Nintendo Switch

Nintendo-Switch: Neues Modell für Ende des Jahres angekündigt

Wie es oftmals bei Konsolen der Fall ist, wird auch die Nintendo Switch mit einem neuen Update aufwarten, das schon Ende dieses Jahres herauskommen soll. Auch wenn dieses Update denselben Namen trägt, wird es einige Verbesserungen geben. Vor allem die längere Akku-Laufzeit ist interessant, die es Spielerinnen und Spielern ermöglichen wird, unterwegs länger als bisher den Lieblingsspielen zu frönen. Während das aktuelle Modell lediglich genug Energie für 2,5 bis 6,5 Spielzeit bietet, muss das neue Modell erst nach 4,5 bis 9 Stunden wieder aufgeladen werden.  

Die ursprünglich Switch-Konsole wurde am 17. März 2015 vom populären Konsolen- und Spiele-Hersteller Nintendo angekündigt und am 20. Oktober 2016 veröffentlicht. Erst kürzlich gab Nintendo bekannt, dass eine kleinere Version für unterwegs namens Nintendo Switch Lite auf den Markt kommen wird. Man verdeutlichte allerdings, dass diese Konsole nicht den Game Boy ersetzen soll. 

Mit einer Pro-Version oder einer völlig neuen Variante der Switch sollten die Fans im Moment allerdings nicht rechnen.

Nintendo-Pressekonferenz auf der E3: Super Mario Party, Super Smash Bros. Ultimate angekündigt

Mit seiner Pressekonferenz gestern schloß der japanische Konzern den Pressemarathon der E3 ab. In seiner Präsentation konzentrierte sich Nintendo hauptsächlich auf seine Konsole Switch und kündigte ein paar neue Titel sowie Ports beliebter Spiele an. Neue Marken hielten sich aber in Grenzen.

Fans von zerstörten Freundschaften freuen sich über eine Fortsetzung der Minispielsammlung Mario Party mit Super Mario Party. Der Trailer zeigt ein paar der neuen Minispiele und wie die mobile Version der Switch eingesetzt werden kann, um einige Spiele abzuändern. Super Mario Party soll am 5. Oktober erscheinen.

Mit Super Smash Bros. Ultimate findet die beliebte Prügelspielreihe eine Fortsetzung auf der Switch. Im fünften Spiel finden sich nach Angaben von Nintendo alle bisherigen Kämpfer aus den verschiedenen Vorgängern sowie ein paar neue Charaktere. So bekam Ridley, ein Endgegner aus den Metroid-Spielen, einen eigenen kleinen Trailer spendiert. In einem 25-minütigen Video stellt Nintendo die kleinen und großen Änderungen vor. Super Smash Bros. Ultimate soll am 7. Dezember 2018 erscheinen.

Zudem kündigte Nintendo offiziell an, das Battle-Royale-Spiel Fortnite auch auf die Switch zu portieren, was allerdings schon im Vorfeld durch einige Leaks angedeutet wurde. Zusätzlich kommt auch Hollow Knight, eine Mischung aus einem Metroidvania und Dark Souls, auf die Switch. Eine Minecraft-Version für die tragbare Konsole soll ebenfalls erscheinen.

Neben einigen DLC, beispielsweise für Xenoblade Chronicles 2, kündigte Nintendo das Mech-Spiel Daemon X Machina mit einem Trailer an.

Die gesamte Präsentation findet sich im Anschluss an den Artikel.

Super Mario Party - Official Game Trailer - Nintendo E3 2018

Super Smash Bros. Ultimate - E3 2018 - Nintendo Switch

Fortnite - Nintendo Switch Trailer - Nintendo E3 2018

Hollow Knight - Launch Trailer - Nintendo E3 2018

DAEMON X MACHINA - Official Game Trailer - Nintendo E3 2018

Nintendo Direct: E3 2018

Nintendos Switch hat sich schneller und öfter verkauft als die Wii

Nintendo gab heute per Pressemeldung bekannt, dass sich seine im März letzten Jahres erschienene Konsole Switch in den vergangenen zehn Monaten öfter verkauft hat als die bereits sehr erfolgreiche Wii, die im Jahr 2006 startete.

Laut der Pressemeldung verkauft sich die Switch seit ihrem Erscheinen rund 4,8 Millionen mal verkauft, im Gegensatz zur Wii, die im selben Zeitraum knapp 4 Millionen mal über die (analoge oder virtuelle) Ladentheke wanderte. Die Zahlen stammen von Nintendo selbst.

Mit ein Grund dafür könnten die beiden Spiele Super Mario Odyssey sowie The Legend of Zelda: Breath of the Wild sein. Der neue Zelda-Teil erschien zum Start der Konsole, das neue Mario-Abenteuer im zurückliegenden Oktober. Beide Spieler fuhren sehr gute Wertungen ein, zuletzt bekam The Legend of Zelda: Breath of the Wild mehrmals den Titel „Spiel des Jahres" verliehen. Zudem würden rund 55 Prozent der Switch-Nutzer Super Mario Odyssey besitzen, knapp 60 Prozent hätten das Zelda-Spiel gekauft. Auch diese Schätzungen stammen von Nintendo.

Die Switch kann sowohl in einer gedockten Version am Fernseher, wie auch in einer Tablet-Version bespielt werden. Bei Erscheinen rief diese Konfiguration Zweifel an der Leistungsfähigkeit hervor, konnte aber in der Praxis überzeugen.

Verkaufszahlen der Nintendo Switch besser als bei Wii und Wii U

Der Nordamerika-Chef von Nintendo, Reggie Fils-Aime, gab in einem Interview gestern bekannt, dass sich Nintendos neue Konsole Switch auf dem amerikanischen Kontinent besser verkauft habe als seine Vorgänger. Konkrete Zahlen gibt es nicht – viele Konsolenhersteller veröffentlichen keine aktuellen Verkaufszahlen mehr – aber in den ersten drei Tagen habe sich die Switch mehr Einheiten abgesetzt als jede andere Nintendo-Konsole zuvor.

In den ersten sechs Tagen ging die Wii bei ihrer Veröffentlichung im Dezember 2006 rund 600 000 mal über amerikanische Ladentheken, die Zahlen der Switch bewegen sich also wahrscheinlich in einem ähnlichen, geringfügig höheren Rahmen.

Für Japan dagegen liegen recht genaue Schätzungen vor: Das Magazin Famitsu hat ausgerechnet, dass die Switch am ersten Verkaufswochende ca. 330 637 mal erstanden wurde, die Wii dagegen wurde rund 371 963 mal gekauft, die Wii U etwa 308 570 mal. Allerdings wurden die beiden Switch-Vorgänger Anfang Dezember 2006 beziehungsweise 2012 verkauft, die neue Konsole startete am 3. März 2017.

Ohne das beträchtliche Weihnachtsgeschäft im Rücken solche Verkaufszahlen zu schaffen, ist bemerkenswert. Der kurzfristige Verkaufserfolg allerdings sagt noch nichts darüber aus, wie beliebt die Konsole langfristig sein wird. Das ist stark abhängig von den Spielen. Die auf dem Anspielevent Anfang Januar präsentierten Titel überzeugten da nur teilweise.

Zudem berichten viele Switch-Besitzer von Hardware-Problemen. Vor allem der linke JoyCon-Controller soll bei einigen Nutzern immer wieder Synchronisierungsprobleme haben. Außerdem komme es vereinzelt zu Systemausfällen der Konsole.

Trotzdem: Die neue Konsole Switch scheint sich, zumindest am Anfang, zu einem Erfolg für Nintendo zu entwickeln.

The Legend of Zelda: Ein "weiterentwickeltes-2D"-Zelda für Nintendo Switch wäre möglich

In einem Interview mit Game Informer sprach der Zelda-Produzent Eiji Aonuma nicht nur über den kommenden Titel The Legend of Zelda: Breath of the Wild, sondern auch über die Teams, die für die verschiedenen Nintendo-Konsolen zuständig sind. So wurde Aonuma unter anderem gefragt, ob das japanische Unternehmen darüber nachdachte, das 3DS-Team und das Breath-of-the-Wild-Team zusammenarbeiten zu lassen, um den Entwicklungsprozess des ersten Zelda-Spiels für die Switch zu beschleunigen.

"Das Entwicklungs-Tempo ist nicht unbedingt davon abhängig, wie viele Leute in einem Team mitarbeiten, also würde das Kombinieren der Teams nicht notwendigerweise zu einer Beschleunigung führen. Das 3DS-Team und das Wii-U-Team arbeiten bei der Entwicklung von Spielen mit unterschiedlichen Ansätzen, daher würde ich sie nicht notwendigerweise zusammenlegen und sie einen gemeinsamen Gedanken verfolgen lassen. Vielmehr würde ich wollen, dass sie sich eigene Gedanken darüber machen, was sie durch ihre jeweilige Perspektive auf die Nintendo Switch bringen könnten."

Darüber hinaus stellte Aonuma klar, dass das die Spieleentwicklung für den Handheld Nintendo 3Ds weitergehen  werde. So ermöglicht es die Switch zwar den Nutzern, ihre Heimkonsole unterwegs mitzunehmen, dies würde jedoch nicht bedeuten, dass die Entwicklung von 3DS-Spielen eingestellt wird. Laut Eiji Aonuma könnte es zudem gut sein, dass das 3DS-Zelda-Team derzeit an einem neuen Spiel für die Nintendo Switch arbeitet.

"Ja, es ist definitiv möglich. Es gibt einige gute Dinge im Hinblick auf die 2D-Welt und die Spielstile der 2D-Welt. Vielen Fans gefällt dieser Stil. […] Was das 3DS-Team betrifft, versuche wir den 2D-Ansatz weiterzuentwickeln.

Das nächste Spiel der Zelda-Reihe wird den Titel The Legend of Zelda: Breath of the Wild tragen und sowohl für die Wii U als auch für Nintendo Switch erscheinen. Die Switch kommt am 3. März 2017 auf den Markt.

Nintendos Präsident spricht über VR-Pläne und Online-Kosten der Switch

In einem Interview mit der japanischen Zeitung Nikkei sprach der Präsident von Nintendo, Tatsumi Kimishima, über Virtuelle Realität und die Kosten für das geplante Online-Angebot der neuen Nintendo-Konsole Switch. Entgegen des derzeitigen Trends besitzt die Switch keine VR-Optionen und bietet erstmals in der Geschichte von Nintendo einen bezahlpflichtigen Online-Dienst.

Noch vor einer Woche waren die Infos zum Online-Angebot etwas spärlich, jetzt bringt das Interview mit Kimishima etwas Licht in die Sache. Heißt es in unserem Überblicksartikel zur Switch noch, Nintendo werde einen „familienfreundlichen Preis" wählen, so bestätigt dies Kimishima. Er kündigte an, der Preis für das Online-Angebot werde pro Jahr zwischen 2 000 und 3 000 Yen betragen, also grob 16 bis 25 Euro. Damit liegt Nintendo mit seinem Preis unter der jährlichen Rate für Playstation Plus oder Xbox Live Gold, die zwischen 50 und 60 Euro im Jahr kosten.

Im selben Interview äußerte sich Kimishima außerdem zu den VR-Plänen für die Switch – beziehungsweise zu deren Fehlen. Denn Nintendo „studiere" derzeit VR, würde die Technologie aber erst umsetzen, wenn es möglich sein, lange Zeit komfortabel in der virtuellen Realität zu spielen. Derzeit beklagen noch viele Nutzer von VR Schwindelanfälle der Technologie und dass auf Dauer die Headsets schwer und unkomfortabel werden. Ausgeschlossen hat Nintendos Präsident VR für die Switch also nicht, es wird aber wohl noch einige Zeit dauern, bis das Unternehmen entsprechende Hardware anbietet.

Nintendos Switch - Überblick zur Konsole und zum Verkaufsstart

UPDATE

Update:

Wie Nintendos Präsident Tatsumi Kimishima gestern in einem Interview bekannt gab, wird der Preis für das Online-Angebot der Switch umgerechnet zwischen circa 16 und 25 Euro betragen. Hier geht's zur Meldung.


Auf dem Anspielevent zu Nintendos neuer Konsole, der Switch, gab es Gelegenheiten, mit Vertretern von Nintendo zu sprechen. Sie haben einige Details zur Konsole, ihrer Ausstattung zum Verkaufsstart am 3. März sowie zu weiteren Plänen erläutert.

Im Verkaufspaket sind demnach enthalten: Die eigentliche Konsole mit Dockingstation, zwei JoyCons genannte Controller, passende Handgelenkschlaufen, ein Netzteil sowie ein HDMI-Kabel. Außerdem findet sich in der Verpackung noch eine Halterung, um beide JoyCons zu einem Controller zusammenzustecken. Der Pro-Controller, der beim Anspielen besser in der Hand lang als die etwas klobige Steck-Lösung, wird separat verkauft. Preisangaben gab es dazu von Nintendo nicht, diverse Vergleichsportale veranschlagen dafür allerdings ca. 65 Euro. Die Konsole an sich wird nach Angaben dieser Portale um die 330 Euro kosten, auch dazu gab es von Nintendo keine Bestätigung. Man kann aber davon ausgehen, dass der offizielle Verkaufspreis in diesem Bereich liegen wird.

Weltweiter Start

Der Verkauf der Konsole startet am 3. März und zwar weltweit. Außerdem hat sie - eher ungewöhnlich - kein Region-Lock. Das heißt, dass eine in Europa gekaufte Switch auch Import-Spiele aus den USA oder Asien abspielen kann.

Zum Start dürfen sich Switch-Käufer zwischen Exklusiv-Titeln und Umsetzungen entscheiden. Zeitgleich erhältlich werden die Minispielsammlung 1-2-Switch, das Tanzspiel Just Dance 2017, der Action-Titel Skylanders: Imaginators sowie Super Bomberman R sein. Und natürlich Legend of Zelda: Breath of the Wild. Daneben wird es auch Umsetzungen geben, wie das Japano-Rollenspiel I Am Setsuna, der Top-Down-Shooter The Binding of Isaac: Afterbirth oder das Puzzlespiel World of Goo. Weitere Spiele sind für das kommende Jahr geplant, darunter auch eine Minecraft-Version sowie das bereits im Trailer zur Switch gesichtete Skyrim. Die bereits anspielbaren Spiele Splatoon 2 und Super Mario Kart 8 Deluxe folgen im Frühjahr 2017. Für das Jahresende ist dann Super Mario Odyssey angekündigt.

Vom jeweiligen Spiel abhängig ist die Laufzeit des Akkus im Tabletbetrieb. Herstellerangaben zufolge liegt die Akku-Dauer zwischen zweieinhalb und sechs Stunden. Ein Spiel wie Breath of the Wild läuft angeblich bis zu drei Stunden.

Wo bleiben Metroid, Star Fox und Co.?

Unklar ist das Schicksal anderer, bekannter Nintendo-Marken wie Metroid, Star Fox oder Donkey Kong. Denkbar ist allerdings, dass angesichts der kommenden Spielemessen E3, Gamescom und nicht zuletzt Nintendos eigener Hausmesse noch einige Ankündigungen folgen werden.

Ähnlich wie bei Nintendos Handheld, dem 3DS und seinen Ablegern, kommen die Spiele auf kleinen Modulen daher. Laut Nintendo hat dies Vorteile für den Nutzer: Die Module sind robuster und laden im Zweifel schneller. Nicht zuletzt muss man da ergänzen, sind Module auch schwerer zu kopieren und passen besser zu einer portablen Konsole wie der Switch. Ein Laufwerk für optische Datenträger hätten schlicht zu viel Platz eingenommen.

Auf Modulkarten setzt auch die Speichererweiterung der Switch. Diese lässt sich mit handelsüblichen microSD-Karten vornehmen. Bei dem vergleichsweise geringen internen Speicherplatz von 32 GB wird das wahrscheinlich auch für viele Nutzer bald nötig sein. Gerüchten zufolge belegt nämlich schon Breath of the Wild knapp die Hälfte der internen Festplatte. Auf der Wii U werden dagegen "nur" 3 GB des Speichers genutzt. Klarheit wird erst der praktische Einsatz der Switch ab März bringen.

Online nur gegen Bezahlung

Noch nicht ganz entschieden hat sich Nintendo bei der begleitenden Online-Plattform für die Switch. Für die Nutzer wird es ab März eine kostenlose Testphase geben, die mehrere Monate andauern soll. Am Ende aber müssen alle Nutzer einen, wie man versicherte, "familienfreundlichen" Preis zahlen. Besonders Online-Spieler sind davon betroffen, denn nach bisherigen Informationen darf man auf den Online-Mehrspieler beispielsweise von Splatoon 2 nur mit einem entsprechenden Bezahl-Konto zugreifen. Damit ähnelt das Angebot von Nintendo auch dem Playstation Network von Sony und Xbox Live von Microsoft. Als Ausgleich bietet Nintendo dafür pro Monat ein Retro-Spiel gratis zum Download an. Allerdings ist dies angeblich nur für einen Monat begrenzt spielbar. Gesicherte Informationen lagen den Vertretern des japanischen Spielekonzern aber selbst noch nicht vor.

Insgesamt will Nintendo mit der Switch ein breites Publikum ansprechen und sowohl für junge als auch ältere Spieler eine attraktive Konsole bieten. Der Clou ist hierbei die Mobilität: Dank Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss ist die Konsole hochmobil und kann beispielsweise bei längeren Fahrten im Zug oder Bus, aber auch im Urlaub genutzt werden. Damit aber macht Nintendo sich im Prinzip selbst Konkurrenz: Denn mit den Handhelds der DS-Reihe ist das Unternehmen einer der wenigen Anbieter einer halbwegs erfolgreichen Handheld-Produktreihe. Wo steht der DS angesichts von Smartphone-Spielen wie Super Mario Run und einer mobilen Konsole wie der Switch?

Laut Nintendo soll der 3DS und seine Ableger weiter unterstützt werden und ein "drittes Standbein" neben der Switch und - vermutlich - den kommenden Smartphone-Spielen bilden. Aber bei der Aussage ist ein bisschen zu Vorsicht geraten: Außer Nintendo bietet kein großer Hersteller mehr Handheld-Plattformen an, beispielsweise hat Sony seine Vita still und heimlich aussterben lassen. Denkbar also, dass nach dem 3DS die Ära der klassischen Handhelds, die Nintendo selbst mit dem Gameboy begann, zu Ende sein könnte.

Angespielt: Die Nintendo Switch und ihre Spiele

Im Oktober 2016 stellte der japanische Videospielkonzern seine neue Konsole vor, seitdem geht alles sehr schnell: Anfang Januar enthüllte Nintendo weitere Details zum Gerät und seinen Spielen, am 3. März startet bereits der weltweite Verkauf. Nach dem eher mäßigen Erfolg der Wii U hat sich Nintendo vom Prinzip des doppelten Bildschirms verabschiedet und präsentiert wieder eine eher klassische Konsole – allerdings mit einem Twist. Herzstück ist eine Art Tablet, das sich in ein Dockingmodul stecken lässt. In der Station funktioniert die Switch genau wie eine herkömmliche Konsole, die man an seinen Fernseher anschließt. Das Tablet lässt sich jedoch aus der Station entfernen und wie ein Handheld, ähnlich Nintendos 3DS, bespielen.

Die Konsole...

Davon durften sich Fans und Pressevertreter am 24. Januar in Berlin selbst überzeugen. Auf einem Anspielevent konnten die Besucher Erfahrungen aus erster Hand mit der neuen Konsole machen. Geprägt ist die Switch dabei von einer Art vorsichtigen Kontinuität: Das Tablet ist eine neue Funktion, die man bereits von der Wii U in Ansätzen kennt. Auch die bereits von der Wii bekannte Bewegungssteuerung ist in die Switch integriert. Das heißt: mit zwei kleinen Controllern, den JoyCons, kann man per Bewegung Aktionen in den Spielen auslösen. Außerdem verfügt das Tablet selbst über eine Bewegungserkennung.

Die zwei JoyCons passen zunächst gut in die Handfläche. Sie verfügen über jeweils einen Analogstick, vier Aktionsknöpfe und zwei Schultertasten. Durch die geringe Größe besteht bei Menschen mit großen Händen die Gefahr, dass sie die Knöpfe nicht optimal erreichen können. Bemerkenswert ist die Rumble-Funktion der JoyCons. Bei einem der Spiele des Pakets 1-2-Switch (dazu später mehr) müssen die Spieler per Drehen und Wenden der Controller erraten, wie viele Kugeln sich in einer kleinen Kiste befinden. Und tatsächlich hat man beim Bewegen der Controller den Eindruck, dass dort drin kleine Kugeln durch die Gegend rollen. Das ist wirklich faszinierend. Der Nachteil dabei: Im normalen Spiel fällt die Rumble-Funktion eher schwach aus.

Dafür funktioniert der nahtlose Wechsel zwischen Tablet- und Konsolenbetrieb. Zwar wirkt das Tablet auf den ersten Blick recht klein, macht das aber mit vergleichsweise geringem Gewicht und guter Auflösung wieder wett. Auch die Steuerung mit den seitlich eingesteckten JoyCons funktioniert hervorragend – mit den oben genannten Einschränkungen.

Fast schon überraschend ist dabei, dass das Switch-Tablet ein richtiges Kraftwerk an Rechenleistung sein muss. Denn im Konsolenmodus rechnet das handliche Rechteck die Grafik auf 1080p hoch, also in HD, im Tablet-Modus sind es immerhin 720p – was bei dem kleineren Bildschirm aber kaum auffällt.

Dafür merkt man, dass zumindest grafisch ein paar Kompromisse eingegangen werden mussten. Wer genau hinschaut, merkt in manchen Situationen zum Beispiel Treppenbildung durch fehlende Kantenglättung. Insgesamt wird die Switch bei nintendoüblicher Comic-Grafik sehr gut funktionieren, bei Titeln mit realistischer Grafik allerdings könnte die fehlende Grafikleistung auffallen. Solche Titel waren aber nicht anzuspielen, daher ist diese Aussage Spekulation.

Angemerkt sei jedoch: Ernste Spielernaturen sollten sich einen der konventionellen Pro-Controller kaufen. Diese liegen wesentlich besser in der Hand als die etwas klobige Lösung mit einem Steckmechanismus für die JoyCons. Die Pro-Controller sind dabei separat erhältlich und nicht im Verkaufspaket enthalten.

... und ihre Spiele

Auf dem Event wurden einige kleinere Spiele vorgestellt, beispielsweise Just Dance für die Switch, Sonic Mania oder der Sci-Fi-Racer Fast RMX. Im Mittelpunkt standen aber das Box-Spiel Arms, Super Mario Kart 8 Deluxe, Splattoon 2, die Minispielesammlung 1-2-Switch sowie – natürlich – Legend of Zelda: Breath of the Wild.

Arms erinnert dabei an ein komplexeres Boxen, das man von  der Wii kennt: Per Bewegungssteuerung lässt man seine Figur zuschlagen, blocken, ausweichen, den Gegner greifen und Spezialattacken ausführen. Das spielt sich flüssiger als das etwas simple Wii-Boxen, hakt aber bisweilen an der Steuerung. Denn die Bewegungssteuerung benötigt etwas Eingewöhnung und für manche Spieler ist das herumwirbeln mit den JoyCons eher abschreckend. Generell gilt: Wer auf der Wii mit den Wii Motes umgehen konnte, wird an Arms zweifellos seinen Spaß haben.

Super Mario Kart 8 Deluxe war während des Events fast durchgehend besetzt - ein Zeichen für die Beliebtheit des Fun-Racers. Die Switch-Version bietet neben den von der Wii U bekannten Inhalten neue Charaktere, alternative Spezialattacken sowie alle Inhalte, die bisher nur zum Herunterladen erhältlich waren.

1-2-Switch ist eine Minispielsammlung, analog zu Wii Sports oder Wii Party. Teilweise sind die Spiele aber noch mehr „Mini" als beispielsweise Wii Sports. So besteht eine Herausforderung darin, sich einem Partner gegenüber zu stellen und wie bei einem Westernduell die JoyCons aus einem imaginären Holster zu „ziehen". Beeindruckender war die Kugelsimulation, die von der filigranen Rumble-Funktion profitiert (siehe oben). Insgesamt funktioniert 1-2-Switch als nette Partyunterhaltung. Der Mehrwert der Sammlung, von der allerdings insgesamt nur sechs Spiele vorgestellt wurden, hält sich für Einzelspieler aber in Grenzen.

Der Multiplayer-Shooter Splatoon 2 präsentiert eine angenehme Abwechslung vom graubraunen Shooter-Einerlei eines Battlefield oder Call of Duty. Sowohl per Pro-Controller als auch als Tablet setzt das Spiel dabei auf die Bewegungssteuerung, mit der das Fadenkreuz feinjustiert wird. Für ungeübte Hände macht das die Matches etwas fummelig, in der finalen Version soll man dieses Feature ausschalten können. Die gezeigte Demo-Version machte aber schon viel Spaß.

nintendo-switch-event-2017.jpg

Nintendo Switch Event am 24.01.2017 in Berlin

Und dann war da noch Legend of Zelda: Breath of the Wild. Von dem Open-World-Titel waren nur 20 Minuten zu spielen, bevor sich der Titel selbst abschaltete. Aber schon diese wenigen Minuten zeigten: Hier weht ein frischer Wind durch eine zuletzt etwas eingestaubte Reihe. Durch die Überlebens- und Rollenspielelemente birgt das neue Zelda eine größere Herausforderung und man warnte davor, dass man recht schnell sterben könne, wenn man nicht aufpasse. Die präsentierte Welt wirkt angenehm post-apokalyptisch und hat mit Sicherheit noch einige interessante Aspekte zu bieten. Was Spieleveteranen aber vielleicht zum Schmunzeln oder Aufstoßen bringen wird: Auch in Breath of the Wild aktiviert man Türme, um die Karte von Regionen freizuschalten. Hoffentlich hat Nintendo im fertigen Spiel nicht zu sehr auf die Ubisoft-Formel geschaut und präsentiert eine spannende Handlung und abwechslungsreiches Gameplay.

Von allen Spielen hat Breath of the Wild am meisten überzeugt. Allerdings mehr, weil das Spiel gut war, als dass es besondere Eigenschaften der Nintendo Switch übernommen hat. Insgesamt verblieb der Eindruck, dass die Switch ein Tick konventioneller ist als es noch die Wii U war, was jedoch nicht schlimm ist. Auf dem Event konnte man nicht wirklich eine Erkenntnis darüber erlangen, wie sinnvoll und nützlich die Mobilität der Konsole ist. Das wird sich erst im praktischen Hausgebrauch herausstellen müssen.

Ab dem 3. März haben sowohl Fans als auch Skeptiker die Möglichkeit, sich von der neuen Nintendo-Konsole zu überzeugen.

Nintendo Switch: Die neue Konsole erscheint Anfang März

Auf einem Event in Tokio hat Nintendo seine neue Konsole Switch vorgestellt und dabei einige weitere Informationen enthüllt. Unter anderem wurde mit dem 3. März das offizielle Verkaufdatum bekannt gegeben. Die Konsole erscheint zeitgleich in Japan, den USA und den meisten großen europäischen Ländern. Wie teuer das Gerät dabei in Deutschland sein wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Nintendo äußerte sich lediglich zum US-Preis, der bei 299 Dollar liegt. Da sich mittlerweile aber eine Umrechnung von 1:1 bei Konsolenpreisen eingebürgert hat, dürfte der Kostenpunkt hierzulande wohl bei 299 Euro liegen.

Welche Spiele zum Verkaufsstart verfügbar sein werden, enthüllte Nintendo ebenfalls noch nicht. Eine Liste von Launch-Titeln lässt noch auf sich warten. Mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild kündigte man aber zumindest ein Spiel an, das zum Release der Switch erscheint. Die neueste Teil der beliebten Reihe kommt ebenfalls am 3. März in den Handel.

Darüber hinaus wurden auf der Veranstaltung Splatoon 2, Super Mario Odyssey und Xenoblade Chronicles 2 angekündigt. Die beiden erstgenannten sollen noch 2017 erscheinen, bei Xenoblade Chronicles 2 gibt es noch kein Release-Datum. Insgesamt befinden sich über 80 Spiele für die neue Konsole in Entwicklung. Neben dem nächsten Ableger der Fifa-Reihe gehören dazu auch The Elder Scrolls 5: Skyrim Special Edition, Sonic Mania, Dragon Quest X und Dragon Quest XI.

Nintendo Switch Presentation 2017

US-Talkmaster spielt die Nintendo Switch live

Jimmy Fallon Debuts the Nintendo Switch

Bisher kannte man nur das offizielle Video von der Switch-Vorstellung, nun gibt es eine kurze Live-Demonstration der neuen Nintendo-Konsole. Der Komiker und Talkmaster Jimmy Fallon begrüßte in seiner Sendung Reggie Fils-Aimé und Shigeru Miyamoto von Nintendo. Das ganze ist natürlich eine PR-Aktion, interessant ist diese Demonstration deshalb vor allem für Fans.

Zu Beginn spielt Fallon ein Level aus dem kommenden Smartphone-Spiel Super Mario Run. Dabei bemüht sich der Talkmaster, das ganze nur mit einer Hand zu spielen. Das Spiel erscheint dabei eine recht simple Geschicklichkeitsübung zu sein. Super Mario Run ist ab dem 15. Dezember für iOS-Geräte verfügbar.

Interessanter ist dann die Enthüllung der Switch. Reggie Fils-Aimé spielt anschließend eine kurze Runde Zelda: Breath of the Wild, bevor er den Controller zur Seite legt, um das Hauptfeature der Switch zu demonstrieren: Den nahtlosen Übergang zwischen Konsole und Handheld. Der sichtlich nervöse Moderator Jimmy Fallon darf dann ein paar Gegner vermöbeln.

Das besondere an diesem reinen PR-Auftritt: Es ist die wahrscheinlich bisher erste Live-Demonstration der Switch vor einem großen Publikum, noch bevor Nintendo am 13. Januar ein offizielles Event zur neuen Konsole veranstaltet. Auch ist erstmals der nahtlose Übergang zwischen der Konsolen- und Handheld-Funktion zu sehen. Leider ist in der Aufzeichnung nicht gut zu sehen, mit welcher Leistung Zelda: Breath of the Wild im Handheld-Betrieb läuft und ob es Grafik-Einbußen gibt. Es scheint sich allerdings einigermaßen flüssig zu spielen.

Pages

Subscribe to RSS - Nintendo Switch