet der Affen: Survival

Die Überraschung des Ensembles ist jedoch kein Affe. Die Gruppe stößt im Verlauf der Handlung auf einen scheinbar verlassenen Ort, an dem sie ein stummes Mädchen finden. Diese Rolle hat Amiah Miller übernommen, die damit nach Lights Out endgültig ein breites Publikum auf sich aufmerksam machen dürfte. Trotz der Tatsache, dass Miller in dem Film kein einziges Wort spricht, lässt sie den Zuschauer mittels Gestik und Mimik an den Emotionen Novas, wie letztendlich heißt, teilhaben. In keinem Moment wirkt ihr Spiel dabei überzogen, sondern offenbart vielmehr, welch Talent sich die Macher für den Film gesichert haben.

Angenehm fällt auch Woody Harrelson auf, der erneut seine Wandelbarkeit unter Beweis stellt. Er spielt den Colonel nicht eindimensional, sondern facettenreich und beschert der Figur eine unerwartete Tiefe. In einem Moment gibt sich der Colonel unglaublich brutal und abgebrüht, im nächsten Moment empfindet man schon beinah Mitleid mit ihm.

Fazit

Wie erwartet ist Planet der Affen: Survival düster und beklemmend und damit keine leichte Unterhaltung für zwischendurch. Die Darsteller laufen hier zur Höchstform auf und hinterlassen einen sehr nachdenklichen Zuschauer.

Planet der Affen: Survival | Trailer 4 | German Deutsch HD (2017)

Planet der Affen: Survival - Teaser-Poster
Originaltitel:
War for the Planet of the Apes
Kinostart:
03.08.2017
Regie:
Matt Reeves
Drehbuch:
Mark Bomback
Darsteller:
Andy Serkis (Caesar), Gabriel Chavarria, Woody Harrelson, Judy Greer, Steve Zahn, Max Lloyd-Jones
Ceasar (Andy Serkis) nimmt einen weiteren Schritt in Richtung Legende in der Geschichte der Affenzivilisation.

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SPOILER immer mit Spoilertag: <spoiler>Vader ist Lukes Vater</spoiler>

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