Agent Carter: Im Gespräch mit Hauptdarstellerin Hayley Atwell

Wie in der vergangenen Woche versprochen, möchten wir euch heute die Antwort auf einige Fragen geben. Wir hatten die Möglichkeit, nach dem Pre-Screening von Agent Carter ein Gespräch mit der Hauptdarstellerin Hayley Atwell zu führen. Sichtlich entspannt und in blendener Laune empfing sie uns im Bayerischen Hof in München, um sich unseren Fragen zu stellen. 

Robots & Dragons: Hayley, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast! Das Screening gestern war toll, die Serie macht großen Spaß! Mir gefiel auch, dass Jarvis in der deutschen Version dieselbe Stimme hat wie in The Avengers und in Iron Man. 
Haley Atwell: Ah, das ist natürlich sehr clever!

R&D: Du erwähntest im anschließenden Q&A deine Lieblingsszene in Agent Carter. War der Grund hierfür die Kampfszene? Hast du noch andere Lieblingsszenen? 
Hayley: Ich möchte Spoiler vermeiden, aber mein Liebling ist die letzte Szene der Serie, da sie sehr emotional ist. Der Rest des Cast und der Crew kamen sogar noch einmal zurück ans Set, um beim Dreh zuzusehen. Es ist selten, dass die Erfahrenen dann dort sitzen und dir bei der Arbeit zusehen. Es gab mir das Gefühl, dass es eine Herzensarbeit für alle war, sodass sie sich die letzte Einstellung ansehen wollten. 

R&D: Könntest du uns noch etwas zu den Vorbereitungen auf den Dreh erzählen? Ich vermute, dass du viele Stunden im Fitness-Studio verbracht hast? 
Hayley: Ja, ich habe mit einem Trainer zusammen gearbeitet und grundlegende Dinge über Stuntfähigkeiten und Kampfkunst gelernt. Außerdem habe ich ein Buch über die weiblichen Spione zu Kriegszeiten gelesen, was sehr interessant war. Sie waren dafür sehr gut geeignet, weil niemand annahm, dass jemand, der so elegant aussah, ein Spion sein könnte. Sie haben ihre Weiblichkeit zu ihrem Vorteil genutzt. Das ist auch gut für den Charakter Peggys, da sie es selbst ziemlich häufig macht. 

R&D: Stimmt, du hattest gestern die Honigfalle erwähnt, die so gut zur ersten Folge passte. Zudem hattest du Mitspracherecht beim Skript. Was war dir wichtig dabei? Was sollte in die Serie kommen?
Hayley: Mir war Peggys Glaubwürdigkeit wichtig. Sie hat gerade erst Captain America verloren und ist nicht mehr in der Lage, in einer Machtposition zu sein. Ich denke, da muss man immer unter die Oberfläche sehen. Und natürlich ihr Verstand! Ich wollte nicht, dass sie nicht nur ihre körperlichen Vorzüge einsetzt, um das zu bekommen, was sie möchte, sondern auch ihre Fähigkeit betonen, den Männern geistig überlegen zu sein. Zwar gibt es Momente, in denen sie ihre körperlichen Vorzüge sehr clever einsetzt, aber sie sollten nicht zu aggressiv wirken.  

R&D: Wie wir es direkt in der ersten Folge zu sehen bekommen?
Hayley: Ganz genau! Ich wollte, dass das Drehbuch humorvoll ist. 

Hayley Atwell ist Peggy Carter

Hayley Atwell in ihrer Rolle als Peggy Carter

R&D: Du hast viel Background aus deiner früheren Arbeit am Theater. Gestern erwähntest du, dass du mit James D’Arcy viel improvisiert hast. Was machst du lieber – improvisieren oder eng am Skript arbeiten? 
Hayley: Das hängt ganz davon ab. Wenn das Skript sehr gut ist, ist meist kein Platz für Improvisation. Wenn man dann aber eine Idee hat, wie es noch mehr Spaß machen könnte… James hat das oft gemacht, er ist ein sehr erfahrener Schauspieler. Ständig hatte er Ideen und alternative Dialoge angeboten. Diese waren noch witziger als das, was im Drehbuch stand. Dazu kam die Verbindung, die wir am Set aufgebaut hatten, die Chemie stimmte – also haben die Autoren angefangen, quasi um uns herum zu schreiben.

R&D: Woran liegt deiner Meinung nach die Faszination am Marvel-Universum? Warum ist es so erfolgreich?

Hayley: Ich glaube, der Schlüssel liegt darin, dass es um Underdogs geht. Jemand mit einem Makel, einer Beeinträchtigung oder Einschränkung. Dann passiert etwas und sie müssen es überwinden – und werden letztendlich zum Helden. Die Ursache liegt im Zweifel, einer eigenen Form einer Tragödie, mit der sie fertig werden müssen. Ich denke, es ist Teil der menschlichen Natur, dass man sich da reinfühlt. Superhelden sind relativ und das macht sie zuordenbar. Jeder glaubt, dass er womöglich ein Held werden könnte.

R&D: Welchen Helden aus dem Marvel-Universum würdest du denn – abgesehen von Peggy natürlich – gerne spielen und vor allem warum? 
Hayley: Höchstwahrscheinlich Pepper Potts – dann hätte ich viel mit Robert Downey jr. zu tun! (lacht)

R&D: Wenn Peggy nun dieselbe Prozedur, die aus Steve Captain Amercia gemacht hat, durchlaufen könnte – glaubst du, sie würde es machen?
Hayley: Wahrscheinlich, denn es bedeutet, dass sie lange genug leben würde, um Steve wieder zu treffen. Ja, ich denke, sie würde es machen. 

R&D: Wir kennen dich auch aus „Die Säulen der Erde“. Nun hast du zwei Charaktere gespielt, die sich in einer Welt, die von Männern dominiert wird, behaupten müssen. Eine Geschichte ist im 12. Jahrhundert, die andere in der Mitte des letzten Jahrhunderts angesiedelt. Nichts scheint sich an der Freiheit der Frauen geändert zu haben. Stimmst du dem zu? Oder denkst du, dass es heute anders ist? 
Hayley: Ich denke, dass es heute ziemlich anders ist. Der heutige Sexismus ist ausgereifter und subtiler, sodass wir ihn noch nicht einmal unbedingt wahrnehmen. Den bemerken wir erst im Nachhinein. Wen wir uns die 40er ansehen, bemerken wir es nur, weil wir alle Stufen danach erlebt haben. Ich vermute, dass wir uns seitdem weiter entwickelt haben. Zu der Zeit hat es sich für Frauen noch viel schwieriger angefühlt und war es vermutlich auch. Das ist hoffentlich besser geworden. Ich rede allerdings für die westliche Kultur und nicht für viele andere Teile der Welt. Dennoch können wir froh sein, in der Position zu sein, in der wir uns gerade befinden.

R&D: Peggy ist für viele Frauen und Mädchen ein Vorbild. Hast du einen Ratschlag für uns?
Hayley: Es ist derselbe, den Peggy sich selbst gibt: Kenne deinen Wert! 

R&D: Zum Schluss noch eine Mädchenfrage – würdest du lieber Steve Rogers daten oder Howard Stark?
Hayley: Steve Rogers und zwar zu 100 Prozent! (lacht) Howard Stark – man kann ihm nicht trauen. Steve Rogers ist ein absoluter Traum. 

Hayley Atwell in ihrer Rolle als Peggy Carter

Hayley Atwell in ihrer Rolle als Peggy Carter

Bilderquellen: Mit freundlicher Genehmigung von Syfy Deutschland

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